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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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Maarzan:

--- Zitat von: Isegrim am  7.05.2018 | 18:50 ---Warum machen wir uns dann Gedanken über Rassismus, wenns im echten Leben eh kein richtig und falsch gibt, und alles nur Ansichten sind? ;)

--- Ende Zitat ---

Weil "Rasse" als Geburtszufall eben kein richtig oder falsch sein kann (außer du hast Punkte für ausgegeben ...  ~;D) , aber (eigene) Taten, aber auch entsprechende Ideologien sehr wohl.

Issi:

--- Zitat von: Greifenklause am  7.05.2018 | 18:54 ---Stimmt nicht: Mehr als die Hälfte von uns hatte dessentwegen Alpträume und ein wesentlicher Teil hatte Hexenängste oder Wolfsphobien der ein oder anderen Art.
Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass manche Cynophobie stärker ausgeprägt war, wenn man neben schlechten Erfahrungen mit Hunden auch noch den fruchtbaren Nährboden der Wolfsmärchen und ihren ewig bösen ewig menschenfressenden Wölfen hatte.

--- Ende Zitat ---
Das kommt vielleicht auf das Alter an, in dem man sie den Kindern vorliest.
Würden die Kinder das im klassischen Harry Potter-Fantasy- Alter lesen, so mit 11 oder 12 wäre es vermutlich kein Problem mehr.
Vielleicht auch schon Grundschule.
Aber dass das bei Kindergartenkindern zu früh sein kann, klar.
Die würde ich aber auch noch keinen HP schauen lassen.

Greifenklause:

--- Zitat von: felixs am  7.05.2018 | 17:53 ---...
Insgesamt wäre das ein schwieriges Feld. Mir fällt als weitgehend klischeefreie Fantasywelt vor allem Tekumel ein. Das ist mir aber viel zu anstrengend und ich finde da gar keinen Zugang.
Zu DSA, mit seinen schrecklichen Klischees, finde ich dagegen sehr viel besser einen Anknüpfungspunkte.
Novadis finde ich aber wirklich ein bißchen schlimm, die positiv gewendeten Wikinger bei den Thorwalern wären dann das Gegenstück. Die Thorwaler finde ich ziemlich unproblematisc, bei den Novadis würde ich realweltlichen Rassismus dahinter vermuten. Grundsätzlich scheint das eher bei negativen Klischees ein Problem zu sein. Bei positiven Klischees eher nicht.
...

--- Ende Zitat ---

Gerade die Thorwaler sind (seit 4.1, evtl. bereits seit 2) ein Problem, da ihnen auch spieltechnisch viele Vorteile in den Allerwertesten geschoben werden.
"Freiheitsliebende Wikinger" sind ein Klischee des 3. Reiches und ihrer nordisch-ideologischen Vorgänger.
Tatsächlich waren sie Räuber und Sklavenhändler (und Bauern und Fischer) wie viele andere Völker auch.

Die Novadis folgten in DSA2 noch dem "Rambo3-Chique", wo sich im Abspann ja auch "bei den tapferen Mujahddin" bedankt wurde.
Der Ursprung kann also in beiden Fällen "positiver Rassismus" sein. Und ich vermute auch die eher unbewusste Variante.
Dennoch springt es einen irgendwann an.
Bei DSA3 wurden die Mohas dann noch mit intellektuellen Abzügen noch und nöcher belastet, was zum Effekt "das sind Wilde und bleiben im Zweifel Wilde, denn die lernen so langsam..." führte. Ob gewollt oder nicht. Warum auch immer gewollt.

Mir ist klar, das man bei einem "Rassen und Klassen"-System, sei es klassischer oder weicher Art mehr Klischees und Vor- und Nachteile braucht, als in klassenlosen Systemen oder solche (wie Splittermond), die sehr weich betreiben.
Point taken.
Aber dennoch sollte man hinundwieder in sich gehen und mal überlegen, ob man Klischees nicht allzu breit auswalzt oder haltstopistja Fantasy, ob man nicht unnötige Klischees mit mehr Ballast als Nutzen überhaupt erst erschafft...

Greifenklause:

--- Zitat von: Issi am  7.05.2018 | 19:01 ---
--- Zitat ---Stimmt nicht: Mehr als die Hälfte von uns hatte dessentwegen Alpträume und ein wesentlicher Teil hatte Hexenängste oder Wolfsphobien der ein oder anderen Art.
Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass manche Cynophobie stärker ausgeprägt war, wenn man neben schlechten Erfahrungen mit Hunden auch noch den fruchtbaren Nährboden der Wolfsmärchen und ihren ewig bösen ewig menschenfressenden Wölfen hatte.
--- Ende Zitat ---
Das kommt vielleicht auf das Alter an, in dem man sie den Kindern vorliest.
Würden die Kinder das im klassischen Harry Potter-Fantasy- Alter lesen, so mit 11 oder 12 wäre es vermutlich kein Problem mehr.
Vielleicht auch schon Grundschule.
Aber dass das bei Kindergartenkindern zu früh sein kann, klar.
Die würde ich aber auch noch keinen HP schauen lassen.

--- Ende Zitat ---
Ja, da gebe ich dir recht.
Was die Wölfe betrifft. Nur machen wir uns nichts vor: Im schlimmsten Fall leiden Hunde (was ich nicht mal vermute, da es hier weniger mit Hass als mit Angst zu tun hat.)

Aber bei Rowlings "Geldelfen" werfe ich mal folgendes Horrorszenario in den Raum.
Da liest/schaut/fanboyed also ein 12jähriger Rowling, HarryP und die "Geldelfen".
Einzwei Jahre später und immer noch leicht beeinflussbar trifft dieser 12jährige auf einen coolen älteren Kumpel, der zwar ein bischen bedrohlich wirkt mit seinen komischen Ansichten, aber eben auch cool ist.
Und der bricht dann das Eis, indem er sagt: "Ja, an sich habe ich nichts gegen Juden, aber irgendwie sind die wie die Geldelfen bei HarryPotter.... nur halt real! .... Achso: Früher, weit vor HarryPotter wurden die übrigens ganz ähnlich dargesteltt, schau hier und schau hier. Bestimmt kein Zufall..."*

Wie gesagt: Ein Horrorszenario.

@All:
Falls ich mich hier zu nah am SC bewege, teilt es mir bitte mit.

@All:
Deshalb bin ich vorsichtig mit extremen Klischees jedweder Art.
Rollenspielerische Volkszuschreibungen kann und soll es gerne geben. Aber bitte nur iSv "häufig" und nicht im Sinne von "immer".
Am Besten führt man sich eine Gaußsche Glockenkurve vor Augen...

* Der Unterschied zu Okkultismus-Vorwurf von "christlich-außen" ist folgender.
Wenn jemand ein Jüngelchen zur Hexerei verführt, passiert erstmal gar nichts.
Ein abergläubischer Mensch mehr. Das war es aber auch schon. Beidemweg ist Hexerei(neutral) auch nur eine Glaubensrichtung unter vielen.

Verführt man das Jüngelchen aber zum Antisemitismus, hat man zack sofort ein Opfergruppe. Nichts mit Gleichberechtigung. Will Rassismus nicht. Ist ihm fremd...

Issi:

--- Zitat ---Aber bei Rowlings "Geldelfen" werfe ich mal folgendes Horrorszenario in den Raum.
Da liest/schaut/fanboyed also ein 12jähriger Rowling, HarryP und die "Geldelfen".
Einzwei Jahre später und immer noch leicht beeinflussbar trifft dieser 12jährige auf einen coolen älteren Kumpel, der zwar ein bischen bedrohlich wirkt mit seinen komischen Ansichten, aber eben auch cool ist.
Und der bricht dann das Eis, indem er sagt: "Ja, an sich habe ich nichts gegen Juden, aber irgendwie sind die wie die Geldelfen bei HarryPotter.... nur halt real! .... Achso: Früher, weit vor HarryPotter wurden die übrigens ganz ähnlich dargesteltt, schau hier und schau hier. Bestimmt kein Zufall..."

--- Ende Zitat ---
Ok, klar.
Wobei er ja auch sicher schon eine ganze Zeit lang zur Schule gegangen ist und sich dort zum Glück nochmal ganz anders mit dem Thema auseinandersetzen musste.
Im besten Fall denkt er sich vielleicht: Ups wie ist der denn bitte drauf?
Vielleicht findet er die Idee, dass das eine 1:1 Übersetzung zur Diskriminierung sein soll, auch einfach nur abwegig genug, um das zu ignorieren.

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