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D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?

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Crimson King:

--- Zitat von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.06.2021 | 22:50 ---Ist es denn euer Erfahrung nach eigetlich so das bei freien Generirungs Systemen weniger Stereotype Charactere heraus kommen?

Und sowas wie ein Betrüger ohne Kampf und Magie, ist mEn auch in Systemen wo man sie Erstellen kann nicht unbedingt ein Char der gut funktioniert.

--- Ende Zitat ---

In auf Kampf ausgelegten Spielen wird ein Charakter ohne Kampf und Magie vermutlich nix reißen. Es braucht für einen solchen Charakter schon einen passenden Kontext. Dann geht das natürlich ohne Probleme.

Ob ein Charakter nun einem Stereotyp entspricht oder nicht, liegt in den meisten Fällen wohl im Auge des Betrachters. Systeme mit Klassen und Nischen liefern aber zumindest in Bezug auf die Kompetenz eher stereotype Charaktere.

nobody@home:

--- Zitat von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.06.2021 | 22:50 ---Ist es denn euer Erfahrung nach eigetlich so das bei freien Generirungs Systemen weniger Stereotype Charactere heraus kommen?
--- Ende Zitat ---

Sagen wir mal, die Möglichkeit besteht zumindest. ;) Außerdem wird, denke ich mir, für wenigstens einige von uns das Problem weniger in den Stereotypen an sich liegen als in der Frage, ob das nun wenigstens unsere eigenen Klischees sein dürfen oder eben nur die, die das System uns vorschreiben will...


--- Zitat ---Und sowas wie ein Betrüger ohne Kampf und Magie, ist mEn auch in Systemen wo man sie Erstellen kann nicht unbedingt ein Char der gut funktioniert.
--- Ende Zitat ---

Hängt von der Kampagne ab -- an der Idee, daß man speziell als Dungeonplünderer entweder Kampf oder Magie unbedingt braucht, mag ja etwas dran sein, aber nicht mal jede D&D-Kampagne (oder zumindest nicht jede selbstgestrickte, über die Fertigangebote kann man sicher streiten) wird auch nur ihren Schwerpunkt da haben.

Tudor the Traveller:
Ich kann die Kritik von Weltengeist nachvollziehen, finde sie aber grundsätzlich deplatziert. Die Klassen in D&D sind so wie sie sind im Kern seit Jahrzehnten tradiert. Das kann man kritisieren, aber damit greift man eben den Kern des Spiels an.

Ich kann sehr wohl einen Rogue als Betrüger auslegen. Dabei stört imo Sneak Attack nicht im Geringsten. Und auch die Tools nicht. Ein Arcane Trickster ist als Betrüger prädestiniert. Kampf und Magie gehören da ebenso zum Kern des Spiels und m.E. kommt ein kompetenter Betrüger ingame an Magie gar nicht vorbei. Es stellt sich eben auch die Frage, wie der Betrüger die drei Säulen des Spiels bedienen soll. Eine einseitige Auslegung auf eine einzelne Säule ( soziale Encounter) eben nicht vorgesehen und der Rogue bekommt halt sein Handwerkzeug für alle drei Säulen automatisch mit.

Auch das Wildshape des Druiden ist Kern von D&D. Und es passt auch durchaus zu Hexen und Schamanen. D&D Settings sind nunmal tendenziell hochmagisch. Und Magier können nicht heilen, daher sind die raus. Wobei es da in anderen Editionen ja durchaus Wege gab.

aikar:

--- Zitat von: Timrix am 20.06.2021 | 14:47 ---Insgesamt ist in D&D5 der Kämpfer dem Schurken haushoch überlegen, was den Kampf betrifft.
Der Schurke ist gut im (wie der Name schon sagt) hinterhältigen Angriff. Er benötigt zwingend den Kämpfer, der einen Gegner nach dem anderen fällt, um dann aus der Sicherheit heraus den todbringenden Angriff gegen einen Obermotz anzubringen.
Wenn es um das Austeilen von reinem Schaden geht, sind beide wiederum dem Barbaren unterlegen.
--- Ende Zitat ---
Falsch. Rein statistisch hat der Schurke den höchsten Schadensoutput aller Klassen, sagt sogar Wizards selbst. Üblicherweise bringt er den hinterhältigen Angriff nicht nur "einmal gegen den Obermotz", sondern so gut wie jede Runde (Entweder durch Freund im Nahkampf oder Angriff aus der Deckung, nachdem er sich mit einer Bonusaktion versteckt hat oder als Draufgänger alleine oder seit Taschas mit Zielen). Von Wizards kam mal wo die Aussage, dass das Balancing des Schurken sogar davon ausgeht, dass er jede Runde seinen hinterhältigen Schaden macht.
Der Barbar ist vor allem der Einstecker der Gruppe, mit endlos vielen Lebenspunkten und Resistenzen. Aber beim durchschnittlichen Schadensoutput steht er üblicherweise weit hinter dem Schurken und vielen magischen Klassen zurück.

Und das alles ist gut so. Der Kampf bei D&D5 funktioniert als Teamaufgabe. Jeder hat was zu tun, jeder kann was beitragen.
Und die Einhaltung von gewissen Kernstereotypen ist der einzige Weg, einigermaßen Fairness zwischen den Charakteren zu garantieren. Ja, ich weiß, dass das manchen nicht wichtig ist. Mir schon. Ich habe oft genug erlebt, wie in klassenlosen Systemen genau einer der Gruppe Kompetenzen in einem Bereich hatte und der Rest der Gruppe über 1-2h zuschauen musste. Das ist einfach doof.


--- Zitat von: nobody@home am 20.06.2021 | 23:17 ---Sagen wir mal, die Möglichkeit besteht zumindest. ;) Außerdem wird, denke ich mir, für wenigstens einige von uns das Problem weniger in den Stereotypen an sich liegen als in der Frage, ob das nun wenigstens unsere eigenen Klischees sein dürfen oder eben nur die, die das System uns vorschreiben will...
--- Ende Zitat ---
Nochmal: Die Möglichkeit existiert auch bei D&D(5). Nimm einen Barbaren mit Intelligenz 15 und dem Hintergrund Gelehrten. Einen Krieger (oder Paladin!) mit Hintergrund Krimineller. Einen Goblin-Barden mit dem Hintergrund Volksheld. Einen Elfen-Magier mit INT8, CHA17 und Hintergrund Scharlatan, der sich durchs Leben schummelt.
Kannst du alles machen.
Wird nicht oft passieren, aber das wird es bei klassenlosen Systemen auch nicht.

In einer meiner laufenden Gruppen haben wir eine adelige Waldläuferin (Stichwort Merida) mit Feenpakt. Ihr Kernthema ist die adelige Tochter, dass sie Waldläufer ist, hat mit ihren Erlebnissen im Krieg zu tun und den Feenpakt hat sie in der Kampagne geschlossen (Was mit einem Subklassenwechsel von Jäger auf Fey Wanderer einherging).

Selbst viele Klassenfähigkeiten sind seit Taschas austauschbar. Und Subklassen gibt es sowieso jede Menge.
Das einzige woran es eben kein Rütteln gibt, sind die absoluten Kernkompetenzen der Klasse. Hinterhältiger Angriff, Bardische Inspiration, Hand auflegen, KI-Punkte ausgeben. Das sind aber nicht mehr als 1-3 Fähigkeiten pro Charakter. Und selbst die kannst du seit Taschas über Talente zum Teil in andere Klassen integrieren, du kannst sie nur der Hauptklasse nicht weg nehmen.


--- Zitat von: nobody@home am 20.06.2021 | 23:17 ---Hängt von der Kampagne ab -- an der Idee, daß man speziell als Dungeonplünderer entweder Kampf oder Magie unbedingt braucht, mag ja etwas dran sein, aber nicht mal jede D&D-Kampagne (oder zumindest nicht jede selbstgestrickte, über die Fertigangebote kann man sicher streiten) wird auch nur ihren Schwerpunkt da haben.
--- Ende Zitat ---
Jein. Nicht jede D&D-Kampagne ist eine Folge von Dungeon Crawls. In einer meiner Kampagnen hatte ich in 3 Jahren genau einen einzigen kurzen. Aber praktisch alle D&D(5)-Kampagnen sind kampforientiert. Nicht so extrem, wie es im DMG angegeben ist (mit zig Encountern pro Tag) und nicht so extrem wie es noch in D&D4 war, aber es wird doch immer wieder Kämpfe geben. Einfach weil die Klassen eben auf den Kampf gebalanced sind, viele Fähigkeiten vor allem im Kampf etwas bringen und die Spieler diese dann natürlich auch nutzen wollen.
Fun Fact: Das oft als "erzählerisches D&D" hingestellte 13th Age hat ausschließlich Kampf-Sonderfähigkeiten und Talente. Was einer der Gründe war, warum wir von 13th Age zu D&D gewechselt sind.

Ein Dämon auf Abwegen:

--- Zitat von: Crimson King am 20.06.2021 | 23:07 ---In auf Kampf ausgelegten Spielen wird ein Charakter ohne Kampf und Magie vermutlich nix reißen. Es braucht für einen solchen Charakter schon einen passenden Kontext. Dann geht das natürlich ohne Probleme.
--- Ende Zitat ---
Aber wie oft hast du diesen Kontext?
Kaufabenteuer für die mainstream Systeme die ich kenne haben eigentlich fast immer Kämpfe, Nichtkämpfer funktionieren dann eigentlich nur in relativ großen Gruppen wo es auf einen Mehr oder weniger nicht an kommt.

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