Ich war jetzt auch drin, und war angenehm überrascht, wie respektvoll Nolan mit der Vorlage umgegangen ist. Da wurde nix auf-Teufel-komm-raus umgebaut und vergewaltigt, sondern Nolan hat die Story sehr ernst genommen, und weitergesponnen, was die Handlung mit den Leuten macht, die in dieser Situation drinstecken.
Zendayas Rolle als Athene (und die Andeutungen, wie das zustande kommt, dass Odysseus mit ihr spricht) fand ich klasse, der Auftritt von Menelaos und Helena war passenderweise zutiefst verstörend, Kirke und der Zyklop ebenso, der Tod von Argo war genauso herzzerreißend, wie es mir beim Lesen von Homer immer rüberkam...
Und wenn Odysseus am Schluß den Bogen spannt und singen lässt, das war schon episch.
Okay, Ausstattung und Bauten sind wie üblich eher symbolisch, was ich persönlich immer schade finde, authentische mykenische Klamotten und Gebäude hätten dem Gesamtbild nicht geschadet - aber solange die Story und die Schauspieler gut sind, ist das marginal.
Insgesamt muss ich sagen: sehr gute Verfilmung der Odysee, was der Nolan da abgeliefert hat. Hat mich sehr gefreut.