Ich schätze, ich kann in meiner Anspruchshaltung als Spieler recht pingelig sein.
Einerseits ist es mir wichtig, dass es einen roten Faden gibt, der mich durch die Handlung führt. Ich mag es weder, wenn zu viele Nebenkriegsschauplätze eröffnet werden, noch wenn mir zu große Freiheiten gegeben werden - in dem Sinne, dass ich vor lauter Möglichkeiten und Variablen gar nicht mehr weiß, wo ich eigentlich ansetzen soll, um weiterzukommen. Ich mag es, wenn ich während eines Abenteuers ungefähr weiß, an welchem Punkt im Strudel der Ereignisse ich gerade stehe: Neigt sich z.B. die Waagschale gerade zugunsten des Schurken, sodass meine Heldengruppe einen Zahn zulegen muss? Wenn ich weiß, mit welchem Einsatz ich zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte spiele, erhöht das für mich persönlich meistens die Spannung.
Dementsprechend schätze ich auch so etwas wie Eskalationsstufen, die zusätzlichen Druck erzeugen und außerdem zeigen, dass der Antagonist nicht faul herumsitzt, sondern seinen Plan während der Heldenaktionen fortführt oder sogar anpasst. Das wäre ebenfalls so ein Punkt: Ich mag es, wenn Schurken auf höchstem Niveau reagieren und sich dadurch als würdige Herausforderung erweisen.
Tja, und anderseits möchte ich wiederum auch nicht, dass sich der oben erwähnte rote Faden als Leine entpuppt, an der ich durch das Abenteuer gezerrt werde. Vorgesehene Stationen, die irgendwann eintreten, sind völlig okay – aber ich brauche als Spieler dringend die Möglichkeit, sie auf viele verschiedene Arten lösen zu können. Sonst geht das Gefühl der Selbstwirksamkeit verloren, und für mich ganz persönlich wäre das der Kuss des Todes für die Session.