Eins scheint mir jedenfalls recht sicher: "Mönche" passen weder im einen noch im anderen Sinne des Wortes wirklich in Tolkiens Welt, die
müssen ihre Inspiration also da, wo auch immer sie in der "Standardfantasy" auftauchen mögen, tatsächlich aus einer anderen Quelle beziehen.

Wobei der offensichtlichste Hinweis darauf, wo die D&D-Klasse ihre Inspiration her hat, doch direkt im Namen selbst liegt. Klöster gabs ja auch im historischen Mittelalter reichlich, aber
deren Bewohner waren allgemein eher nicht so für ihre fliegenden Fäuste bekannt (sonst wäre die eine oder andere Plünderung auch anders ausgegangen!), und umgekehrt waren die "asiatischen" Kampfkünste im fernen Osten längst nicht bloß das Vorrecht einer besonders philosophisch-geistlichen Schicht, sondern wesentlich weiter verbreitet. Es mag durchaus neben dem Shaolintempel schlechthin noch ein paar andere gegeben haben, in denen die örtlichen Mönche im Namen der Erleuchtung spirituelles Arschtreten eingeübt haben (und ich halte das sogar für eher wahrscheinlich, hab's aber nicht recherchiert), aber die enge Verbindung zwischen "Klosterbruder" einer- und "waffenlosem Kampfkünstler" andererseits, die D&D da suggeriert, findet sich in der freien Wildbahn eben nur in ein paar recht speziellen Zusammenhängen.
Wobei ganz allgemein betrachtet waffenlose Kampftechniken ja ohnehin gar kein speziell "fernöstliches" Phänomen
sind -- Boxen, Ringen, und noch so ein paar andere Tricks haben auch bei uns schon eine ewig lange Geschichte. Nur, natürlich sind die dann
für uns einfach nur noch "normal" und nichts besonders Exotisches mehr, was dann vielleicht ein Stück weit erklären mag, warum zumindest unsere
naive Vorstellung von einem effektiven waffenlosen Kämpfer unserer Schule bei allem Training, das er "nebenbei" auch noch absolviert haben mag, in erster Linie schlicht seine Muckis betont...
