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"warum unbedarfte Deppen die besten Rollenspielautoren sind"
Gast:
Mal meine Gedanken zum Schreiben:
Ich finde durchaus, dass das Handwerk ist und ich finde durchaus, dass man dafür gewisse Grundlagen haben sollte.
Es kommt doch auch niemand auf den Gedanken, dass jemand, der bisher Musik nur über das Radio konsumiert sich eines Tages hinsetzt und ein super Lied komponiert, oder? Da gibt es schon gewisses Rüstzeug, dass er haben sollte. Er sollte Noten lesen können, er sollte ein paar Begriffe und Techniken beherrschen und dann kann es versuchen seine ersten Stücke zu entwerfen. Ähnliches gilt für das Malen. Oder für das Programmieren. Oder für das Konstruieren eines Getriebes. Warum nicht für das Schreiben? Das soll einfach so jeder können? Dann sind ein paar meiner Freunde, die studieren nämlich Germanistik, aber ganz schön dumm, dass sie sich Jahre lang mit so unnützem Kram abgeben, komisch nur das sie behaupten ihr Schreibstil und ihre Übersicht über ihr Geschreibsel habe sich verbessert ... aber ist bestimmt zum Selbstschutz. ;-)
Ich finde, dass man durchaus auch wenn es um das Schreiben geht gewisse Grundlagen beherrschen sollte, und seien es doch nur auf den ersten Blick so triviale Sachen wie der Umgang mit der eigenen Sprache.
Man sollte auch viel gelesen haben, schon alleine eben um mal zu sehen wie andere es gemacht haben, um zu sehen wie die es geschafft haben einen Spannungsbogen über einen ganzen Roman aufrecht zu erhalten, um Situationen im eigenen Geschreibsel einschätzen zu können: Töte ich die Geliebte des Helden jetzt? Oder erst in einem Kapitel? Welche Auswirkungen könnte ihr Tod jetzt auf den Helden, die Geschichte, den Leser haben welche wenn sie erst im nächsten Kapitel stirbt?
Einen Roman zu schreiben ist auch Planung ... und um planen zu können braucht man Erfahrung, zum einen theoretische Erfahrung eben Wissensgrundlagen und zum anderen praktische Erfahrung.
Man muss viel schreiben, um gut zu schreiben. Man muss seinen eigenen Stil finden, in dem man gut schreiben kann und man muss sich in gewisser Weise "entwickeln". Ich habe in meinem Leben schon viel geschrieben, unter anderem auch ein Rollenspiel (das nebenbei scheinbar ganz gut ankam) und ich weiß heute, dass ich nie und nimmer ein gutes Drama oder einen wirklich guten ernsthaften Krimi schreiben könnte, dafür ist mein Schreibstil einfach zu "verspielt" und selbstironisch, hätte ich mich vor ein paar Jahren ein hingesetzt und ein Herzschmerz-Drama geschrieben wäre da Bockmist bei rausgekommen, aber woher hätte ich es wissen sollen?
Roland:
--- Zitat von: Ludovico am 11.07.2004 | 17:15 --- ich denke tatsächlich, daß die Verfügbarkeit von Mitspielern eine Systemeigenschaft ist, die sich extrem auf die Anfängerfreundlichkeit auswirkt.
--- Ende Zitat ---
Die Verbreitung mag zwar ein eventuelles Auswahlkriterium sein, aber dieses Kriterium bezieht sich weder speziell auf Anfänger, noch glaube ich das ein Anfänger, wenn ich ihm DSA4 oder Rolemaster in die Hand drücke, damit besser zu recht kommt als mit Inspectres oder dem Buffy RPG.
--- Zitat von: Ludovico am 11.07.2004 | 17:15 ---Wenn es nicht bestritten wird, wieso wird dann ständig über das "beste" System aber nicht über das "geeignetste" System geschrieben?
--- Ende Zitat ---
Ist das Geeignetste vielleicht das Beste? Es schreibt sich leichter und ist in seiner Bedeutung für mich eindeutiger.
--- Zitat von: Ludovico am 11.07.2004 | 17:15 ---Meine Erfahrung ist grundsätzlich die, daß Teenies und darunter vor allem Jungen mehr auf Powergaming und Minmaxing stehen.
--- Ende Zitat ---
Da hast Du wohl bis jetzt Pech gehabt. Ich habe die Erfahrung gemacht, das die Art zu Spielen fast immer von der Persönlichkeit der Spielerin und ihrer bisherigen Rollenspielerfahrung abhängt. Ich habe schon mit 16jährigen Charakterdarstellern und 39jährigen Powergamern gespielt.
--- Zitat von: Ludovico am 11.07.2004 | 17:15 --- Es war nie meine Intention zu sagen, daß ein Dilettant grundsätzlich schlechter als ein Profi ist und das Fachwissen und Handwerkskunst nichts wert sind.
Ich bezweifle lediglich, daß es so im Rollenspiel- und schriftstellerischen Bereich ist.
--- Ende Zitat ---
Und diese Abweichung von der Norm begründet sich wie? Bauchgefühl? Viele Bekanntschaften unter Schriftstellern?
Ludovico:
--- Zitat von: Roland am 11.07.2004 | 18:54 ---Die Verbreitung mag zwar ein eventuelles Auswahlkriterium sein, aber dieses Kriterium bezieht sich weder speziell auf Anfänger, noch glaube ich das ein Anfänger, wenn ich ihm DSA4 oder Rolemaster in die Hand drücke, damit besser zu recht kommt als mit Inspectres oder dem Buffy RPG.
--- Ende Zitat ---
Womit fangen den Anfänger meist an?
Mit unbekannten Systemen oder mit bekannten Systemen?
Und wenn ich einem Anfänger Rolemaster oder DSA 4 in die Hand drücke und es mit ihm spiele, wird er es leichter kapieren, als wenn er alleine mit einem Inspectres Regelwerk da sitzt. Das Problem ist aber nun, daß es relativ wenig Leute gibt, die einem Anfänger ein Inspectres Regelwerk erklären.
--- Zitat von: Ludovico am 11.07.2004 | 17:15 ---Ist das Geeignetste vielleicht das Beste? Es schreibt sich leichter und ist in seiner Bedeutung für mich eindeutiger.
--- Ende Zitat ---
Das "Beste" ist objektiv, wenn man nicht direkt dahinter schreibt "für mich". Das "Geeignetste" ist subjektiv.
--- Zitat von: Ludovico am 11.07.2004 | 17:15 ---Da hast Du wohl bis jetzt Pech gehabt. Ich habe die Erfahrung gemacht, das die Art zu Spielen fast immer von der Persönlichkeit der Spielerin und ihrer bisherigen Rollenspielerfahrung abhängt. Ich habe schon mit 16jährigen Charakterdarstellern und 39jährigen Powergamern gespielt.
--- Ende Zitat ---
Ich kenne auch 16jährige Charakterdarsteller (wobei das ein Mädchen war), aber wenn es um Jungen geht, dann schienen die meisten, die ich kenne, doch eher an Powergaming interessiert zu sein.
--- Zitat von: Ludovico am 11.07.2004 | 17:15 ---Und diese Abweichung von der Norm begründet sich wie? Bauchgefühl? Viele Bekanntschaften unter Schriftstellern?
--- Ende Zitat ---
Sie begründet sich darin, daß jeder Mensch Phantasie besitzt und der Anteil der Analphabeten in Deutschland doch recht gering ist.
Ich behaupte, daß jeder mit einer Idee, dem Willen und der Fähigkeit zu schreiben, auch eine spannende Geschichte schreiben kann. Talent ist natürlich auch notwendig. Aber Talent kann man nicht erlernen.
Allerdings scheint so mancher hier davon auszugehen, daß ich behaupte, daß man weder schreiben, noch lesen, noch Phantasie, noch sonstiges Wissen besitzen muß, um zu schreiben.
Ich behaupte nicht, daß professionelle Autoren grundsätzlich schlechter sein müssen, als diejenigen, die noch nie einen Autorenkursus mitgemacht haben, sondern, daß einer von diesen unbedarften Leuten auch problemlos ein gutes Buch schreiben kann, ohne Tausende von Euro in Kurse zu stecken.
Ich behaupte desweiteren, daß sowohl für Autoren als auch für Systemersteller aus schon genannten Gründen, das Wissen um viele Bücher/Systeme eine Last bei der Schaffung eines neuen Buches/Systems sein kann, ein Faktor unter den die "unbedarften Deppen" nicht leiden.
--- Zitat ---Dann sind ein paar meiner Freunde, die studieren nämlich Germanistik, aber ganz schön dumm, dass sie sich Jahre lang mit so unnützem Kram abgeben, komisch nur das sie behaupten ihr Schreibstil und ihre Übersicht über ihr Geschreibsel habe sich verbessert ... aber ist bestimmt zum Selbstschutz. ;-)
--- Ende Zitat ---
Ob Germanistik aber eine Grundlage dafür ist, daß man Autor werden darf... Ich wage, es zu bezweifeln.
Suro:
--- Zitat von: Ludovico am 11.07.2004 | 19:19 ---
--- Zitat von: Ludovico am 11.07.2004 | 17:15 ---Da hast Du wohl bis jetzt Pech gehabt. Ich habe die Erfahrung gemacht, das die Art zu Spielen fast immer von der Persönlichkeit der Spielerin und ihrer bisherigen Rollenspielerfahrung abhängt. Ich habe schon mit 16jährigen Charakterdarstellern und 39jährigen Powergamern gespielt.
--- Ende Zitat ---
Ich kenne auch 16jährige Charakterdarsteller (wobei das ein Mädchen war), aber wenn es um Jungen geht, dann schienen die meisten, die ich kenne, doch eher an Powergaming interessiert zu sein.
--- Ende Zitat ---
Mhh, ich kann dir sagen, ich bin nun nicht wirklich an Powergaming interessiert ;)(denke ich zumindest)
Ich kann da nur Rolands erfahrungen bestätigen, das hängt eher von den rollenspielerischen Erfahrungen und ihrer Einstellung ab.
Und zum Thema:
Ich denke: Ja, ein Systembauer mit Erfahrung mit der Materie, und auch ein "ausgebildeter" Schrifsteller haben bessere Chancen, ein flüssiges und soldies Werk zu fabrizieren.
Ich denke aber auch: Ja, ein Anfänger ist durchaus in der Lage ein interessantes System/Buch zu schreiben, das mich interessiert.
Terry Pratchett z.B. hat imho meines Wissens nie Germanistik studiert, aber er hat sich seine Geschichten durch üben in langen Jahren erarbeitet.
Also ich schau mir alles an, egal von wem geschrieben, wenn mich die Thematik interessiert.
Roland:
--- Zitat von: Ludovico am 11.07.2004 | 19:19 ---Womit fangen den Anfänger meist an?
Mit unbekannten Systemen oder mit bekannten Systemen?
Und wenn ich einem Anfänger Rolemaster oder DSA 4 in die Hand drücke und es mit ihm spiele, wird er es leichter kapieren, als wenn er alleine mit einem Inspectres Regelwerk da sitzt. Das Problem ist aber nun, daß es relativ wenig Leute gibt, die einem Anfänger ein Inspectres Regelwerk erklären.
--- Ende Zitat ---
Ludovivo, glaub mir, wenn Du eine halbe Stunde aufs Lesen von Inspectres verwandt hast, kannst auch Du jedem Anfänger das Spiel besser erklären, als DSA4. :o
--- Zitat von: Ludovico am 11.07.2004 | 17:15 ---Das "Beste" ist objektiv, wenn man nicht direkt dahinter schreibt "für mich". Das "Geeignetste" ist subjektiv.
--- Ende Zitat ---
Deinen semantischen Ausführungen kann ich nicht folgen. ???
--- Zitat von: Ludovico am 11.07.2004 | 17:15 ---Ich kenne auch 16jährige Charakterdarsteller (wobei das ein Mädchen war), aber wenn es um Jungen geht, dann schienen die meisten, die ich kenne, doch eher an Powergaming interessiert zu sein.
--- Ende Zitat ---
Wie gesagt, Du bis halt ein Pechvogel - es sein denn Du bevorzugst Powergaming. Oder legst Du es den jungen Burschen gar nahe? >:D
--- Zitat von: Ludovico am 11.07.2004 | 17:15 ---Ich behaupte, daß jeder mit einer Idee, dem Willen und der Fähigkeit zu schreiben, auch eine spannende Geschichte schreiben kann.
--- Ende Zitat ---
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