Autor Thema: [SR-5]: Indirekte Kampfzauber mit Flächenwirkung  (Gelesen 214 mal)

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Offline Mean Machine

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Moin!
Ich habe eine Frage zu den indirekten Kampfzaubern mit Flächenwirkung in SR-5:
Verstehe ich das richtig, dass dem Verteidiger hier keine Verteidigungsprobe zugestanden wird (außer der Schadenwiderstandsprobe)?
Zum einen lässt sich Antimagie einsetzen, zum anderen hätte man immer noch die Möglichkeit der vollen Deckung (hinter irgendwelchen Fahrzeugen, Trollen etc.) und zu guter Letzt sollte ja noch die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass man als Verteidiger mit einer guten Verteidigungsprobe aus dem Blickfeld herausspringen kann, z.B. hinter eine Häuserecke).
Helft mir mal auf die Sprünge bitte...

Schattige Grüße
Mean Machine

Offline Smoothie

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Re: [SR-5]: Indirekte Kampfzauber mit Flächenwirkung
« Antwort #1 am: 18.01.2026 | 15:09 »
oh die Granatenregeln in SR5 ... ein Spass
das Problem ist, dass beim indirekten Kampfzauber einfach so auf die Granatenregeln verwiesen wird.
Die sind aber völlig unterschiedlich ob man Zeitzünder oder AUfschlagszünder hat.
Bei Zeitzünder explodiert der Zauber später, das Ziel kann noch Aktionen (oder Reaktionen) machen, hat aber keine Verteidigungsprobe
Bei Aufschlagzünder ists eine normale vergleichende Fernkampfprobe inkl. ausweichen. Bei Erfolgreichem Ausweichen gibts Abweichung.
Da Kampfzauber ja im Gegensatz zu Granaten aber mit zunehmender Entfernung nicht schwächer werden, solange es im Radius ist, ists meist aber auch egal.

Ist imho nicht klar geregelt, aber fürs Balancing rate ich bei indirekten Kampfzaubern die Zeitzünderregeln zu nehmen
Inzwischen bin ich geneigt zu glauben, dass an der DnD Satanic Panic in den 80ern was dran war. Allein, es waren nicht die Inhalte. Es waren die Regeln, die aus der Hölle kommen...

Offline camouflage_cat

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Re: [SR-5]: Indirekte Kampfzauber mit Flächenwirkung
« Antwort #2 am: Gestern um 19:09 »
Nach rules as written (RAW) hat man gegen indirekte Kampfzauber mit Flächenwirkung keine Verteidigungsprobe. Somit wirkt nach RAW auch keine Antimagie direkt dagegen. Man kann die Unterbrechungshandlung "Lauf um dein Leben" (Kreuzfeuer S. 124) nutzen, um Distanz zwischen sich und dem Einschlagpunkt zu bekommen. Wenn eine Deckung zwischen dem Einschlagpunkt und dem Charakter ist, wäre der Einsatz der Regeln zu Barrieren denkbar.

Offline Mean Machine

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Re: [SR-5]: Indirekte Kampfzauber mit Flächenwirkung
« Antwort #3 am: Heute um 11:05 »
Nach rules as written (RAW) hat man gegen indirekte Kampfzauber mit Flächenwirkung keine Verteidigungsprobe. Somit wirkt nach RAW auch keine Antimagie direkt dagegen. Man kann die Unterbrechungshandlung "Lauf um dein Leben" (Kreuzfeuer S. 124) nutzen, um Distanz zwischen sich und dem Einschlagpunkt zu bekommen. Wenn eine Deckung zwischen dem Einschlagpunkt und dem Charakter ist, wäre der Einsatz der Regeln zu Barrieren denkbar.

Guten Morgen!
Laut GRW S. 286 wird unterschieden zwischen Direkten, Indirekten und Elementaren Kampfzaubern.
Bei den indirekten Kampfzaubern auf Einzelziele wird eine vergleichende Probe zwischen Spruchzauberei + Magie [Kraftstufe] und Reaktion + Intuition des Ziels abgelegt.
Machen wir das doch mal:

Der Magier hat Spruchzauberei 5, Magie 6 und einen Kraftfokus der Stufe 3, macht 14 Würfel für den Zauber STOSS der Kraftstufe 6.
Laut Zufallsberechnung zeigen 4,67 Würfel einen Erfolg, also aufgerundet 5.
Sein Gegner ist ein Konzernwachmann der Professionalitätsstufe 2 (GRW. 382) mit Reaktion 4 und Intuition 3. Leider keine Antimagie, der Arme, dafür aber Panzerung mit Stufe 9.
Mit den Würfeln kommt er auf gerade mal 2,33 Erfolge. Na gut, wir gönnen ihm die drei Erfolge.
Damit kommt der Magier auf einen Schadenscode von 8G.
Der Wachmann würfelt den Schadenswiderstand mit Konstitution + mod. Panzerwert, das wären in seinem Fall 4 Würfel für die Konstitution und 3 Würfel für den mod. Panzerwert, also wieder 7 Würfel, mit denen er erneut 3 Erfolge schafft.
Somit bleiben 5G Schaden für den Wachmann übrig.

Gut, und jetzt der ganze Bums als Flächenzauber DRUCKWELLE mit Kraftstufe 6:
Magier: 14 Würfel = 5 Erfolge.
Damit wäre der geforderte Schwellenwert von (3) erreicht, der Zauber geht also da los, wo der Magier ihn haben will.
Diesmal hat es der Magier allerdings mit zwei oder drei Wachleuten zu tun - andernfalls wäre ja der Flächenzauber unangebracht.
Die Druckwelle wird also ungefähr in der Mitte der zwei oder drei Wachleute ausgelöst.

Gehen wir mal nach den Regeln vor:
Der geforderte Schwellenwert von (3) wurde erreicht.
Nur mal angenommen, die Wachleute dürften keine Verteidigungsprobe ablegen, müssten sie auch hier einem modifizierten Schadenscode von 8G widerstehen.
Gut, der Entzug ist höher, dafür hätte der Magier aber auch gleich 3 Gegnern ordentlich einen verbrezelt - und zwar im gleichen Maße wie vorhin dem einzelnen Wachmann!!!

Dass die Wachleute aber so gar keine Verteidigungsprobe ablegen dürfen, ergibt für mich irgendwie keinen Sinn.
Warum sollte das so sein, wenn doch vorhin der Wachmann beim indirekten STOSS eine Verteidigungsprobe hatte???

Also gestehen wir den Wachleuten doch einfach mal ihre Verteidigungsproben zu.
Der Einfachheit halber haben die alle den gleichen Würfelpool und würfeln auch völlig gleich - jeder erzielt die 3 Erfolge (wie oben).
Das entzieht dem Schadenscode weitere 3 Erfolge und wir wären bei 5G pro Wachmann.
Mit der Schadenswiderstandsprobe würden sie den Schaden sogar noch weiter auf 2G pro Wachmann reduzieren.
Wenn man bedenkt, dass der Entzug beim Flächenzauber höher ist, sind 2G ein NICHTS!
Also: Den Schadenscode mit Schwellenwert UND Nettoerfolgen einer Verteidigungsprobe zu modifizieren, macht den Flächenzauber unsinnig.

Was wäre denn, wenn man den Schwellenwert aus der Berechnung raus ließe und statt dessen die Verteidigungsprobe einrechnen würde?
Der Magier erreicht wieder seine 5 Erfolge und erzeugt einen Schadenscode von 11G
Die Wachleute sind die gleichen wie im Beispiel oben und haben 7 Würfel für eine Verteidigungsprobe.
Gehen wir auch das Beispiel mal durch, diesmal mit echten Würfelergebnissen für die Wachleute:
Wachmann 1: 5 Erfolge (Grundgütiger!!!)
Wachmann 2: 3 Erfolge (Standard)
Wachmann 3: 0 Erfolge (muss wohl direkt bei ihm vor den Füßen losgegangen sein)

Das ergibt für die drei Wachleute einen ziemlich individuellen Schadenscode, dem sie dann noch widerstehen können:
(ebenfalls individuell gewürfelt)
Wachmann 1: 6G – Schadenwiderstandsprobe: 0 Erfolge = 6G Schaden
Wachmann 2: 8G – Schadenwiderstandsprobe: 2 Erfolge = 6G Schaden
Wachmann 3: 11G – Schadenwiderstandsprobe: 3 Erfolge = 8G Schaden

Ehrlich gesagt, bildet für mich die zweite Variante ein deutlich nachvollziehbareres Bild ab als die Geschichte mit dem Schwellenwert.
Vielleicht könnte der Spielleiter in dieser Variante noch festlegen, wie weit jeder einzelne Wachmann vom Epizentrum entfernt steht, um dann jeweils 1 Erfolg pro Meter abzuziehen.
Ich glaube, damit käme man der Sache schon sehr viel näher...

Offline camouflage_cat

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Re: [SR-5]: Indirekte Kampfzauber mit Flächenwirkung
« Antwort #4 am: Heute um 13:33 »
Wie sinnvoll die Regeln zu indirekten Kampfzaubern mit Flächenwirkung sind, hat erstmal wenig damit zu tun, wie die Regeln geschrieben sind. Das Grundregelwerk ist dabei erstmal eindeutig, dass das Zaubern von indirekten Kampfzaubern mit Flächenwirkung nur eine Erfolgsprobe mit Schwellenwert 3 ist. Da keine Verteidigungsprobe erwähnt wird, ist auch keine zulässig. Es gibt nur die Unterbrechungshandlung "Lauf um dein Leben" oder das Hoffen auf Abweichung, wenn man nicht getroffen werden will.

Natürlich steht es dir frei, das in Absprache mit deiner Gruppe zu ändern und eine entsprechende Hausregel einzuführen.