Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Tegres:
--- Zitat von: Weltengeist am 18.06.2021 | 14:14 ---Also wenn einem die Regeln wurscht sind, kann man ja eigentlich auch Fate spielen, oder? Ich dachte, man spielt D&D, weil einem der Crunch wichtig ist? Da finde ich es nicht hilfreich zu sagen: Was du können willst, kannst du eben nicht, aber mach dir nix draus - Ist ja eh nur Regelgeschiss.
--- Ende Zitat ---
Ich verstehe JS so, dass ihm Regeln eben nicht egal sind, sondern dass Regeln nicht das einzige sind, was einen Charakter definiert. Das sehe ich auch. Mechanik sorgt nicht für Einzigartigkeit, sondern die Entscheidungen und Erlebnisse der Charaktere (siehe hier + hier).
nobody@home:
--- Zitat von: Raven Nash am 18.06.2021 | 14:28 ---1. Nimm ein klassenloses System.
2. Verzweifle daran, dass die Spieler trotzdem wieder Kämpfer, Magier, Dieb, etc. bauen. >;D
--- Ende Zitat ---
Die dann aber wahrscheinlich im Detail doch wieder anders aussehen als der stereotype D&D-Kämpfer, -Magier, oder Dieb. ;)
--- Zitat ---Der Mensch hat bestimmte archetypische Vorstellungen verinnerlicht, die aus seiner persönlichen Erfahrung und dem kulturellen Umfeld entstehen. Somit gibt es für Fantasy-Fans meist einen bestimmten Archetyp für eine bestimmte Art Charakter.
--- Ende Zitat ---
Das ist zwar prinzipiell richtig, aber die genauen Vorstellungen des einzelnen Menschen, was genau diesen oder jenen Archetypen jetzt ausmacht, können immer noch deutlich variieren. Ist etwa der klassische "Waldläufer" jetzt tatsächlich mehr Aragorn (streng genommen primär der König im Exil), Robin Hood (grundsätzlich guter Kerl auf der falschen Seite des Gesetzes, der halt mit seiner Bande im Wald lebt), oder vielleicht doch eher Winnetou (ist von den dreien noch am deutlichsten der, der sich definitiv in der Wildnis so richtig mit Anschleichen, Spurenlesen usw. auskennt)?
Und da steckt dann halt einer der subtileren Haken: wenn der Spieler sich unter dem theoretisch selben Archetypen nicht hinreichend genau dasselbe vorstellt wie der oder die Designer der Klasse, dann passen die beiden gegebenenfalls am Ende doch nicht besonders gut zusammen.
Arldwulf:
--- Zitat von: Moonmoth am 18.06.2021 | 14:36 ---Ich persönlich brauche keinen Regelcrunch und weitere Sub-/Prestige-/etc-Klassen, um z.B. einen Samurai-artigen Kämpfer umzusetzen: Das ist ein Kämpfer. Punkt.
Daher: Kein Problem :)
Wenn die 5E durch Multiklassen und Zusatzregeln aufgebläht wird, verliert das Spiel viel von seiner schwungvollen, eleganten Klarheit und man sollte dann vielleicht doch eher zu Pathfinder 1/2 greifen - das sind ja auch wirklich keine schlechten Regeln. Alternative: Ein sehr sehr schlaues und viel freieres Klassensystem findest du in Whitehack, das Regeltechnisch auch noch einmal viel knapper ist.
Aber: D&D hat ein eigenes Feeling und ist eine Runde oder ein Dutzend wert. Viele von uns haben ja offensichtlich auch ihre ganz eigenen Vorurteile und Klischeevorstellungen, was Rollenspiel mit D&D angeht.
--- Ende Zitat ---
Ja, so würde ich dies auch sehen - also gerade den Aspekt mit dem eigenem Feeling der 5E. Es ist halt einfach ein System zum schnell loslegen, nicht lange rumüberlegen, spielen und auch mal ein Auge zuzudrücken wenn etwas hakt. Aber der Threaderöffner scheint ja durchaus eher an einem anderem Feeling interessiert zu sein...und dann sollte man schon dazu sagen: Natürlich gibt es auch im D&D Kontext Systeme mit wesentlich mehr Freiheit bei der Umsetzung eines Charakters. Wenn mich jemand fragt "Kann ich einen Druiden ohne Wild Shape machen" sag ich halt: Klar, welche Variante hättest du denn gern?
Tarendor:
--- Zitat von: nobody@home am 18.06.2021 | 14:43 ---Das ist zwar prinzipiell richtig, aber die genauen Vorstellungen des einzelnen Menschen, was genau diesen oder jenen Archetypen jetzt ausmacht, können immer noch deutlich variieren. Ist etwa der klassische "Waldläufer" jetzt tatsächlich mehr Aragorn (streng genommen primär der König im Exil), Robin Hood (grundsätzlich guter Kerl auf der falschen Seite des Gesetzes, der halt mit seiner Bande im Wald lebt), oder vielleicht doch eher Winnetou (ist von den dreien noch am deutlichsten der, der sich definitiv in der Wildnis so richtig mit Anschleichen, Spurenlesen usw. auskennt)?
Und da steckt dann halt einer der subtileren Haken: wenn der Spieler sich unter dem theoretisch selben Archetypen nicht hinreichend genau dasselbe vorstellt wie der oder die Designer der Klasse, dann passen die beiden gegebenenfalls am Ende doch nicht besonders gut zusammen.
--- Ende Zitat ---
Ich sehe hier ein Missverständnis.
Laut PHB kann eine Figur durch verschiedene Klassen/Hintergründe/Archetypen dargestellt werden.
Da gibt es glaube ich sogar Beispiele im PHB.
Was du da aufzählst würde eventuell gar nicht mit der Waldläufer-Klasse dargestellt werden.
D&D5 macht auch deutlich, dass eine Klasse etwas Abstraktes ist das keine Entsprechung in der Spielwelt hat.
nobody@home:
--- Zitat von: Tarendor am 18.06.2021 | 14:52 ---Ich sehe hier ein Missverständnis.
Laut PHB kann eine Figur durch verschiedene Klassen/Hintergründe/Archetypen dargestellt werden.
Da gibt es glaube ich sogar Beispiele im PHB.
Was du da aufzählst würde eventuell gar nicht mit der Waldläufer-Klasse dargestellt werden.
D&D5 macht auch deutlich, dass eine Klasse etwas Abstraktes ist das keine Entsprechung in der Spielwelt hat.
--- Ende Zitat ---
Okay, wenn eine Klasse kein Archetyp sein und auch nichts in der Spielwelt entsprechen will, was ist sie dann eigentlich überhaupt noch und warum soll ausgerechnet sie den Charakter am tiefgreifendsten definieren dürfen? :think:
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