Autor Thema: Gerüchte über D&D 6 - Teil 2  (Gelesen 1413 mal)

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Offline Luxferre

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Re: Gerüchte über D&D 6 - Teil 2
« Antwort #25 am: Gestern um 11:39 »
Hackmaster wäre auch mein take gewesen. C&C atmet schwer die alten D&D-Boxen ...
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Re: Gerüchte über D&D 6 - Teil 2
« Antwort #26 am: Gestern um 11:42 »
Nunja, was mich aber eigentlich interessiert ist: "denke ich etwas darauf herum und merke, dass sich D&D irgendwie ausentwickelt anfühlt. 6E als das große Novum sehe ich nicht. Geht das hier anderen auch so?"

Man sieht jedenfalls, dass frühere D&D-Editionen (vor 3e) und vieles aus der OSR konzeptionell und mechanisch besser aufgestellt sind.
Da gibt es schon den einen oder anderen Vertreter, bei dem ich sagen würde: viel mehr ist aus der Regelengine nicht rauszuholen.

Dann muss eine langlebige Produktreihe natürlich zusehen, dass sie in die Breite und nicht in die Tiefe geht. Sprich: keinen Regelwildwuchs, sondern gutes Drumherum - solide Abenteuer, große Kampagnen, breites Spielangebot mit alternativen Settings usw.
Das hat 5e so halb gemacht, aber zum Ende hin immer mehr den Faden verloren und dann eben doch deutlichen rules creep gehabt. Und das Grundgerüst war im Vergleich mit anderen auch nur so mittelgut gelungen.

"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
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Re: Gerüchte über D&D 6 - Teil 2
« Antwort #27 am: Gestern um 11:47 »
Nunja, was mich aber eigentlich interessiert ist: "denke ich etwas darauf herum und merke, dass sich D&D irgendwie ausentwickelt anfühlt. 6E als das große Novum sehe ich nicht. Geht das hier anderen auch so?"

Naja, das "große Novum" haben sie ja mit der vierten Edition fleißig versucht. ;) War aus meiner Sicht auch tatsächlich einigermaßen neu und originell, aber dann kam halt von gewissen anderen Leuten der große "Was wir nicht kennen, fressen wir nicht!!"-Bauernaufstand, dem wir letztendlich die Was-fühlt-sich-für-euch-Nostalgiker-richtig-an-fünfte verdanken...

Ich glaube also nicht, daß sich WizBro in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren noch mal ernsthaft trauen, radikalere Veränderungen vorzunehmen -- gebranntes Kind und so. Und natürlich fühlt sich D&D für mich persönlich mittlerweile tatsächlich recht nach "Da kommt nix großartig Interessantes mehr nach" an, aber ich bin halt mittlerweile auch schon eine kleine Ewigkeit im Hobby und mit Dutzenden von Systemen mindestens in Berührung gekommen; da reißen mich Dinge wie "Hier bieten wir euch zwei neue Völker, eine ganz neue Basisklasse, und natürlich neue Zaubersprüche und magische Gegenstände!" einfach auch nicht mehr wirklich vom Hocker.

Offline Luxferre

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Re: Gerüchte über D&D 6 - Teil 2
« Antwort #28 am: Gestern um 11:58 »
... WizBro ...

Warum nicht Haszards?  ~;D

Davon ab: joa, die Einschätzung zum nicht vorhandenen Mut und der aktuellen politischen Entwicklung "da drüben" würde ich auch eher von einer lamen "Nummer Sicher" ausgehen.
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Re: Gerüchte über D&D 6 - Teil 2
« Antwort #29 am: Gestern um 12:07 »
Warum nicht Haszards?  ~;D

Weil der Begriff sich tatsächlich in der einen oder anderen D&D-Fanecke des Internets schon etabliert hat und nebenbei leichter auszusprechen ist. ;D

Offline tarinyon

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Re: Gerüchte über D&D 6 - Teil 2
« Antwort #30 am: Gestern um 18:26 »
Man sieht jedenfalls, dass frühere D&D-Editionen (vor 3e) und vieles aus der OSR konzeptionell und mechanisch besser aufgestellt sind.
Da gibt es schon den einen oder anderen Vertreter, bei dem ich sagen würde: viel mehr ist aus der Regelengine nicht rauszuholen.

Dann muss eine langlebige Produktreihe natürlich zusehen, dass sie in die Breite und nicht in die Tiefe geht. Sprich: keinen Regelwildwuchs, sondern gutes Drumherum - solide Abenteuer, große Kampagnen, breites Spielangebot mit alternativen Settings usw.
Das hat 5e so halb gemacht, aber zum Ende hin immer mehr den Faden verloren und dann eben doch deutlichen rules creep gehabt. Und das Grundgerüst war im Vergleich mit anderen auch nur so mittelgut gelungen.

Ich glaube, das ist eine ganz wichtige Erkenntnis. Wenn man sich mal anschaut, wie wenig sich D&D in den zig Iterationen von 1974 bis 2000 verändert hat, dann stelle ich mir schon die Frage, ob man aus D&D so viel mehr rausholen kann, als das System mit 0E/1E geboten hat. Im Kern ist es halt ein System, das auf einen ganz bestimmten Spielstil ausgelegt ist und dieser Spielstil war für lange Zeit gleichbedeutend mit Rollenspiel. Ob man aber mit so Nostalgie-Shit (ich stehe ja drauf, je älter und je weniger Regeländerungen, desto besser) wirklich noch neue Generationen abholen, das will ich mal stark bezweifeln. Micht würde echt stark interessieren, ob die angeblich so große neue Rollenspielergeneration mit D&D so Storyteller-Zeugs spielt und dabei die Regelengine nebenher laufen lässt?

Davon abgesehen kann ich mir schon vorstellen, dass D&D2024 nicht annähernd so gut gelaufen ist, wie WotC/Hasbro wollte. Da liegt halt der Hase im Pfeffer begraben: wenn ich anpreise, dass sich eigentlich so gut wie nix verändert hat, warum sollen sich dann die Leute das neue System kaufen? Wenn D&D 5 das beste D&D ever ist, wird eine neue Edition immer die Fanbase splitten. Ich bin mir sehr sicher, dass Hasbro schon längst weggehen wollte von dem klassischen Rollenspiel, wo sich die Spieler ein zwei Bücher kaufen und dann zocken hin zu einem FIFA/ROBLOX/MOBA-Abzock-Modell. Aber da glaube ich überschätzen sie die Marke D&D: die mit Abstand meiste Kohle machen sie ja mit Magic. Aber das ist kompetitiv und da kann man Geld gewinnen. Da ist die Monetarisierung also von vornherein angelegt. Bei D&D sehe ich das mittel- und langfristig nicht. Eher sowas wie bei diesem kack ROBLOX, wo es eine Community gibt, die sich selbst ausbeutet und die Entwicklungsarbeit für den Publisher erledigt. Das könnte man bei D&D auch so machen, dass man da einen digitalen Store hat (ähnlich wie bei DriveThru), wo man AI-gestützt solo oder in Gruppen Abenteuer zockt und sich dann alles zusammenkauft. So ein Art Holodeck-Netflix-D&D mit Fokus auf Prosumenten. Regeln und Editionen spielen bei sowas dann immer weniger ne Rolle.

Die Nostalgiker werden natürlich weiterhin mit den alten Sachen zocken und ein guter Teil der Spielerschaft wird vielleicht entdecken, dass man überhaupt nie eine neue Edition gebraucht hat, weil man mit dem bisher bereits veröffentlichten eigentlich alle Spielstile und Wünsche abdecken kann. Sehe nicht, wo da außer der Hyperkapitalisierung und Hypermonetarisierung durch AI im Rollenspielbereich (und das wird zu 99 Prozent Solo und davon zu 90 Prozent Waifu-RPG sein) noch irgendeine Sprunginnovation stattfinden wird.

P.S. Gefühlt das einzige, was sich da derzeit bei RPGs noch ändert ist, dass sie "toll gelayoutet sind" (wow - much great!) oder dass statt sexy girls im Kettenbikini oder edgy Gore-Bilder jetzt dicke Frauen, rosa Drachen und Orks in Mexikanerklamotten auf den Illus zu sehen sind. Das hat aber halt null mit den Regeln zu tun. Ich kann ja genauso AD&D 1e spielen und mein Halb-Ork ist transgender und datet einen Oger. Brauch ich keine KI-generierten Illus dafür.
« Letzte Änderung: Gestern um 18:31 von tarinyon »

Offline Galatea

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Re: Gerüchte über D&D 6 - Teil 2
« Antwort #31 am: Gestern um 18:43 »
Bei der breiten Spielerschaft, die D&D mittlerweile hat, sind drastische Änderungen auch überhaupt nicht mehr möglich, ohne einen signifikanten Teil besagter Spielerschaft zu verprellen. Und ganz ehrlich, das ist auch in Ordnung so. Das Zelt ist breit genug, dass am Ende trotzdem fast jeder reinpasst und diejenigen, die unbedingt was Neues suchen haben auch genug radikal andere Wahlmöglichkeiten außerhalb.
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Offline Skaeg

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Re: Gerüchte über D&D 6 - Teil 2
« Antwort #32 am: Gestern um 18:57 »
Bei der breiten Spielerschaft, die D&D mittlerweile hat, sind drastische Änderungen auch überhaupt nicht mehr möglich, ohne einen signifikanten Teil besagter Spielerschaft zu verprellen.
Hat die breite Spielerschaft eine so große Anhänglichkeit an bestimmte Elemente des Spielsystems? Oder auch nur ein tieferes Verständnis davon? Ich habe da Zweifel.

Ich glaube, eine (wirklich) neue Edition mit dem entsprechenden Marketing könnte auch beim Mainstream-Publikum punkten, wenn sie beibehält, was man oberflächlich als die Kernelemente von D&D wahrnimmt:
W20-Würfe
Klassische Klassen
EDO+-Völker
Die sechs Attribute
Stufen
Hitpoints
Saves
Zaubersprüche mit Spruchstufen
Magische Gegenstände
Monster, Fallen, Dungeons

Um diese Elemente kann man mMn durchaus ein neues System herumstricken, das den Rahmen eines besseren Errata-Dokuments, wie es DnD2024 ist, sprengt. 3.x, 4E und 5e haben alle diese Elemente, sind aber doch trotzdem sowohl untereinander als auch verglichen mit prä-Wizards-DnD sehr unterschiedlich.
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Offline YY

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Re: Gerüchte über D&D 6 - Teil 2
« Antwort #33 am: Gestern um 19:15 »
Micht würde echt stark interessieren, ob die angeblich so große neue Rollenspielergeneration mit D&D so Storyteller-Zeugs spielt und dabei die Regelengine nebenher laufen lässt?

Wenn ich mir anschaue, was die sich so anschauen und worüber sie reden, würde ich eher sagen: die quälen sich im Schnitt irgendwie mit dem Regelwerk herum und kommen mehrheitlich nicht darauf, selbst größere Änderungen vorzunehmen oder gleich was anderes zu spielen, was den eigenen Ansprüchen eher entgegen kommt.
Schon ein gutes Stück wie früher DSA in D :think:

So ein Art Holodeck-Netflix-D&D mit Fokus auf Prosumenten.

Ja, das hätte Sigil sein sollen. War aber technisch längst nicht da, wo es dafür hätte sein müssen.

Sehe nicht, wo da außer der Hyperkapitalisierung und Hypermonetarisierung durch AI im Rollenspielbereich (und das wird zu 99 Prozent Solo und davon zu 90 Prozent Waifu-RPG sein) noch irgendeine Sprunginnovation stattfinden wird.

Ja, aus Monetarisierungsgesichtspunkten ist das folgerichtig.
Von dem Gedanken, die Spieler dazu zu kriegen, auch ähnliche Summen wie die SLs auszugeben, landet man schnell dabei, den SL durch Technik zu ersetzen und dann merkt man, dass man die Spieler lieber einzeln beackert als in der Gruppe, weil die ohne Terminkoordination usw. zumindest theoretisch viel mehr Interaktionszeit haben und damit mehr Gelegenheiten zum Geld ausgeben bestehen.
Damit wird das Spiel aber auch zwingend so eine auf den kleinsten gemeinsamen Nenner abzielende Dopamin-Suchtfalle wie diverser Mobile-Schrott.

Lustigerweise ist parallel dazu das techniklose Solospiel seit geraumer Zeit ordentlich im Aufschwung. Da gilt dann aus WotC-Perspektive wieder sinngemäß der berühmte Ausspruch von G. Gygax, dass die Spieler nie erfahren dürfen, dass sie den ganzen Kram gar nicht brauchen.

Gut, das ist dann nicht immer und überall verfügbar - aber fast, wenn man es ein bisschen clever anstellt. Und dann bekommt man keine vorgekaute Monetarisierungsschlotze, sondern macht seinen eigenen Kram.   
Da bin schon fast gespannt, wann explizit jemand genau damit antritt. Also mit einem analogen Solo-("Nicht")-D&D als explizitem Gegenentwurf zu WotCs digitalem Goldenen Käfig (wenn der denn irgendwann mal fertig wird).
Crawfords Kevin hat in der Richtung ja schon einiges an Vorarbeit gemacht, dem traue ich das ohne Weiteres zu.
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Offline Vash the stampede

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Re: Gerüchte über D&D 6 - Teil 2
« Antwort #34 am: Gestern um 20:46 »
Micht würde echt stark interessieren, ob die angeblich so große neue Rollenspielergeneration mit D&D so Storyteller-Zeugs spielt und dabei die Regelengine nebenher laufen lässt?

Also wenn ich mich mit meinen Neulingen und Jungspielern unterhalte, dann spielen sie einfach ihren Stiefel und sind cool damit. Unabhängig davon, ob sie publizierte Sachen (Strahd, Storm King's,Tomb) oder eigenen Kram bespielen. Sie stören sich auch weniger an den Bildern und so 'nen Kram. Zudem wechseln manche jetzt auf 24 und sind frei damit. Sie benutzen Beyond und kennen oder haben daneben die Bücher.

Und ich kann nur sagen, dass ich jetzt alle Kern-Bücher erworben habe und regelrecht suchen musste, um alle zu bekommen, weil sie nicht lieferbar waren, obwohl die Händler sie bestellen wollen.
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