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D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?

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Holothuroid:

--- Zitat von: aikar am 21.06.2021 | 08:51 ---Wer da immer die gleichen Stereotypen spielt ist selbst schuld.

--- Ende Zitat ---

Das ist als Ergebnis auch nicht nützlich. Wenn Leute den Eindruck haben, dass immer wieder die gleichen Stereotypen kommen, sollte man versuchen herauszufinden, wie es dazu kommt. Da kann ich nur spekulieren.

Zu klären ist vielleicht, ob die Kritik ist: "Ich finde nichts Interessantes / keine Abwechslung.", oder aber: "Leute, mit denen ich spiele, machen immer wieder das selbe."

Unabhängig davon glaube ich, dass Multiplizieren hier keine vernünftige Methode ist. Dies setzt voraus, dass alle Faktoren als gleich stilbildend wahrgenommen werden. Bei Hintergründen zweifle ich das aufgrund ihrer begrenzten Wirkung und häufigen thematischen Übeschneidung mit Klassen an. Ebenso werden Leute bei 102 Subklassen keine sinnvollen Unterscheidungen mehr machen können. Wir müssten das also irgendwie logarithmisieren. Keine Ahnung wie.

Arldwulf:
Naja, am einfachsten wäre es sich die konkreten Regeländerungen anzuschauen und zu hinterfragen wie das System dazu beiträgt tatsächlich unterschiedliche Aktionen zu fördern. Bringt ja nix wenn an einer Klasse dransteht "das ist ein Kämpfer" und an der anderen "das ist ein Schurke" und wenn der Spielleiter dann fragt "was machst du" sagen beide: "Ich hau halt drauf".

Und es ist auch nicht so als ob die 5E dort nichts bieten würd, nur weil es etwas weniger geworden ist. Es gibt immer noch einige Optionen um tatsächlich unterschiedliche Aktionen durchzuführen die sich nicht nur im Schaden oder der Schadensberechnung unterscheiden.

aikar:

--- Zitat von: 1of3 am 21.06.2021 | 09:08 ---Das ist als Ergebnis auch nicht nützlich. Wenn Leute den Eindruck haben, dass immer wieder die gleichen Stereotypen kommen, sollte man versuchen herauszufinden, wie es dazu kommen. Da kann ich nur spekulieren.
--- Ende Zitat ---
Zugegeben, das war von mir etwas offensiv/unhöflich.

Das gilt dann aber auch für die initiale "Anklage" "Bei D&D(5) gehen nur Stereotypen".

Warum das Gefühl aufkommt, dass man Stereotypen spielt, da sehe ich ein paar Ursachen:


* Viele Spieler wollen es so. Stereotype erleichtern das Spiel und machen oft einfach Spaß.
* Die Vorstellung, dass sich Charaktere nur durch ihre Regeln unterscheiden. Das kommt oft bei Spielern, die von extrem feingranularen Spielen wie DSA kommen.
* Zu wenig Flexibilität des Spielers beim Charakterbau. Das umfasst das von mir angesprochene "XY geht nicht" = "Fast nichts geht". Wenn ich ein Charakterkonzept auf der grünen Wiese entwickle und das dann auf Biegen und Brechen durchdrücken will, anstatt einfach die ähnlichsten Varianten zu nehmen (oder noch besser: Sich von den vorhandenen Optionen inspirieren zu lassen), kriege ich natürlich das Gefühl, dass mich das System einschränkt. Das ist das selbe Problem, dass manche Leute mit Netflix haben, weil genau Film XY den sie haben wollen nicht verfügbar ist. Damit wird das restliche Angebot gleich mal ignoriert/für schlecht erklärt.
* Wenig praktische Spielerfahrung. Wenn man nur das Spielerhandbuch durchliest kann dieser Eindruck allein durch die klare Klassentrennung entstehen.
* Unkenntnis der zusätzlichen Optionen aus den Zusatzbänden (Wie es bei Weltengeist offenbar der Fall war)
* Die Vorstellung, dass man Regeln wörtlich für den Fluff interpretieren muss, anstatt Reskinning als Option zu akzeptieren. Ich will einen Schamanen, der vor allem Unterstützer und Heiler ist aber kein Gestaltwandler-Druide? Nimm einen Barden mit Übung in Überlebenskunst, Heilkunde und Naturkunde (Aus den frei wählbaren Fertigkeiten des Barden oder aus einem Hintergrund).
* Reiner Fokus auf die Klassen und Ignorieren der Möglichkeiten, die Hintergründe bieten. Du willst einen geläuterten Gauner, der zum Glauben gefunden hat? Nimm einen Kleriker oder Paladin mit Hintergrund Krimineller.

--- Zitat von: 1of3 am 21.06.2021 | 09:08 ---Ebenso werden Leute bei 102 Subklassen keine sinnvollen Unterscheidungen mehr machen können.
--- Ende Zitat ---
Bis jetzt hatten alle Subklassen (meiner Meinung nach) ihre Berechtigung und Eigenständigkeit.

Issi:

--- Zitat von: Arldwulf am 21.06.2021 | 09:13 ---Naja, am einfachsten wäre es sich die konkreten Regeländerungen anzuschauen und zu hinterfragen wie das System dazu beiträgt tatsächlich unterschiedliche Aktionen zu fördern. Bringt ja nix wenn an einer Klasse dransteht "das ist ein Kämpfer" und an der anderen "das ist ein Schurke" und wenn der Spielleiter dann fragt "was machst du" sagen beide: "Ich hau halt drauf".

--- Ende Zitat ---
Sind halt beides Nichtmagische Figuren.
(Ist aber nicht nur ein D&D Problem)
Nichtmagische Figuren sind häufig gegenüber magisch begabten Figuren benachteiligt.

Und die Zusatzbände machen das oft nicht besser- a la "Oh cool! - Jetzt kann ich mir meine Wunschfigur bauen. Und natürlich hat die auch Magie (Wäre ich ja schön blöd darauf zu verzichten)."

Vielleicht machen das die 6e mal besser.
Es braucht mMn. einfach mehr Anreize auf Magie zu verzichten.
Anderenfalls macht es für viele Spieler keinen Sinn solche Figuren noch zu spielen.

Arldwulf:

--- Zitat von: Issi am 21.06.2021 | 09:27 ---Sind halt beides Nichtmagische Figuren.
(Ist aber nicht nur ein D&D Problem)
Nichtmagische Figuren sind häufig gegenüber magisch begabten Figuren benachteiligt.

--- Ende Zitat ---

Klar, bloß handelt es sich hierbei ja um eine konkrete Änderung zum Vorgänger in dem durchaus auch nichtmagische Figuren unterschiedliche, individuelle Aktionen haben konnten. Insofern würde ich da das System nicht ganz vom Haken lassen - dies ist durchaus etwas was die 5E explizit (wieder) einführt und bei dem die Möglichkeiten zur Individualisierung gesenkt werden.

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