Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Schlechte Regelwerke: Was macht sie für dich schlecht?
Megavolt:
Klarer Fall: Weihnachtscthulhu hat euch den letzten Punkt Sanity gar geraubt. Ihr seid nun die Gefangenen eurer eigenen wahnhaften Einbildungen, was Threads und deren Inhalte angeht. ~;D
Aber zum Glück ist mein Motto: Richte nicht, auf dass du nicht selbst gerichtet wirst.
Gunthar:
Wo es mir den Hut lupft:
A) Sachen, die nicht dort stehen, wo man es am ehesten vermutet (zB: Midgard 5, "wie lange man hat, um eine Rüstung anzuziehen" steht nicht bei den Rüstungen, sondern, welch Überraschung: "bei der Überraschung"! Ja. Und im PDF mit der Suche auch nichts gefunden, weil man es genau so eingeben muss, wie es da steht. Bei leichter Abweichung oder andere Worte wird nix gefunden.
B) Andere Systeme kranken teilweise daran, dass die SC unabhängig vom Gegnerlevel besser werden. ZB: DSA: Kannst ein Monster mit AT18 und PA17 schicken und daran verzweifeln, dass der Kampf nicht vorwärts geht, weil fast alle Angriffe auf beiden Seiten pariert werden. Oder fast alle Angriffe durchgehen, weil der Spieler oder Gegner unabhängig von der Macht einfach praktisch immer getroffen wird. (Viele Systeme mit Tiefwurfmechanismus (zB WHFRP) haben dieses Problem). Das heisst aber nicht, dass diese Systeme per se schlecht sein müssen.
Midgard ist eigentlich ein System, das regeltechnisch recht gut aufgebaut ist. Auch D&D 5 geht in die Richtung.
C) Wunderschöne Bücher mit Schrottregeln.
Quaint:
Es gibt schon ein paar Sachen, die ich für objektiv schlechtes Design halte
- Regeln, die so nicht funktionieren bzw. die Optionen suggerieren, die so aber nicht funktionieren (etwa sind die Vorraussetzungen fürs Pflocken von Vampiren in der nWoD 1.0 dergestalt, dass man das mit normalmenschlichen Werten zwar probieren kann, aber bevor man da erfolgreich den Pflock reinkriegt, ist der Typ 3 mal von nebenbei entstehenden Schaden in Starre, nur halt langsamer als wenn man normal angegriffen hätte; da wäre es allemal ehrlicher zu sagen: Pflocken nur gegen Wehrlose o.ä.)
- unklar formulierte Regeln, unlesbares Layout, und wenn man halt nur sehr schwer etwas findet, das sind so handwerkliche Fehler die aber die Freude doch schmälern können; auch schön ist wenn unterschiedliche Regelstellen zu derselben Sache unterschiedliche Meinungen haben...
- ich habe ein Stück weit auch Probleme damit, wenn die Regeln Dinge so abbilden, dass sich ein weiter Spalt zur vorstellbaren Realität auftut; ich meine klar, die Realität und wie Menschen sie sich vorstellen ist ein weites Feld, aber oft findet man in irgendwelchen Regelwerken völlig abstrusen Kram, und irgendwann stört es einfach; um mal Beispiele zu nennen: Nackter Mann überlebt mehrere Hiebe mit einem Zweihandschwert gegen den Kopf und ist hinterher sogar noch Handlungsfähig. (so manches Hitpointsystem, etwa D&D 5 als Beispiel); Unauffälliger Discobesucher randaliert, schießt mehr als 10 Personen pro Sekunde in den Kopf und kann erst durch anrückende Panzer gestoppt werden, da sämtliche Handfeuerwaffen gegen ihn komplett wirkungslos blieben (Frostzone);
Koronus:
Also wirklich schlecht fand ich bislang nur FATE weil es so schwammig war im was nun genau zu machen ist und wie das nun funktioniert. Bescheiden fand ich das SR5 Regelwerk aus einem ähnlichen Grund, weil es so viele Sachen gab die gefixt werden mussten.
nobody@home:
1. Schlechte Lesbarkeit, sei's nun vom Layout oder der Formulierung des Inhalts her
2. Regelübergewicht allgemein
3. Überflüssige Einschränkungen und/oder offensichtlich ungenutzt gelassenes Potential (gehen oft Hand in Hand)
Vermutlich könnte ich noch "Regeln, die einfach keinen Sinn ergeben" irgendwo mit aufführen, aber die sind dann ja, wenn sie denn tatsächlich nicht funktionieren und nicht einfach nur nicht meinem Geschmack entsprechen, ohnehin schon ein so offensichtlicher Kandidat, daß es sich gar nicht erst lohnt, sie extra in eine Liste aufzunehmen. ;)
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