Kinder in dem Alter können im Kontakt mit fremden Erwachsenen - ohne Eltern - Angst bekommen oder gehemmt reagieren. Nur löst "Eltern dazuholen" das (potentielle) Problem nicht, weil die ja für die anderen Kinder auch wieder fremde Erwachsene sind. Oder auch: Besonders "spooky" Erwachsene. Die können sich vorteilhaft (oder unvorteilhaft) für das eigene Kind einsetzen. Umso mehr, wenn sie nicht selber mitspielen. Gehemmt-Sein kann auch durch die Anwesenheit eines eigenen Elternteils bedingt sein.
Die Einschätzung der SL, ob ne Person, die mitspielen will - ob Kind oder Erwachsene*r - potentiell geeignet zum Mitspielen ist oder nicht, ist auch wichtig. Die SL sollte vorher ne Vorstellung haben, was für Leute sie von vornherein abweisen muss (in der Hoffnung das nicht zu brauchen.)
Es braucht es eine gute Planung dafür, wie ihr, wenn sich Kinder oder Erwachsene als für die Runde hochproblematisch herausstellen, gut umgehen könnt. Möglichst ohne, dass die betreffende Person sich dadruch beschämt fühlt. Und es braucht ne gute Pausenplanung. In unserer Heimrunde (4 Erwachsene - 42-36 und 2 Kinder - 9 und 13) habe ich gute Erfahrungen
damit (
GRT-Sicherheitskarte; Direktdownload) um nötige Pausen anzuzeigen. Da haben alle eine Pokerchip - inkl. Spielleitung - den sie dann auf das betreffende Feld legen können, wenn ne Pause gebraucht wird oder wenn was editiert werden soll.
Jetzt mal ein bißchen klarer formuliert:
Mein Rat wäre:
1) Gestaltet es prinzipiell
so offen wie möglich. Es ist jederzeit möglich ne Pause einzulegen. Es ist jederzeit möglich den Spieltisch zu verlassen, wenn man keine Lust mehr hat oder sich unwohl fühlt (=> Sicherheitstechnik: "the door is always open"). Gibt es Umstände unter denen ihr als SL bereit seid die Runde abzubrechen? Wie kann ein vorzeitiges Ende trotzdem ein gutes Ende sein? Ist das Abenteuer so, dass ihr es kürzen oder ggf. ausbauen könnt?
2) Es sollte möglich sein, dass Elternteile von Kindern mit am Spieltisch sind. Das sollte aber das jeweilige Kind entscheiden, ob es das möchte und wie. Die anderen am Tisch (v.a. die Kinder) sollten entscheiden können, ob sie damit einverstanden sind und ob der Elternteil dann auch mitspielen muss. Wenn da keine Signale kommen, muss die Spielleitung entscheden. Das läuft alles recht unspektakulär (und recht unsichtbar) ab, aber die Spielleitung sollte die Prozesse auf dem Schirm haben. Im Zweifel muss die Spielleitung nämlich auch Eltern wegschicken, mäßigen oder einbinden können (z.B. für Hilfsaufgaben für die SL) ...
Das Thema "
das Soziale richtig jonglieren" taucht letztlich bei jeder Art von "Kinderbetreuung" auf
Manche Eltern sind total störend und wollen dem Kind vorschreiben, welche Farben und Motive es wählen soll. Manche Eltern sind total fit und können teilweise beim Schmiken für ne Weile aushelfen auch andere Kinder zu schön herzurichten. Manche Eltern kommen und nehmen einfach Farben oder stellen unverschämte Forderungen. Manche müssen als Support die Hand ihres Kindes halten. Andere setzen sich im Hintergrund aber in Sichtweite hin, um ihrem Kind zu signalisieren, dass sie da sind. Wieder andere geben ihr Kind ab und das ist auch cool so ... Da muss man halt gucken, dass es für alle, die am Schminken teilnehmen, möglichst passt. Und wenn was nicht passt, muss man intervenieren. Das betrifft aber auch nicht nur Eltern, sondern auch Kinder.
3) Entscheidet, wie euere "
Default-Runde" aussieht.
Richtet sich die Runde v.a. an Kinder oder auch genauso an Erwachsene? Sind Zuschauer*innen erlaubt oder nicht?
Wenn ihr ne
Vorstellung habt, was Ihr euch wünschen würdet, dann hab ihr einen Startpunkt, von dem aus ihr in "Verhandlungen" gehen könnt. Wichtig ist auch gut zu wissen, womit sich die Spielleitung (voraussichtlich) wohlfühlt und von da aus könnt ihr agieren. Was sind harte "Teilnahme-Bedingungen", was ist denkbar, ...?
Manches ist auch von den
Räumlichkeiten abhängig. Gibt es eine physische Tür, kann sie offen sein (als Signal, dafür, dass die Leute immer ne Pause veranlassen können und von ihren Angehörigen in der Bib nicht abgeschnitten sind) oder muss sie geschlossen sein (z.B. Lärm, vorbeigehenden Bib-Besuchende, "Gruseligkeit" ["horror vacui"] ).