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Sind Spieler Faul geworden ?

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Caranthir:
Wenn ich jemand direkt fragt oder anschreibt, bekommt er oder sie auch eine Antwort. Nicht zu antworten, ist schlicht unhöflich. Weiß ich jedoch, dass das eine Sammel-Mail an 50 Leute war, würde ich mir das sparen. Da sind da die positiven Antworten gefragt und keine 50 Absagen.

Deep One:
1. Ich vermute, Du hast in Deinen Kreisen einen Ruf als 110%-iger Rollenspieler. Ich vermute weiter, Deine Mitspielenden haben keine Lust auf die Kampagne, wollen Dich aber nicht vor den Kopf stoßen und warten deshalb ab und halten die Köpfe unten.

Und wenn jetzt wer kommt mit "alles erwachsene Leute" und so, nee, sehr ähnlich ist es mir jüngst bei einer Palastrevolution in einer meiner Gruppen gegangen, Lust auf die laufende Kampagne hatte kaum wer, und denn ging das so volles Programm mit hintenrum und passiv-aggressiv und lavieren und "erstmal abwarten, was die anderen schreiben". Und das sind meine FREUNDE und im echten Leben haben sie z.T. Positionen inne, in denen über das Leben von Menschen oder die Politik im (Bundes-)Lande oder wenigstens Projekte im sechsstelligen Bereich entschieden wird.

Oder ich bin so ein Riesenarsch, dass sich keiner traut, mir die Wahrheit ins Gesicht zu sagen, kann ja auch sein.   8]

2.


--- Zitat von: Medizinmann am 15.10.2018 | 10:36 ---Post-Zombie-Apo-RPG Testspielleiten und bei gefallen eine Kampagne leiten und suche noch zuverlässige Spieler.
irgendwann sollte/darf dann auch ein anderer die Leitung übernehmen , damit ich auch spielen kann.
Angedacht ist 1x Monate an einem WE Tag für Mindestens 6 Stunden .

mit Postapokalyptischem Tanz
Medizinmann

--- Ende Zitat ---

Ich schätze, die Kampagne ist auch sehr speziell. Neues RPG testen ist schon mal meh, Zombie-PostApoc ist erst recht meh, nachher das Ding noch leiten müssen ist doppel-meh und "zuverlässig" klingt für mich so nach doodle-Gruppen, 4 Seiten Hintergrundgeschichte schreiben und womöglich noch zwischen den Spielen sich in Privatforen drüber unterhalten müssen, was man in der nächsten Sitzung vor hat, also auch nicht meins.

Aber vielleicht ist es einfach eine Sache der Präsentation, kleinen Teaser schreiben, den Prospects erklären, warum ihre SCs geile Macker/inen sind und warum die fiesen Zombie-Mutanten vom Antlitz der Erde getilgt werden müssen. Ich könnte mir vorstellen, da käme mehr Resonanz.

Viel Erfolg, Medizinmann!  :)

Jiyu:

--- Zitat von: SirRupert am 26.10.2018 | 09:07 ---Rein intuitiv würde ich behaupten, dass die Leute als Spieler früher viel proaktiver (außerhalb des Spiels) waren als heute, obwohl es großteils die selben Spieler sind wie früher.

--- Ende Zitat ---
(Hervorhebung von mir)

Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht obwohl, sondern weil heißen müsste. Will sagen, das Älterwerden mitsamt üblicherweise zunehmender Anzahl von Verpflichtungen (Familie, Beruf) und abnehmender zur freien Verfügung stehender Zeit kann das Spielverhalten drastisch verändern. Natürlich ist das kein unvermeidbarer Automatismus, aber etwas, das ich an mir selber und meiner rollenspielenden Umgebung durchaus beobachte.

Grubentroll:
Zu ner Runde Carcassone kriegt man halt eigentlich jeden.

Aber RPG kennen die meisten halt als vergleichsweise schweres Commitment in irgendeiner Art.

Man hockt doofstenfalls 4 Stunden und länger um nen Tisch, muss viel zu viele Regeln kennen auf die man keine Lust hat, kann passieren dass alles zäh wie Leder abläuft, und mal zwischendrin abschalten und nur Würfeln oder Kärtchen legen ist auch nicht.

Und wenn's dann noch ein schwerverdauliches Thema wie "Postapokalypse" ist, wird es halt gleich noch mal schwerer Spieler zu motivieren.


Nachtrag: Und für nen gemütlichen Pärchenabend taugt "Postapokalypse mit simulationistischen Regeln" halt auch eher nicht... :D Also, RPG ist eher schwer zu verkaufen.

Boba Fett:
ich bin alt und leide an seniler Griesgrämigkeit und deswegen sage ich:

Ja, sind sie!
Sie sind faul und verweichlicht!

Zum Einen ist es fast unvorstellbar für die Jugend heutzutage, dass man mal den Raum verläßt, weil, es geht ja alles online.
Dann wäre die Mühe, sich verbindlich auf regelmäßige Termine zu einigen, nicht ertragenswert.
Sich dann pünktlich einzufinden, Getränke und was zu knabbern mitzubringen, an Würfel, Figurendokument und Schreibkram zu denken
und auch noch ein gesundes Maß an Motivation mitzubringen, daran ist heute nicht mehr zu denken.

Es ist hoffnungslos.
"Nee, mach doch roll20, dann kann ich auch im Jogger zu Hause rumhocken und mitspielen, muss mich nicht waschen oder rasieren. ...oder benehmen."
"Au ja, goil, dann kann ich endlich wieder rauchen! Dieses raus-gehen-müssen hält doch keiner aus. Wisst ihr eigentlich wie kalt das ist?"
"Finde ich auch, vor allem sind die Parkplätze bei Dir zu Hause 50m von der Haustür! 50 METER!"
"Wenns schneit komm ich sowieso nicht!"
"Ich kann aber nicht versprechen pünktlich zu sein, ich penn meistens um die Zeit noch mal ne Stunde!"
"Ja, wenn Suse mich mit ins Studio nimmt, kann ich auch nicht!"
"Könn wa Pizza während des Spiels essen?"
"Um 11 muss ich abba ins Bett, ist doch Wochenende!" "Wieso?" "Na weil ich mir den Wecker auf drei stelle, dann gehn wa noch ma innen Club!"

seufz...
damals, als die Leute einfach nur froh waren am Wochenende ein Rollenspielangebot zu haben, weil es nichts anderes gab, "Wetten das" zu blöd war und auch keiner genug Geld hatte, um jede Woche auf die Piste zu gehen. Damals hätte man Knebelverträge abschliessen sollen.

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