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[cortex prime] Radulf liest... Cortex Prime
rollsomedice:
Na ja es ist tatsächlich kein Problem des Genre. die Entwicklung von superhelden geschieht ja normalerweise auf der persönlichen Ebene. auf der Ebene der Kräfte ist es eher so dass die Kräfte sich nicht vertikal entwickeln sondern eher horizontal Effekte haben. will sagen das Entdecken der Kraft was alles mit dir möglich ist etwaige zusatzkräfte oder spitzen. manche superhelden sind natürlich die Ausnahme die dann teilweise eine gänzlich andere erscheinungsform haben wie z.b. Superman als energiewesen aber das ist hier nicht das Thema.
Vielmehr wurden hier Prämissen gesetzt für ein Kampagnenspiel die schon sehr sehr speziell sind und dann als klassische Kampagne betitelt. Da wundert es mich nicht dass es vielleicht nicht so funktioniert hat.
Dennoch ist die Frage nach der Kampagnen Tauglichkeit von Cortex Prime für mich immer noch hochinteressant und vielleicht kann ja jemand die anhand eines Beispiels beantworten
Gesendet von einem dieser modernen Telefonen
nobody@home:
@Kingpin000:
Ich denke, da muß man zwischen zwei Punkten trennen. Einerseits ist es richtig, daß speziell MHR mit seiner Event-Struktur episodischer und mit mehr gefühlter Freiheit zum regelmäßigen Charakterwechsel/-reset daherkommt als die "klassische" D&D- oder DSA-Kampagne. Man kann sich darüber streiten, ob das das Superheldengenre nicht vielleicht tatsächlich besser abbildet, als es das stete Durchspielen immer nur ein- und derselben Figuren über Jahre hinweg könnte, und/oder darüber spekulieren, inwieweit Marvels Lizenzabteilung Margaret Weis Productions Druck in Richtung "wir wollen unser Zeug vermarkten und nicht, daß die Leute einfach nur ihre eigenen Ideen abfeiern" gemacht haben mag oder nicht -- das ändert nichts an der grundsätzlichen Tatsache.
Andererseits darf natürlich auch der von dir gesetzte "Normalfall" hier und da mal hinterfragt werden, zumal dann, wenn's wie in diesem Faden schon gar nicht mehr um Marvel Heroic im Speziellen geht. Denn wenn die "normale" Rollenspielkampagne, wie es hier von dir anzuklingen scheint, ihre Länge primär gerade aus ständigen Charakter-Schneller-Höher-Weiter bezieht...heißt das dann nicht auch im Umkehrschluß, daß sie, wenn sie schon auf so ein eher künstliches Stützkorsett angewiesen ist, um die Spieler bei der Stange zu halten, wahrscheinlich ansonsten gar nicht so viel Interessantes zu bieten haben kann? ;)
Space Pirate Hondo:
--- Zitat von: nobody@home am 10.02.2021 | 10:51 ---Denn wenn die "normale" Rollenspielkampagne, wie es hier von dir anzuklingen scheint, ihre Länge primär gerade aus ständigen Charakter-Schneller-Höher-Weiter bezieht...heißt das dann nicht auch im Umkehrschluß, daß sie, wenn sie schon auf so ein eher künstliches Stützkorsett angewiesen ist, um die Spieler bei der Stange zu halten, wahrscheinlich ansonsten gar nicht so viel Interessantes zu bieten haben kann? ;)
--- Ende Zitat ---
Da habe ich eine Gegenfrage für dich. Hast du je selber eine langjährige Kampagne in einem rein narrativem System wie FATE, 2d20 oder Cortex Plus (+andere die ich vergesse habe) mitgespielt oder geleitet?
Die normalen Spieler, die sich ausschließlich während der Sitzung mit den Regeln beschäftigen, weil sie einfach sonst keine Zeit/Muße haben tiefer in die Materie zu gehen oder nur wegen der Gesellschaft der Mitmenschen dabei sind, mögen einfache Strukturen. Da ist die Level 1 bis 20 Progression ein gutes Stützgerüst, um ungefähr zu wissen, was einem in dem Spiel erwartet. Daran ist nichts verkehrt, wenn du nach einem stressigen Tag einfach abschalten möchtest.
Ein ähnliches Problem hatte ich auch mit Star Trek Adventures (2d20), wo die Progession ebenfalls durch das Reizen und verändern Charakteraspekten verlief. Das funktionierte super für ein One/Few Shots, aber für längere Kampagnen war kein Interesse vorhanden, weil die Hauptkritik der Spieler war, dass die Progression in Form von Wertsteigungerungen fehlte (was bei 2d20 zwar auch gibt, aber echt lange dauert und einige Aspektveränderungen voraussetzt). Wenn du aber eine Gruppe hast, die ausschließlich aus Spezis wie uns hier im Thread besteht, dann kann das mit der horizontalen Progression auch klappen.
Robert Paulson:
Wir konvertieren jetzt unsere Savage Worlds Space 1889 Kampagne auf Cortex Prime. In nem Jahr kann ich dann bestimmt nen Erfahrungsbericht abgeben. Ich hab jedenfalls nicht den Eindruck dass Cortex für mich ungeeignet für eine Kampagne ist. Ich mag aber auch eine flachere dafür höher startende Kompetenzkurve. In der Regel Hausregel ich auch das Charaktere einfach besser starten wie normal. Außerdem; Bei unseren laufenden Runden z.B. Deadlands Hell on Earth steigern die Spieler ihre Charaktere auch lieber in die Breite als Höhe da die Charaktere oft am Anfang mit Mut zur Lücke generiert werden.
Alexandro:
Diejenigen Spieler die ein Problem damit haben sich außerhalb der Sitzung mit den Regeln zu beschäftigen, haben idR auch ein Problem damit ihre Charaktere selbstständig zu steigern.
Zur Erfahrung: Derzeit spiele ich in einer langjährigen 7th Sea 2nd-Kampagne und während dieser haben die Spieler (innerhalb von ~4 Jahren) nur ein einziges Mal ihre Werte verändert (dies war eine dezidierte Meta-Sitzung, welche die SL speziell für Feedback vorgesehen hatte und wo jeder für die anderen Charaktere vorschlagen durfte, worin diese besser geworden sein könnten). Obwohl die Charaktere nicht besser werden, haben wir alle viel Spaß in der Kampagne.
Und gerade bei Marvel sehe ich es nicht als problematisch, wenn die Charaktere ihre definierenden Eigenschaften nicht verändern.
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