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Erklärt mir die Nachteile des Advantage-/Disadvantage-Konzepts

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Ainor:

--- Zitat von: Tudor the Traveller am 14.05.2020 | 07:33 ---Mein Problem damit ist: die 5e ist bei den Erfolgschancen ohnehin schon auch ohne Advantage sehr auf der Spielerseite. Da wird Advantage in vielen Fällen zum Auto-Erfolg.

--- Ende Zitat ---

Das gilt eigentlich nur für Angriffe. Und da ist das Advantage System eigentlich besser als z.b. ein +4 Bonus mit dem ab 75% Trefferchance alles egal wird. Advantage wird bei hohen Wahrscheinlichkeiten schwächer.

Ob es zu einfach ist Advantage zu bekommen, und ob viele Effekte eher einen geringeren Vorteil, z.B. einen +2 Bonus geben sollten ist natürlich eine andere Frage.



--- Zitat von: Daniel E. am 14.05.2020 | 09:55 ---Ich empfinde es nicht als Problem, dass SpielerInnen konsistent Advantage generieren können, um ihre Gegner treffen zu können. Zu treffen macht Spaß, nicht zu treffen macht keinen Spaß. Wenn ich drei Runden hintereinander verfehle, denke ich nicht, wie fair und anspruchsvoll dieses Spiel doch ist, sondern nur, dass ich lieber getroffen hätte.

--- Ende Zitat ---

Das ist eine eher kurzfristige Betrachtung. Natürlich ist man mitten im Kampf in das Geschehen involviert und will gewinnen.
Aber langfristig kommt die Frage ja dann doch auf, spätestens wenn man eine neue Kampagne anfängt.


--- Zitat von: Daniel E. am 14.05.2020 | 09:55 --- Wobei mir die ganzen "Du darfst jetzt nicht mehr mitspielen"-Effekte nicht gefallen. Ich habe aber auch noch keine Alternativvorschläge.

--- Ende Zitat ---

In 5E sind die doch eher selten. Normalerweise ist man für eine Runde raus.

Arldwulf:
Ist vielleicht auch einfach generell die Frage was die 5E sein soll.

Meist nutz ich sie eher als ein Bier & Brezel Spiel. Man findet leicht Leute und wenn man eher die Intention der Regeln als ihre tatsächliche Ausführung benutzt, halbwegs auf der Core - Story bleibt und einfach nur ein paar Monster im Dungeon verhauen will kann man damit jede Menge Spaß haben.

Es ist nicht herausfordernd oder tödlich, es ist nicht vielseitig oder voller Hilfsmittel für Spieler und Spielleiter - an vielen Stellen gibt es auch Sachen bei denen man auf den guten Willen der am Spiel beteiligten hoffen muss. Und das Design ist oftmals eher nach dem Gedanken erstellt "was hilft den Designern das Regelwerk schnell fertig zu bekommen" als nach dem Gedanken "was hilft den Spielern am Spieltisch", was dann manchmal zu sperrigen Regeln führt. Oder zu Designern die sich bei Fragen zu den Regeln widersprechen.

Aber es ist ein relativ schnelles, und wenn man sich über die konkreten Regeln wenig Gedanken macht sehr zugängliches Spiel. Der beste Weg ist wahrscheinlich sich einfach dran zu setzen, die Spieler halt so viel Advantage haben zu lassen wie man will und gar nicht zu viel drüber nachzudenken. Sonst käme man wahrscheinlich ausgehend von den Designproblemen an dieser einen Stelle gleich zu den nächsten und bastelt am Ende etwas zusammen was - selbst wenn man dies gut und durchdacht macht - die eigentliche Stärke der 5E gar nicht mehr enthält.

Und die wäre halt: Einfach losspielen und 5e/fünfe grade sein lassen.

Daniel E.:

--- Zitat von: Ainor am 14.05.2020 | 11:52 ---Das ist eine eher kurzfristige Betrachtung. Natürlich ist man mitten im Kampf in das Geschehen involviert und will gewinnen.
Aber langfristig kommt die Frage ja dann doch auf, spätestens wenn man eine neue Kampagne anfängt.
--- Ende Zitat ---
Den Zusammenhang zwischen meinem Spielspaß während des Kämpfens und dem Beginnen einer neuen Kampagne verstehe ich noch nicht. Magst du das ausführen?


--- Zitat ---In 5E sind die doch eher selten. Normalerweise ist man für eine Runde raus.

--- Ende Zitat ---
Was normal ist, wird sich von Spieltisch zu Spieltisch unterscheiden, aber statistisch gesehen kommt man aus einem DC20 Effekt mit einem +4 oder +5 Saving Throw nicht nach einer Runde raus. Auf höheren Stufen häufen sich diese Situationen, meiner Erfahrung nach.

Zed:
Eure Antworten haben mir sehr weitergeholfen, vielen Dank!

Ich beschäftige mich mit einem D20-Bau, in dem unter anderem Skills wichtiger und ausgearbeiteter als in anderen DnD-Systemen sein sollen. Ausgearbeiteter heißt aber auch, dass es simulationistischer ist, und bei mir heißt es bislang: Es ist zu überreich an Modifikatoren. Eine wertvolle Rückmeldung beim Spieltest hat mich auf mein Übermaß der Modifikatoren aufmerksam gemacht und außerdem das 5E-Advantage-/Disadvantage-Konzept gelobt.

Nun, die Vorteile des Advantage-/Disadvantage-Konzepts haben sich mir schnell entschlossen, und alles tiefergehende zwischen "Das Konzept ist gut" und "Das Konzept ist Mist" habt Ihr in diesem Thread deutlich gemacht.

Ich denke, ich werde für mein System folgenden Weg gehen: Es wird schnell überschaubare Grundmodifikatoren bei Skillwürfen geben, zB Rüstungsmali. Schwimmen im Plattenpanzer ist nun einmal automatisches Tauchen  ;. Aber alle weiteren Umstände wie "Kälte des Wassers" oder "Nutzung von Schwimmhilfen" versuche ich, zukünftig als Nach- oder Vorteil zu definieren. Um das Zählen der Vor- und Nachteile zu umgehen, würde ich wie die 5E auch auf das Aufrechnen ihrer Anzahl verzichten.

Zwar habe auch ich in meinem System etwa 18 Skillkategorien, aber darin stecken je 8 Einzelskills. Ich denke zwar mit, dass man optional nur mit den 18 Skillkategorien spielt, finde aber (noch) das Auspielen der Einzelskills interessanter - auch wenn es 144 sind  >;D Schließlich sind nicht alle 144 Skills gleich wichtig und nachgefragt, Wahrnehmungen und Athletik werden die meistgebrauchtesten sein.

Erstmal!

Ainor:

--- Zitat von: Daniel E. am 15.05.2020 | 09:36 ---Den Zusammenhang zwischen meinem Spielspaß während des Kämpfens und dem Beginnen einer neuen Kampagne verstehe ich noch nicht. Magst du das ausführen?

--- Ende Zitat ---

Mitten im Kampf ist es typischerweise so wie du oben beschrieben hast: man will gewinnen. Aber wenn ich eine neue Kampagne anfange werde ich sicher kein System wählen wo die Kämpfe langweilig sind weil man immer trifft.


--- Zitat von: Daniel E. am 15.05.2020 | 09:36 ---Was normal ist, wird sich von Spieltisch zu Spieltisch unterscheiden,

--- Ende Zitat ---

Also in den Grundregeln sind bei weitem die meisten Effekte für eine Runde oder bis man einen Save schafft. Typischerweise mit einem Save am Anfang. Insodern ist das bei 5E normal. (bei 3E war das anders, da konnte man nach einem Save für 10 Runden raus sein)



--- Zitat von: Daniel E. am 15.05.2020 | 09:36 ---aber statistisch gesehen kommt man aus einem DC20 Effekt mit einem +4 oder +5 Saving Throw nicht nach einer Runde raus. Auf höheren Stufen häufen sich diese Situationen, meiner Erfahrung nach.

--- Ende Zitat ---

Na für einen DC 20 Effekt muss man auch recht hohe Stufe sein. Und dann hat man ja auch noch ein paar mehr Möglichkeiten Conditions zu beenden, z.B. Dispel magic. Ich hab bis jetzt noch nicht gesehen dass ein Charakter den ganyzen Kampf verpasst hat.

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