Autor Thema: SL von UK Games Expo geflogen: Angeblich war sexuelle Gewalt Thema des Spiels  (Gelesen 21899 mal)

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Offline Caranthir

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Ich war ziemlich geschockt als ich gerade auf rpg.net davon gelesen habe, dass ein SL auf der UK Games Expo doch tatsächlich eine Vergewaltigung der Spielercharaktere ausspielen wollte. Gerade weil die Charaktere Kinder waren (Things from the flood-Abenteuer) ist das sehr, sehr unangebracht und könnte aus meiner Sicht sogar strafrechtliche Konsequenzen haben.

Das Thema wurde sogar von der BBC aufgegriffen. Die Messe hat schnell reagiert, der SL flog raus und wird zukünftig keine Con-Abenteuer mehr leiten dürfen, er bekam Hausverbot.

Ein Beschwerdemanagement auf Cons, was jugendgefährdende Inhalte und Belästigung angeht, wurde hier im Tanelorn schon angesprochen. Ich würde nach dieser Sache noch einen Schritt weitergehen und SLs auf Cons bereits VOR der Runde auf eventuell problematische Inhalte hinweisen und klar Konsequenzen benennen.

https://twitter.com/GeekGirlBookWrm/status/1134503931932024832

https://www.bbc.com/news/uk-england-coventry-warwickshire-48483746

Thementitel geändert um deutlich zu machen, dass es nicht um sexuellen Missbrauch geht, sondern um eine (bestrittene) Thematisierung im Spiel. - Blechpirat
Tippfehler korrigiert - Feuersänger
« Letzte Änderung: 6.06.2019 | 15:03 von Feuersänger »
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Offline Luxferre

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Wenn man jemanden auf derartiges Fehlverhalten hinweisen muss, ist doch Hopfen und Malz verloren  >:(
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Da der SL ja die unvorgewarnten Reaktionen der Spieler haben wollte wird er diesen "Twist" wohl kaum vor der Runde der Orga bekanngeben.

Statement der Orga uebrigens unter https://www.ukgamesexpo.co.uk/morenews.php?id=497

Wobei ich mir ja die Ankuendigung "We will be reviewing our game submission systems in order to improve our ability to vet content of an RPG before it is accepted. " entsprechend schwer vorstelle wenn dort nicht der gesamte Plot (falls es sowas ueberhaupt gibt) der Abenteuer mit allen Optionen, potentiellen Triggern (und da gibt es ja TONNENWEISE) usw. aufgelistet werden muesste.
Und dann duerfte jemand das auch noch bearbeiten muessen ehe es online gestellt wird.

Ich sehe da auf deren Website fuer die eben vergangene Expo schlappe 347 Rundeneintraege (und das war jetzt nur RPG, wer weiss was sie bei der Gelegenheit auch noch im Auge behalten wollen), da hat man schon gut was zu tun...
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Offline First Orko

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Puuh. Übles Ding... SL ohne jegliches soziales Feingefühl (oder gar Gespür). Den SL für diese Expo zu kicken finde ich angemessen. Hausverbot... hm. Ich gehe mal davon aus, dass es ein klärendes Gespräch gab und er durchblicken lassen hat, dass er trotzdem nicht checkt, wie Scheiße die Aktion war.

Trotz allem: Ich habe in meiner Teenagerzeit (das Alter des SL habe ich nicht gefunden!) abschreckende Sabbatrunden als Gastspieler/Beisitzer miterlebt, in denen ganz ähnlich... geschmacklose Dinge ausgespielt wurden. Der einzige Unterschied war, dass es eine Art impliziten Konsens gab - das ist aber auch schwierig zu sagen, weil Gruppendruck durchaus den Selbstschutz überwiegen kann. Ich hatte damals trotzdem weiterhin Kontakt zu den Spielern und SL und weiß, dass sie abseits des Spiels weit weg von derart Fantasien oder Einstellungen waren. Hätte man aufgrund ihrer Themen im Spiel Rückschluss auf ihren Charakter als Mensch getroffen, hätte ihnen das m.E. Unrecht getan.

Wenn man jemanden auf derartiges Fehlverhalten hinweisen muss, ist doch Hopfen und Malz verloren  >:(
Um das mal aufzugreifen: Die SL damals hatte da anscheinend auch kein Fehlverhalten erkannt. Von außen haben wir aber schon signalisiert, dass uns das... merkwürdig vorkommt. Trotzdem haben die Spieler weiterhin teilgenommen - was nicht zwingend bedeutet, dass das für sie ok war!
Aber "Hopfen und Malz" war bei den Leuten nun wirklich nicht verloren  ;)

Daher bin ich der Ansicht: Das Thema an sich sollte im Rollenspiel genauso drastisch gezeigt und behandelt werden dürfen, wie in anderen Medien. Auch wenn ich ein Buch lese, in dem die Hauptperson vergewaltigt wird, kann das mich nachhaltig treffen. Und gerade im Bereich Horrorfilme gibt eine ganze Spanne von Filmen, die Themen wie Folter auf eine m.E. ebenso geschmacklose Art darstellen.
Entscheidend ist der Faktor, dass die eigenen Handlungs- und Eingriffsmöglichkeiten als Spieler einer Figur u.U. ein höheres Identifikationspotential (* kein Beleg) vorliegt und daher für bestimmte Themen ein Konsens vorliegen muss (mal abgesehen vom Alter der Teilnehmenden!) und ich abschätzen können muss, worauf ich mich einlasse.

Was mich interessieren würde:
Gerade weil die Charaktere Kinder waren (Things from the flood-Abenteuer) ist das sehr, sehr unangebracht und könnte aus meiner Sicht sogar strafrechtliche Konsequenzen haben.

Ich nehme an, du leitest das aufgrund des Übergriffs auf die Spieler ab? Das kann ich nachvollziehen. Ob die Figur dabei ein Kind ist oder nicht ist aber m.E. unerheblich, es wird nicht weniger oder mehr übergriffig dadurch.
Ich habe aber auch mal als SL eine Vergewaltigung einer Minderjährigen thematisiert, allerdings ging es um einen NSC und der SC hatte die Option, einzugreifen. Abgesehen davon war das thematisch und in der Ausschreibung auch explizit erwähnt, dass das Thema eine Rolle spielen kann.

Will sagen: Konsens und Kontext spielt m.E. bei solchen Situationen eine extrem wichtige Rolle und ich würde von reflexhaften und extremen Äußerungen Abstand nehmen, solange wir den Vorfall nur über Drittquellen kennen.

EDIT:
Ich sehe da auf deren Website fuer die eben vergangene Expo schlappe 347 Rundeneintraege (und das war jetzt nur RPG, wer weiss was sie bei der Gelegenheit auch noch im Auge behalten wollen), da hat man schon gut was zu tun...

Das hielte ich auch für unrealistisch und überzogen. Zumal es als SL ja ein Leichtes ist, irgendwas zu behaupten und im Spiel dann abzuweichen mit den Hinweis darauf "Die Spieler haben sich für was Anderes entschieden und da hab ich dann improvisiert".

Ich würde das eher andersherum aufziehen:
1) Klar beschreiben, was  "policies and the spirit of UKGE." für die Themen im Spiel bedeuten. Ausschluss von Vergewaltigung, Folter etc. konkret bennen
2) Auf die Selbsteinschätzung der SL bauen und sowas wie eine "Ampel" einführen: Grün - kindgerecht, Orange - PEGI 16 - Rot - PEGI 18 (minus der Tabuthemen)
3) Bann von der Expo als letzte Konsequenz für einen Verstoß
« Letzte Änderung: 5.06.2019 | 09:36 von First Orko »
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Ludo Liubice - Der lübecker Brett- und Rollenspielverein

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Um das mal aufzugreifen: Die SL damals hatte da anscheinend auch kein Fehlverhalten erkannt. Von außen haben wir aber schon signalisiert, dass uns das... merkwürdig vorkommt. Trotzdem haben die Spieler weiterhin teilgenommen - was nicht zwingend bedeutet, dass das für sie ok war!
Aber "Hopfen und Malz" war bei den Leuten nun wirklich nicht verloren  ;)

Daher bin ich der Ansicht: Das Thema an sich sollte im Rollenspiel genauso drastisch gezeigt und behandelt werden dürfen, wie in anderen Medien. Auch wenn ich ein Buch lese, in dem die Hauptperson vergewaltigt wird, kann das mich nachhaltig treffen.
Entscheidend ist der Faktor, dass die eigenen Handlungs- und Eingriffsmöglichkeiten als Spieler einer Figur u.U. ein höheres Identifikationspotential (* kein Beleg) vorliegt und daher für bestimmte Themen ein Konsens vorliegen muss (mal abgesehen vom Alter der Teilnehmenden!).

Ich widerspreche Dir. Sehr deutlich sogar.
Ein SL, der auf einer öffentlichen Veranstaltung ingame Kinder SC vergewaltigen lässt ... alter Falter ...

Ja, das Thema _kann_ eine Rolle spielen. Kann! Unter der Voraussetzung, dass man das in der Gruppe bespricht, allesamt einverstanden sind und keine unbeteiligten Dritten dadurch zu Schaden kommen können.
Aber auf einer Messe? In der Öffentlichkeit? Ohne Absprachen?
Kein Verständnis. Null-komma-nada-niente!
Wie bescheuert kann man denn sein, solche hochgradig sensiblen Themen derart spielen zu wollen/müssen?
Das fällt 1A auf die gesamte(!) RSP Spielekultur zurück. Oder glaubst Du ernsthaft, dass Außenstehende dafür noch Verständnis oder gar Interesse aufbringen? Alter: Kindervergewaltigung.

Daher: bei dem SL ist Hopfen und Malz verloren!
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Will sagen: Konsens und Kontext spielt m.E. bei solchen Situationen eine extrem wichtige Rolle und ich würde von reflexhaften und extremen Äußerungen Abstand nehmen, solange wir den Vorfall nur über Drittquellen kennen.

Hm. Konsens in der trauten Heimrunde unter guten Bekannten ist im Zweifelsfall noch die eine Sache. Aber auf 'nem Con oder 'ner Expo, wo die Spieler der bewußten SL möglicherweise komplett ahnungslos zum ersten Mal in ihrem Leben begegnen und außerdem wahrscheinlich mindestens "halböffentlich" gespielt wird, so daß wer weiß wer alles mal kurz im genau falschesten Moment am Tisch vorbeiflanieren kann...ich denke, da gehört ein gewisses Mindestmaß an Zurückhaltung einfach schon dazu, wenn man sich kein "hast du überhaupt gedacht?" und eventuelle Konsequenzen von Veranstalterseite einfangen will.

Offline First Orko

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@Luxferre: Ich bin ja grundsätzlich total bei dir!
Wenn ich mir einen Typen in meinem Alter vorstelle, der sowas macht und hinterher mit den Schultern zuckt und meint "Er wolle die Spieler hat schocken" - da brauchen wir nicht drüber zu diskutieren.

Stelle ich mir einen unreifen 19-Jährigen vor, der da sich denkt "Mal überlegen, wie ich heute noch jemand derbe-krass schocken kann" - dann würde ich das durchaus anders bewerten.
« Letzte Änderung: 5.06.2019 | 09:46 von First Orko »
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Offline Caranthir

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Entscheidend ist der Faktor, dass die eigenen Handlungs- und Eingriffsmöglichkeiten als Spieler einer Figur u.U. ein höheres Identifikationspotential (* kein Beleg) vorliegt und daher für bestimmte Themen ein Konsens vorliegen muss (mal abgesehen vom Alter der Teilnehmenden!) und ich abschätzen können muss, worauf ich mich einlasse.

Genau das ist der Punkt! Bei einem Film kann ich natürlich einfach abschalten. Bei einer Rollenspielrunde investiere ich mitunter einige Stunden und werde plötzlich mit Dingen konfrontiert, die ich vorher gerne abgesprochen hätte. Überraschende Twists in allen Ehren, aber bei solchen Themen muss das in die Runden-Beschreibung.

Zitat
Was mich interessieren würde:
Ich nehme an, du leitest das aufgrund des Übergriffs auf die Spieler ab? Das kann ich nachvollziehen. Ob die Figur dabei ein Kind ist oder nicht ist aber m.E. unerheblich, es wird nicht weniger oder mehr übergriffig dadurch.

Klar ist das Thema Vergewaltung in jedem Kontext ein No-Go. Bei Kindern im Rollenspiel sehe ich aber noch ein größeres Problem: Spiele ich einen proaktiven Erwachsenen, habe ich tendenziell mehr Chancen mich zu wehren. In dem oben genannten Fall stellt der SL den Spielern jedoch die Falle, dass sie relativ hilflose Kinder spielen (sollen), die dann gewaltsam festgehalten werden.

Ich kenne das Abenteuer nicht, aber vermute einfach mal, dass es der SL genau darauf angelegt hat. Ich weiß auch nicht, wie alt die Spieler waren. Sollten da Minderjähriger dabei gewesen sein, sollte das tatsächlich strafrechtliche Folgen haben.
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@Luxferre: Ich bin ja grundsätzlich total bei dir!
Wenn ich mir einen Typen in meinem Alter vorstelle, der sowas macht und hinterher mit den Schultern zuckt und meint "Er wolle die Spieler hat schocken" - da brauchen wir nicht drüber zu diskutieren.

Stelle ich mir einen unreifen 19-Jährigen vor, der da sich denket "Mal überlegen, wie ich heute noch jemand derbe-krass schocken kann" - dann würde ich das durchaus anders bewerten.

Klar können wir das "Wer" und "Was genau" nicht einschätzen. Waren ja nicht dort.
Ein solche krasses Thema in dem Setting jedoch ... puh, da habe ich selbst für nen prollig-dämlichen Neunzehnjährigen null Verständnis.
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Offline Erbschwein

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Hallo Leutz,
als Spielleiter hat man immer wieder die Funktion sein Abenteuer/die Welt in ein FSK zu Stufen.
Nicht jedes Abenteuer kann man mit dem absegnen was man vielleicht besprochen hat.
Dann muss man es auch lassen oder die sogenannte Person schlisst sich aus.

Mehr sage ich erstmal nicht...

LG
« Letzte Änderung: 5.06.2019 | 10:03 von Erbschwein »

Offline First Orko

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Bei Kindern im Rollenspiel sehe ich aber noch ein größeres Problem: Spiele ich einen proaktiven Erwachsenen, habe ich tendenziell mehr Chancen mich zu wehren. In dem oben genannten Fall stellt der SL den Spielern jedoch die Falle, dass sie relativ hilflose Kinder spielen (sollen), die dann gewaltsam festgehalten werden.

Ah okay, dann ist mir das klar. Ich glaube, mein Selbtschutz ist als Spieler zu groß, so dass ich an diesen Aspekt eben gar nicht gedacht habe. Aber ja, das wäre dann nochmal extre perfide, insbesonder wenn das die Absicht war. Und bei Kindern als Mitspieler _sollte_ das auf jeden Fall zur Anzeige führen!

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Offline Caranthir

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Hallo Leutz,
als Spielleiter hat man immer wieder die Funktion sein Abenteuer/die Welt in ein FSK zu Stufen.
Nicht jedes Abenteuer kann man mit dem absegnen was man vielleicht besprochen hat.
Dann muss man es auch zu lassen oder die sogenannte Person schlisst sich aus.

Man kann sehr wohl im Vorfeld Dinge ausschließen. Die FSK-Angabe in Rollenspielen bezieht sich normalerweise auf nackte Haut und Gewaltdarstellung (blutige Kämpfe). Sollten sensible Themen wie sexualisierte Gewalt, psychische Störungen, Folter usw, explizit ausgespielt werden, muss das vorher abgeklärt werden. Und auf einer Con würde ich als Organisator sowas kategorisch ausschließen. Außenwirkung und so..., wobei das nur der oberflächliche Grund ist. Mit Leuten auf einer Con, würde ich sowas grundsätzlich nicht spielen.
« Letzte Änderung: 5.06.2019 | 10:00 von Caranthir »
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Offline hassran

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Was ein sozialer Idiot.

Neu ist das allerdings nicht, nur hat darüber früher niemand so laut gesprochen. Little Fears, Opus Anima, F.A.T.A.L. lassen grüßen.

Grüße

Hasran
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Nur zur Info: Waren die Spieler selbst auch Kinder? (dass ihre SC Kinder waren, ist klar).
Oder waren das Erwachsene?

Offline hassran

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Nur zur Info: Waren die Spieler selbst auch Kinder? (dass ihre SC Kinder waren, ist klar).
Oder waren das Erwachsene?

Laut Twitter-Screenshots war das Spiel mit 18+ als Altersfreigabe gekennzeichnet.

Grüße

Hasran

Edit: Ich hasse, hasse, hasse Twitter. Natürlich rufen gleich Leute dazu auf den Spielleiter zusammenzuschlagen, ihn privat zu belästigen etc. Ich hasse Twitter.
« Letzte Änderung: 5.06.2019 | 10:11 von hassran »
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Offline Issi

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Laut Twitter-Screenshots war das Spiel mit 18+ als Altersfreigabe gekennzeichnet.

Grüße

Hasran
OK, Danke! :-)


Offline Caranthir

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Auf Twitter schreibt die betroffene Spielerin, dass sie ihren "jüngeren Bruder, der zum ersten Mal Rollenspiel ausprobieren wollte", in die Runde mitgenommen habe. Das kann jetzt alles heißen. Unabhängig vom Alter der Spieler und unabhängig von der Altersfreigabe ab 18 ist sowas aber nicht okay.

Im Umkehrschluss sollten aber auch Organisatoren explizit nachfragen, warum ein Abenteuer ab 18 ist.
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Offline Erbschwein

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Wie gesagt ein Abenteuer kann man vielleicht mit 18+ abstufen, würde aber vorsichtig sein.
Jede Person ist unterschiedlich und hat eine andere Wahrnehmung.

Personen ändern sich auch mal. Das ist aber eine andere Sache.


"Hatte mein Ersten Beitrag nochmal geändert. Sry was Zuviel geschrieben."

Offline First Orko

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Auf Twitter schreibt die betroffene Spielerin, dass sie ihren "jüngeren Bruder, der zum ersten Mal Rollenspiel ausprobieren wollte", in die Runde mitgenommen habe.

Au Backe  :-[ Das auch noch....
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Auf Twitter schreibt die betroffene Spielerin, dass sie ihren "jüngeren Bruder, der zum ersten Mal Rollenspiel ausprobieren wollte", in die Runde mitgenommen habe. Das kann jetzt alles heißen.

Stimmt. Immerhin war das Spiel als für "Erwachsene" gekennzeichnet.

Zitat
Unabhängig vom Alter der Spieler und unabhängig von der Altersfreigabe ab 18 ist sowas aber nicht okay.

Ein Hinweis im Vorfeld hätte dem Ganzen gut getan. Persönlich kann ich mit sexualisierter Gewalt als Thema im Rollenspiel wenig anfangen, bin aber nicht überrascht, dass ein sozial-schlecht-kalibrierter Mensch das auf einer Con anbietet. Andererseits finde ich "trigger warnings" et al. ebenfalls schwierig.

Alles aber kein Grund den Spielleiter an den Pranger zu zerren, zusammen schlagen zu wollen etc.

Grüße

Hasran
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Offline kamica

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Ich finde es krass, dass man anscheinend darauf hinweisen muss, das Kindervergewaltigung als Spielinhalt auf einer Con nicht ok ist.

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Und fuer Leute die auch mal die Seite des SLs lesen wollen: https://postmortemstudios.wordpress.com/2019/06/04/rpg-interview-with-kevin-rolfe-uk-games-expos-infamous-gang-rape-games-master/

Danach klingt das Ganze dann doch schon wieder ganz anders...

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Offline hassran

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Und fuer Leute die auch mal die Seite des SLs lesen wollen: https://postmortemstudios.wordpress.com/2019/06/04/rpg-interview-with-kevin-rolfe-uk-games-expos-infamous-gang-rape-games-master/

Danach klingt das Ganze dann doch schon wieder ganz anders...


Hahahahahahaha. Hahahaha. "Ganz anders" ist ein Untertreibung!

Ein paar Ausschnitte aus dem Interview:

Zitat
The Narration:

“The tour rep gives you some shots, everything goes fuzzy.”

In my notes it states, the drug used not only knocks them out, it gives them terrible diarrhoea. Hence no clothes and sore bums.

“You wake up naked, handcuffed to each other, with sore bums, in the back of a van. Guys with guns make you get out and say run.”

The image of the Inbetweeners lads running naked over wasteland handcuffed together seemed a funny image, which is why I constructed the narrative just to get that scene. However in the post-game chat with all the players I completely forgot to talk through the bits they missed as we were all talking about the structure of shock in horror games.

I believe this omission on my part has caused the problem. The players saw something that wasn’t there and I failed to rectify this as we started discussing something else. Had one of the players raised the issue I would have remembered.

However I accept that it was my fault that I forgot.

Zitat
I had no complaints from the players during the game however, I bumped into one of the group of 4 on the Sunday, who complained on Twitter.

He said, “there were no robots we were expecting robots, that’s what you did wrong.”

He did not mention anything else, just that the lack of robots annoyed the group. Now if they would have gone into the woods, they would have found robots…

Grüße

Hasran
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Das wundert mich ganz und gar nicht. Soziales Hobby = mehrere Ebenen, vieles implizit, viel Unausgesprochenes. Plus Twitter.
Nuff said.

Zitat

You don’t seem quite as social-media connected as a lot of people, what has it been like for you being ‘cancelled’ in this way?

I only have a locked down Facebook that I use to keep in contact with family.

Its quite mad to think that the game of internet whispers is revolving around you. I’m reading bits thinking, ‘that never happened’. Makes you think about the fake/real news in the age of misinformation we have woken up to. Bloody insane. The pseudo death threats, and threats of violence, from clicking keys in somebody’s mum’s basement would be funny – if it wasn’t happening to you.

Ich vermute mal, die Wahrheit ist wie so oft - irgendwo dazwischen. Und die Wahrheit so weit von uns entfernt, dass eine Diskussion müßig wird...
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Ludo Liubice - Der lübecker Brett- und Rollenspielverein

Offline Mr.Misfit

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Ich bin da sehr skeptisch. Es erscheint mir eher so, als ob er sich im Nachhinein schön reden will, wie das ganze ablief, und eigentlich kein Verständnis dafür hat, wieso man in einem Rollenspiel nicht als Teenager aufwachen will, von Leuten nack gejagt werden will, und die Implikation hat, dass man mit schmerzenden Ärschen (wegen impliziter Vergewaltigung) aufwachen würde.

Sorry, aber das bringt man auf einer Con so einfach nicht.

Edit: Zudem argumentiert er mit Erwartungshaltung im Interview, und das ist mit Verlaub, Bullshit. Tales from the Loop & Things from the Flood spielen beide auf Stranger Things und die 80er/90er-Jahre Ambiente an, und da war implizite Vergewaltigung und eine "Hostel"-isierung des Plots eher nicht, was ich erwarte, wenn ich als Kind/Teenager einer Verschwörung auf die Schliche kommen und eventuell ein paar Monster sehen will...
« Letzte Änderung: 5.06.2019 | 10:45 von Mr.Misfit »
"Wahrheit ist ein dreischneidiges Schwert. Ihre Seite. Meine Seite. Und die Wahrheit."

"Und wenn die Sanduhren der Zeitweiligkeit zum stehen kommen, die Geräusche des täglichen Lebens verklungen sind, wenn alles um dich herum still ist, wie in der Ewigkeit, dann fragt die Ewigkeit dich und jedes dieser Millionen und Abermillionen Lebewesen nur das eine: Lebtest du in Hoffnungslosigkeit oder nicht?" - Sören Kjerkegaard, Die Krankheit zum Tode