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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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Greifenklause:
Meinst du mich?

--- Zitat von: Maischen am  7.05.2018 | 19:30 ---Die Vorbildfunktion für Kinder und was du rollenspielerisch langweilig findest sind aber schon zwei verschiedene Dinge, oder?
--- Ende Zitat ---
Joah, ist was verschiedenes. Aber das habe ich ja weiter oben durch verschiedene Abstufungen der Problematik berücksichtigt.


--- Zitat ---Wenn ich mit erwachsenen Nicht-Rassisten spiele, geht es doch nur noch darum, was man spielen möchte. Da kann es einer durchaus spannend finden, zB bei Cthulhu, einen Rassisten zu spielen. Und jetzt?

--- Ende Zitat ---
1.) Die wenigsten (mich eingeschlossen) sind komplett nichtrassistisch.
2.) Mithin gibt es kein "nur darum". Man sollte durchaus mal reflektieren.
3.) Aber klaro kann man einen Rassisten spielen. In einem meiner Post schrieb ich sogar, dass ich das empfehle.
4.) Aber wieder halt eine Frage der Reflexion. Oder kurz: Wieviel davon ist SC und wieviel davon Spieler...? . Wenn sich der betreffende Spieler da durchaus mal Gedanken drüber macht, gerne! Wenn er die Thematik auch mal outgame anspricht: Umso besser!

Zu 3:
In meiner SF-Gruppe ist der Echsenmensch eindeutig suprematistisch bis rassistisch. Wenn es nach ihm ginge, werden Echsen bevorzugt. ABER: Er arbeitet aufopfernd mit seiner Gruppe zusammen, die aus Menschen, Rattlingen und Elfen besteht (Und Elfen sind historisch mit Echsen befeindet im Setting).
Der Rattling wiederum bevorzugt im Zweifel Rattlinge. Allerdings wäre der fast im menschlichen Berlin der 1990er geblieben, weil es da so schön ist.

Mein Splittermond-Gnom ist Kuschelrassist und schwärmt anderen dauernd vor, wie toll Varge eigentlich sind.

Bei DSA4.1 waren zwei meiner Charaktere eindeutig Rassisten, was Orks betraf, bzw was Orks und Elfen betraf.
Aber Himmel: Das hat mir nur Spaß gemacht, weil ich als Spieler ja gerade wusste, das es zum Großteil Vorurteile waren, die so nicht zu trafen, nicht in ihrer Gänze zu trafen oder nicht in ihrer Vehemenz zu trafen.

felixs:

--- Zitat von: Greifenklause am  7.05.2018 | 19:34 ---Das Problem ist hier sogar gerade, dass bei Rowling (ähnlich wie bei Tolkien) ja erst mal blind davon ausgegangen wird, sie sei über jeden Zweifel erhaben...

--- Ende Zitat ---

Das geht aber jetzt ein bißchen weit.

Zu Tolkien gibt es umfangreiche Literatur. Zu Rowling wahrscheinlich noch mehr, sowas lese ich aber in meiner Freizeit nicht.

Tolkien war gläubiger Katholik (auch die richtig dummen Sachen), war ein Anhänger des "edlen nordischen Geistes" (den er Hitler übrigens absprach) und hatte einige spleenige Ideen. Ein Rassist war er nicht - jedenfalls nicht mehr, als sein Zeithintergrund ihm eben mitgegeben hat. Tolkien war nicht progressiv, aber eben auch kein Reaktionär und kein Befürworter des Rassismus.

Rowling bemüht sich sogar sehr um PC. Für meinen Geschmack zu sehr. Und für meinen Geschmack wird das auch zu sehr gefeiert (Dumbledore etc.).

Was, wenn "Geldelfen" eher als eine krude Form von Antikapitalismus zu lesen ist? Wäre das ein Problem? (Ja, es gibt Leute, die Antikapitalismus für "strukturellen Antisemitismus" halten. Mit denen rede ich aber nicht.)

Greifenklause:

--- Zitat von: Runenstahl am  7.05.2018 | 19:46 ---...Rassismus ist natürlich nichts gutes. Und natürlich gibt es falsche Ansichten. Ich bin nur der felsenfesten Überzeugung das es auf der ganzen Welt niemanden gibt (oder gab !) der (ohne geistesgestört zu sein) durch und durch Böse ist. Genausowenig gibt es allerdings (leider) auch niemanden der absolut gut ist. Es gibt nur Grauzonen. Aber das heißt natürlich nicht das es nicht genug Leute gibt die bestrafungswürdiges tun würden. Aber die sind halt nie "Böse" sondern eher Therapiebedürftig. Deswegen bin ich (im echten Leben) auch ganz klar gegen die Todesstrafe.

Ich habe allerdings kein Problem damit in Filmen, Videospielen oder halt eben im Rollenspiel ganz andere Denkmuster zu erleben. Solange man klar Realität und Fiktion unterscheiden kann sollte das unproblematisch sein. Und ja, da kann es auch mal sein das mein Zwerg sich total rassistisch gegenüber den Elfen verhält weil er die für blumenessende Baumkuschler hält die beim ersten Anzeichen von Gefahr weglaufen und nicht wie aufrechte Kerle im Nahkampf kämpfen sondern eher aus dem Hinterhalt heimtückisch mit Bogen und Magie agieren. Natürlich ist das rassismus. Aber mMn halt im Spiel völlig unproblematisch.

Problematisch wird es eher wenn man im Spiel "realen" Rassismus einfließen läßt. Also (wie schon von anderen erwähnt) Spezies oder Kulturen einbaut die auf den Vorurteilen gegenüber realen Kulturen basieren. Da sollte man besser ganz vorsichtig sein.

--- Ende Zitat ---

+1
Sehr schöner Post.
Kann ich fast alles unterschreiben.
Und ja: Auch ich habe dich erst missverstanden.

felixs:

--- Zitat von: Runenstahl am  7.05.2018 | 19:46 ---Problematisch wird es eher wenn man im Spiel "realen" Rassismus einfließen läßt. Also (wie schon von anderen erwähnt) Spezies oder Kulturen einbaut die auf den Vorurteilen gegenüber realen Kulturen basieren. Da sollte man besser ganz vorsichtig sein.

--- Ende Zitat ---

Wenn man das wörtlich nimmt, sind Midgard und DSA moralisch nicht spielbar. Ist das so gemeint?

Greifenklause:

--- Zitat von: felixs am  7.05.2018 | 19:49 ---Das geht aber jetzt ein bißchen weit.

Zu Tolkien gibt es umfangreiche Literatur. Zu Rowling wahrscheinlich noch mehr, sowas lese ich aber in meiner Freizeit nicht.

Tolkien war gläubiger Katholik (auch die richtig dummen Sachen), war ein Anhänger des "edlen nordischen Geistes" (den er Hitler übrigens absprach) und hatte einige spleenige Ideen. Ein Rassist war er nicht - jedenfalls nicht mehr, als sein Zeithintergrund ihm eben mitgegeben hat. Tolkien war nicht progressiv, aber eben auch kein Reaktionär und kein Befürworter des Rassismus.

Rowling bemüht sich sogar sehr um PC. Für meinen Geschmack zu sehr. Und für meinen Geschmack wird das auch zu sehr gefeiert (Dumbledore etc.).

Was, wenn "Geldelfen" eher als eine krude Form von Antikapitalismus zu lesen ist? Wäre das ein Problem? (Ja, es gibt Leute, die Antikapitalismus für "strukturellen Antisemitismus" halten. Mit denen rede ich aber nicht.)

--- Ende Zitat ---

Ich halte beide für literarische Genies. Erhaben! Aber eben nicht perfekt.
Und manche Fans lobhudeln ihnen zu sehr. Bewussten Rassismus unterstelle ich keinem von ihnen.
Und Tolkien bekommt von mir sogar noch einen Toleranzbonus wegen damaligem Zeitgeist, in dem er nun mal aufwuchs.
Das war es aber auch schon...
Jeder Author muss sich hinundwieder auch Kritik hinsichtlich Problemen gefallen lassen, die er gar nicht beabsichtigt hatte.
Fahrlässigkeit.

Bei den Geldelfen störte mich ehrlich gesagt nur die Kombo "Verwachsen mit Hakennase"UND"GeldGeldGeld"

Mit Antikapitalismus habe ich kein wesentliches Problem, mit Kapitalismuskritik noch weniger.
Und wenn ich ein Problem damit hätte, dann im Zweifel nicht, weil ich dort Antisemitismus sähe.

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