Autor Thema: Archiv zu OGL, ORC, SRD und anderen Lizenzfragen rund um die OGL  (Gelesen 91532 mal)

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Offline YY

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Jetzt haben wir dann die Situation, dass es X neue "freie" Systeme gibt - und im Endeffekt das, was die OGL attraktiv machte, wegfällt.

Auch unter der (alten) OGL waren einige Systeme jenseits des Kerns schon deutlich verschieden und die gemeinsame D&D-Grundlage hat gezogen.
Daran wird sich nicht viel ändern.
 
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
- Pyromancer

Offline Argonar

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Da steht drin, dass sie eine Lizenz bekommen, NICHT, dass sie alle Rechte bekommen und das übernehmen. TROTZDEM das herumposaunt wird. Eine Lizenz ist etwas völlig anderes (auch in den USA) als eine Übernahme, ansonsten wäre die OGL ein Verschenken der D&D-SRD gewesen, was es nicht war. Simple Panikmache, ehrlich gesagt.
Da steht wortwörtlich dass diese Sublizenzierbare Lizenz erlaubt diesen Content zu verwenden wie auch immer sie wollen. (to use that content for any purpose.) Das ist keine Panikmache, das ist FAKT.

Der Entscheider bei WotC hat fünfundzwanzig Jahre Erfahrung in Sachen IP- und Copyright- bzw. Lizenzrecht. Das ist nicht aus der Luft gegriffen und ich gehe fest davon aus, dass es ein durchdachter Zug war. Und richtig, man sollte nie blind etwas unterschreiben, man sollte sich bei Spezialisten informieren. Siehe das von mir verlinkte Video, in welchem den "Big Playern" geraten wird, separate Lizenzen auszuhandeln. Denn das geht problemlos, nur halt nicht für lau... was eh nicht mehr geht für alle, die mehr als 750.000 Dollar pro Jahr mit D&D-kompatiblem Zeug umsetzen. Nebenbei garantiert dir nicht mal ein Gericht, dass es so bleibt. Nur eine starke und gut geschriebene Übereinkunft tut das... kann allerdings von wirtschaftlichen Faktoren über den Haufen geworfen werden. GARANTIEN gibt es niemals im Leben, so etwas zu erwarten ist... unklug. *schulterzuck*
Durchdacht vielleicht, rechtlich konform oder basierend auf 25 Jahren Verständnis in Sachen Lizenzrecht? Eher nicht.
Es ist nichts neues, dass große Firmen mit Angstmache und Bullytaktiken versuchen die Kleinen in eine für vorteilhafte Position zu drängen, egal wie die Rechtslage ist, weil sie können es sich leisten es drauf ankommen zu lassen. Vielleicht gibts ja ein paar Dumme die aus Angst akzeptieren.

Natürlich kann man weiterhin mehr als 750.000 Dollar im Jahr mit DND kompatiblen Zeug umsetzen und zwar auf 2 Arten, entweder man bleibt auf der OGL 1.0 oder verwendet gar keine Lizenz (viele von den Sachen die veröffentlicht werden, bräuchten vermutlich sowieso keine und hatten sie nur als Sicherstellung drin) In letzterem Fall dürfte man dann sogar mit "DND 5E kompatibel" werben, was die OGL ja explizit verbietet, drum steht ja überall nur 5E drauf.

Man muss sich halt drauf gefasst machen, dass es die Chance gibt verklagt zu werden, was WOTC aber mit jedem Publisher/Lizenznehmer separat machen muss und dann nochmal separat mit dessen Sublizenznehmern. Eine Klage, die sie ziemlich sicher verlieren. Da ist es leichter mit Panikmache die Leute zur OGL 1.1 oder anderen Sonderdeals zu drängen.

Aufschreie nützen genau gar nichts, fürchte ich, sind aber sehr populistisch und man kann sich einreden, man hätte etwas getan.
Das ganze läuft auf eine Entscheidung zwischen genau vier Optionen hinaus:
a) Ich mache weiter wie bisher, lehne OGL 1.1 ab und reagiere auf das, was da kommt.
b) Ich akzeptiere die OGL 1.1 und schaue, was passiert.
c) Ich lehne die OGL ab und mache etwas eigenes.
d) Ich ziehe gegen die OGL 1.1 vor Gericht, was lange dauert, SEHR teuer wird (man spricht von über einer Million in Gerichtskosten!) und habe immer noch keine Garantie, dass es gekippt wird.
Aufschreie nützen sehr wohl etwas, zum einen um zu zeigen wie schlecht so ein Move ankommt. Wäre nicht das erste und sicher auch nicht das letzte mal, das eine Firma danach stark zurückrudert.
Zum anderen um aufzuzeigen, was da eigentlich versucht wird und dass die Leute bitte nicht drauf reinfallen sollen.
Was aber definitiv nicht hilft ist Verharmlosung, von dem was gerade abgeht.

Punkt d) ist übrigens nicht wirklich eine Option, denn es gibt eigentlich keinen Grund gegen die OGL vorzugehen, die müssen kommen und gegen die Publisher vorgehen und zwar gegen jeden einzeln. Außer man ist ein Triggerhappy Anwalt der diese Klage auf seinem Lebenslauf haben möchte. Da wirds vermutlich auch welche geben

KEINE der Optionen bietet IRGENDEINE Garantie, wie sollte das auch gehen? Alle beinhalten Unsicherheiten, wie alles im Geschäftsleben. Es GIBT keine Garantien, das ist ein Märchen, sorry wenn ich diese Blase platzen lasse. Wenn jemand mit FÜNFUNDZWANZIG Jahren Erfahrung in dieser Spezialrichtung des amerikanischen Rechts etwas tut, wird das eine solide Basis haben. Das ist dann keine Luftnummer, die mal eben von Gerichten nebenbei zerpflückt wird. Niemand schuldet den Leuten etwas, die ihr Geschäftsmodell auf die OGL 1 aufgebaut haben, am wenigsten WotC. Das ist reine Sozialromantik und hat nichts mit der Wirklichkeit in der Justiz oder am Markt zu tun.
Doch es gibt eine Garantie, nimm die neue OGL an und du wirst über den Tisch gezogen.
Und ehrlich gesagt schuldet WOTC den OGL1.0 Lizenznehmern doch etwas, nämlich die Einhaltung des Deals auf ihrer Seite, denn sie haben ja auch stark davon profitiert. Wenn sie das nicht hätten haben wollen, hätten sie die OGL1.0 so nie veröffentlichen dürfen und schon gar nicht den FAQ dazu schreiben.

Allein schon die Tatsache, dass sie in der OGL 1.1, die sie ja automatisch enforcen wollen, noch reinschreiben dass eine Klage ausgeschlossen wird (dann is nämlich sofort die Lizenz weg) ist schon ein Zeichen, dass die 0 Vertrauen haben, vor Gericht durchzukommen. Und ja, sollten sie versuchen einen der Großen wie Disney zu verklagen, werden die ziemlich Sicher von deren Anwälten aus dem Gerichtssaal rausgelacht.

Und der Protest gerade... schaut euch einfach die Geschichte von GW an, da seht ihr, was das bewirkt... es ändert sich nix, die Firma wird größer und macht viele Jahre damit weiter. Denn der Protest kommt von vergleichsweise wenigen, wenn man die gesamte Spielerschaft ansieht... den Großteil interessiert es einfach nicht, weil die eh nix mit den 3rd Party-Sachen zu tun haben. Ist halt so.
Ich weiß nicht warum du immer wieder GW als Beispiel bringst, die sind absolute Niche und nur bei den Die Hard Fans beliebt, das sind auch die, die 17 Codices kaufen und alle 3 Jahre die alten Minis wegschmeißen und durch Neue ersetzen und das auch noch abfeiern. Die haben keinen Casual Markt, den sie durch die Verärgerung verlieren. Bei DND nimmt der casual Markt mittlwerweile den Großteil des Zielpublikums ein.

Und hatten GW irgendwann mal eine OGL ähnliche Lizenz? Nein? Das ist ein sehr großer Unterschied!

Offline Wisdom-of-Wombats

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Da steht wortwörtlich dass diese Sublizenzierbare Lizenz erlaubt diesen Content zu verwenden wie auch immer sie wollen. (to use that content for any purpose.) Das ist keine Panikmache, das ist FAKT.

Nein, das ist bisher kein Fakt. Fakt wird es, wenn dieser Satz so tatsächlich in einer für alle einsehbaren Version der OGL 1.1 veröffentlicht wird. Bisher gibt es kolportierte Leaks, in denen sich ein solcher Satz befindet. Nirgendwo können wir alle bisher die OGL 1.1 einsehen. Es gibt ein gemischtes FAQ Dokument, von dem behauptet wird, es lag der OGL 1.1 bei. Ja, ich ziehe die Aktualität der Leaks in Zweifel. Ich persönlich glaube das erst, wenn ich es durch WotC weiß.

Die haben keinen Casual Markt, den sie durch die Verärgerung verlieren. Bei DND nimmt der casual Markt mittlwerweile den Großteil des Zielpublikums ein.

Der Casual Markt von DnD ist so Casual, dass die noch nicht mal in RPG Foren unterwegs sind, und daher gar nix von der Aufregung mitbekommen. Es sind doch selbst unter etablierten Spielern mehrere verschiedener Systeme höchsten 10% in einschlägigen Social Media bzw Foren unterwegs. Da wird das gegenüber reinen DnD Spielern entweder nicht mehr oder deutlich weniger sein.

Das Tanelorm ist definitiv kein erster Anlaufpunkt für Casual Gamers. Und daher wenig repräsentativ für sie ;) Wir sind oft alte Hasen, die tief und lange im Hobby sind. WotC geht glaube ich eher davon aus, dass ein Casual Gamer 4-5 Jahre im Hobby bleibt (oder bei DnD). Und das DnD Synonym für Rollenspiel ist.
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Offline Rorschachhamster

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Der Casual Markt von DnD ist so Casual, dass die noch nicht mal in RPG Foren unterwegs sind, und daher gar nix von der Aufregung mitbekommen. Es sind doch selbst unter etablierten Spielern mehrere verschiedener Systeme höchsten 10% in einschlägigen Social Media bzw Foren unterwegs. Da wird das gegenüber reinen DnD Spielern entweder nicht mehr oder deutlich weniger sein.
Richtig, und weißt du wer neue Spieler ins Hobby bringt? Diese 10%.  8)
Selbst die CR Schauer, die nur dadurch neugierig geworden sind, und nix anderes kennen wenden sich an diejenigen mit Sendungsbewußtsein. "Kennst du jemanden, der D&D spielst, wir wollen das mal versuchen, aber haben keine Ahnung wie?" "Peter spricht eigentlich von nix anderem..."  :D
Rorschachhamster
DMG Pg. 81 " The mechanics of combat or the details of the injury caused by some horrible weapon are not the key to heroic fantasy and adventure games. It is the character, how he or she becomes involved in the combat, how he or she somehow escapes — or fails to escape — the mortal threat which is important to the enjoyment and longevity of the game."

Offline Tintenteufel

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Interessantes Statement von Frog God Games / Necromancer Games auf FB:

Zitat
Frog God Games and Necromancer Games will not sign the new Open Game License (OGL) Version 1.1. We believe that what Hasbro subsidiary Wizards of the Coast (WOTC) is doing is wrong, in bad faith, and likely illegal. We fully believe that the strength of the industry is based on multiple people with diverse approaches to making rules, settings, and adventures for our favorite game.

Twenty-three years and many hundreds of thousands of dollars ago, Clark Peterson and I started a tiny company called Necromancer Games. At midnight on the day 3rd Edition was released, we released the first 3rd party published adventure to support it, The Wizard’s Amulet. Our company then worked with WOTC to put together the 1.0a OGL. The promise that we could start, grow, and operate a business creating adventures for D&D was in the bedrock of what has become my life’s work.

We have published for D&D’s 3.0, 3.5, and 5th Editions. We have published for Pathfinder, Swords and Wizardry, Old School Essentials, and Castles and Crusades. We have published over 500 unique products over the years and even built our own warehouse. All of this was done with the blessing of WOTC through the 1.0a OGL and a contractual promise that we could do this. Third-party publishers like us made the D&D brand larger and more universal.

We are not offended by their desire to make money off the 3rd party publishing market. We are offended that unless we give them the permanent right to use and sell our intellectual property with no compensation, we cannot continue to operate. We are offended that unless we give them the right to let them revoke our ability to publish at any time with only 30 days’ notice, we cannot make any more books. We are offended that even though we have spent thousands of dollars on making virtual tabletop versions of our games, we can’t do it anymore. WOTC sounds like Darth Vader talking to Lando Calrissian in the Empire Strikes Back “… I am altering the deal, pray that I do not alter it further.” Deauthorizing the 1.0a OGL is deeply unfair, likely illegal, and evil.

WOTC, in bad faith, is breaking a promise, clear and simple. Now, they want to pull the rug out from under us. They are intentionally damaging not only Necromancer Games and Frog God Games, but the entire industry.

If they proceed and succeed in deauthorizing the 1.0a OGL, we will have to stop production. We will lay off staff and quit hiring and paying 70 or so freelancers. We will have to cancel projects we have spent tens of thousands of dollars on already. This will put us, and several dozen other companies out of business. Putting 3rd party publishers out of business will create a monoculture of work in D&D that prevents diversity of thought and makes it so only one company has input into the hobby. This has a real effect on people, real people, not just companies.

We do not care about One D&D. What we do care about is our ability to use the perpetual 1.0a OGL granted to us in 2000 by WOTC, as they promised we could.

So, what does all this mean for Necromancer Games and Frog God Games?

First, it means we need to stand up to them, fight, and continue working under our existing license. In this case by “we” I mean everyone who is a creator in this industry. Second, we need to band together to create a non-OGL and non-WOTC version of a System Reference Document (SRD) that can forever be used by anyone. Why, you ask? WOTC has proven itself to be untrustworthy and we all need to wean ourselves off them as soon as we can. We will work with our friends in the industry and have been in conversation with many of them already about doing this. Go Black Flag!

What you can do to help is to buy books from us and other 3rd party publishers right now so we can afford to continue to operate, pay our people, and keep our pool of artists and writers from starving. Look for opportunities to let WOTC know that what they are doing is wrong, be it with social media or with your wallet.

Have no fear, we are sticking around. We know it’s going to be a bumpy ride for a while, but if the fans support us, Necromancer Games and Frog God Games, as well as dozens of other companies like us, we will win this war and continue to make great products for the hobby.
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Offline Runenstahl

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Doch es gibt eine Garantie, nimm die neue OGL an und du wirst über den Tisch gezogen.

Ansichtssache. Wenn ich mich auf einen Vertrag einlasse dann werde ich mMn nicht über den Tisch gezogen, egal wie schlecht die Bedingungen sind. Denn ich habe ja dem Vertrag zugestimmt. Wer das nicht will muss das ja nicht. Und so wie der Vertrag derzeit überall auseinandergenommen wird, kann keiner sagen er hätte dieses oder jenes nicht gewußt.

Und wenn du eine Rollenspiel-Firma hast, deren einziges Standbein ist, das sie bislang D&D Sachen rausbringen konnten ohne dafür Gebühren abdrücken zu müssen, dann hat diese Firma Jahrelang stark von der bisherigen Lizenz profitiert. Da gabs auch keinen Aufschrei oder ein schlechtes Gewissen wie ungerecht das alles ist.
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Offline Rorschachhamster

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Go Black Flag!
  ;D Das verheißt Gutes!
Rorschachhamster
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Offline Rorschachhamster

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Ansichtssache. Wenn ich mich auf einen Vertrag einlasse dann werde ich mMn nicht über den Tisch gezogen, egal wie schlecht die Bedingungen sind. Denn ich habe ja dem Vertrag zugestimmt. Wer das nicht will muss das ja nicht. Und so wie der Vertrag derzeit überall auseinandergenommen wird, kann keiner sagen er hätte dieses oder jenes nicht gewußt.

Und wenn du eine Rollenspiel-Firma hast, deren einziges Standbein ist, das sie bislang D&D Sachen rausbringen konnten ohne dafür Gebühren abdrücken zu müssen, dann hat diese Firma Jahrelang stark von der bisherigen Lizenz profitiert. Da gabs auch keinen Aufschrei oder ein schlechtes Gewissen wie ungerecht das alles ist.
Die OGL1.1 ist nicht dafür da, daß die jemand annimmt. Die kannst du nicht annehmen, wenn du ein Geschäft hast. Es ist der Versuch von Hasbro, D&D zu Monopolisieren, mit der Brechstange, mit One D&D und D&D Beyond als alleinige Anlaufstelle für D&D - weder Brick & Mortar noch DriveThrugh noch irgendjemand anders D&D oder kompatible Produkte Verkaufen zu lassen.
Als nächstes verklagen sie jeden, der Hit Dice oder Saving Throw benutzt. Ganz egal, ob sie damit vor Gericht durchkommen, was sie vom Recht her nicht würden, aber wieviel Geld bist du bereit darauf zu wetten? Hast du ein paar Millionen um gegen Hasbro zu klagen? Oder gegen die zu bestehen wenn die kommen? Dies gab es übrigens schon mal. TSR. Kurz bevor sie bankrott waren.  ::)
EDIT: Und was die Ungerechtheit angeht: Doch, ist es. Wenn dir Jahrzehnte erzählt wird, das geht so weiter, und dann plötzlich(!) nicht mehr, obwohl Projekte schon Geld verschlungen haben etc. und tausende (!) in der Industrie arbeiten, dann ist das ungerecht. Selbst wenn es nicht illegal wäre, ungerecht ist es auf jeden Fall. Zumal ohne diese Infrastruktur D&D5e niemals den Erfolg gehabt hätte.  :q
« Letzte Änderung: 12.01.2023 | 07:10 von Rorschachhamster »
Rorschachhamster
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Offline Sphyxis

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Bin sehr gespannt wie sich ein OGL basiertes Lord of the Rings  Roleplaying, lizensiert von Tolkiens Erben mit diesem "wir können deinen Stuff verwenden, wenn wir wollen, eigentlich ist dein Werk unter OGL 1.1 unser!" verträgt. :O

Freuen wir uns auf den neuen Goblinstamm der "Gollums" und die Reaktion von Tolkiens Erben... oderso

Offline Tintenteufel

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Offline aikar

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Zitat von: Kobold Press
As we look ahead, it becomes even more important for our actions to represent our values. While we wait to see what the future holds, we are moving forward with clear-eyed work on a new Core Fantasy tabletop ruleset: available, open, and subscription-free for those who love it—Code Name: Project Black Flag.
Zitat von: Frog God Games
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Wenn ich das richtig verstehe und damit es auch Leute mitkommen, die die Meldung von Kobold Press nicht gelesen haben: Das bedeutet Kobold Press und Frog God Games / Necromancer Games arbeiten schonmal gemeinsam an einem neuen SRD und fordern andere auf, mit zu machen?
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Offline Tintenteufel

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Könnte so gelesen werden, ja. Ich fänd‘s jedenfalls ganz geil!
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Offline aikar

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Irgendwie muss ich gerade an God Emperor of Dune denken. Da war der große Plan, die Menschheit so lange in Tyrannei zu ersticken, bis ihr kollektiv der Kragen platzt, sie rebelliert und ihr alter Antrieb, Forschungsdrang und kreative Energie wieder entfacht wird.

Glaubt ihr jemand bei Wizards hat das gelesen und umgesetzt?  ~;D
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Offline takti der blonde?

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Zum Thema Geld-Verdienen mit der OGL, das war ABSICHT, weil WotC meinte, ein gesunder Rollenspielmarkt sei auch für sie gut. Vgl. weiter das gelöschte FAQ:

"Q: Why create Open Games?

A: The tabletop RPG business lost 60% to 70% of its unit sales from the period from 1993 to 1997. After a detailed study of the market data available, business managers at Wizards of the Coast decided that the primary reason for this decline was the dissatisfaction consumers had about the products game publishers made available for sale.

One way to help publishers make products that will be more interesting to consumers is to allow them to use standardized systems that have large networks of players. Designing a product targeted at a large network of players gives that product a better chance of being commercially successful than designing a product targeted at a small, or a new network of players.

Due to the history of copyright litigation, and the relatively modest financial resources of most game companies, an informal agreement regarding the use of shared game rules, or a license requiring a monetary payment to a third party would not have been sufficient to generate sustained interest in using such systems. Open Games provide both a royalty free license (meaning they impose no financial burden on the publishers) and a formal, explicit agreement describing how to use copyrighted material owned by others without triggering lawsuits or threats of litigation."

Offline Raven Nash

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Der Casual Markt von DnD ist so Casual, dass die noch nicht mal in RPG Foren unterwegs sind, und daher gar nix von der Aufregung mitbekommen. Es sind doch selbst unter etablierten Spielern mehrere verschiedener Systeme höchsten 10% in einschlägigen Social Media bzw Foren unterwegs. Da wird das gegenüber reinen DnD Spielern entweder nicht mehr oder deutlich weniger sein.
Foren sind tot. Und JEDER der RPG in seinen Social Medias hat, hat es inzwischen mitgekriegt (außer man blendet es bewusst aus). Sei es auf FB, Insta, YT oder TikTok.
Die Vorstellung, dass "man es nicht mitbekommt" ist eine sehr altbackene. Insbesondere das jüngere Publikum lebt faktisch auf den Sozialen Medien.
Ob es sie interessiert, sie die Tragweite erkennen, usw. steht auf einem anderen Blatt.
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Offline Rorschachhamster

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Foren sind tot. Und JEDER der RPG in seinen Social Medias hat, hat es inzwischen mitgekriegt (außer man blendet es bewusst aus). Sei es auf FB, Insta, YT oder TikTok.
Die Vorstellung, dass "man es nicht mitbekommt" ist eine sehr altbackene. Insbesondere das jüngere Publikum lebt faktisch auf den Sozialen Medien.
Ob es sie interessiert, sie die Tragweite erkennen, usw. steht auf einem anderen Blatt.
Oder ob sie auf blinde Fanboys hören, die nicht verstanden haben, daß sie das Hobby zerstören...  >;D
Rorschachhamster
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Offline Skaeg

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Okay, die hatten Eier. Die OGL hatten sie aber drinnen?
Nein. Wie gesagt, gar keine Lizenz. Alles "fair use".
Das war ja früher auch völlig normal. Denk' zum Beispiel mal an die großen Rollenspielzeitschriften: Space Gamer/Fantasy Gamer, Challenge, Dragon oder bei uns Wunderwelten, Zauberzeit, Spielwelt. Die haben alle andauernd Abenteuer und Zusatzmaterial für diverse Spiele veröffentlicht, auch solche, die nicht zu ihrem Hausverlag (wenn sie überhaupt einen hatten), ohne dass von einer OGL oder ähnlichem irgendjemand was gehört hätte.

Offline Ein Dämon auf Abwegen

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Das war ja früher auch völlig normal. Denk' zum Beispiel mal an die großen Rollenspielzeitschriften: Space Gamer/Fantasy Gamer, Challenge, Dragon oder bei uns Wunderwelten, Zauberzeit, Spielwelt. Die haben alle andauernd Abenteuer und Zusatzmaterial für diverse Spiele veröffentlicht, auch solche, die nicht zu ihrem Hausverlag (wenn sie überhaupt einen hatten), ohne dass von einer OGL oder ähnlichem irgendjemand was gehört hätte.
Solange man keine Trade Marks verletzt oder direkt Passagen auf publizierten Büchern übernimmt wäre es auch verdammt schwer Rechtlich dagegen vorzugehen, ok WotC/Hasbro könnte dich vermutlich trotzdem mit einer Klagewelle überziehen (zumindest in den USA) aber die meisten anderen Verlage dürften nicht die Ressourcen für sowas haben.
Merke: Neue Regeln zu erfinden ist nicht schwer, unnötige Regeln zu erkennen und über Bord zu werfen erfordert bedeutend mehr Mut und Sachverstand.

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Offline aikar

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Solange man keine Trade Marks verletzt oder direkt Passagen auf publizierten Büchern übernimmt
Das hätte auch die OGL1.0 nicht erlaubt. Direkte Verweise und Nennung von geschützten Namen sind explizit ausgenommen.
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Offline Ein Dämon auf Abwegen

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Das hätte auch die OGL1.0 nicht erlaubt. Direkte Verweise und Nennung von geschützten Namen sind explizit ausgenommen.
Ich denk bezweifle trotzdem das sie gegen einen simplen Verweis (oder sogar ein Zitat) wirklich eine klare rechtliche Handhabe hätten.
Aber ich bin kein Anwalt.
Merke: Neue Regeln zu erfinden ist nicht schwer, unnötige Regeln zu erkennen und über Bord zu werfen erfordert bedeutend mehr Mut und Sachverstand.

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Offline Rorschachhamster

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Ich denk bezweifle trotzdem das sie gegen einen simplen Verweis (oder sogar ein Zitat) wirklich eine klare rechtliche Handhabe hätten.
Aber ich bin kein Anwalt.
Ohne OGL kann man draufschreiben "Kompatibel mit D&D5e" oder was - Das ist eine Sache wo sie tatsächlich Einschränkungen machte, die man sonst nicht hatte.

Wäre interessant, wenn man ein Programm schreiben würde, das automatisch SRD abgleicht und alle Bücher ohne SRD Inhalt könnte man dann ohne Lizenz raushauen...  :think:
Rorschachhamster
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Offline Skaeg

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Ich denk bezweifle trotzdem das sie gegen einen simplen Verweis (oder sogar ein Zitat) wirklich eine klare rechtliche Handhabe hätten.
Die OGL 1.0(a) bot ihnen diese Handhabe. Deswegen ist die Lesart "Dank OGL konnten so viele Leute von D&D profitieren, war das nicht großzügig?" auch nicht korrekt. Der OGL  1.0(a) zuzustimmen, bedeutete auch, freiwillig auf Rechte zu verzichten, die du ohne Lizenz hattest.

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Offline tartex

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Nein. Wie gesagt, gar keine Lizenz. Alles "fair use".
Das war ja früher auch völlig normal.

Klar, ich schreib doch die ganze Zeit, dass vor 2000 alles ohne OGL ging. Die letzten 22 Jahre traut sich halt keiner mehr. "Dungeons&Dragons" aufs Cover zu drucken, wer macht das?Ist alles nur "5E". OGL ganz weglassen ist auch äußerst rar. Denk auch dran, wie sehr die OSRIC-Leute am Anfang gezittert haben!

Außer Palladium Games, die haben vor 2000 trotzdem einstweilige Verfügungen oder Klagen rausgeschickt. Und Baby-WotC fast zerstört>;D

Zitat
Wizard's first project was The Primal Order. It was meant to be part of a "capsystem" which each would provide rules for a general class of gameplay that could be used in any RPG, thanks to conversions for many different systems. The Primal Order covered religions & deities.

This type of multisystem book is a very sticky situation vis-à-vis Intellectual Property laws. By most peoples' reading of laws, game companies can protect the actual text of the games via copyright, and they can protect the use of their system names for marketing via trademark. However, they can't actually protect the game systems themselves unless they file patents for them as inventions ... and very, very few game companies do. By that reading, a book like The Primal Order can be produced without permission from the original publisher, as long as care is taken in the use of the trademarks.

Peter Adkison clearly knew the dangers of producing a multisystem book, because he consulted with an intellectual property attorney pretty early on. Nonetheless, when Peter posted on the Internet in 1991 looking for system experts to help out Steffan O'Sullivan would warn him that he'd better get publishers' permissions. It would be a prescient statement

Zitat
However, not all was rosy, and as predicted IP issues proved a problem for Wizards of the Coast. By the end of 1992 Wizards of the Coast was being sued by Palladium for use of their game system in The Primal Order.

Thus Wizards of the Coast learned a hard lesson, of relevance to any publisher. Whether your lawyers say you're in the right or not on a legal issue, the other side will often have lawyers offering the exact opposite opinion, and the result will usually be a lawsuit that will be won by whoever has the most money (and thus, in an industry our size, will be lost by everyone).

The Palladium lawsuit almost put Wizards of the Coast out of business. Palladium's Kevin Siembieda consistently demanded an "acknowledgement of guilt" which Wizards was unwilling to sign. (If they had, they might have been liable to every other publisher who's game had been featured in The Primal Order.) Fortunately Mike Pondsmith of R. Talsorian, and then GAMA President, was able arbitrate and in March of 1993 an agreement came about. Wizards' official statement on the issue was this:

Zitat
The lawsuit between Kevin Siembieda, Palladium Books, Inc. and Wizards of the Coast, Inc. has been settled. All three of them want to put the suit behind them, and hope that their fans will do the same. In the spirit of industry harmony, Wizards requests that there be no boycotts or other action against Palladium. Thanks to all who have shown concern and support to both sides.
« Letzte Änderung: 12.01.2023 | 09:53 von tartex »
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Die OGL 1.0(a) bot ihnen diese Handhabe. Deswegen ist die Lesart "Dank OGL konnten so viele Leute von D&D profitieren, war das nicht großzügig?" auch nicht korrekt. Der OGL  1.0(a) zuzustimmen, bedeutete auch, freiwillig auf Rechte zu verzichten, die du ohne Lizenz hattest.
Ich mein ja auch wenn du was ohne OGL publizierst.

Ich geb zwar zu das ich nicht so ganz verstehe wie diese freien Lizenzen rechtlich funktionieren, aber du keinen Lizensvertrag unterschreibst oder irgendwelchen klaren Copyright/Trade Mark Verstöße begehst glaub ich nicht das die viel mehr als eine Liste von "Dingen die WotC möchte das du sie bitte bitte nicht tust" sind.
Merke: Neue Regeln zu erfinden ist nicht schwer, unnötige Regeln zu erkennen und über Bord zu werfen erfordert bedeutend mehr Mut und Sachverstand.

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Ohne Lizenz ist man halt in einem Raum, wo man sich nicht darauf verlassen kann, dass man nicht doch verklagt wird, egal was deine Anwälte sagen. Siehe Palladium vs WotC zwei Beiträge weiter oben.

Es waren übrigens auch AD&D-Werte in dem Buch und TSR hat nicht geklagt.

Um genau zu sein waren Werte zu folgenden Systemen enthalten und nur Palladium fand es nötig dagegen vorzugehen:

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