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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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Issi:

--- Zitat von: Wellentänzer am 14.05.2018 | 23:08 ---Ja genau. Im rückständigen Island haben viele der Schollentrottel bis heute nicht gerafft, dass es keine Fabelwesen gibt. Lol. Ich find Rassismus in Rollenspielen aber auch voll doof. Solange die Island-Hirnies wegbleiben, ist alles in Ordnung.

--- Ende Zitat ---
Rückständig oder lebendige Mythologie?
Das möchte ich nicht beurteilen.
Es gibt dort Elfenbeauftragte und die Kinder lernen die Lehre von den Wesen z. Teil noch in der Schule. Believe it or not.

Mir ging es nur darum den möglichen Ursprung für die Charaktereigenschaften dieser Wesen zu ergründen, um mehr nicht.  ;)

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--- Zitat von: Issi am 14.05.2018 | 23:17 ---Rückständig oder lebendige Mythologie?
Das möchte ich nicht beurteilen.
Es gibt dort Elfenbeauftragte und die Kinder lernen die Lehre von den Wesen z. Teil noch in der Schule. Believe it or not.

Mir ging es nur darum den möglichen Ursprung für die Charaktereigenschaften dieser Wesen zu ergründen, um mehr nicht.  ;)

--- Ende Zitat ---

Aus der Geo:

"Außerdem hat sie [die Elfenbeauftragte] inzwischen für die ganze Insel "Karten der verborgenen Welt" erstellt. Diese kann man im Touristeninformationszentrum von Reykjavík kaufen. Darauf lässt sich genau erkennen, an welchen Orten Feenpaläste stehen und wo Gnomtunnel verlaufen."

Finde den Zusammenhang. Ich vermute stark, dass das gutes Marketing ist. Genau wie die Elfenschule ne Touriattraktion eines findigen Historikers ist. Kann mich natürlich auch irren. Auf mich wirkt das aber wie liebevoll-spleenige Heimatkunde und Brauchtumspflege.

Issi:
Ich habe noch nie einen Elfen getroffen. Aber vielleicht liegt es ja auch daran, dass ich am falschen Ort wohne,  und dass die sich unsichtbar machen können.  ~;D

Ob es ausgerechnet diese Elfen und Zwerge waren, von denen sich Tolkien inspirieren ließ. -I don`t know.
Es wäre zumindest eine Möglichkeit, weil die Namen halt fast identisch sind.

KhornedBeef:

--- Zitat von: Wellentänzer am 14.05.2018 | 23:27 ---Aus der Geo:

"Außerdem hat sie [die Elfenbeauftragte] inzwischen für die ganze Insel "Karten der verborgenen Welt" erstellt. Diese kann man im Touristeninformationszentrum von Reykjavík kaufen. Darauf lässt sich genau erkennen, an welchen Orten Feenpaläste stehen und wo Gnomtunnel verlaufen."

Finde den Zusammenhang. Ich vermute stark, dass das gutes Marketing ist. Genau wie die Elfenschule ne Touriattraktion eines findigen Historikers ist. Kann mich natürlich auch irren. Auf mich wirkt das aber wie liebevoll-spleenige Heimatkunde und Brauchtumspflege.

--- Ende Zitat ---
Und, du willst hinaus auf....? Ist Tourismus-Rassismus nicht real genug für unsere Diskussion?

pharyon:
Rassismus im Rollenspiel gibt es, manchmal sogar erwünscht. Was hier meines Erachtens manchmal bunt durcheinander gewürfelt wird, sind die Ebenen, auf den Rassismus präsentiert wird/werden kann.

1. Rassismus als Setzung des Autors: Wenn ich schöpferisch ein Setting / eine Welt gestalte, kann Rassismus als Element ja tatsächlich gewünscht sein. Vielleicht will ich ja gerade von der Grundlage ausgehen, dass es Völker/Rassen/Spezies gibt, die charakteristisch eine bestimmte Ausprägung haben. Dies vielleicht auch gerade in Bezug auf eine wertende moralische Komponente. Der Knackpunkt ist dann doch, nach welchem Maßstab ich diese Setzung bzw. die daraus folgenden Effekte beurteilen möchte. Wenn "Orks" dann per Setzung "böse" sind, wie verändert sich die Ethik in einem solchen Setting?

2. Rassismus gegenüber fiktiven Rassen/Völkern/Spezies. Vielleicht möchte ich als Autor/Designer Rassismus thematisieren können, ohne dabei auf eine existierende Gruppe Bezug zu nehmen. Dann setze ich eine fiktive Rasse und kann nach Gusto entweder werthaltige Unterschiede tatsächlich festlegen oder diese, analog zur Realität, "nur" argumentieren lassen. Das heißt, auch wenn von den Regeln her der Mensch sich vom Orke nicht unterscheidet, kann es in "meiner" Welt durch gesetzten/festgelegten Rassismus vorkommen, dass bestimmte Gruppen rassistisch agieren.

3. Rassismus als Prägung für realweltliche Diskriminierung. Hier kann es natürlich passieren, dass ich als Autor oder Spielleitung oder Spieler eine fiktive Gruppe absichtlich oder unabsichtlich mit einer existierenden Gruppe verknüpfe. Wenn ich dabei auch noch werthaltige Handlungen verknüpfe, sorge ich realweltlich sicher für Ärger. Wenn ich als "N-Orks" als starke, dumme Arbeitskräfte setze, dann noch eine gesellschaftlich erfolgreiche Separation festlege und einseitig positiv darstelle, gebe ich dadurch einem realweltlichen Rassisten Werkzeug in die Hand, welches er schamlos für seine Zwecke ausnutzen kann. Die hier zum Vergleich herangezogenen Studien bzgl. "Steigerung von Gewaltbereitschaft durch Ballerspiele" sind meinem Kenntnisstand nach uneinheitlich und widersprüchlich. Je nachdem, wen man liest, gibt es positive Zusammenhänge oder keine Zusammenhänge.

Verurteilen möchte ich die verschiedenen Möglichkeiten, Rassismus im Rollenspiel erleben und darstellen zu können, eigentlich nicht. Gelegentlich möchte ich meine eigenen Wertvorstellungen zur Disposition stellen können, wobei mir Rollenspiel unter "bestimmten Vorzeichen" durchaus nützt. Meine Grenzen sind dort, wo Spieler auf Kosten anderer Spieler bzw. offen oder verdeckt gegen diese agieren. Da mische ich mich - bei aller Toleranz - zügig ein, wenn ich das Gefühl habe, eine Ungerechtigkeit mitzuerleben.

p^^

PS: Davon nicht ganz unabhängig sehe ich die Präferenz bzgl. Gewalthandlungen im Rollenspiel. Daher kann ich WeepingElf zumindest dahingehend nachvollziehen, wenn er den Eindruck schildert, dass tendenziell "rechtere", oder auch "extreme", Positionen zugänglicher für vermehrt/verstärkt eingesetzte Gewalttaten (kämpfen bis zum Tod des Feindes, Foltern, Verstümmeln, etc.) im Spiel sind.

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