Autor Thema: Warum wurde Tolkien zum Fantasy Standard und nicht Conan, Fafhrd und Elric?  (Gelesen 5740 mal)

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Offline Haukrinn

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Wobei der offensichtlichste Hinweis darauf, wo die D&D-Klasse ihre Inspiration her hat, doch direkt im Namen selbst liegt. Klöster gabs ja auch im historischen Mittelalter reichlich, aber deren Bewohner waren allgemein eher nicht so für ihre fliegenden Fäuste bekannt (sonst wäre die eine oder andere Plünderung auch anders ausgegangen!), und umgekehrt waren die "asiatischen" Kampfkünste im fernen Osten längst nicht bloß das Vorrecht einer besonders philosophisch-geistlichen Schicht, sondern wesentlich weiter verbreitet. Es mag durchaus neben dem Shaolintempel schlechthin noch ein paar andere gegeben haben, in denen die örtlichen Mönche im Namen der Erleuchtung spirituelles Arschtreten eingeübt haben (und ich halte das sogar für eher wahrscheinlich, hab's aber nicht recherchiert), aber die enge Verbindung zwischen "Klosterbruder" einer- und "waffenlosem Kampfkünstler" andererseits, die D&D da suggeriert, findet sich in der freien Wildbahn eben nur in ein paar recht speziellen Zusammenhängen.

Ja, und bei den alten D&D-Schinken ist das sogar noch viel einfacher, weil da ja jede Stufe in einer Klasse auch einen Titel hat.  :)
Und wenn man sich das beim Ur-Monk ansieht, dann ist ziemlich klar, dass der (1.) aus der fernöstlichen Ecke kommt und (2.) das mit der Kung Fu-Serie nur ein Teil der Wahrheit sein kann - das liest sich einmal wie 70er-Jahre-Hongkong-Kino runter...  ;D
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Online nobody@home

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Was? In „Lasko - die Faust Gottes“ war alles nur erfunden?

Ich fürchte, dem war so. :'(

Etwas ernsthafter: natürlich wird's selbst in eher friedlichen historischen Klöstern auch mal kampferprobte Typen gegeben haben -- die kirchliche Laufbahn für nachrangige Adelssprößlinge ohne gute Erbaussichten war ja beispielsweise nicht unüblich, und für so manche Leute waren diese Orte auch einfach eine Zufluchtsstätte aus einem sonst verkorksten Leben --, und auch die Templer und Johanniter waren ihrerzeit ja eine Form von "geistlichem Orden", nur halt im Kampf lieber mit Schwert, Schild, und Kettenhemd. Aber die bildet natürlich seinerseits der "traditionelle" D&D-Mönch eher nicht ab. :)

Online Kurna

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Nicht vergessen, so mancher Abt und Bischof hat seine eigenen Truppen(-teile) im Mittelalter auch in die Schlacht geführt. Die konnten durchaus auch soldatisch aktiv sein.
Aber klar, der Mönch bei D&D geht schon deutlich eher in die östliche Richtung.
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Offline ghoul

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Das wäre ja dann der Kleriker (Bischof Odo + van Helsing).
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Desweiteren: Alle deine Probleme wurden bereits in AD&D 1e gelöst.

Online Kurna

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Das wäre ja dann der Kleriker (Bischof Odo + van Helsing).
Ja genau. Das sehe ich auch so.
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Offline Fuchs

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Das einzige mir bekannte, prominente Beispiel für einen kämpfenden christlichen Mönch, welcher sich seit dem Spätmittelalter bis heute in der Literatur etabliert hat, ist Bruder Tuck.