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[The One Ring / Der Eine Ring] Schattenpunkte bei Missetaten gegen Orks?
nobody@home:
Nebenbei...
--- Zitat von: caranfang am 2.11.2021 | 20:39 ---Das sehe ich etwas anders. Wir wissen zum Beispiel, dass Elladan und Elrohir aktiv Orks gejagt haben. [...]
[...] Es ist wirklich auffällig, dass Orks zwar Gefangene machen, um sie entweder zu verspeisen, zu foltern oder zu versklaven, aber Orks in keiner der Schlachten gefangen genommen wurden. Jene, die nicht entkommen konnten, wurden alle erschlagen.
--- Ende Zitat ---
Daraus kann man eigentlich erst mal auch nur ablesen, daß Elben und Menschen im Setting den Genozid an Orks schon für das Normalste von der Welt halten. Ob wir als Leser das auch so sehen oder es als die konkrete Auswirkung eines weiteren Schattens (und sei es "nur" der immer noch wirkende Einfluß des verbannten Morgoth) auf Mittelerde betrachten sollen, wäre sicher überlegenswert, führt aber eventuell etwas weit weg vom Thema. :think:
Crimson King:
Ich sehe die Orks von Mittelerde als grundsätzlich so weit verdorben an, dass man da mit den üblichen pädagogischen Mitteln nichts mehr machen kann. Insofern halte ich den Ansatz, bei Orks keine Gefangenen zu machen, für völlig ok. Was will man mit den Gefangenen auch machen? Sie in ein Umerziehungslager bringen?
Foltern ist als Handlung aber grundsätzlich auf einem anderen Level. Während ich den Einsatz von Folter in bestimmten Situationen nachvollziehen kann, kann ich sie noch lange nicht gutheißen und gehe davon aus, dass sie auch auf den Folternden wirkt. Insofern wären Schattenpunkte da obligatorisch.
Im Zusammenhang mit Orks sollte man sich auch darüber klar werden, dass Orkfrauen und -kinder bei Tolkien glaube ich in der Praxis nicht explizit vorkommen, genauso wenig wie Orks mit irgendeiner Individualität. Aragorn & Co. sind von daher nie in der Situation, über das Leben von Orkkindern entscheiden zu müssen. Fängt man da an zu differenzieren, kommt man da denke ich schnell an den Punkt, an dem Tolkiens Mittelerde nicht mehr funktioniert, weil Orks = böse, gesichtslose Masse da gesetzt ist. Von daher würde ich, wenn ich TOR spiele, an diesem Umstand nicht rütteln.
caranfang:
--- Zitat von: nobody@home am 2.11.2021 | 21:51 ---Nebenbei...
Daraus kann man eigentlich erst mal auch nur ablesen, daß Elben und Menschen im Setting den Genozid an Orks schon für das Normalste von der Welt halten. Ob wir als Leser das auch so sehen oder es als die konkrete Auswirkung eines weiteren Schattens (und sei es "nur" der immer noch wirkende Einfluß des verbannten Morgoth) auf Mittelerde betrachten sollen, wäre sicher überlegenswert, führt aber eventuell etwas weit weg vom Thema. :think:
--- Ende Zitat ---
Es war aber nie ein Genozid.
Zum einen war das Töten von Kriegsgefangenen selbst noch im irdischen Spätmittelalter üblich. Wenn man für sie kein Lösegeld erwarten konnte, wurden sie halt getötet. Und lange zeit galt der Grundsatz, dass jeder, der sich irgendwie wehrt, vernichtet wird.
Zum anderen erholten die Orks sich immer sehr schnell von verheerenden Niederlagen. selbst nach dem die Zwerge sechs Jahre lang Orkfestungen im Nebelgebirge verwüstet hatten und ein großes Ork-Heer vor den Toren von Moria vernichtet hatten, waren die Orks des Nebelgebirges immer noch stark genug, um Rohan ab dem darauffolgenden Jahr 64 Jahre lang immer wieder zu überfallen. Und auch nach der Schlacht der Fünf Heere erholten sich so schnell, dass die Pässe über das nördliche Nebelgebirge von den Beorningern offen gehalten werden mussten. Dies kann man Gloins Worten in Bruchtal entnehmen. Und viele dieser Orks standen im Ringkrieg in Sarumans Diensten. Das einzige Orkvolk, welches mit Sicherheit vernichtet wurden, waren die Uruk-hai Sarumans. Aber hier waren es die Ents, die diese Tat vollbrachten. Die Orks und Trolle Mordors wurden vielleicht auch vollständig vernichtet, aber hier wird impliziert, dass sie nach der Vernichtung des Rings auf einander losgingen und sich gegenseitig erschlugen. Es war der Will Saurons, der die Orkvölker Mordors zusammenhielt.
Raven Nash:
Grundsätzlich muss man hier mal damit anfangen, dass Orks (bei Tolkien) nicht zu den Freien Völkern zählen, sie in der Vorstellungeswelt dieser also nicht einmal den Status eines Tieres haben. Sie sind Geschöpfe des Bösen, geschaffen aus der Qual von Elben, die von Morgoth verändert wurden.
Das kann man nicht mit unserer Welt vergleichen - bzw. ist es für uns nicht vorstellbar. Eventuell könnten religiöse Fanatiker das nachempfinden, aber die dürften eher wenig TOR spielen...
Tatsächlich entspricht das Verständnis dem von Kreuzrittern gegenüber den "Ungläubigen" - diese haben keinerlei Rechte, die den "Rechtgläubigen" zustehen. Alle Taten an ihnen sind "automatisch" vergeben.
Bei den Orks kommt noch dazu, dass sie nichtmal menschlich aussehen - da dürfte das Gewissen noch weniger "anschlagen".
Das ist natürlich eine enorme Diskrepanz zwischen Spieler und Charakter. Aber im Prinzip hätte man die auch schon, wenn man z.B. Kreuzritter spielt oder Priester in entsprechenden Settings.
Swafnir:
Orks jagen und töten geht für mich bei Herr der Ringe in Ordnung, ohne Schattenpunkte zu bekommen. Die sind per Defintion in Mittelerde böse und werden gejagt um andere - gute - Wesen vor ihnen zu beschützen. Folter oder besondere Grausamkeit wären bei mir Schattenpunkte wert, egal gegen wen sie gerichtet werden. Die Handlung an sich ist bösartig, da spielt das Opfer keine Rolle. Jemanden hart anpacken und nicht besonders gut behandeln würde ich da aber noch nicht drin sehen.
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