Was für Kämpfe man seinen Spielern dann überhaupt vorsetzen soll, ist ja weiterhin mit der Frage verknüpft, warum man sich in einen Kampf stürzt, außer für animalischen Nervenkitzel. Mögliche Antworten, jede eigentlich mindestens ein Essay wert:
- Auch Kämpfe ohne Lebensgefahr können Taktiker ansprechen:
Vielleicht hast du da eine andere Vorstellung, aber bei vielen Spielen, besonders Computerspielen, existieren gleich mehrfache zusätzliche Metriken außer "Du lebst noch" dafür, wie geil du den Kampf gewuppt hast. Bei so rundenbasierte Taktik vielleicht Combos, geringe Rundenzahl, keine HP verloren. Nicht alles davon ist fürs Pen&Paper gedacht, aber eine andere Sache schon: Sekundäre Ziele. Die man erreicht, wenn man besonders schnell ist, die aber auch z.B. gleichzeitig erreicht werden müssten, was die taktische Belastung erhöht ("Alrik kann jetzt nicht den Ork umhauen, Alrik trägt Waisenkinder in Sicherheit"). Apropos
- Etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt, sollte einen Kampf erfordern:
Sieht nicht jeder so, aber wenn gekämpft wird, lass sie auskosten, was sie damit erreichen. Dankbare Personen scharen sich um die Helden, geschlagene Antischurken ziehen sich mit einem anerkenndenden Nicken zurück; trag dick auf, erzähl dass die Luft in ihren Lungen frischer schmeckt jetzt wo das Übel eines wichtigen Handlangers beraubt ist; Leg den Fokus darauf, warum die SC diesen Kampf wollen, dann kann die Party das anspielen.
- Kämpfe sind auch Story: Wie schon gesagt, Kämpfe sollen ja mehr erreichen als tote Dudes. Reine Metzelorgien kennt man in anderen Medien ja eher als Exploitation-artiges Ding, aber man erreicht ja mit jedem interessanten Sieg etwas. Und ganz oft sind das nicht nur die prozeduralen (äußerlichen) Ziele wie "Halt das Tor, bis Gandalf da ist" sondern sie erfüllen auch dramatische (innere) Zwecke. Weibliche Charaktere definieren ihren Platz in einer patriarchalen Gesellschaft neu, Erbfeinde werden zu Freunden. Jesus hört auf im Wald herumzulungern und übernimmt Verantwortung. Manchmal ist ein Kampf auch einfach nur eine Gelegenheit, etwas über einen Charakter zu erzählen ("Ich webe mich schwertschwingend zwischen den langsameren Grottenschraten hindurch, wie wir es als Kinder über die Steine in den Stromschnellen taten.."). Und da ist dann der nahtlose Übergang zu "lass die SC einfach etwas Cooles tun".