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Wahrnehmung... und wie diese wahrgenommen wird
Tudor the Traveller:
--- Zitat von: Weltengeist am 5.10.2019 | 09:30 ---Außerdem gilt natürlich immer noch: Wenn dein Char an der richtigen Stelle nachschaut, dann findet er natürlich auch was und muss nicht würfeln.
--- Ende Zitat ---
Nicht zwangsläufig. Hängt eben davon ab, um welche Information es geht. Wenn es um ein verstecktes Dingens geht, ist ja gerade die Stelle, wo es ist, die entscheidende Schwierigkeit. Sicher, wenn ich im Geheimfach nachsehen, finde ich es. Aber finde ich überhaupt das Geheimfach? Dafür genügt es eben nicht nur, an der richtigen Stelle nachzusehen. Ich muss es auch erkennen können. Um einen falschen Boden in einem Schrank zu finden, muss ich so etwas wie einen falschen Boden auch überhaupt erstmal kennen (zumindest das Prinzip), um die Hinweise darauf erkennen zu können.
Zu D&D: D&D ist so ziemlich die schlechteste Variante für Wahrnehmung im Spiel, die ich kenne. Nicht nur werden so Dinge wie der schleichende Goblin im Unterholz und die Geheimtür im alten Zwergentempel nicht differenziert, es wird auch durch ein Attribut geboostet, das an vielen Stellen nicht plausibel ist (Stichwort Cleric).
nobody@home:
Ich denke, wenn ich Wahrnehmung "fachspezifisch" haben will, dann bietet sich an, sie auch gleich als Funktion in die diversen Fachfertigkeiten einzubauen. Wenn ich beispielsweise ein überdurchschnittlicher Autofahrer bin (und nein, das ist IRL sicher nicht der Fall ~;D), dann merke ich eben auch im Straßenverkehr und speziell am Lenkrad eher als andere, wenn etwas nicht stimmt (weil ich beispielsweise von einem anderen Wagen verfolgt werde) oder wo sich Gelegenheiten zum Ausnutzen (etwa schlicht zum gefahrlosen Überholen) bieten mögen, weil das einfach mit dazugehört. Wenn ich ein erfahrener Fantasykrieger bin, dann kann ich meinen nächsten Gegner wesentlich leichter einschätzen und seine eventuellen Finten durchschauen, als es ein noch so eifriger Anfänger hinbekommen würde. Kenne ich mich im Überleben in der Wildnis aus, dann fällt es mir auch entsprechend leichter, Spuren zu lesen und "versteckte" Tiere, Pflanzen, und den einen oder anderen im Busch sitzenden zweibeinigen Intelligenzbolzen zu entdecken...und so weiter, und so weiter.
Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile. Stelle ich Wahrnehmung "breit" auf, dann kann ich einen Charakter haben, der immer und überall zumindest irgendetwas mehr mitbekommt als andere -- was im speziellen Kontext dann nicht unbedingt immer plausibel klingen mag, aber zum einen oder anderen Charakterarchetypen aus diversen Genres (Detektiv oder Scout beispielsweise) durchaus schon mal paßt. Hänge ich sie an zur Situation passende Fachkenntnis, dann ist das auf jeden Fall "realistischer"...bedeutet aber zumindest in erster Näherung auch, daß dieselbe Sorte "mein Spürsinn sagt, hier stimmt was nicht"-Charakter entsprechend schwieriger zu basteln wird, wenn man ihm nicht gleichzeitig auch allgemeine Omnikompetenz attestieren will. Und versuche ich beides irgendwie zu kombinieren, weil ich unbedingt die eierlegende Wollmilchsau der Wahrnehmung im Rollenspiel zu fassen kriegen will, dann komme zumindest ich persönlich ziemlich schnell erst recht ins Schwimmen.
Sashael:
--- Zitat von: nobody@home am 5.10.2019 | 10:59 ---Wenn ich beispielsweise ein überdurchschnittlicher Autofahrer bin (und nein, das ist IRL sicher nicht der Fall ~;D), dann merke ich eben auch im Straßenverkehr und speziell am Lenkrad eher als andere, wenn etwas nicht stimmt (weil ich beispielsweise von einem anderen Wagen verfolgt werde) oder wo sich Gelegenheiten zum Ausnutzen (etwa schlicht zum gefahrlosen Überholen) bieten mögen, weil das einfach mit dazugehört.
--- Ende Zitat ---
This.
Das was wir als "Wahrnehmung" im Rollenspiel bezeichnen, ist eigentlich die "Interpretation" des Wahrgenommenen.
Und interpretieren kann man dann am besten, wenn man sich mit der Materie auskennt.
Insofern finde ich den Gedankengang nicht schlecht, dass Wahrnehmung ein Attribut ist, das man mit einer Fertigkeit verknüpfen muss, um darauf zu würfeln. Das würde auch das Problem des Alles-Sehenden-SC lösen.
Maarzan:
--- Zitat von: Sashael am 5.10.2019 | 11:07 ---This.
Das was wir als "Wahrnehmung" im Rollenspiel bezeichnen, ist eigentlich die "Interpretation" des Wahrgenommenen.
Und interpretieren kann man dann am besten, wenn man sich mit der Materie auskennt.
Insofern finde ich den Gedankengang nicht schlecht, dass Wahrnehmung ein Attribut ist, das man mit einer Fertigkeit verknüpfen muss, um darauf zu würfeln. Das würde auch das Problem des Alles-Sehenden-SC lösen.
--- Ende Zitat ---
Wobei wir dann eng gesehen zwei Fertigkeitswerte brauchen : Theorie und Praxis. Bloss weil ich manche Sachen gut ausführen kann, heißt es nicht, dass ich das auch verstanden habe und dann analysieren kann.
Man denke als Extrem an einen gelähmten Meister oder einen Trainer eines sonst nicht so hellen Sportlers.
Rhylthar:
--- Zitat ---Zu D&D: D&D ist so ziemlich die schlechteste Variante für Wahrnehmung im Spiel, die ich kenne. Nicht nur werden so Dinge wie der schleichende Goblin im Unterholz und die Geheimtür im alten Zwergentempel nicht differenziert, es wird auch durch ein Attribut geboostet, das an vielen Stellen nicht plausibel ist (Stichwort Cleric).
--- Ende Zitat ---
Wobei das z. B. in der 3.5 dadurch nicht so in den Vordergrund trat (imho), dass die auf die speziellen Fertigkeiten verteilten Punkte den Bonus durch das Attribut immer mehr in den Hintergrund treten ließen.
Um mal das Beispiel oben aufzugreifen (auch wenn es am Tisch wahrscheinlicht nicht zwingend so gehandhabt wurde):
Der Goblin wäre wohl klassisches "Spot", während der Zwergentempel eventuell über "Knowledge (X)" abgehandelt werden könnte.
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