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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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TaintedMirror:
Warum ist eigentlich das Klischee des arroganten, rassistischen Mitteleuropäers ok? Hämmert das nicht auch Stereotype in die Köpfe der Lesenden,was realweltliche Konsequenzen haben könnte?

Pyromancer:

--- Zitat von: Chruschtschow am 10.05.2018 | 21:10 ---Ja und nein. Als Beispiel führe ich da gerne eine Figur aus Call of Cthulhu an, die ich mal gespielt habe. Der werte Freiherr von Ebersberg, alter Landadel, ist seinerseits ebenfalls ein Stereotyp, rechtsnationaler Monokelträger, der findet, dass Deutschland wieder einen starken Mann braucht. Eine Spielerin - mit der spiele ich seitdem kontinuierlich und aktuell auch wieder in einer Urban-Shadows-Runde - spielt eine jüdische Künstlerin, so ein neumodischer Berliner Freigeist. Da ist mehr als eine beleidigende rassistische oder sexistische Äußerung in game rüber gehauen worden. Das waren Positionen, die so für die 20er Jahre in der Weimarer Republik für ein ehemaliges Mitglied der Oberschicht des Kaiserreichs sehr plausibel waren. Und die hat Ebersberg auch in game so gemeint und konnte sie aus seiner Sicht untermauern. Das heißt aber nicht, dass ich mir die Meinung des Typen zu eigen mache.

--- Ende Zitat ---

Die Frage ist dann ja: Bei all den Alternativen, die es gibt, warum spielt jemand dann genau einen Rassisten? Das ist ja eine bewusste Entscheidung.

Issi:
Komisch, sowas würde mich gar nicht reizen.
Die Möglichkeit, dass mich sowas interessiert geht gegen Null.

Das "Warum" würde mich deshalb auch interessieren.

Chruschtschow:

--- Zitat von: Pyromancer am 10.05.2018 | 22:24 ---Die Frage ist dann ja: Bei all den Alternativen, die es gibt, warum spielt jemand dann genau einen Rassisten? Das ist ja eine bewusste Entscheidung.

--- Ende Zitat ---

Definitiv. Es war auf keinen Fall eine sympathische Wahl, weil ich jemanden spielen wollte, mit dem ich mich total toll identifiziere. Eher die Frage: "Wie könnten solche Typen funktionieren? Was bingt die dazu, so zu sein?" Vielleicht auch ein bisschen zu zeigen, wie kacke ich Rassismus finde. Es ist letztlich ein politischer Dreh im Spiel.

@Issi:
Muss ja auch nicht. Es schnappt sich ja auch nicht jeder alle mögliche ernste Literatur. Und das muss ja auch nicht sein. Ich ziehe mir auch lieber leichte Fantasy-Romane rein. Und andere haben Archipel Gulag auf dem Nachttisch liegen. Nicht gerade Erbauungsliteratur. Und warum nicht auch im Rollenspiel? Ich für meinen Teil habe Freude1 an so etwas. Anderes Beispiel gefällig? The Trial of Poland. Da spielst du einen Haufen Ostblockdiktatoren, die auch nicht gerade für ihr Bekenntnis zu den Menschenrechten bekannt waren. Spannendes Spiel.

1) Spaß? Vergnügen? Was ist die richtige Vokabel? Ich finde es interessant und empfinde es positiv, habe einen Ertrag für mich. Aber Spaß ist das nicht so wirklich. Also nicht Hohoho-Was-haben-wir-gelacht-Spaß. Und wenn, dann eher so ein Lachen, das im Hals stecken bleibt.

Issi:

--- Zitat von: Chruschtschow am 10.05.2018 | 22:38 ---Definitiv. Es war auf keinen Fall eine sympathische Wahl, weil ich jemanden spielen wollte, mit dem ich mich total toll identifiziere. Eher die Frage: "Wie könnten solche Typen funktionieren? Was bingt die dazu, so zu sein?

--- Ende Zitat ---
Komische Ideologien? Mangelndes Mitgefühl?
Wenig echtes Selbstwertgefühl?

Man kann eigentlich von Glück sprechen, wenn man das nicht nachempfinden kann, weil man zu viel empfindet.
Aber Darstellen geht im Prinzip trotzdem, über die Klischees

Nur als SC würde mich das nicht reizen .Vor Allem nicht über einen längeren Zeitraum.

Edit. Aber auf jeden Fall bringt man das Thema Rassismus  ja dann bewusst rein. Und hat wahrscheinlich in vielen Fällen auch ein Setting, das tatsächlich  ans Reallife angelehnt ist.
Oder an die Geschichte.

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