Wie geht ihr mit Regellücken in Tabletop-Regeln um?
Meine Erfahrung ist, dass die meisten Regelwerke an entscheidenden Stellen empfindliche Lücken haben, will sagen, genau an den Stellen, an denen sich Sieg und Niederlage entscheiden. Sichtlinien sind ein Klassiker, Flankenangriffe ein anderer. Auch Dinge wie Formationswechsel führen häufig dazu, dass die beiden möglichen Resultate recht weit auseinander liegen und durchaus spielentscheidend sein können.
Mein präferierter Modus für Tabletop-Spiele ist ohnehin der des "bewegten Dioramas", kompetitive Energie hat da nichts verloren. Damit bin ich aber in der Minderheit und das erlebe ich auch am Spieltisch häufig. Wie geht man aber damit um, dass die Regeln mindestens zwei Interpretationen zulassen, die Interessenlage auf beiden Seiten aber jeweils die extrem andere Interpretation favorisiert? Mit "man einigt sich" ist es ja kaum getan. Und "man würfelt" ist zwar eine mehr oder weniger gute Lösung, häuft sich aber schnell ein wenig.
Ich neige inzwischen zu der These, dass es überhaupt keine Lösung gibt und dass Tabletop nicht kompetitiv gespielt werden sollte. Aber da es ja sogar eine rege Turnierszene gibt, muss das von anderen anders gesehen werden.