Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
Tanking (war Smalltalk)
takti der blonde?:
Grappling, klevere Positionierung (AoOs etc), Shove sind Möglichkeiten, die allen Personagen unabhängig von der Klasse zur Verfügung stehen, um zu verhindern, dass Gegner sich beliebig auf dem Schlachtfeld bewegen können. Dazu kommen dann entsprechende Klassenfertigkeiten und Sonderregeln wie Feats.
Grüße
Hasran
Sashael:
Mit Grappling bindet man eventuell einen Gegner. Wenn man den Initialkampf schafft und der Gegner sich nicht gleich wieder rausreißt. Im Gleichen Moment bindet man sich selbst. Als CC-Effekt ist das die unpraktischste Lösung, egal ob das nun prinzipiell jeder kann.
Positionierung ist in 5E deutlich schlechter verregelt. Zum einen gibt es keine automatischen AoOs mehr, wenn man direkt neben einem Gegner einen Fernkampf durchführt und zum anderen wird eine AoO durch Bewegung NUR ausgelöst, wenn sich der Gegner vom SC wegbewegt. RAW kann der Kobold dreimal um den Kämpfer herumtanzen und bekommt keine AoO. Damit sind die Möglichkeiten, durch Positionierung effektive AoOs zu verteilen, deutlich eingeschränkt worden.
Shove ist ebenfalls aufgrund der Änderung bei AoOs durch Bewegung stark entschärft worden. Wenn man keinen direkten Effekt erreicht (über Klippe schubsen oder von einer Brücke herunter oder in eine beengte Position, aus der der Gegner nicht mehr rauskommt), ist es in 90% aller Fälle sinnvoller, einfach einen normalen Angriff mit Schaden zu machen.
Na klar kann man das alles auch machen, aber eine Gruppe, die in D&D 5 einfach konzentriert einen Gegner nach dem anderen wegräumt, ist RAW langfristig überlegen, da man die Gegner damit einfach wesentlich effektiver daran hindert, auf die SC einzuprügeln, als durch mundane Nicht-Schadensaktionen.
Das war früher anders.
Arldwulf:
Letztlich ist das ganze auch einfach eine rollenspielerische Frage. Ein Charakter der die effektive Fähigkeiten hat um andere zu beschützen kann eben auch im Rollenspiel als ein solcher Beschützer besser gespielt werden. Das kann der Paladin sein der heldenhaft sein Schild oder Schwert zwischen den Schlag des Gegners hält als dieser gerade zum entscheidenden Schlag ansetzt, genauso wie der Kämpfer an dem man eben nicht so einfach vorbei laufen kann oder eben sogar der Barde der andere mit Spott belegt um sie zu verleiten andere nicht anzugreifen. Wie ein Charakter ist, welche Eigenschaften er hat sollte sich eben nicht nur außerhalb von Kämpfen zeigen.
Und natürlich gilt das nicht nur für "Tanking". Generell ist es so, dass Rollen in Kämpfen auch Rollenspiel in Kämpfen unterstützen. Früher hab ich mal geschrieben, in alten 3.5 Zeiten war es häufig der Fall, dass wenn die Initiative gerollt wurde ein Extra-Mini-Spiel begann - und danach das Rollenspiel weiterging.
Genau so sollte es nicht sein. 5e hat leider natürlich wieder ein ganzes Stück von dem was man im Vorgänger gewonnen hatte an Möglichkeiten auch in Kämpfen Rollenspiel zu betreiben wieder aufgegeben, und damit diesen Effekt ein Stück weit zurück geholt. Nicht nur bei den Charakteren - auch bei den Gegenspielern. Aber dabei muss es ja nicht bleiben. Man kann das System anpassen oder die Beschreibungen so anpassen das (wenn schon die Mechanik nicht hilft) wenigstens diese helfen. So oder so wird das Spiel stimmungsvoller wenn die Charaktere auch in Kämpfen Charaktere mit verschiedenen Eigenschaften bleiben und nicht einfach nur alle draufhauen.
Feuersänger:
Der generelle Scheiß an der 5E ist halt, dass die Art und Zahl der Aktionen so hartverlötet ist: EINE Reaction, EINE AoO, basta. Da fühlt sich selbst die durchdachteste Tanking-Taktik wie ein Tropfen auf den heißen Stein an, wenn es heiß hergeht.
Mal von diesem einen sehr ins unreine geschriebenen Kampfstil (!) abgesehen, den sie mal in den UA abgedruckt haben. Der Tunnel Fighter könnte dann _unendlich_ viele AoOs einsetzen, um Gegner daran zu hindern, an ihm vorbeizukommen. Das ist natürlich toll, aber wenn man das zulässt bedeutet das halt auch, dass es die einzige sinnvolle Tanking-Option im ganzen Spiel ist, weil um den Faktor ∞ besser als jede andere Option im Spiel.
takti der blonde?:
@Sashael
Bzgl. Schubsen: den Gegner zu grappeln und dann niederzulegen, ist im Team eine starke Kombination, spätestens ab Level 5, wenn die meisten Martials ihre extra attack kriegen. Einer hält fest und stößt um, der andere kann dann zwei mal mit Advantage angreifen. Das ist nicht verkehrt, wenn z.B. ein Paladin oder Schurke dabei ist.
Bzgl. Fernkampf aus Nahkampf heraus: ohne entsprechenden Feat, greifen Personagen mit Fernkampfwaffen aus dem Handgemenge mit Nachteil an. Das ist schon guter Anreiz etwas anderes zu machen vor dem Hintergrund der bounded accuracy. Selbst mit hohen Angriffsboni, ist das frustrierend genug, um etwas anderen zu tun in meiner Gruppe.
Grüße
Hasran
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