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"Die Old School Welle ist vorbei" - oder doch nicht?

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Crimson King:

--- Zitat von: Deep One am 15.08.2018 | 19:19 ---@6: Aber es ist ein FEUERBLITZ! Nicht nur Feuer, nicht nur Blitz, sondern BEIDES!  ;) :)  ETA: Zu dem, was Du in der Sache geschrieben hast, so läuft's praktisch bei uns auch.

Wenn Du aber auch so eine bildhübsche Vorlage lieferst ...  >;D

Aber in der Sache hast Du vollkommen recht: Die OS/R ist nix für Dich und wir wollen Dich auch nicht dabei haben, oh, und Magier, die was reissen: Zum Pathfinder-Subforum geht's da lang ----->

--- Ende Zitat ---

Ich finde die Kombination aus Diffamierungen, Beleidigungen und Trollerei, der man hier ausgesetzt wird, wenn man es wagt, den Heiligen Schriften argumentativ untermauert ihren Anspruch auf Absolute Wahrheit abzusprechen, schon spektakulär. So richtig bigott wird es aber erst, wenn parallel dazu noch konstatiert wird, die OSR stoße hier im Forum auf emotionale Ablehnung, wie Settembrini meint.

Rhylthar:
Irgendwie fehlt nur noch Ghoul, dann sind sie komplett. :)

Und das mit dem Magier ist lustig; Settembrini disst keinen, der kompetente Magier will, denn 3.X lehnt er keinesfalls ab. Aber Pathfinder wird als Totschlagargument rausgeholt.

Werdet euch wenigstens einig.

Achamanian:
Ich verstehe Settembrinis Zorn.
Ich gehöre ja - zwar nicht hier im Thread, aber anderweitig - zu den Leuten, an denen ihn ärgert, dass sie über OSR-Spiele mitreden wollen, weil sie gemerkt haben, dass das irgendwie hipp und geil ist, die zwar keine Lust haben, den staubigen alten Kram ernsthaft zu studieren, sondern halt gleich bei der Hipster-Postpost-Variante einsteigen, und dann TROTZDEM darüber schwafeln wollen, was es denn nun eigentlich genau mit diesen komischen Regeln auf sich hat, was die sollen, ob die überhaupt was sollen und welche Spielstilziele (endlich kann ich das Wort mal wieder verwenden!) damit bedient werden und welchen sie zuwiderlaufen.
Aber so kommt das halt, wenn einen das, bei dem man seit der ersten Stunde dabei war (bei mir wären das DSA und die deutschen Übersetzungen von Sturmbringer und MERS) nicht mehr recht anfixt oder wenn es einfach keine interessanten Debatten darüber gibt (über Stormbringer und BRP gibt es ja beispielsweise praktisch nichts zu debattieren, weil in dem Bereich - trotz allen Rummels um das neue RuneQuest - im Kern ganz unaufgeregt ziemlich Gleichartiges und Transparentes gemacht wird, sodass da überhaupt niemand groß dran ruminterpretieren muss). Ich habe keine Lust, über das Regeldesign von DSA1 rumzuphilosophieren, weil es mir ziemlich durchsichtig erscheint, was da aus irgendeiner gerade aktuellen alten D&D-Version und RuneQuest zusammengesteckt wurde (vielleicht mit noch etwas Tunnels&Trolls drin). Old-School-Regeln sind dagegen ein machtvolles Mysterium, das gleichsam anzieht und abstößt. Aber es zieht (mich) eben nicht genug an, um mit hohem Zeitaufwand (und ich meine da allein schon Lesezeit) tief in die Materie einzusteigen. Ich will über das mitreden, was bei mir gerade Spiel- oder interessemäßig Sache ist, also über DCC oder Lamentations oder Dolmenwood oder Swords & Wizardry, und dabei gerne auch mal einen hochgestochenen Gedanken formulieren. Und wenn sich diesem Gedanken durch meine Unkenntnis der Materie verursachte Blödsinnigkeit bescheinigen lässt, lasse ich mir das auch gerne sagen. Ich will aber nicht das Pflichtprogramm an Originalen durchackern, dass mich auch auf den zweiten Blick eigentlich gar nicht besonders anmacht.

Wenn ich mir einbilden würde, die Weisheit zu dem Thema mit Löffeln gefressen zu haben, wäre das arrogant. Ich bilde mir das aber eigentlich nicht ein und meine auch nicht, es zu behaupten. Ich theoretisiere nur ganz gerne rum.

Aber trotzdem, Ich weiß, dass man so was als jemand, der die Materie wirklich kennt, schlimm finden kann. Es ist beispielsweise schlimm, wenn jemand, der Adorno nur anhand von Judith Butlers Buch über ein Foto von Saddam Hussein rezipiert hat, über Kritische Theorie rumphilosophiert. Aber bei so was ist zumindest ein Minimum an politischer Relevanz gegeben, die leidenschaftliche Ablehnung von halbinformiertem Blödsinn rechtfertigt, sogar gebietet. Aber beim Rollenspiel? Kann man da nicht einfach sagen: "Lustig, welche Blüten das treibt und was Leute sich heutzutage für ein Bild von anno dunnemal machen ... das rücke ich jetzt mal ein bisschen gerade. Oder lasse sie machen. Solange sie sich amüsieren." Muss man es sich zum Ziel setzen, diese Leute durch Beschämung aus dem Diskurs zu drängen?

Andererseits: Leidenschaft ist zu respektieren, und durchaus auch zu ertragen. Und wenn die Leidenschaft der anderen dazu führt, dass man sich zweimal überlegt, ob man jetzt wirklich etwas zu einem Thema zu sagen hat oder nicht, dann ist das vielleicht sogar ganz wünschenswert.

So, und jetzt überlege ich das zweite Mal.

Deep One:

--- Zitat von: Crimson King am 15.08.2018 | 19:30 ---Ich finde die Kombination aus Diffamierungen, Beleidigungen und Trollerei, der man hier ausgesetzt wird, wenn man es wagt, den Heiligen Schriften argumentativ untermauert ihren Anspruch auf Absolute Wahrheit abzusprechen, schon spektakulär. So richtig bigott wird es aber erst, wenn parallel dazu noch konstatiert wird, die OSR stoße hier im Forum auf emotionale Ablehnung, wie Settembrini meint.

--- Ende Zitat ---

Wer austeilen kann, muß auch einstecken können. Is' halt so.

Rhylthar: Wir sind die OS/R. Wir tun, was wir wollen. Und uns einigen steht gerade nicht an.  ;)

Tarin:
Ich habe nicht behauptet, R. Edwars hätte indirekt dir OSR gestartet, sondern dass die OSR entstand, nachdem Rons Ideen im RPG Mainstream ankamen. Das ist ein Unterschied.

Was aber bei aller Begeisterung für alte D&D Editionen einfach ein Unterschied zwischen Settembrini und mir ist: Ich hab um 2000 überhaupt erst angefangen. 2010 bin ich über Labyrinth Lord mit dem ganzen OS Kram in Berührung gekommen und habe mich von da vorgearbeitet - klar ist das ein anderer Bezugspunkt als Settembrini ihn hat. Den Beginn einer „Welle“ mache ich mit Lab Lord und S&W aus. Allein schon, weil sie sich unter den Klonen als eine Art Quasistandard etablierten und über diese Systeme der ganze Kram Fahrt aufnahm. LL wurde  von Dan als tatsächlicher Klon erdacht, S&W ist eine Interpretation der LBBs. Die Phase, die icb als Welle bezeichne, war tatsächlich von dem Gedanken getragen, dass das gegeben System in die eine oder andere Richtung angepasst oder gespielt wird, damit es „passt“. Außerdem von einem starken DIY Gedanken. Dabei blieb D&D aber ein Bezugspunkt, nicht das Spiel, für das veröffentlicht wurde - ging ja auch nciht, war offiziell nicht verfügbar.

Davon unabhängig kann icb Settembrinis Standpunkt nachvollziehen, der bezieht sich aber wie oben zu lesen nciht auf die OS Entwicklung ab 2008, sondern setzt viel früher ein und wertet die eigentlichen D&D Editionen im Gegensatz zu mir weiter auf.

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