Pen & Paper - Rollenspiel > Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau

Rassismus in Fantasy Rollenspiele

<< < (116/148) > >>

nobody@home:

--- Zitat von: Issi am 13.05.2018 | 06:49 ---Obwohl Ziel eines Autors in vielen Fällen sicher nur ist:
Wie erkläre ich die "bösen Monster" die in dieser Welt rumlaufen?

--- Ende Zitat ---

Da würde ich halt die Gegenfrage stellen: warum reicht es nicht, wenn die "Monster" einfach nur "gefährlich" sind (was sich ja auf verschiedenste Weise begründen ließe, ohne daß man dafür gleich die große kosmische Moralkeule ausgraben muß)? Warum zum Geier müssen sie unbedingt obendrein noch durch die Bank ausnahmslos und qua Geburt als Monster "böse" sein -- und ist nicht eigentlich gerade das das klassisch-rassistische Ur-Vorurteil?

Maarzan:

--- Zitat von: nobody@home am 13.05.2018 | 10:27 ---Da würde ich halt die Gegenfrage stellen: warum reicht es nicht, wenn die "Monster" einfach nur "gefährlich" sind (was sich ja auf verschiedenste Weise begründen ließe, ohne daß man dafür gleich die große kosmische Moralkeule ausgraben muß)? Warum zum Geier müssen sie unbedingt obendrein noch durch die Bank ausnahmslos und qua Geburt als Monster "böse" sein -- und ist nicht eigentlich gerade das das klassisch-rassistische Ur-Vorurteil?

--- Ende Zitat ---

Weil manche Leute (leider, aber anders wiederum auch verständlich) andere Ziele für/Wünsche an das Spiel haben als direkte oder indirekte moralische Nabelschau. Und da werden dann für potentiell störende Elemente bzw zu erwartende unerwünschte Querschüsse/Diskussionen schnelle Ausschlüsse eingebaut.

Issi:

--- Zitat von: nobody@home am 13.05.2018 | 10:27 ---Da würde ich halt die Gegenfrage stellen: warum reicht es nicht, wenn die "Monster" einfach nur "gefährlich" sind (was sich ja auf verschiedenste Weise begründen ließe, ohne daß man dafür gleich die große kosmische Moralkeule ausgraben muß)? Warum zum Geier müssen sie unbedingt obendrein noch durch die Bank ausnahmslos und qua Geburt als Monster "böse" sein -- und ist nicht eigentlich gerade das das klassisch-rassistische Ur-Vorurteil?

--- Ende Zitat ---
Ich vermute halt, weil es wirklich Monster sein sollen, und keine menschlichen Menschen.
Bzw. man sucht halt etwas, was wirklich das "Unmenschliche" schlechthin verkörpert.
Beim 08/15Menschen würde ja "gefährlich" ausreichen. Tut es ja vermute ich in den allermeisten Systemen auch.
Und "Monster" sollen halt nochmal eine Steigerung davon sein.

1. Und ganz abstrakt betrachtet, was könnte alle menschlichen Wesen (egal welches Volk, welche Kultur) besser vereinen, als ein "unmenschlicher" gemeinsamer Feind?
Gegen den sie dann mal zur Abwechslung zusammenhalten müssen, statt sich zu bekriegen?
-Das schafft meist nur so ein unmenschliches Wesen, das den Rest der Schöpfung bedrohnen will.
-Oder halt eine Naturkatastrophe, Epidemie, Zombieinvasion etc. irgendwas in der Größenordnung.

Bei GoT sind es z.B. die weißen Wanderer. Das sind auch mal Menschen gewesen.
Jetzt sind sie halt quasi "seelenlose Geschöpfe."

2. Es gibt mMn. noch einen wichtigen Grund, warum diese "Bösen"  einfach nur "unmenschlich und böse" sein sollen.
Eben weil sie für die "Unmenschlichkeit" schlechthin stehen, oder für die Angst vor dieser. Damit sind sie universal, und zeitlos, sowie das Fantasy Märchen selbst.
Diese Eigenschaft würde sich verlieren, wenn sie für ein ganz bestimmtes menschliches Volk, und/oder in einer ganz bestimmten Zeit (Reallife) stehen würden.
Deshalb haben sie auch "Monstermasken" auf. Wofür sie stehen können ist damit zeitlos und variabel.


Edit. Natürlich kann man diese "Monster" theoretisch auch auf "unempathische, seelenlose" Reallife Menschen übertragen.(universell/zeitlos)
Was halt wichtig ist sind die Eigenschaften- "unempathisch, seelenlos, gefühlskalt" etc.- kurz sie stehen halt für "Unmenschlichkeit."

Wenn ein Spielleiter diese Figuren jetzt ganz anders sieht und darstellt. Quasi-als auch nur eine Rasse mehr(zutiefst missverstandene Wesen)
Dann kann ich mir schon auch vorstellen, dass man da in Konflikte bzgl. "Darf meine Figur dem jetzt was tun, obwohl der mich aufessen will?" Kommen kann.

-Will man das im Spiel trotzdem machen, dann weicht man zwar die ursprünglichen Grenzen von Schwarz und Weiß, Gut und Böse auf. Die Welt wird grauer. Aber  im gleichen Moment komme ich damit dann auch diesem Rassistischen Gedanken näher, weil ich versuche "Monster -Figuren der Unmenschlichkeit"(die von Tolkien z.B. als solche gedacht waren), wieder künstlich zu vermenschlichen.
Und schon haben wir mMn. diesen Konflikt. (Das sind doch auch bloß Wesen!). Man sollte sich dessen halt bewusst sein.

KhornedBeef:

--- Zitat von: nobody@home am 13.05.2018 | 10:27 ---Da würde ich halt die Gegenfrage stellen: warum reicht es nicht, wenn die "Monster" einfach nur "gefährlich" sind (was sich ja auf verschiedenste Weise begründen ließe, ohne daß man dafür gleich die große kosmische Moralkeule ausgraben muß)? Warum zum Geier müssen sie unbedingt obendrein noch durch die Bank ausnahmslos und qua Geburt als Monster "böse" sein -- und ist nicht eigentlich gerade das das klassisch-rassistische Ur-Vorurteil?

--- Ende Zitat ---
Ich versteh die Frage nicht, wurde das nicht schon 14 Seiten früher beantwortet, mindestens von mir? Weil die Leute "gute" Helden sein wollen, die "böse" Gegner brauchen. Und deren Vasallen dabei ohne Skrupel umholzen wollen. Weil Regelwerke wie D&D existieren, die nicht-tödliche Gewalt kaum ansprechen...und Gegner aufstellen, bei denen das keinen Sinn macht.
In der realen Welt kannst du halt nicht bei jedem gefährlichen Menschen "Feuerball!" rufen. Das ist ok, wenn das in Rollenspiel genauso ist. Das ist aber auch ok, wenn das in einer Fantasywelt bewusst anders ist.

Greifenklause:
Was mir bei "Game of Thrones" auffällt:

Hier ist ja gerade das Schöne, dass es bei jedem Volk gute und Böse gibt.
Und dennoch gibt es gute Gründe gegen jenes oder dieses Volk zu kämpfen, einfach weil sie in dem Moment eine tatsächliche oder vermeintliche Bedrohung darstellen.

Daran ändern auch die Weißen Wanderer nichts. Denn diese gehen über "Orks sind böse, weil Author es so will" weit hinweg und unterscheiden sich auch von Tolkiens Ansatz "Vom Teufel gefolterte/verwandelte Vorfahren, deshalb böse" wesentlich aus folgendem Grund:
1.) Der Großteil kommt über "Zombie, AHHH, essen!" nicht hinaus.
2.) Es gibt zwar auch intelligente Versionen, aber das sind verschwindend wenige. Da greift dann das Gesetz der großen Zahlen nicht, das sich so liebe.
3.) Die meisten waren "gestern" noch Menschen. Die Infektion, Verführung etc. war erst seit kurzem.
4.) Die Infektion ist (anders als bei den Orks von Tolkien) grundlegend. Intelligenz weg, die meisten Emotionen weg. Und ganz wichtig: Kultur weg!
3.) ALLES wissen wir auch noch nicht.

Mit nichtintelligenten Zombies als Schwertfutter komme ich gut klar.
Mit echten Dämonen als Erzgegnern oder auch nur halbdämonischen Wesenheiten wie den Anführern der weißen Wanderer ebenfalls.

Sobald die Kultur aber nur annähernd menschlich wird, erwarte ich komplexe Unterschiede, Abweichungen, Individuen.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln