Ein sehr schöner Film, der mich extrem an D&D: Honor Among Thieves erinnert hat: Filmisch und storytechnisch kein absolutes Meisterwerk, aber offensichtlich von absoluten Fans des Franchises gemacht. Bis oben hin voll mit Anspielungen, und, vor allem, es gelingt ein liebevoll-selbstironischer, aber respektvoller, Umgang mit dem Quellenmaterial.
Es gibt ja Remakes/Neuauflagen, die verzweifelt versuchen, die Formel von damals 1:1 auf heute zu übertragen. Das scheitert normalerweise. Episode 7, looking at you. Und dann gibt es die Art von Neuauflage, die sich darin gefällt, ihr Quellenmaterial im Namen der "modern audiences" zu brechen und zu dekonstruieren - und damit normalerweise allen Fans komplett den Spaß verdirbt. Episode 8, looking at you.
Masters hingegen macht es eben wie der neue D&D-Film: Bunte Unterhaltung, die man genießen kann, ohne das Franchise zu kennen, jede Menge Eastereggs für Leute, die einfach ein bisschen Franchise-Nostalgie tanken wollen. Und dann aber auch eine clevere Metaebene, in der der Ethos, das Campige und die Unlogik der Vorlage klug für eine moderne Publikum aufbereitet wird. Bei Master sind das Themen wie Maskulinität, Was ist ein Held - und warum heißt He-Man eigentlich He-Man?
Und diese Metaebene gelingt diesem knallbunten Popcorn-Film überraschend gut und klug. Man vergleiche das mal mit dieser schrecklichen Netflix-He-Man-Zeichentrickserie, wo verzweifelt versucht wurde, Modernität zu heucheln, indem die Protagonistenrolle auf eine ganz schrecklich unsympathische Teela-Figur geprügelt wurde. - Im Film ist Teela auch tough und hat eine starke Rolle, aber der Fokus bleibt eben auf He-Man - bzziehungsweise Adam! Und die überbordende Maskulinität wird trotzdem dekonstruiert, indem man sie einfach von zwei Figuren diskutieren lässt - aber nicht mit erhobenem Zeigefinger oder aus der offensichtlichen Feder eines vor allem mit der korrekten Anzahl von Pronomina beschäftigten Kulturschaffenden - sondern auf dem ungelenken Niveau von zwei Männern, die in unterschiedlichen Generationen aufgewachsen und mit unterschiedlichen Männlichkeitsbildern groß geworden sind und versuchen, das dem jeweils anderen zum Ausdruck zu bringen. Als Jahrgang `84 fühle ich das total.
Außerdem gibt es viel Action, blöde Sprüche, Adam im rosa Hemd, Skeletor auf Narm-Level over 6000, und ich persönlich habe es massiv gefeiert, dass sich die zwei Uber-Nerds im Kino neben mir schrecklich über die Figur aufgeregt haben, deren Ankunft im Franchise im zweiten Stinger geteasert wurde. "Boah ne, wenn die im nächsten Film mitspielt, guck ich den nicht!"
Selber schuld. Denn hier könnte echt ein schönes Franchise entstehen! Hoffentlich performt das Ding an den Kinokassen besser als Honor Among Thieves!