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"Die Old School Welle ist vorbei" - oder doch nicht?

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6:

--- Zitat von: Settembrini am 15.08.2018 | 18:18 ---Die PESA weist hin:

Daß man von oD&D aus in buchstäblich alle anderen existierenden Spielstile abdriften kann ist historisches Faktum. Denn genau so war es.

--- Ende Zitat ---
Naja. Autos haben sich auch nachweisslich aus Pferdekutschen entwickelt. Folgerst Du dann daraus, dass Autos sich genauso fahren und das gleiche Fahrgefühl wie Pferdekutschen erzeugen?

tassander:

--- Zitat von: JollyOrc am 15.08.2018 | 18:22 ---Ja, es brauchte einen gewissen Zugriff auf die Reste der Antike, in Form von Schriften, Mythologie, den Resten von 1000 Jahre alter Kunst und Ruinen, die da noch herumstanden. Aber das wars dann auch. Ich glaube niemand hat je Leonardo da Vinci vorgeworfen, nicht mit Plato persönlich durchs Parthenon gewandelt zu sein. Von "intimer Kenntnis" kann da also nicht die Rede sein. Und die Renaissance wurde auch nicht dafür gefeiert, die Werke der Antike 1:1 nachzubauen.

--- Ende Zitat ---

Ich mag die Analogie nicht weiter diskutieren, sondern wieder hin zum Thema, weil gerade ein gutes Beispiel kam:

Crimson King erwähnte "das von Haus nicht vorhandene Balancing".
Das ist genau so ein Ding, was passiert, wenn man nur von der Kopie ausgeht. Von manchen Leuten in der OSR wird das gelobt und hochgehalten, die haben wohl früher so gespielt, alles dandy.

ABER: die Monster sind nach HD und XP einteilbar, sie sind nach Begegnungstabellen pro Dungeonlevel eingeteil, Dungeon-Level werden Charakterleveln zugeordnet, Aufstieg für mächtigere Klassen ist langsamer und und und.
Wüsste man, wenn... ja, wenn man man das Original kennen würde und eben nicht nur den Teil der Kopie, der einem über den Weg läuft.

Und das wäre dann schon gut, für eine fundierte Aussage, oder? Hat Crimson King ja auch selbst gesagt: "Die OSR als historisches Phänomen lässt sich ohne Verständnis der OS nicht verstehen"

Ist das nicht glasklar?

Deep One:

--- Zitat von: 6 am 15.08.2018 | 18:17 ---Guck mal. Crimson King sagte doch schon: "als würde man einen Nagel mit der Zange in die Wand kloppen"
Und Du antwortest drauf: "Dem wiederspreche ich. Das kann man alles machen. Einfach mit der Zange den Nagel in die Wand kloppen" (und das Nichtwaffenfertigkeitssystem, das ich in 1E und auch 2E kennengelernt habe, war dabei noch nichtmal mit ner Zange vergleichbar. Eher mit nem Backstein.)

--- Ende Zitat ---

Die Geschmäcker sind halt verschieden. Für mich ist "gib einen NWP auf Schwimmen aus und Du kannst Schwimmen entsprechend Deines Stärkewertes" der perfekte Hammer, für andere ist es halt das RMCII, wo man nicht Tiere häuten kann, wenn man nicht DP für ausgegeben hat, es sei denn, mit 1/8 des Wertes in Animal Husbandry, für das man aber auch keine DP ausgegeben hat.

Hat für mich auch immer noch nichts mit "Spielstil" zu tun, aber gut, es gibt einen "Ich muß wissen, wie viele Kreuze mein SC in Animal Husbandry hat (ist wichtig, zählt zu 1/8 auf Skinning)"-Spielstil. Wieder was dazugelernt.  ;D

JollyOrc:

--- Zitat von: tassander am 15.08.2018 | 18:31 ---Und das wäre dann schon gut, für eine fundierte Aussage, oder? Hat Crimson King ja auch selbst gesagt: "Die OSR als historisches Phänomen lässt sich ohne Verständnis der OS nicht verstehen"

Ist das nicht glasklar?

--- Ende Zitat ---

a) ich hab hier tatsächlich nur von der Seite reingetrollt und bin ursprünglich nicht davon ausgegangen, dass da tatsächlich wer auf die Renaissance-als-Kunstepoche eingeht und mich dann von da in die tatsächliche Diskussion zieht. Chapeau! :)

b) Ja und nein. Glasklar, wenn man die OSR als historisches Phänomen betrachten und dahingehend analysieren will. Ich persönlich halte diese Renaissance aber für weit weniger historisch bezogen als andere, sondern sehe den OS Bezug als mythisch-verklärt-verehrend statt direkt und beinhart nachweisbar darauf aufbauend. Das ist aber nur MEINE Meinung, und ich werde die niemanden aufzwingen. Maximal weise ich darauf hin, dass diese ganze Chose eine ziemliche Gemengelage aus DIY, OSR, ETC, PP ist, und es nirgendwo einen Torwächter mit Reinheitstest gibt.

Solange tatsächlich gespielt wird und sich alle am Spieltisch verstehen, ist IMHO alles gut. Bei den OSRlern, die ich so beim Spielen kennengelernt habe ist genau das der Fall. Ganz ohne Ideologie.

Crimson King:

--- Zitat von: tassander am 15.08.2018 | 18:31 ---Crimson King erwähnte "das von Haus nicht vorhandene Balancing".
Das ist genau so ein Ding, was passiert, wenn man nur von der Kopie ausgeht. Von manchen Leuten in der OSR wird das gelobt und hochgehalten, die haben wohl früher so gespielt, alles dandy.

ABER: die Monster sind nach HD und XP einteilbar, sie sind nach Begegnungstabellen pro Dungeonlevel eingeteil, Dungeon-Level werden Charakterleveln zugeordnet, Aufstieg für mächtigere Klassen ist langsamer und und und.
Wüsste man, wenn... ja, wenn man man das Original kennen würde und eben nicht nur den Teil der Kopie, der einem über den Weg läuft.

--- Ende Zitat ---

Wie drollig. Ich habe mit der Red bis Cyan Box zu spielen angefangen. Ich weiß also ganz gut, wovon ich spreche. Balancing existiert da nur rudimentär. Das fängt beim praktisch nutzlosen Stufe 1 Wizard an und hört bei Monstern mit abstrusen Fähigkeiten und Immunitäten auf.

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