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D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?

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Raven Nash:
Ich habe ja die längste Zeit klassen- und stufenlose Systeme gespielt. Sobald es Fantasy ist, sind die SCs aber doch irgendwie wieder D&D.
D&D bezieht seine Klassen ja nicht aus dem hohlen Raum. Es sind Archetypen, die in der Pop-Kultur geprägt und implementiert wurde.
Sei es der Barbar, egal ob er nun einen steirischen Akzent hat oder einen italienischen, der Schurke, der mit charmantem Lächeln der Dame die Hand küsst, während er mit dem Inhalt der Schatztruhe ihres Ehemannes durchs Fenster abhaut - wir alle haben sie in unzähligen Inkarnationen gesehen.
Die Figuren in StarWars sind ja auch nur solch archetypischen Charaktere.

5e beschränkt sich aber darauf abzubilden, was die Chars können. Was sie ausmacht, das ist dem Spieler überlassen.

Wenn ein Ranger einen Pfeil abschießt, sagt das nichts darüber aus, wer er ist. Festgestellt wird, ob er trifft und wie stark die Verletzung ist.
Wenn er nach Spuren sucht, ist es völlig egal, wie seine Vorgeschichte ist. Festgestellt wird, ob er welche findet und ob er ihnen folgen kann.

Das Entscheidende ist das Narrativ, in das der Char eingebunden ist - und das obliegt der Gruppe, nicht dem System.

flaschengeist:
Ich hatte selbst nie den Eindruck, dass sich alle Charaktere einer Klasse gleichen - auch nicht rein "mechanisch". Du hast zumindest in der 5e eine Vielzahl von Subklassen (für den sozialen Dieb ist z.B. der "Mastermind" eine gute Wahl), Charaktere einer Klasse können zudem verschiedener Rasse (mit je eigenen Rassenfähigkeiten) sein oder unterschiedliche Fertigkeiten, Zauber und Attributswerte haben. Außerdem ist Multiclassing möglich (je nach Edition einfach oder kompliziert, in der 5e einfach).

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--- Zitat von: Raven Nash am 18.06.2021 | 14:28 ---1. Nimm ein klassenloses System.
2. Verzweifle daran, dass die Spieler trotzdem wieder Kämpfer, Magier, Dieb, etc. bauen. >;D

Der Mensch hat bestimmte archetypische Vorstellungen verinnerlicht, die aus seiner persönlichen Erfahrung und dem kulturellen Umfeld entstehen. Somit gibt es für Fantasy-Fans meist einen bestimmten Archetyp für eine bestimmte Art Charakter. Beim Waldläufer ist das z.B. Aragorn. Ich möchte gar nicht nachrechnen, wieviele Aragorn-Klone ich schon gesehen habe.

--- Ende Zitat ---

Stimme voll zu. In meinem Eigenbau (klassenloses System) gibt es extra eine Tabelle, die aufführt, welche Attributs-, Fertigkeits- und Talentkombination die üblichen Klassen gut abbildet.

Tarendor:
Durch die Hintergründe und die Übung mit Werkzeug kann man bei D&D5 auch Charaktere bauen, die zwischen den Klassen liegen: Du willst einen Krieger spielen, der gut im Waffenkampf ist, der aber wie ein Dieb Schlösser öffnen und Fallen entschärfen kann?

Kein Problem: Nimm die Klasse 'Kämpfer' und den Hintergrund 'Krimineller'.
Im weiteren Verlauf der Kampagne kannst du diese Schwerpunkte je nach Gusto ausbauen.

Gunthar:
Habt ihr Luxusprobleme. ;) Bei D&D 1e oder AD&D 1e gab es noch viel weniger Variationen als in der 5e.

Rorschachhamster:

--- Zitat von: Gunthar am 18.06.2021 | 17:50 ---Habt ihr Luxusprobleme. ;) Bei D&D 1e oder AD&D 1e gab es noch viel weniger Variationen als in der 5e.

--- Ende Zitat ---
Das ist vielleicht Teil des Problems, wenn es nur "Kämpfer" gibt und keine sonderfähigkeiten, bist du frei daran, zu interpretieren was dein Kämpfer für einer ist, aber der dritte Tiertotemkrieger (Bär) sieht schon ganz automatisch eher gleich aus.  :)

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