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Wahrnehmung... und wie diese wahrgenommen wird
Tudor the Traveller:
--- Zitat von: Der Läuterer am 5.10.2019 | 09:48 ---Es gab i.B.a. Wahrnehmung schon sehr spezielle Momente in meine RPG Historie.
Ich erinnere mich an ein orange-farbenes Schwert, das heftig Schaden verursachte, als es angefasst wurde, weil es noch glühte.
So etwas vergisst man wirklich nie und es hat seine humoristische Note.
Ich bin ein aktiver Spieler.
--- Ende Zitat ---
Du widerspricht dir, oder? Entweder willst du dir als Spieler die Zusammenhänge erarbeiten oder du willst auf Charakterwissen zurück greifen und "abkürzen".
Wissen, dass "orangenes Schwert" bedeutet "glühendes Metall" wäre abkürzen, denn irgendwo muss dieses Wissen ja herkommen.
Hier geht es imo weniger um Wahrnehmung und vielmehr um Spieler-Fähigkeiten vs. Charakter-Fähigkeiten.
Sashael:
--- Zitat von: Maarzan am 5.10.2019 | 11:11 ---Wobei wir dann eng gesehen zwei Fertigkeitswerte brauchen : Theorie und Praxis. Bloss weil ich manche Sachen gut ausführen kann, heißt es nicht, dass ich das auch verstanden habe und dann analysieren kann.
Man denke als Extrem an einen gelähmten Meister oder einen Trainer eines sonst nicht so hellen Sportlers.
--- Ende Zitat ---
Man muss nicht einmal in Extremen denken, um das zu verstehen. Siehe z.B. Wimmelbildspiele. Man muss kein Handwerker sein, um sich die Fähigkeit anzutrainieren (oder sie bereits zu haben), einen Schraubendreher auf einer überfüllten Werkbank zu finden. ;)
Es gibt ja durchaus Systeme, die mit Wissensfertigkeiten arbeiten, was dazu passen würde. Allerdings kommt man dann in eine Kleinteiligkeit, die selbst GURPS noch abhängen würde. Inwieweit das noch am Spieltisch praktikabel ist, wäre dann das nächste Problem.
Der Läuterer:
--- Zitat von: Tudor the Traveller am 5.10.2019 | 11:24 ---Du widerspricht dir, oder? Entweder willst du dir als Spieler die Zusammenhänge erarbeiten oder du willst auf Charakterwissen zurück greifen und "abkürzen".
Wissen, dass "orangenes Schwert" bedeutet "glühendes Metall" wäre abkürzen, denn irgendwo muss dieses Wissen ja herkommen.
Hier geht es imo weniger um Wahrnehmung und vielmehr um Spieler-Fähigkeiten vs. Charakter-Fähigkeiten.
--- Ende Zitat ---
Ich möchte mal behaupten, dass jeder, der orange-farbenes Metall anfassen will, schon vor dem Berühren die enorme Hitze spürt und es sein lässt. Man muss es nicht angefasst haben, um zu wissen, dass es nicht gut tut.
Und wenn man mal ehrlich ist, dann wird man sich eingestehen müssen, dass man als Spieler niemals wirklich Spieler-Fertigkeiten/Wissen von Char-Fertigkeiten/Wissen trennen kann, egal wie sehr man es auch versuchen mag oder wie sehr man sich dies auch wünscht.
Spiele ich einen Char mit geringer Int, bin ich am Tisch eine dumme Pflaume, kann nirgends mitreden, weil ich mein eigenes Wissen nicht einbringen darf, aber von Überleben in der Wildnis, Pflanzenkunde, Spurenlesen, sowie vom Kampf mit der Doppelaxt, keine Ahnung habe.
Per se nehme ich am Spiel dann also nicht mehr teil, da mir immer nur der SL sagt, was ich weiss.
Andersherum bräuchte ein SL dann aber auch keinerlei Rätsel mehr auftischen, denn jedes Rätsel würde ja sowieso automatisch von dem Char mit der Int 18 gelöst werden. Und der Spieler, der zwar Mathe o.ä. studiert, dessen Char aber die geringe Int hat, braucht gar nicht erst mitmachen, da sein Char das Rätsel eh nie wird knacken können.
Holothuroid:
--- Zitat von: Der Läuterer am 5.10.2019 | 12:19 ---Und wenn man mal ehrlich ist, dann wird man sich eingestehen müssen, dass man als Spieler niemals wirklich Spieler-Fertigkeiten/Wissen von Char-Fertigkeiten/Wissen trennen kann, egal wie sehr man es auch versuchen mag oder wie sehr man sich dies auch wünscht.
Spiele ich einen Char mit geringer Int, bin ich am Tisch eine dumme Pflaume, kann nirgends mitreden, weil ich mein eigenes Wissen nicht einbringen darf, aber von Überleben in der Wildnis, Pflanzenkunde, Spurenlesen, sowie vom Kampf mit der Doppelaxt, keine Ahnung habe.
--- Ende Zitat ---
Wenn ein Spiel das so verlangt, würde ich das Spiel nicht spielen. Man kann natürlich Würfelproben haben, um Wissen zu erlangen (im Grunde gehört "Wahrnehmung" da auch zu). Aber die zugrundeligenden Werte (soweit existent) geben dann bitteschön nicht an, wie ich meinen Charakter zu spielen habe, sondern sind die Grundlagen für diese spezifischen Würfelproben und nicht mehr. In meinem aktuellen Zauberschulspiel gibt es einen Wert "Learning". Der sagt dir nicht, wie intelligent bist, sondern wie viel du über die Schule, ihre Geschichte und Magie weißt, und wie zuverlässig du Probleme mit Magie lösen kannst, die du noch nicht gemeistert hast. Nicht mehr. Nicht weniger. Ich würde schon deshalb keinen Wert "Intelligenz" nennen, weil dann eben Leute ankommen und sagen: "Aber Intelligenz bedeutet doch..."
Swafnir:
@Läuterer:
Tausende von Kinderhänden auf heißen Herdplatten sprechen eine andere Sprache. Die strahlen auch eine ziemliche Hitze ab.
Mein Einwurf: Etwas sehen und etwas wahrnehmen sind zwei paar Stiefel. Ich hab erst nach 7 Jahren unseren Schirmständer das erste mal wahrgenommen. Ich wusste zwar dass das was rumsteht, aber richtig bemerkt hab ich ihn erst als ich meine Frau gefragt habe ob wir einen Schirm haben.
Oder wer kennt es nicht: Man sucht etwas und findet es erst wenn man am selben Platz das zweite oder dritte Mal nachschaut.
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