Hast Du mal ein Beispiel was Dir zu kompliziert formuliert erscheint? Als Autor ist man da manchmal Betriebsblind und ein- oder zwei Beispiele würden helfen.
Ich persönlich präferiere einen Stil, der jedes Wort auf die Goldwaage legt und weglässt, wenn es keinen Mehrwert bietet. Ich finde das gerade die Referenz, aber im Prinzip ist es, präferiere Sätze gegenüber Abstätze, Phrasen gegenüber Sätzen, Worte gegenüber Phrasen und Aufzählungen gegenüber Fließtext.
Ein gelungenes Beispiel ist IMHO Chris McDowalls Into the Odd. Er definiert, beschreibt, gibt ggf. ein Beispiel. In dieser Reihenfolge. Jeder Absatz ist ein Gedanke. Unterstützt wird das von Johan Nohrs Layout, das großzügig mit Leerraum arbeitet und mit Überschriften den Blick lenkt, damit man die zugegeben wenigen Konzepte schnell im Buch findet.
Die drei Absätze auf Seite 9 in euren Regeln würde ich so umformulieren:
KRITISCHE WÜRFE
Bei *Ergebnistests* und *Trusttests* gilt:
- Natürliche 20: Perfekter Wurf. Aktion gelingt außergewöhnlich gut.
- Natürliche 1: Fataler Wurf. Aktion scheitert und hat negative Folgen.
- Natürliche 7: Figur erhält einen Güldenen.
Ein perfekter ET kann nur mit einem perfekten TT abgewehrt werden.
SIEBENTÖTER
Eine 7 beim Schadenstest kann 1x pro Runde einen *Siebentöter* auslösen.
Der Angriff verursacht normal Schaden. Zusätzlich:
- +1 LEB und +1 KON, oder
- +2 KON
Ich hatte überlegt, ob ich "Maximum kann nicht überschritten werden" dazu schreibe, würde aber statt dieses Satzes einfach die Regeln anpassen und da keine Ausnahme machen. Ist doch letztlich egal, ob jemand nun Lebenskraft 15 oder 16 hat. Irgendwo anders kann man ja generell schreiben, dass höhere Werte nach dem Kampf wieder auf Maximum reduziert werden. Will sagen, wenn man beim Aufschreiben der Regeln merkt, dass man Sonderfälle oder Einschränkungen beschreiben will, sollte man überlegen, ob man diese wirklich braucht.
Zu "Wozu du würfelst" auf Seite 8 hatte ich ja schon was geschrieben. Da fällt mir noch ein, dass ich "W20 + Begabungswert ≥ 20: Die Aktion gelingt." einem "Ist W20 plus Begabungswert größer oder gleich 20, dann gelingt die Aktion." vorziehen würde. Das "≥" ist leichter verständlich als die drei Wörter.
Vielleicht helfen diese Gedanken. Ich erwarte natürlich nicht, dass ihr jetzt alles umschreibt, denn vieles ist persönliche Vorliebe. Aber du hattest gefragt und wollte versuchen, konstruktiv zu antworten
