Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Schlechte Regelwerke: Was macht sie für dich schlecht?
Rhylthar:
Dann mal vollkommen subjektive Top 3 ( ~;D):
1. Für mich unerträgliches Artwork - wird noch nicht mal gelesen.
2. Wenn ich die Regeln in englischer Sprache nach zweimal lesen noch nicht begriffen habe - ich bin kein Native Speaker, aber gerade Regeljargon lese ich jetzt seit Jahrzehnten auf Englisch. Da wird auch eine Übersetzung nichts retten.
3. "Bau Dir Dein Rollenspiel, wie Du es willst"-Baukastensysteme. Nö, ich will nicht bauen. Das kann ich mit meinem Sohn machen, LEGO macht mehr Spaß.
Huhn:
--- Zitat von: Huhn am 16.12.2019 | 14:13 ---2. Charaktere/Mächte die einfach besser sind als andere, um das Wort Balancing nicht in den Mund zu nehmen (Mage: The Awakening bietet Charaktere mit tollen und eigentlich in jeder Situation einsetzbaren Gedankenlesezaubern. Oder du kannst nen Charakter spielen, der Tote beschwören kann. Raaatet mal, was automatisch zum stärkeren Char in den WoD-üblichen Intrigensituationen führt? So ein Bullshit.)
--- Ende Zitat ---
--- Zitat von: Fëanor am 16.12.2019 | 14:31 ---- Balancing auf Teufel komm raus...vor allem in Settings wo es keinen Sinn macht (wo halt gewisse Wesen/Personen etc. einfach besser sind als andere).
--- Ende Zitat ---
Arg! Mein Erzfeind! We shall meet again! ~;D
Haha im Ernst - interessanter Gegensatz. Mag schon sein, dass manche es in der Realität leichter als andere haben / nen besseren Startpunkt haben. Aber das ist mir im Spiel völlig gleichgültig - da erwarte ich, dass alle Charaktere gleichermaßen cool sind. Ein Charakter, der in einem Spiel, in dem vorgesehen ist, dass die SC eine Gruppe Gleichberechtigter bilden, seine Mit-SC von Beginn an dominiert, macht doch auch nur dem Spaß, der ihn spielt. Andersherum sehe ich keinen Grund, einen SC zu spielen, der strikt schlechter ist als ein anderer. Gerade in erzähllastigen Spielen lässt sich nicht alles mathematisch durchbalancieren - aber dass die kewlen Powerz meiner Chararktere grundsätzlich gleich nützlich sind und gleich häufig angewandt werden können in Standard-Spielsituationen, das erwarte ich schon. Ich bin nun echt kein Powergamer, aber warum sollte ich mir einen von Anfang an chancen- und nutzlosen Charakter antun? Gerade in dem von mir genannten Mage führt das absurde Machtungleichgewicht nämlich auch dazu, dass der bessere SC mehr Spotlight bekommt - immerhin hat er ja ständig die passenden Fähigkeitern für häufig auftretende Situationen zur Hand. Das macht rundweg keinen Spaß, denn es raubt mir das Spiel. Was für ein lackierter Autounfall von einem Storytelling-Game. *zetermordio*
Feuersänger:
Ouh, also ob ich da mit Top 3 auskomme... mal sehen:
1. Unübersichtliche Wahrscheinlichkeiten. Also wenn ich bei einer Probe der Schwierigkeit X nicht wenigstens grob im Kopf überschlagen kann, wie hoch meine Erfolgschance ist. Bespiel: die DSA 3W20.
[Kein Problem dagegen Glockenkurven-Methoden à la 3d6 - da merk ich mir halt 3 Eckwerte für "niedrig - mittel - hoch" und interpoliere nach Bedarf.]
2. Überbordende Kleinteiligkeit, viel Aufwand für wenig Effekt. Paradebeispiel: DSA4.
3. Sehr hoher Zufallsfaktor, wenn sich die typischen Erfolgschancen im Münzwurf-Bereich (etwa 40-60%) aufhalten, und Freakrolls.
4. Schmalspurige Charakterkompetenzen / One Trick Ponies.
5. besonderer Pet Peeve seit PF2: wenn eine hohe Individualisierbarkeit vorgegaukelt wird, die aber in Wahrheit nicht gegeben ist, weil die Entscheidungen die ich treffen darf keinen nennenswerten Impact haben.
Wobei ich diese Auflistung nicht als Rangliste meine. Punkt 5 ist nicht weniger schlimm als Punkt 1.
Ich könnte noch mehr Elemente hinzufügen, aber ehe ich vom Hölzchen aufs Stöckchen komme lass ich das mal so stehen. ^^
Fëanor:
@ Huhn - Mwuahahahaaaaaaaaaa... *Ende Erzfeind-Gelächter* ~;D
Wenn ich das hier mal so Thread-Fremd positionieren darf:
Ich glaube viele der Punkte die du ansprichst haben aber eher mit schlechtem SL zu tun, als mit dem Balancing der Regeln. Zumal es perfekt gebalanced eh nicht gibt. Das hat noch niemand geschafft.
Und was mich vor allem stört, ist eben wenn dann Setting-Wahrheiten nur auf Grund von "Aber alle müssen gleich mächtig sein" verzerrt werden (Paradebeispiel für mich ist das RPG TOR ... Die Charaktererschaffung ist schön "gleichberechtigt" verteilt, aber wer ein bisschen Ahnung von Tolkien hat, der kriegt die Krise). Dann spiele ich doch gar nicht mehr das Setting, dass mir hier verkauft wurde. Dann sehe ich den Sinn und Zweck eben nicht mehr.
Wenn man nicht möchte, dass man unterschiedliche (Spieler) Power am Tisch hat...das kann ich schon verstehen. Gerade aus Zufall entstandene Disparitäten sind ärgerlich (*Richtung praktisch aller White Wolf und Onyx Path Spiele guck*). Aber die passieren in praktisch jedem traditionellen System.
Da müsste man dann schon zu mehr narrativen Spielen greifen. Ich fand zb. den Ansatz von Marvel Heroic (ein Cortex Plus RPG) sehr interessant. Da werden die ganzen Marvel-Helden mit einem relativ einfachen Regelwerk umgesetzt und es geht eben mehr um Sachen wie Spotlight und Erzählrecht etc. . Das kann dann schon passen. Vor allem eben, wenn du die Geschichte im Vordergrund haben willst. Aber für manche Leute ist es ein Grauss, wenn dann ein Hulk praktisch nur einen Minimal-Vorsprung darin hat, Dinge mit fachmännischer Rage zu zerlegen ;)
Klingenbrecher:
1. Unübersichtlichkeit
2. Unnötige Verkomplizierungen oder Rechenwege um sich selbst NEU nennen zu können.
3. Skalierung/ Balancing ist für den Arsch
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln