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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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Aendymion:
Das Problem an solchen Klischees ist mEn, dass überraschenderweise, die eigene Kultur (hier mitteleuropäisch, weiß -> bei DSA mittelaventurisch) irgendwie eher positiv bewertete Eigenschaften verpasst bekommt und eine große Bandbreite an Charakteren aufweist, während die „andere“ Kultur vor allem unattraktive Eigenschaften zugewiesen bekommt, die gleichzeitig all ihren Mitgliedern unterstellt werden: Laut, wild, arrogant, frauenfeindlich, rückständig,...

Es geht (mir zumindest) auch weniger um Zensur als um Sensibilisierung für die Auswirkungen solcher Darstellungen. Unsere Welt wandelt sich, was den Umgang mit Diskriminierung und Minderheiten angeht. Und dadurch wird sie komplexer. Das ist aber aus meiner Sicht ne gute Entwicklung. Davor kann sich Literatur (auch Fantasy) nicht dauerhaft verstecken.

felixs:

--- Zitat von: Aendymion am  8.05.2018 | 10:27 ---Es geht (mir zumindest) auch weniger um Zensur als um Sensibilisierung für die Auswirkungen solcher Darstellungen. Unsere Welt wandelt sich, was den Umgang mit Diskriminierung und Minderheiten angeht. Und dadurch wird sie komplexer. Das ist aber aus meiner Sicht ne gute Entwicklung. Davor kann sich Literatur (auch Fantasy) nicht dauerhaft verstecken.

--- Ende Zitat ---

Sehe ich ähnlich.
Finde auch nicht, dass die phantastische Literatur da besonders zur Abnabelung neigt. Es gibt, wie überall, solche und solche.

Aber: Wir müssen mit der Komplexität irgendwie umgehen. Und wir müssen uns darauf einigen, was man machen kann und was nicht.
"Rassismus" würde ich gern als negativen Begriff erhalten. "Rassismus" ist nicht gut und auch nicht neutral. Eine rassistische Aussage oder Handlung ist schlecht; und genau das sollte der Begriff ausdrücken. Ich denke daher, dass eine allzu weite Ausweitung des Begriffs nicht sinnvoll ist. Wenn wir alle ein bißchen Rassisten sind und das Wort dafür benutzen wollen, dann brauchen wir ein anderes Wort um "außerhalb des akzeptablen Maßes liegenden Rassismus" zu beschreiben.

Gleichzeitig muss es möglich sein, über vorhandene kulturelle und ethnische, auch rassische* Unterschiede zu sprechen.

* Ich meine Unterschiede in der DNA, die zu Unterschieden im Aussehen führt. Ob es auch zu Unterschieden in anderen Bereichen führt, ist ein interessantes und brisantes Thema. Bezüglich einiger sportrelevanter Faktoren ist ziemlich klar, dass es Unterschiede gibt. Allerdings nur in einem Bereich, der erst im Spitzensport relevant wird.

Achamanian:

--- Zitat von: 6 am  8.05.2018 | 10:25 ---@Rumpel:
Kennst Du eigentlich schon dieses Video?
Folding Ideas - The Thermian Argument

--- Ende Zitat ---

Ne, aber jetzt ist es gebookmarked!

Lichtschwerttänzer:

--- Zitat von: Megavolt am  8.05.2018 | 06:55 ---
Die Ehre des Pferdes zu verteidigen ist in meinen Augen ein schön griffiger Auswuchs dieses Putzigkeits-Aspektes. Weil das den herablassenden Gedanken produziert: "Haha, schaut mal, wie süß rückständig die noch sind."

--- Ende Zitat ---
Karl Mays Helden nehmen das Töten ihrer Tiergefährten nicht auf die leichte Schulter, Old Shatterhand nimmt dafür keine Rache, aber andere Helden mit westlichem Hintergrund tun es.
Skalp des Mörders aufs Grab gelegt.

In Wolves Beyond the Border schwört Conan zum Schluss IIRC als Rache 10 Piktenköpfe für Balbus, 5 für den Hund Reisser.

--- Zitat von: Aendymion am  8.05.2018 | 08:12 --- Und wenn Schwarz bist und feststellt, dass die Leute, die so aussehen wie du, bei DSA abergläubische Wilde sind, die versklavt wurden/werden. Ich bin halt nicht sicher, ob jemand dann genausoviel Spaß man setting hat, als wenn man ein weißer Mittelreicher...äh...Europäer ist.
--- Ende Zitat ---
In DSA wurden und werden auch weiße Mittelreicher...äh...Europäer, Novadis, Zwerge etc. versklavt.
Warum sollte das nicht den Spaß Weißer am Setting trüben?

BTW Aranien, auch Teil dieser Kultur ist ein Matriarchat

Ist es Rassismus das ein Elf intelligenter ist als Ork, Mensch oder Zwerg?
Ist es Rassismus wenn der Elf glaubt er ist mehr Wert, im Unterschied mir sind andere Elfen Teurer weil sie mir näherstehen, als diese?

Achamanian:

--- Zitat von: felixs am  8.05.2018 | 10:31 ---
Aber: Wir müssen mit der Komplexität irgendwie umgehen. Und wir müssen uns darauf einigen, was man machen kann und was nicht.
"Rassismus" würde ich gern als negativen Begriff erhalten. "Rassismus" ist nicht gut und auch nicht neutral. Eine rassistische Aussage oder Handlung ist schlecht; und genau das sollte der Begriff ausdrücken. Ich denke daher, dass eine allzu weite Ausweitung des Begriffs nicht sinnvoll ist. Wenn wir alle ein bißchen Rassisten sind und das Wort dafür benutzen wollen, dann brauchen wir ein anderes Wort um "außerhalb des akzeptablen Maßes liegenden Rassismus" zu beschreiben.

--- Ende Zitat ---

In diesem Wunsch sehe ich ehrlich gesagt genau das Problem.
Ich sehe Rassismus auch als ganz und gar negativen Begriff.
Wenn man jetzt aber sagt: "Deshalb darf der Begriff Rassismus nur noch verwendet werden, wenn man es mit den Taten und Aussagen wirklich überzeugter Rassisten zu tun hat!", oder andersrum: "Wenn Rassismus nicht mehr 'so schlimm' ist, dann muss ein neues Wort für die Taten und Aussagen wirklich überzeugter Rassisten her!", dann versucht man doch nur wieder, sich gegen jede Gemeinsamkeit mit dem "echten Rassisten" zu verwehren. Und schafft gleichzeitig wieder einen "grünen Bereich", in dem man sich mit Kritik nicht mehr auseinandersetzen muss, weil das entsprechende Maß an Rassismus "noch okay" ist.

Aber so bringt das m.E. nichts mit Kritik an die Gesellschaft durchdringenden Ideologien. Wenn ich den Bezug zwischen hartem, ideologischen Rassismus und un- oder halbbewusstem Alltagsrassismus kappe, dann lege ich die Analyse lahm. Rassismus ist immer schlimm, ja, und ich muss damit leben, dass ich auch daran teilhabe und dafür kritisiert werden kann.

Im übrigen bin ich da mit den Begriffen "Rassismus" und "Rassist" relativ pingelig und finde, dass sie hinreichende Unterscheidung bei Betonung der Gemeinsamkeiten liefern. Wenn ich eine Aussage oder einen Stereotyp als rassistische bezeichne, dann meine ich damit nicht unbedingt, dass der Urheber ein Rassist ist - das Wort "Rassist" behalte ich tatsächlich den überzeugten Rassisten vor.

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