Autor Thema: RANT: Warum interessiert euch bei Filmen und Serien die Meinung von Muggeln  (Gelesen 1806 mal)

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Offline Luxferre

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Habe ich auch nicht behauptet. Aber ich stelle sehr oft fest das mir dinge gefallen die innerhalb und außerhalb der "nerd bubble" als nicht gut angesehen werden.

Als der mehrfach ausgegrenzte "Normalo" (mit abfälligem Ton, bitte) auf Cons, Stammtischen und anderen nerdigen Veranstaltungen, LARPs oder oder oder ..., kann ich Dir sagen, dass diese Nerd-Bubble auch echt anstrengend sein kann  ;D  davon ab geht es mir auch so, dass ich mit Menschen, die gewisse Filme, Serien, Themen nicht so intensiv abfeiern, wie ich, eher selten darüber spreche. Da ist der Informationsgewinn für beide Seiten meist so lala, und das kann man sich dann auch sehr gut sparen.

Beruflich zB rede ich gar nicht über Fantasy, Rollenspiel und Co. Meine berufliche Realität ist ungefähr 180 Grad von meinem Hobby entfernt  ~;D  aber das ist nicht schlimm, bin eh ein Separator  :d
ina killatēšu bašma kabis šumšu Tišpak
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"Consider the seed of your generation. You were not born to live like animals, but to pursue virtue and possess knowledge"

Offline Schleicher

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Nischenpublikums-Geschmack ungleich Mainstream-Geschmack. Klar jedoch wertfrei.

ABER: Wenn man mehr "davon" will, muss es insgesamt erfolgreich/beliebt sein. Kein Publikum=kein Geld = Keine Fortsetzung.

Offline Raven Nash

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Ich muss ja sagen, dass ich diese heftige Verbissenheit mit der einige irgendwelche Serien verfolgen absolut nicht nachvollziehen kann. Sogar wenn mir eine Serie wirklich gefällt, warte ich z.B. nicht schwitzend auf die nächste Folge. Filme sind bei mir sowieso meistens see-and-forget (bei vielen kann ich mich nach einem Jahr nicht mehr erinnern, den schon gesehen zu haben - fällt mir dann oft nach den ersten Minuten auf).

Was die Meinung anderer angeht: die ist mir bei 99% der Menschheit in jedem Belang egal. Weshalb ich z.B. auch keinen Influencern folge.

Ich verstehe auch nicht, wie man sich Sitcoms anschauen kann, oder sowas wie Grey's Anatomy. Gefällt aber offensichtlich vielen Leuten. Denen ist meine Meinung auch egal.
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Vergangene: Runequest, Cthulhu, Ubiquity, FFG StarWars, The One Ring, 5e, SotDL, LevelUp! A5e, Vaesen
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Offline YY

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ABER: Wenn man mehr "davon" will, muss es insgesamt erfolgreich/beliebt sein. Kein Publikum=kein Geld = Keine Fortsetzung.

Zum Einen hat die Nischenbesatzung auf den breiten Erfolg keinen nennenswerten Einfluss.
Und zum Anderen ist 90% von allem Mist. Auch die Fortsetzungen von Zeug, das man mag.

Letztlich ist es unterm Strich mehr oder weniger Zufall, wann die Sterne für ein Projekt mal richtig stehen und was rundum Gutes dabei rauskommt.
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
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Offline General Kong

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Ich als Gorillageneral finde es affig sich zu sehr über sein Hobby zu definieren, vor allem gegenüber Primaten, die dieses Jobby nicht teilen (oder widerlich minderbehaart sind).

Rollenspiele sind seit 43 mein Hobby, Superheldenrollenspiele auch, Superheldenfilme nicht (finde die okay, langsam hängen sie mir zum Hals raus), kenne kein "Star Wars"-Franchise (außer die drei Filme - gab dann ja keine mehr - und das D6 und D20 Rollenspiel ...), und höre gerne Hörbücher und -spiele. Und falle gern zum Plündern ins Gibbonreich ein.

Ich finde mich sehr normal und meine Ärzte auch, wenn ich brav meine Pillen nehme.
Also ... worum ging's?
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Offline korknadel

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Ich finde taryinions Rants ja meistens sehr sympathisch und kann gut mitfühlen, auch wenn ich die Dinge meist anders sehe.

Ich verstehe bei dem Eingangsposting nicht, dass einerseits die Klage erhoben wird, Marvel wäre "verwurstet", also zu sehr mainstreamig vermarktet, dass man sich aber mit Mainstream-Leuten wie der Mutter (oder war's die Tante) nicht über einen Marvelfilm unterhalten kann. Was denn nun? Ist Marvel Nische oder Mainstream? Wenn Marvel tatsächlich Mainstream ist, weil verwurstet, dann stünde ja die Mutter (Tante?) für die Nische.

Und Jiba hat da natürlich schon viel Richtiges gesagt. Was wir hier machen, hat mit counter culture nur in seltenen Ausnahmefällen etwas zu tun. Star Wars und Manga sind inzwischen quasi die kulturelle Muttermilch, mit der Kids aufwachsen, und alleine schon über Mangas werden so gut wie alle Tropes unserer "Nische" massenhaft verbreitet. Der Herr der Ringe wurde vor einigen Jahren vom ZDF als das beliebteste Buch der Deutschen ermittelt. 1999 schon, also noch vor den Kinofilmen, ermittelten Fnac und Le Monde die 100 besten/wichtigsten Bücher des 20. Jahrhunderts. Auch da steht natürlich selbstverständlich der Herr der Ringe mit drin (zum Glück immerhin im Ranking nicht vor, sondern eine Stelle nach Primo Levis "Ist das ein Mensch", das hätte mir sonst schon zu schaffen gemacht).

Es gibt in Deutschland knapp 30 Elbenwald-Filialen, und auch ins nischigere Rollenspiel krakt der Trend zum Mechandise, zum Paraphernaliabloat. Bei zig Crowdfunding-Projekten kriegst Du noch T-Shirt, Dice-Trays, Stickers, Plastikgedöns dazu, das folgt derselben Logik wie Actionfiguren, Legamis und dergleichen, aber nach counter culture sieht mir das gar nicht aus. Was für die Jocks Deo, Antipickelgesichtswasser und Pomade in großen Mengen ist, ist für die Nerds ein eigener Würfelsatz für jeden Char und stabiles Internet. Wo die einen die PS ihrer Motorräder oder Autos oder die Gewichte an ihren Trainern zählen, machen die anderen Minmaxing und zählen ihre Variantcover oder wie viele Versuche sie bis zum dritten Level brauchten. Es ist anderes Kolorit, aber die Kultur unterscheidet sich zumeist zu wenig, um wirklich "counter" zu sein.

Für so ein authentisches Nischengefühl empfehle ich statt Star Trek, Marvel und D&D die Oper als Nerdgebiet, vielleicht gar mit einem hübschen Schwerpunkt wie französische Barockoper oder Zwischenkriegsmoderne. Da ist die Welt dann wirklich fast ausschließlich mit Muggeln bevölkert, von einer derartigen Einsamkeit kann Hulk nur träumen.

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Offline HAL 40000

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Ok, ich gebe gleich mal zu nicht alles von jedem gelesen zu haben.

Aber das hört sich für mich stark nach "Hier sind wir und dort sind die anderen" an. Warum, lass sie doch. Was ist denn so geil daran ein Nerd zu sein? Ist auch nicht anders als Fußballfan oder Autonarr oder Gourmet zu sein. Und was ist so schlimm an Mainstream. Kann man mögen, muss man aber nicht.

Einwurf:

Brian: „Ihr seid alle Individuen!“
Menge: „Ja, wir sind alle Individuen!“
Brian: „Ihr seid alle anders!“
Menge: „Ja, wir sind alle anders!“
Einzelner Mann: „Ich nicht.“ (wird von der Menge ausgebuht)


Ich meine, ich kann verstehen das sich Leute darüber aufregen wenn ihr Lieblingsfranchise (oder Setting) stark verändert wird. Beispiel Star Trek. Ja, das hat sich schon immer verändert und war auch früher schon progressiv. Das neue Zeug ist auch nicht mehr für son alten Sack wie mich gedacht. Finde ich es schade? JA! Warum? Nun, ich sehe so viele verschenkte Möglichkeiten (und ich denke gerne an die Chance einer Möglichkeit). Es passt irgendwie nicht zum Ton der vorherigen Sachen.
Ja, nun ja, das ist nun mal meine Meinung, man.

Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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Offline Swanosaurus

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Mich interessiert die Meinung von allen anderen Leuten in meinem Umfeld, die sich für die gleichen Filme und Serien interessieren, egal, ob es "Muggel" sind oder nicht. (Und wenn überhaupt jemand die Bezeichnung "Muggel" verdient hat, dann sind es Harry-Potter-Fans). Irgendein Kulturprodukt wirklich nur für mich alleine zu rezipieren, ohne jeglichen Austausch darüber, fände ich traurig, und ein Austausch auf der Grundlage "deine Meinung interessiert mich eh nicht" ist auch traurig.
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Season of the Snail für Troika!: https://www.drivethrurpg.com/de/product/524068/season-of-the-snail
Lover's Gaze für Cloud Empress: https://www.drivethrurpg.com/de/product/515643/lover-s-gaze-for-cloud-empress
Hidden Depths für Ashen Stars: https://www.drivethrurpg.com/de/product/300541/hidden-depths

Offline korknadel

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Andrerseits stimmt das Argument, das hier schon mal genannt wurde, auch wieder: Damit Filme und Bücher überhaupt in Umlauf kommen und bleiben, braucht es halt mehr als nur diese eine Person. Deshalb ist die Meinung zumindest einer Gruppe eben doch auch nicht ganz uninteressant allein schon für die Produktion.

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Offline KhornedBeef

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Endlich mal wieder ein schöner Rant-Thread! Ich finde da darf man auch schmissig "NEin, hanebüchen!" und "Jawohl ihr Nullen!" ohne Netikette herumpupen und ohne das sauber begründen zu müssen. Wie sollte man bitte auch zu einer Meinungsvielfalt kommen, wenn alles stichhaltig sein muss  ;D DAS ist der Kern von Popkultur-Nerd-sein, "Hulk hätte Thor nie geschafft, der hatte da schon die Odinforce!!!!" "JA aber stärker ist er trotzdem". DAS ist ist es, was deine Tante nicht nachvollziehen kann, ob man das jetzt auf Gatekeeping oder ihre eigene Realness schiebt. Wovon reden wir denn da bittteeeeee!!?! Natürlich will das keiner vor aller Welt mit einem einzigen Hochglanzfilm festgenagelt haben, die Unverfrorenheit!
Und natürlich ist die Oper Nerdtum, aber eins dass IIIICCHH ablehnen darf (tue ich ja gar nicht, aber jetzt für das Argument), weil da ja echtes wirtschaftliches Gatekeeping für die oberen 1% stattfindet mit dem ich gar nichts zu tun habe (jaja, so teuer ist es nicht mehr, aber der vibe...).
"For a man with a hammer, all problems start to look like nails. For a man with a sword, there are no problems, only challenges to be met with steel and faith."
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Ich vergeige, also bin ich.

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Wer Fehler findet...soll sie verdammt nochmal nicht behalten, sondern mir Bescheid sagen, damit ich lernen und es besser machen kann.

Offline nobody@home

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...ich wußte ja nicht, daß du derart unterm Pantoffel stehst. ~;D

Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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...ich wußte ja nicht, daß du derart unterm Pantoffel stehst. ~;D

Endlich jemand, der meinen Schmerz fühlt....  ;D

Ernsthaft: ich höre mir durchaus gerne die Meinungen und Interpretationen anderer Leute an, da sind meistens interessante Ansichtspunkte dabei, oder auch ... öhöm ... sagen wir mal faszinierende Subjekte, die prima Vorlagen für nervige NSC sein können.
Aber: noch nie in meinem Leben hat mir eine negative Sichtweise eines von mir geliebten Mediums dieses verhunzt, oder umgekehrt noch nie hat eine euphorische Lobeshymne auf etwas, das mir überhaupt nicht abging, mich zu einem Fan desselben gemacht. Dazu habe ich viel zu viel Respekt vor meinem eigenen Geschmack.
Den ich aber auch nicht versuche, anderen aufzuschwatzen.

Auf dieser Grundlage kann man sich ganz brauchbar austauschen. Mich fasziniert durchaus, was Freunde von mir an Die Ringe der Macht (ich verabscheue dieses Machwerk) gut finden, kann es theoretisch dann auch nachvollziehen.
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Offline Alter Weißer Pottwal

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Bei mir auch. Zum Glück hat meine Frau einen guten Geschmack  >;D

Edit: nobody@home war schneller  ~;D
« Letzte Änderung: 23.02.2026 | 12:49 von Alter Weißer Pottwal »
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Offline Grey

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Seit ich das kleine, gelbe Plüschentchen habe, geht es mir schon viel besser.
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Lust auf ein gutes Buch oder ein packendes Rollenspiel? Schaut mal rein! ;)

Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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Offline tarinyon

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Zur Frage, wo ist der Unterschied zwischen Nerdtum und Mainstream-Kultur bzw. Nicht-Nerds.

So Sachen wie Star Wars (war ich mal Riesenfan) und Marvel (bin ich kein Riesenfan) schauen natürlich viele Leute, aber sie bleiben an der Oberfläche. Vielleicht stellen sie sich ihr Haus mit LEGO-Sets usw. zu. Aber sie nerden sich nicht rein, weil sie das komisch finden würden bzw. mit ihrer Zeit lieber was sinnvolles anstellen. Exemplarisch kann man das mit der Szene in der Serie "Clerks" veranschaulichen, wo sie darüber philosophieren, ob die Zerstörung des Zweiten Todessterns moralisch problematisch war, weil da ja die ganzen Bauarbeiter gestorben sind. Objektiv ist das einfach Zeitverschwendung und Quatsch. Aber das ist es, was es für mich ausmacht.

Zum Thema "wir gegen die" - lolol, ich habe meine Eltern als Beispiel genommen - wer sich da jetzt drüber aufregt, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Und wenn ich sage, Leute "checken es nicht", dann heißt das nicht, dass ich denke, dass sie dumm sind. Sie verstehen nur nicht den Appeal, den die Sachen für mich haben.


Und das bringt mich eigentlich zum zentralen Kern meines Anliegens: mir ist nämlich total bewusst, dass unter "objektiven" Standards die Sachen, die wir so rezipieren, keine "Meisterwerke" sind. Und genau da liegt des Pudels Kern. Ich will überhaupt nicht, dass die Mehrheit auf diese Nischensachen schaut. Ich will nicht, dass so Sachen wie Warhammer etc. in die Öffentlichkeit gezerrt werdne, wo es dann Riesendrama gibt. Seit wann ist Marvel denn Mainstream? Doch erst seit es mit "Iron Man" und Nachfolgern auf cool getrimmt wurde. Vorher wärst du ausgelacht worden, wenn du irgendwelche lächerlichen Superhelden von annodazumal cool gefunden hättest. Diese Öffentlichkeit führt aber dazu, dass die Sachen einer Bewertung unterzogen werden, der sie einfach nicht standhalten können. Dazu kommt, dass sich die Muggel nicht mit Franchises identifizieren. Ob jetzt Vin Diesel über die Leinwand düst oder irgendein noname-Actor die xte Iteration von Captain Kirk gibt, das ist den Leuten doch scheißegal.  Mir ist es aber nicht egal. Daher gibt es keine Übereinstimmung zwischen meinem Bewertungsraster und dem Bewertungsraster der breiten Öffentlichkeit.


P.S. Ich erinnere mich übrigens noch an die späten 90er, wo ich in Deutsch ein Referat gehalten habe über "Der Herr der Ringe" und die Leute nix gecheckt haben (auch wegen meinem wirren Referat lol), aber am Ende hat mich dann jemand gefragt: "hEy, dA gIbTs dOcH jETzT bAlD eInEn kInOfILm, oDeR?" - und ich nur: "raaage"!!!!
« Letzte Änderung: 24.02.2026 | 10:45 von tarinyon »

Offline First Orko

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Ich antworte mal mit einem provokanten Gegen-Rant auf die konkrete Frage  8]:

Weil Nerd-Filme schlecht sind!

ALLE! IMMER!  ;D Nee, ist so natürlich Quatsch  >;D Aber ein kleines bisschen vertrete ich die Meinung mittlerweile. Haltet ein, bevor ihr den Druck von eurer Halsschlagader in die Tasten haut, liebe mitlesenden Nerd!  ^-^ Ich erkläre mich:

Ich habe in meinem Leben einen guten (aber weit weg von vollständigen) Teil des typischen Nerd-Kanons in meinem Leben konsumiert, sei es Fantasy von Zauberer von Oz, Goonies, Willow über Masters of the Universe bis zu Goonies, im SciFi-Bereich von Forbidden Planet, Silent Running und Alien, 2001 über Star Wars bis zu Marsianer und Interstellar oder im Superheldenbereich über Superman (der mit Richard Donner) über Blade, Liga der außergewöhnlichen Gentleman bis zu den ersten Ironman-Filmen und zu Into the Spiderverse. Ich habe also meinen fair share of Nerdom-Filme in mir, erkenne Referenzen usw. und würde mich nicht im Sinne des Threads als "Muggel" einstufen  8) Mit Vielen - aber längst nicht allen- davon hatte ich Spaß und ein paar gucke ich immer wieder gern. Andere davon habe ich gesehen, weil Nerds sie mir empfohlen haben - meist mit einem dezenten "WAAAS DEN KENNST DU NICHT??!" - und ich wurde massiv enttäuscht, weil ich eben nicht die für den Genuss notwendige Nostalgie mitgebracht habe sondern den Film halt insinktiv mit aktuellen oder gar guten Filmen aus derselben Zeit verglichen und festgestellt habe: Ist schlecht gealtert. Parallel dazu ging die Marvel-Reihe los mit ihren immer dichter werdenden Netz aus Andeutungen, Anspielungen, Querverweisen, Pre-Teaser und Post-Credit-Scenes mit augenzwinkernden Referenzen an die Comiclesenden im Publikum... während die Filme nach einem immer ähnlicher werdenden Muster verliefen.

Rücksprung in die späten 80er: Ich bekomme ein großes A4-Buch in Hochglanz geschenkt Die 100 besten Filme aller Zeiten (die Ausgabe findet man nicht mehr online, nur den Neudruck) , kuratiert von einer relativ beliebigen Auswahl damaliger großer Regisseure, Produzenten und Schauspielenden voller bunter und für mich angehenden Teenager beeindruckender Bilder! Diese Buch begleitet mich seitdem und immer wieder mal habe ich Filme daraus gesehen, per Zufall oder absichtlich. Manchmal habe ich auch einen Film, der im TV lief erkannt und deshalb geschaut. Und immer wieder habe ich gemerkt: Die Filme sind alle zu recht darin. Vielleicht sind sie nicht (mehr) alle die "Besten" aller Zeiten (sowieso ein ebenso anmaßender, wie vergänglicher Titel) aber sie sind alle auf ihre Art zeitlos gut. Das habe ich mit der Zeit erst zu schätzen gelernt, als ich immer mehr gelernt habe, einen (sehr) alten Film im Rahmen des Zeitkontext zu betrachten, in dem er erschien und nicht direkt mit dem neusten Marvel-Machwerk zu vergleichen. Außerdem habe ich mich immer mehr mit dem Hintergrunden der Filmkunst beschäftigt, vor allem Tricktechnik und Kamera interessieren mich bis heute und das hat mir einen anderen Blick beschert und eine andere Herangehensweise an Filme per se. Meine Freizeit ist aktuell sehr sehr knapp bemessen und wenn ich mit mich hinsetze und mir 2h Zeit für passiven Konsum reserviere, dann will ich diese Zeit möglichst nicht mehr mit Mittelmäßigkeit verschwenden.

Und mit diesem Blick verlieren tatsächlich viele Filme aus dem Nerd-Kanon an "objektiver" Qualität, wenn man sie bewusst nochmal guckt - was nicht heißt, dass mich ein Starship Troopers nicht doch noch unterhalten könnte, trotz seiner Schwächen! Aber so eine Art von Filmen wird mich kaum noch gleichermaßen unterhalten können, wie die Meisten aus dem Beste-Filme-Buch, einfach weil sich mein Anspruch (Ha! DA ist es das Pfuiba-Wort  ;D) verändert hat und ich (Oftmals - nicht immer!) mehr von einem Film erwarte, als kurzweilige Unterhaltung mit möglichst vielen augenzwinkernden Referenzen und ein paar klug gesetzte Stellen, an denen ich wissend vor mich hin giggeln kann. Und da gibt es außerhalb der Nerd-Geek-Blase eben einen ganzen Haufen an wirklich exzellenten Meisterwerken, die völlig zu recht eine breite Masse an Menschen anspricht - weil sie eben auf breiter Linie und nicht nur in einem Nischenbereich Anknüpfunkte anbieten und dazu noch auf allen Ebenen (Erzählung, Schauspiel, Musik, Kinematografie usw) einfach handwerklich sehr gut gemacht sind.

Vor nunmehr >10 Jahren habe ich die damalige IMDB Top 250-Filme-Liste heruntergeladen (Die Liste ist ja dynamisch) und seitdem ~70% davon geguckt. Dazu schau ich immer mal wieder in die aktuelle Liste und vergleich und habe mittlerweile ein paar Erkenntnisse gewonnen:

  • je älter der Film, desto zeitloser seine Qualität
  • sehr alte Filme kann man nur im Kontext ihrer Zeit sehen, dafür muss man einen gewisse Art des Filmschauens entwickeln (wollen), dafür können Sie aber eine ganz eigene Art von Faszination mit sich bringen
  • Film die ungefähr in den letzten 10 Jahren zum Zeitpunkt des Downloads der Liste dort sind, sind meist sehr gute Filme des Zeitgeschehens von denen einige, wenige ein paar der alten Klassiker in den unteren Rängen bald verdrängen werden, die Meisten davon fliegen in den nächsten 10 Jahren raus von den besten Filmen des späteren Zeitgeschehens verdrängt
  • die Qualität der Filme dort entspricht einer Breite des Filmgeschmacks des Publikums auf IMDB - man wird da Filme abseits des Mainstreams eher weniger finden - dafür gibt es wieder andere Listen
  • Von 10 Filmen dort unterhalten mich ~9 sehr gut, und ca 2-3 begeistern mich
  • keinen der alten Filme von dort, die mich enorm überrascht und begeistert haben, hätte ich ohne diese Liste entdeckt
  • die Wenigsten der Filme von dort, die mir am Nachhaltigsten in Erinnerung geblieben sind, werden oder wurden hier im Filmbereich mal diskutiert

Mit "Muggel" sind wohl Leute gemeint, die mit Filmen aus der Geek-Nerd-Blase nix anfangen können. Doch nur weil Muggel in dieser Hinsicht unbedarft sind, heißt das nicht, dass so ein Muggel keine Ahnung von Filmen hat. Umgekehrt ist ein Geek-Filmfan nicht unbedingt jemand, der einen "neutralen" Blick auf filmische Qualitäten hat und zum Beispiel mehr Fehler bereit ist zu übersehen, wenn das eigene Lieblingsfranchise auf der reinen Faktenebene gut bedient wird (andererseits aber wiederum sehr empfindlich bzwl Veränderung dieser Fakten zugunsten von Zugeständnissen für andere Aspekte des Films, auf denen er trotzdem sehr gut sein kann..ist aber egal, wird verrissen weil die Frisur des Bruders des Antagonisten der Hauptfigur, gezeigt in Ausgabe 43991 der Comicvorlage, falsch ist).

Und trotzdem gibt es nicht wenige Überschneidungen zwischen sehr guten Mainstream-Filmen und sehr guten Geek-Nerd-Filmen - weil diesen neben dem Abfeiern von Insider-Wissen und einer vorlagetreuen Umsetzung der Vorlage eben exzellentes Filmhandwerk in sich haben und auf breiterer Ebene überzeugen.

Weil Nerd-Filme auch gut sind!
... aber eben nicht nur. Und schon gar nicht sind sie zwingend die besten Filme, die man finden kann.

Und deshalb interessiert mich zumindest die breite, langfristige Meinung von Film-Nerd-Muggeln eben doch mehr als die aus den althergebrachten Nerd-Kreisen - weil es mir für meine des Filmgenusses in der Tendenz auf lange Sicht sicherere Ergebnisse geliefert hat.
« Letzte Änderung: 26.02.2026 | 09:56 von First Orko »
It's repetitive.
And redundant.

Discord: maniacator#1270

Dir ist schon klar, dass es in diesem Forum darum geht mit anderen Leuten, die nix besseres mit ihrem Leben zu tun haben, um einen Tisch zu sitzen und sich vorzustellen, dass wir Elfen wären.

Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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First Orko: Du weißt, was mit Leuten passiert, die unangenehme Wahrheiten, die keiner wissen will, laut aussprechen?   ^-^

Ich habe selber gerade erst die Filme von Wes Anderson entdeckt, hab inzwischen auch eine schöne Sammlung an Stummfilmen der 20er (Nibelungen! Golem! Metropolis! Caligari! Nosferatu! WOOOHOOOO!), und mutiere immer mehr zu einer Mischung aus kulturellem Snob und Schmock.
Da kommst du mit deiner Tirade gerade richtig, ich kann nicht wirklich widersprechen.  :)

Insgesamt bin ich der Meinung, wir sollten es mal bleiben lassen, das Nerdtum zu einer elitären Gruppe zu erklären, uns weniger ernst nehmen, und auch mit den Imperfektionen von Dingen gut zu leben, die wir trotzdem lieben.
« Letzte Änderung: 26.02.2026 | 11:51 von KWÜTEG GRÄÜWÖLF »
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Offline nobody@home

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Hey, manche meiner eigenen Lieblingsfilme fallen definitiv wenigstens ein Stück weit in die Kategorie "So schlecht, daß sie schon wieder gut sind" -- und dazu stehe ich auch! :D

Und ja, das Sich-selbst-zu-ernst-Nehmen ist definitiv eine der Hauptkonfliktquellen der Weltgeschichte schlechthin. Ich erwische mich zwar durchaus immer mal wieder auch dabei, aber für eine gute Gewohnheit halte ich es auch bei mir nicht.

Offline Crimson King

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Ich finde ja Stummfilme sammeln deutlich nerdiger als Star Wars und MCU-Filme auswendig können.
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

J.W. von Goethe

Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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Ich finde ja Stummfilme sammeln deutlich nerdiger als Star Wars und MCU-Filme auswendig können.

Verdammt, komme ich aus diesem Loch denn nie raus?  :)
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Offline korknadel

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Vor nunmehr >10 Jahren habe ich die damalige IMDB Top 250-Filme-Liste heruntergeladen (Die Liste ist ja dynamisch)

Ich habe die aktuelle List nicht komplett durchgeguckt, aber finde es echt erstaunlich, wie viele Nerdfilme dabei sind, gerade auf den ersten paar Dutzend Plätzen. Da hätte ich eigentlich deutlich mehr Fellini, Pasolini, Allen, Truffaut, Bunuel, Lang, Ray, Kurosawa und dergleichen erwartet. Ich finde es auch erstaunlich, dass ich tatsächlich den einen oder andere der dort gelisteten Filme gesehen habe. Ich habe immer den Eindruck, ich kenne nix. Und immerhin einer meiner persönlichen Top-5-Filme hat es in die Liste geschafft, gerade so, derzeit auf Platz 246.

Was mich bei Nerdfilmen übrigens auch manchmal anstrengt, ist die Verschwendung von Talent. Da spielt eine Scarlett Johanssen in so einem Superheldenfilm mit, ich glaube es war irgendwas mit Winter Soldier oder so, und hat nichts anderes zu tun als zu posen und superheldisch zu gucken. Beinahe noch schlimmer, dass Natalie Portman in der Zeit, in der sie Star Wars gedreht hat, nix Vernünftiges machen konnte. Ihnen sei die Gage gegönnt, und die brauchen sie vermutlich auch, um hinterher wieder weniger lukrative, aber gute Rollen spielen zu können, aber aus Konsumentensicht -- oder zumindest meiner -- ist es schon bedauerlich. Die Figuren in diesem Winter-Soldier-Ding sind ja auch so dürftig, dass kein Schauspieltalent der Welt da noch groß was retten könnte. Da hätten's wirklich auch die Mannequins aus der Werbung getan.
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Die Figuren in diesem Winter-Soldier-Ding sind ja auch so dürftig, dass kein Schauspieltalent der Welt da noch groß was retten könnte. Da hätten's wirklich auch die Mannequins aus der Werbung getan.

Oder ein paar überzeugte Marvel-Fans vom nächsten Superheldenrollenspieltisch? :D