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Rassismus in Fantasy Rollenspiele
Lichtschwerttänzer:
Wenn die Frage nach den Intentionen des Autors lautet, müsste die Literaturwissenschaft* nicht den Beweis erbringen, wenn seine Aussage diesbezüglich dem Autor widerspricht?
Nebenbei gibt es mWn einen Fachausdruck für Personen, die Meinungen des Settings oder der Protagonisten mit der des Autors gleichsetzen.
Wissen wir, welche Intentionen bei den Gnomen Rowling gehabt hat?
*Ich war mal auf ner Veranstaltung wo der Vortragende Tolkien Rassismus vorwarf, nun würde ich Tolkien für eine einzigartige Persönlichkeit haben wäre er in seiner Zeit davon unbeeinflusst geblieben, aber seine Behauptungen und wie er alle Argumente wegignorierte waren beeindruckend, spez. wenn er keine Ahnung davon hatte.
Die Vilyani haben eine genetische Modifikation, das ist wohl ein Fakt ist das rassistischer als die genetisch angepassten Klonsklaven bei Star Wars oder Perry Rhodan?
Issi:
--- Zitat ---@Issi:
Ich verstehe deine Form der Diskussion auch nicht bzw. hoffe sie nicht zu verstehen, denn im professionellen Einsatz sehe ich das vor allem im Rechtspopulismus.
Ich mache Aussagen, dass die beabsichtigte oder unbeabsichtigte Äußerung von rassistischen und / oder antisemitischen Klischees problematisch ist. Ich habe als Beispiel eine Autorin, in deren späteren Werken ein Bezug auf den Nationalsozialismus nach meinem Empfinden sehr deutlich wird. Das Todesser-Regime ist ja sowas von faschistisch. Aber nach der Veröffentlichung muss das Werk für sich bestehen. Da können der Autor nachfüttern wie sie wollen, da hätten sie halt vor Veröffentlichung ihren Job machen müssen. Ohne Textbeleg ist das Wort des Autors wertlos.
Bei dem Klischee handelt es sich um einen Jahrhunderte alten Klassiker mit großer Verbreitung, der in der NS-Diktatur und bei modernen Rechtsnationalen und -extremen, Verschwörungstheoretikern, nicht wenigen Linksaußen und auch einem stattlichen Teil Mitte Anklang findet.
Und daraus machst du im Kern diese Dinger:
- Dann kann man bald gar nichts mehr schreiben.
- Denkt doch an die Kinder.
- Ihr wollt alles verbieten.
Wer so in den Diskurs reingeht, kann eigentlich nur als Ziel das Ende des Diskurses und somit jeder freien Meinungsäußerung haben.
--- Ende Zitat ---
Bitte?? 8]
Ich glaub ich spinne!
Ich bezog mich nur auf die Kobolde in Harry Potter, und ausschließlich auf die.(Ist es Ok, wie die aussehen?)
Selbstverständlich sind die Todesser -schlimm, daran lässt Rowling auch gar keinen Zweifel.
Wenn man möchte kann man auch einen Bezug zum wirklich schlimmen NS-Regieme finden.
Eben deshalb sind es ja auch glaubwürdige Böse.
--- Zitat ---Denkt doch an die Kinder???
--- Ende Zitat ---
Wie bitte? - Ich schrieb das Rowling -als Zielgruppe für Kinder schreibt.
Und sie deshalb vermutlich nicht die Idee hatte, sie mit komischen Ideologien zu impfen.
Aber wissen kann ich das auch nicht.
--- Zitat ---- Ihr wollt alles verbieten.
--- Ende Zitat ---
Wo habe ich das geschrieben???
Error Error
Wenn man so will gibt es im Fantasy immer bestimmte Archetypen.
Zu denen sich leicht ein Reallife Bezug finden lässt. .
Die Bösen erfüllen ganz gewisse Klischees
Egal ob nun Voldemort, oder Sauron.
Auch die Guten. Die Unterdrückten. usw.
In diesen Klischees findet man auch sehr leicht Anknüpfspunkte zum Reallife.
Weil die Typen ähnlich ticken.
Es ist ja im Märchen sogar wichtig, dass es die Bösen auch gibt, es erfüllt da einen ganz bestimmten Zweck, auf der Reise des Helden.
Es handelt sich bei einem Märchen weniger um eine Reallifegeschichte, als um eine Begegnung mit inneren Ängsten und Dämonen.
Deshalb gibt es ja diese ganzen Wesen und auch Magie.
Das ist halt bei der Betrachtung auch wichtig zu wissen,
dass das zwar gewisse Bezugspunkte hat über die Archetypen zum Beispiel. Aber eben keine 1:1 Realität ist.
Edit Harry Potter ist sogar ein ganz klassisches Märchen.
Der junge Held ist ein Waisenkind, mit dem sich der Leser gut identifizieren kann. Der Leser wird mit ihm immer "stärker" und "mutiger"
und am Ende besiegt er seinen größten Feind, seine Angst ("In Form von Lord Voldemord")
Der Leser soll quasi mit ihm eine "innere Entwicklung" durchmachen.
Und die "Bösen" fordern den Helden zu dieser Entwicklung heraus.
Ohne die Bösen müsste der Held nicht mutiger werden und stärker.
Also braucht sie die Geschichte.
--- Zitat ---Wer so in den Diskurs reingeht, kann eigentlich nur als Ziel das Ende des Diskurses und somit jeder freien Meinungsäußerung haben.
--- Ende Zitat ---
Nein, mir ging es um eine differenzierte Betrachtung, die auch miteinbezieht, dass es sich um ein "Märchen" handelt.
Auch ein Märchen rechtfertigt gewiss nicht alles schreiben zu dürfen -Und wenn es mit den Werten der meisten Lesers nicht vereinbar gewesen wäre, was in Harry Potter passiert, hätten es so viel gar nicht gelesen.
Auch ein Märchen hat den Anspruch, dass das "Richtige" passiert, und die Bösen nicht als die Guten dargestellt werden etc.
Man sollte halt miteinbeziehen, dass es Fiktion ist- Und eine "Heldenreise", die bestimmten Kriterien folgt..
Das geht mMn. auch, wenn man nicht genau weiß, ob und worauf der Autor Bezug genommen hat.
Chruschtschow:
@Ludovico:
Ein direkter Kausalzusammenhang ist natürlich hier kaum belegbar. Es wird keiner nach einer Runde Ravenloft auf Grund dessen auf die Straße gehen und Jagd auf Roma machen, der nicht schon vorher entsprechend drauf war.
Gleichzeitig verstärken Medien natürlich Klischees. Das Frauenbild in Germany's Next Top Model, Frauenkörper in der Werbung und unser Schönheitsideal sind da ein ganz klassisches Beispiel. Dünn, dünner, Supermodell. Ob's wirkt, siehst du im nächsten Anorexieforum. Ich kann ja mal unsere Schulsozialpädagogin nach ein bisschen Beispielliteratur fragen, die war jetzt letztens mal auf einer passenden Fortbildung. Mal schauen, irgendwo zu hause müsste ich auch noch was rumfliegen haben, wenn du Literaturhinweise möchtest.
Und das gilt für alle Medien und Stereotypen. Wir sehen nicht Tom und Jerry und bewerfen uns mit Tresoren. Aber wir sehen immer wieder die Frau mit dem fragwürdigen technischen Verständnis und fragen dann bei der Mechatronikerin nach dem hoffentlich männlichen Chef.
Warum sollte Rollenspiel da anders sein als alle anderen Medien?
felixs:
Inwiefern das Zuschreiben bestimmter (vor allem negativer) ethnischer Klischees in Fantasywelten überhaupt im Sinn von realweltichem Rassismus relevant ist, wäre eine andere Frage.
Man könnte ja durchaus vermuten, dass jemand realweltlich mit solchen Themen vorsichtig und angemessen umgeht, sich andererseits aber bei ethnischen Klischees bedient, um leichter verständlich zu sein. Ich würde meinen, dass man ohne Klischees nur sehr schwer eine gute Geschichte erzählen kann. Oder zumindest, dass man ohne Klischees schwerer verstanden wird.
Insgesamt wäre das ein schwieriges Feld. Mir fällt als weitgehend klischeefreie Fantasywelt vor allem Tekumel ein. Das ist mir aber viel zu anstrengend und ich finde da gar keinen Zugang.
Zu DSA, mit seinen schrecklichen Klischees, finde ich dagegen sehr viel besser einen Anknüpfungspunkte.
Novadis finde ich aber wirklich ein bißchen schlimm, die positiv gewendeten Wikinger bei den Thorwalern wären dann das Gegenstück. Die Thorwaler finde ich ziemlich unproblematisc, bei den Novadis würde ich realweltlichen Rassismus dahinter vermuten. Grundsätzlich scheint das eher bei negativen Klischees ein Problem zu sein. Bei positiven Klischees eher nicht.
Im Grunde habe ich mit überspitzten Klischees auch keine Probleme. Schwierig wird es, wenn man dahinter realweltliche Aussagen zu finden meint. Das muss man wohl im Einzelfall und mit Augenmaß sehen.
Die Goblinbankiers in den Filmen haben für mich übrigens überhaupt nicht an antijüdische Klischees erinnert. Die Bücher habe ich nicht gelesen.
Es mag gewisse Überlagerungen zwischen Bankierklischees und antijüdischen Klischees geben, ich würde in der filmischen Darstellung aber weder eine Anleihe an antijüdische Körperdarstellungen, noch an solche im Habitus finden.
Mir fällt gerade auf, dass die Midgard-Zwerge eine hebräisch inspirierte (meine ich zumindest) Sprache haben. Und sie horten Gold. Außerdem sind Bärte wichtig. Ist das auch antijüdisch?
Luxferre:
--- Zitat von: felixs am 7.05.2018 | 17:53 ---Mir fällt gerade auf, dass die Midgard-Zwerge eine hebräisch inspirierte (meine ich zumindest) Sprache haben. Und sie horten Gold. Außerdem sind Bärte wichtig. Ist das auch antijüdisch?
--- Ende Zitat ---
Nee, dafür sind die zu bayerisch ~;D
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