Damit Ihr einen gewissen Überblick bekommt wie die Welt sich darstellt, habt Ihr hier ein kleinen Rundown.
London schläft nie.
Aber unter der Stadt wacht etwas.
Während oben Gesetze beschlossen, Karrieren zerstört und Skandale vergessen werden, hält darunter eine Ordnung die Stadt zusammen, von der niemand offiziell spricht. Ihr arbeitet nicht für eine Gang. Gangs sind laut, sichtbar und ersetzbar. Ihr arbeitet für eine Struktur, die älter ist als die meisten Institutionen, die sie heute noch benutzt. Niemand nennt ihren Namen. Niemand fragt nach ihm. Man sagt nur, sie sei alt. Älter als die meisten Gesetze. Älter als manche Kirchen.
Ihr kennt eure Auftraggeber nicht! Und das ist Absicht.
Zwischen euch und dem, was wirklich entscheidet, liegt eine Ebene: die Fixer.
Sie sind euer Kontakt nach oben.
Sie geben Aufträge weiter, prüfen Ergebnisse und entscheiden, ob ihr weiterarbeitet oder verschwindet. Sie tragen keine Farben, keine Rangabzeichen. Aber jeder weiß, wer sie sind, und jeder weiß, dass man sie ernst nimmt.
Da ist Graham Holt, der Organisator. Er kümmert sich um Logistik, Treffpunkte, Zeitfenster. Wenn Holt euch anruft, geht es um Transporte, Sicherungen, Routen, die offen bleiben müssen. Er stellt keine Fragen und erwartet keine Antworten... nur Ergebnisse.
Da ist Elaine Mercer, die Vermittlerin. Einschüchterungen, Schutzaufträge, diskrete Präsenz. Wenn Mercer euch schickt, geht es um Menschen. Um Druck. Um klare Botschaften ohne Zeugen. Sie merkt sich Gesichter, Fehler und Ausreden. Und sie vergisst nichts davon.
Und da ist Tom Weaver, den man nur ruft, wenn etwas schiefgelaufen ist. Weaver kümmert sich um Aufräumen. Um Unfälle. Um Situationen, die nicht in Berichten auftauchen dürfen. Wenn er involviert ist, ist die Sache bereits eskaliert. Ihr seid die letzte saubere Lösung.
Über ihnen?
Das wisst ihr nicht genau. Und je länger ihr dabei seid, desto weniger wollt ihr es wissen.
Was ihr wisst, ist einfach: Befehle kommen von oben nach unten. Fragen gehen nicht nach oben. Loyalität wird erwartet, nicht verhandelt. Wer zuverlässig ist, bekommt Arbeit, Schutz und ein gewisses Maß an Sicherheit. Wer auffällt, wer improvisiert, wer Aufmerksamkeit erzeugt, bekommt keine zweite Chance. Nicht aus Bosheit, sondern weil diese Ordnung nur funktioniert, solange sie unsichtbar bleibt.
Eure Aufgaben sind klar umrissen. Ihr schüchtert ein, wo Worte nichts mehr bringen. Ihr schützt Orte, Personen oder Abläufe, die offiziell nicht existieren. Ihr transportiert Dinge, von denen ihr weder Ursprung noch Ziel kennt. Manchmal sorgt ihr für Unfälle, die später als Statistik enden. Manchmal stellt ihr sicher, dass bestimmte Leute schweigen – dauerhaft oder zumindest lange genug. Kein Straßenkram. Kein Chaos. Alles ist gezielt, leise und final.
Die Ware, mit der ihr arbeitet, ist anonym.
Kisten ohne Kennzeichnung.
Menschen ohne Namen.
Informationen ohne Kontext.
Ihr wisst nur eines: Nichts davon darf öffentlich werden. Öffentlichkeit ist hier kein Risiko. Sie ist ein Todesurteil. Für Karrieren. Für Strukturen. Und meistens für diejenigen ganz unten.
Und tief drinnen wisst ihr noch etwas, auch wenn niemand es ausspricht: Diese Stadt lebt von Schuld. Von Abhängigkeiten. Von Dingen, die im Dunkeln bleiben müssen. London fühlt sich manchmal an wie ein lebendes Wesen – als würden die Straßen zuhören, als hätten die Mauern Erinnerungen. Ihr seid Teil davon. Austauschbar, ja – aber notwendig.
Ihr seid keine Helden.
Ihr seid keine Entscheider.
Ihr seid Werkzeuge einer Ordnung, die euch nie danken wird.
Aber Werkzeuge nutzen sich ab.
Und manchmal, ganz selten, entscheiden sie selbst, wofür sie noch benutzt werden wollen.