Der vierte Fall der KaPo27 steht an. Dieses Mal nur mit vier Ermittelnden, weil ein Spielender leider ausfiel.
KaPo27 will nicht mehr konsumierenDer Sommer schreitet voran. Aber es ist ein bisschen kühler geworden. Wochenanfang.
Montag. Luzern. Der Stellvertretende Chefermittler legt den Ermittlern einen kleinen Fall vor, der sich in den letzten Tagen, besser Nächten, in Luzern ereignet hat. Mehrere Supermärkte wurden Opfer von Vandalismus. Jugendliche oder ein kriminelles Motiv? Beides wird noch in Erwägung gezogen. Der Grund, warum die KaPo27 alarmiert wurde, sind jedoch die Umstände. Keine Einbruchsspuren und die Aufnahmen zeigen seltsame Lichtblitze und eine Art Lichtschwert, dass die Regale ausräumt. Fehler auf den Aufnahmen, wird es offiziell interpretiert. Da alle Supermärkte in Luzern sind, nahe dem Löwendenkmal, liegt es nahe, sich die Sache mal genauer anzuschauen. Vor allem, weil heute morgen noch ein weiterer, dritter Fall gemeldet wurde. Nach Aldi Suisse und Coop und wurde nun noch Lidl Schweiz Opfer eines Angriffs.
Mit dem Gedanken an einen Poltergeist oder einen Kugel- bzw. Stabblitz, wird der frisch verwüstete Laden aufgesucht. Der Tatortfotograf Urs Letsche wird von seiner KaPo27-Kollegin Clara Meyer befragt. Er hat schon die anderen Tatorte aufgenommen und kann sagen, dass sich der Tatverdächtige im Zigzag-Kurs durch den Laden bewegt hat. Höhen der Regale und Marken spielten keine Rolle. Maximaler Bruchschaden war das Ziel. Obwohl nur Produkte zerstört wurden, jedoch keine Scheiben. Reto Föllmi kann ausmachen, dass es keine Einbruchsspuren an den Türen gibt und Anouk Zoller leitet mit ihren Pakourskenntnissen ab, dass der Tatverdächtige beim Eingang startete und dort auch wieder endete.
Danach geht es noch zur betroffenen Coop-Filiale, die Sonntags zwar geschlossen hat, aber per Zufall vom Filialleiter aufgesucht wurde, sodass der Fall zeitnah gemeldet wurde. Hier zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei Lidl.
Die Ermittelnden stellen die Vermutung an, dass jemand mit einer Drohne arbeitet. Dabei wird entweder die Tür unauffällig geöffnet oder eine Drohne deponiert. Eine Erklärung, die gerne von offizieller Seite angenommen wird.
Bei der Recherche können die Ermittelnden keine vergangenen Parallelen oder Bezüge zum Löwendenkmal ausmachen, sodass die Supermärkte an sich im Fokus stehen. Beim Kugelblitz gibt es jedoch eine Interpretation aus der Vergangenheit, wo sie mit Irrlichtern in Verbindung gestellt werden. Anouk erhält die Warnung eines Kollegen von der Feuerwehr, dass Kugelblitze trotz allem immer noch wie Blitze und damit gefährlich sind.
Man beschliesst bei allen betroffenen und ortsnahen Supermarktfilialen Kamerasysteme aufzustellen und sich selbst zudem bei denen einzufinden, die bisher noch kein Opfer wurden, namentlich Denner und Migros.
Während sich Alfred Schmid und Reto beim Denner die Füsse wund stehen, haben sich Clara und Anouk beim Migros eingefunden. Alfred und Reto wechseln sich mit drinnen und draussen ab, wogegen Anouk die ganze Nacht über draussen bleibt.
Dienstag. Luzern. Gegen 0400 Uhr rauscht ein Migros-LKW um die Strassenecke. Unkontrolliert, weil dem Fahrenden durch einem angreifenden Mischwesen aus Vogel und Mensch die Sicht genommen wird. Anouk stürmt dem Fahrzeug entgegen und schleudert sich und das Vogelwesen auf die Strasse. Der LKW kann zwar Bremsen, knallt aber dennoch in die Wand, platzt auf und entlässt einen Grossteil seiner Fracht auf die Gasse. Anouk hat ihrer Gegnerin einen mächtigen Hieb verpasst und ihr schrecklicher Schrei geht in zunächst in Schmerzen unter. Nun versucht Anouk ihre Gegnerin zu Packen, doch die Harpyie weicht aus und kann sogar ihrerseits Treffen anbringen. Ein weiterer Schlagabtausch führt zu einer Art Gentlewoman's Agreement und man möchte sich schon auf ein Unentschieden einigen, als Clara auftaucht, einen gezielten Schuss auf die Harpyie abgibt und somit Anouk die Chance gibt, die Vogelfrau ausser Gefecht zu setzen.
Die Verwundeten werden versorgt und man beschliesst, die Harpyie ins Anderländerische Gefängnis in Sachseln zu bringen. Mit dem Hubschrauber geht es für Anouk auf die Älggialp, wo unter der Kapelle das Gefängnis der KaPo27 versteckt liegt. Weil man die Harpyie nicht versteht, wird eine Dolmetscherin angefragt, die ebenfalls eingeflogen wird.
In der Zwischenzeit besucht Anouk das inhaftierte Bergmännli Sven In der Halden und tauscht sich mit ihm aus. Immerhin spricht er mit Anouk.
Clara, Alfred und Reto räumen zunächst in Luzern auf, schlafen eine kurze Runde und versuchen dann eine Verbindung zwischen Harpyien, Essen und Irrlichtern zu finden. Sie stossen zwar auf eine Geschichte um einen gefrässigen Eulenmann, der allein durch den Glauben bezwungen werden kann, jedoch nichts zu den vorliegenden Fakten.
Gabriela Waller-Schurch von Eidgenössischen Magietheoretischen Hochschule (EMTH) Zürich trifft in Sachseln ein. Sie kennt die Sprache von Vogelwesen meist nur aus Büchern, doch nach einem kurzen Wechsel mit der Harpyie wechseln sie auf die Sprache des Anderlands. Somit kann das Verhör durch Anouk leichter gestaltet werden. Die Harpyie anerkennt Anouk als eine gute Kämpferin und offenbart ihr, dass der Angriff auf die Migros eine Vergeltungsmassnahme für das zerstörte Ladengeschäft von Lidl war. Für ihre Kooperation wird der Harpyie versichert, dass man ihr hilft und die Spur von Anouk führt nun zu Laura Lüthi, der Chefin von Lidl Schweiz, Weinfelden, Thurgau.
Mittwoch. Weinfelden. Während Clara in Luzern bleibt und die Aufnahmen nochmals sichtet, besuchen Anouk, Alfred und Reto die Lidl-Chefin Laura Lüthi. Das moderne Gebäude empfängt sie der flachen Region zwischen Zürich und St. Gallen.
Bevor sie ihr Treffen aufnehmen, kann Clara noch melden, dass eine Manipulation der Schokoladenproduktion von Aldi Suisse in Jonschwil, St. Gallen, gab. Auch dort haben sie nun einen Kontakt, den sie aufsuchen können. Doch zunächst müssen sich mit dem flatterhaften Wesen von Laura Lüthi befassen. Schnell wird klar, dass sie sich keiner Verantwortung bewusst ist. Ihre Feinde haben den ersten Schlag getan und nun musste sie agieren. Auf den Vermerk der Gesetzgebung, macht Laura klar, dass sie, die Kinder des Konsums, aus einer neuen Zeit stammen und nicht von den weltlichen oder den anderländerlischen Gesetz erfasst werden. Somit hat sie kein Unrecht getan und die Sache ist für sie abgehakt. Alfred kann mittels seines Zweiten Gesichts die wahre Gestalt von Laura erkennen, die eine Art Rabenschar ist. Die Ermittler wollen noch etwas mehr über die Kinder des Konsums erfahren und hören, dass Laura stolz darauf ist, dass es nun auch Lidl-Kinder gibt, ganz so wie es bei Coop oder Migros der Fall ist. Auf die Migros angesprochen, nennt sie den dortigen Kontakt und dass dieser ein Drache sei.
Da es auf dem Weg liegt, wird nach Jonschwil gefahren. Auf dem Weg dahin, nimmt Anouk Kontakt zu Nello auf, berichtet ihm und fordert für alle eine juristische Schulung fürs Anderland an. Zudem braucht es eine Anpassung der aktuellen Gesetze.
Dann wird das schlichte flache Büro-Gebäude von Aldi Suisse aufgesucht. Andreas Imhof empfängt sie. Auch dieser ist überzeugt, dass die Migros dahinter steckt und zeigt die Aufnahmen der nächtlichen Manipulation der Produktstrasse. Ein kleines drachenähnliches Wesen fliegt mit seinen Schwingen durch die Anlage und zerstört allerlei technische Geräte. Offiziell wird man eine Erpressung, wie sie inzwischen häufiger vorkommt, verlauten lassen. Alfred erkundet auch hier die wahre Gestalt von Andreas und kann eine Uhrwerk- oder Rechenmaschine als humanoider Gestalt erkennen. Die Ermittelnden wollen nun alle Beteiligten an einen Tisch bringen, fragen nach dem Kontakt bei Coop, Basel-Stadt, und wollen die Bereitschaft der Fraktionen einholen.
Das Hochhaus der Migros in Zürich ist wie ein Pfahl in der Stadt. Michael Stucki empfängt die Ermittelnden mit offenen Armen und umschlingender Freundlichkeit. Bevor es ins Gespräch geht nehmen Clara, die zur Gruppe aufgeschlossen hat, Reto und Alfred dankend Wasser und Eistee an; nur Anouk hält sich zurück. Schnell drängen die Ermittelnden in die Ecke, der anscheinend etwas plant, um sich gegen die anderen Kinder des Konsums zu erwehren. Da Reto besonders forsch vorgeht, zeigt Michael ihm kurz seine wahre Gestalt in der Form eines Tatzelwurms, also eines Drachens ohne Schwingen. Womit dieser auch beweist, nichts mit der Manipulation bei Aldi Suisse zu tun zu haben. Doch bei all dem zeigt er sich bereit mit allen Kindern des Konsums an einen Tisch zu setzen. Die Ermittelnden wollen also alle vier Parteien - Aldi Suisse, Lidl Schweiz, Coop und Migros - zusammenbringen. Michael fragt, ob es nicht richtig wäre, auch Denner dazu zu ziehen. Leicht überrascht, dass Denner ebenfalls dazugehört, lässt man sich den Kontakt geben und will gerade dorthin weiterziehen, als Michael seine Gäste an die Verpflichtung erinnert, die sie eingegangen sind. Somit müssen sich Reto, Clara und Alfred im Sinne der Migros einsetzen. Das kommt wohl davon, wenn man bei anderländerischen Wesen konsumiert und selbst wenn es nur Wasser ist.
Auf dem kurzen Weg zu Denner informiert Anouk Nello erneut über die Entwicklungen, die Haltung von Migros und die Einflussnahme, die es nun geltend macht.
Zürich-Enge. Bürogebäude. Einfacher Stil. Funktionell. Daniel Röthlisberger, ein kleiner gebeugter Mann, ein Kobold und dem Alkohol nicht abgeneigt, begrüsst sie. Er sieht sich selbst, ebenso wie die anderen Kinder des Konsums, ausserhalb des Gesetzes, jedoch auch ausserhalb der grösseren Kreises. Seiner Überzeugung nach wird der Markt die Sache schon regeln, selbst man sich aktuell mit manchen im selben Preissegment und damit in Konkurrenz befindet. Alfred fällt während des Gesprächs eine scheinbar flackernde Leuchtstoffröhre auf. Auf eine Bewegung von Daniel hin, hört das Flackern auf. Doch Anouk deutet den Hinweis und springt hoch. Jedoch geht ihr Griff ins Leere und den Ermittelnden wird klar, dass es sich um ein Irrlicht handelt. Mit diesem Beweis wird Daniel verhaftet. Es ist klar, dass Denner versucht hatte, die anderen gegeneinander aufzuhetzen, um somit selbst von dem Konflikt, als lachender Fünfter, zu profitieren.
Die Verhandlung zwischen den Kindern des Konsums wird angesetzt, wobei Michael darauf drängt und es durchsetzen kann, dass Clara, Reto und Alfred daran teilnehmen. Denner wird stärker unter die Schirmherrschaft von Migros gestellt und gleicht sich somit der gewöhnlichen Entwicklung an. Die Harpyie bleibt zunächst im Gefängnis, wird jedoch bald wegen guter Führung entlassen, auch weil die anderen kein Interesse an einem schwellenden Konflikt haben.
Der Fahrer des Migros-LKW muss keine Konsequenzen befürchten und war das einzige Opfer des Konflikts und dies sogar ohne grössere Schäden an Leib und Leben.
Es soll eine Arbeitsgruppe gegründet werden, die eine juristische Anpassung der Anderländischen Gesetze vornimmt, welche die Kinder des Konsums aufnimmt.
Anmerkungen: Diese Runde hat mit
American Gods und die
Flüsse von London zwei deutliche Vorlagen aus der Urban Fantasy.
Die wahre Gestalt der Coop (Constance Pfister) ist eine Burg-Riesin.
Inspirationen: Es gibt eine Besonderheit, die für die Schweiz typisch ist. Normalerweise beschreibt der
Röstigraben die Grenze zwischen dem deutsch- und dem französischsprachigen Teil der Schweiz. Doch gibt es den Witz, dass der wahre Röstigraben in der persönlichen getroffenen Zuordnung als
Migros- oder Coop-Kind liegt. Also, in welchem Supermarkt man lieber einkauft. Und mit der neueren Konkurrenz Aldi Suisse und Lidl kommen also weitere "Kinder" dazu, welche die Situation verschärfen.