Autor Thema: [Elseworld-Szenarien] Isekai nach Aventurien  (Gelesen 201 mal)

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Offline Waldviech

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Waldviechs altbekannte Grundideen - Iteration Nr. 102034:

Universität Bielefeld. Astrophysikalische Fakultät.
Am neuen Miniatur-Teilchenbeschleuniger laufen einige Standard-Experimente, mit denen die Möglichkeiten des Gerätes getestet werden. Als dann jedoch, gegen 16:27 Doktorandin Juliane Lüdenscheid (25) mit einigen Bechern Kaffee für Ihre am Teilchenbeschleuniger arbeitenden Kollegen den Kellerraum betritt, geschieht etwas absolut Bemerkenswertes: Das altertümliche Medaillon an Frau Lüdenscheids Halskette, ein uraltes Familienerbstück unklaren Ursprungs, fängt an, ein starkes Glühen abzustrahlen. Zeitgleich gibt das System vollkommen unmögliche Messwerte aus. Um 16:28 kommt es zu einem grellen Lichtblitz, in dem einige der Anwesenden kurz die Umrisse einer Frauengestalt in antiker Gewandung zu erkennen vermeinen. Um 16:30 schließlich legt sich der Staub. Dort, wo zuvor noch der Teilchenbeschleuniger stand, wabert nun eine Art Öffnung in der Luft, durch die man das Innere einer kleinen, alten Tempelanlage erkennen kann.


Traviatempel zu Hirschfurt. Königreich Garetien.
Nur kurz verlässt Tempeldiener Alrik (15) nach dem Feudeln des Altarraums den Tempel. Ihm ist siedend heiß eingefallen, dass er vor lauter Putzen vergessen hat, den heiligen Gänsen ihr Futter zu geben. Schnell will er dies nachholen, bevor jemand seine Versäumnis bemerkt und es wieder Hiebe hagelt. Kaum hat er sich jedoch dem Gänsepferch genähert, vernimmt er aus Richtung des Tempels ein seltsames Summen. Als er zurückblickt, sieht er wie grelles Licht durch die Ritzen des geschlossenen Tempelportals dringt. Nur wenige Liedschläge später tut es einen Donnerschlag und die reich verzierten Tempeltüren aus Eichenholz fliegen mehrere Schritt nach außen. Alrik vermeint, im begleitenden, grellen Lichtblitz kurz die Umrisse einer Frauengestalt in antiker Gewandung zu erkennen. Als sich der Staub legt, erkennt Alrik, dass im Tempel eine Art Öffnung in der Luft wabert.


Soweit die Ausgangssituation. Aus unbekannten Gründen (und möglicherweise göttliches Eingreifen?) existiert nun unvermittelt ein kleines Portal zwischen Dere und der Erde. Was passiert wohl als Nächstes und welche Abenteuerszenarien ergeben sich, wenn man dieses Szenario einigermaßen ernsthaft und nicht for the Lulz durchspielt?
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Re: [Elseworld-Szenarien] Isekai nach Aventurien
« Antwort #1 am: Heute um 14:54 »
3 Tage Dr Dr Franz Hedern schickt eine Drohne zur Tempelanlage
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Re: [Elseworld-Szenarien] Isekai nach Aventurien
« Antwort #2 am: Heute um 15:08 »
Isekai und Aventurien kann ich mir überhaupt nicht vorstellen irgendwie. Aventurien ist schon so superdeutsch und vertraut, da fehlt mir total der Alteritätserfahrungs-Effekt von Isekai.

Offline Waldviech

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Re: [Elseworld-Szenarien] Isekai nach Aventurien
« Antwort #3 am: Heute um 15:29 »
Ist natürlich irgendwo ein valider Punkt.
Ist allerdings die Frage, ob Aventurien für die Spielercharaktere denn auch vertraut wäre. Selbst wenn ich nicht von Aventurien, sondern von Deutschland direkt ausginge - wie vertraut wäre die Umgebung denn wirklich, wenn man plötzlich eine Tür ins Jahr 1550 (ich nehme das jetzt mal als vage Annäherung ans aventurische Fäntelalter) öffnen würde?
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Re: [Elseworld-Szenarien] Isekai nach Aventurien
« Antwort #4 am: Heute um 15:38 »
Wenn, dann kann sowas nur in Bielefeld stattfinden, das ist auf jeden Fall korrekt.  >;D

Kann leider nichts sinnvolles beitragen, da ich Isekai nicht kenne.

Offline Waldviech

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Re: [Elseworld-Szenarien] Isekai nach Aventurien
« Antwort #5 am: Heute um 15:44 »
"Isekai" ist ein vergleichsweise neuer Begriff für ein recht altbekanntes Grundmuster der Fantasy. Besagtes Grundmuster besteht grob gesagt aus "Jemand aus der normalen Gegenwartswelt wird in ein phantastisches Märchenreich verschlagen und erlebt dort dann Abenteuer". Das war früher mal gefühlt der Standardplot jedes zweiten Fantasyromans, kam dann etwas aus der Mode und wurde vor einigen Jahren im Bereich Manga und Anime wiederentdeckt. Da verpasste man dem Ganzen dann die Genrebezeichnung "Isekai".
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Re: [Elseworld-Szenarien] Isekai nach Aventurien
« Antwort #6 am: Heute um 15:50 »
Es ist sicherlich eine witzige Idee, die aber mehr für GATE-Szenarien einlädt als echtes Isekai.
Echtes Isekai wäre ja eher:

Helmut Schornstoff, alleinstehend, Mitte 40, Haarverlust, arbeitet bei Tupfing-Röhrich seit fast 30 Jahren als schlecht bezahlter, aber stetig und unermüdlicher Dichtungsingenieur. Als er erneut nach einer 120-Stunde-Arbeitwoche um 3 Uhr morgens von der Firma nach Hause wanken will in seine Junggesellen-Bude, die er seitdem er 16 ist bewohnt, fällt er unglücklich vor einen plötzlich aus dem Nichts auftauchenden kleinen Mitsubishi Transporter: Truck-kun ist hier. Helmut scheidet aus dem Leben wie die Dichtungen die er baute. Mit plötzlichem, explosivem Druck.

Als er die Augen öffnet stellt er unvermittelt fest, dass er noch lebt. Die Sonne scheint. Eine seltsam gekleidete junge Frau in weiß-roten Roben schaut ihn an. Dann kommen andere dazu. Sie alle sind gekleidet als wäre er auf einem Mittelalterfestival und sprechen ein seltsames Kauderwelsch. Als sie ihn anfassen und er zurückzuckt, stellt er mit Erschrecken fest, dass er mit dem Unfall das Gedächtnis verloren haben muss. Die Gebäude sehen verfallen und hölzern aus, die Menschen wirken von ihm befremdet und er selbst stellt fest, dass die Leute mit ihrer seltsamen Sprache nur einen Schluss zurücklassen. Er muss in einem bayrischen Dorf aufgewacht sein. Erst später stellt er fest, dass er auf eine Fantasy-Welt namens "AVENTURIEN" reinkarniert wurde, als er in dieser kleinen Kirche plötzlich eine Begegnung mit Gott hat. Oder dachte, er hätte eine. Sie stellte sich aber als Hesinde vor. Und das war erst der Anfang seiner Probleme!

-------
Aventurien als Setting für Isekai wäre schwierig. Kein gutes Harem-Setting, Magie ist nicht so riesig Kram-Bum-Action-Gedöns, Leveln ist kein massiver Machtfaktor, Professionen keine dauerhafte Einschränkung und auch "Heldentum" eher so Freischärlerisch denn als "coole Gildenlogik" angesehen. Dazu kommt: Einfach Wesen, die als Orks und Goblin bezeichnet werden zu töten bringt ihm die Angst und den Hass der anderen ein, statt ihn zum großartigen Helden zu machen.

Könnte witzig sein, wenn es dazu dient, ein bisschen echte Welt wie Aventurien zu pieksen.
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"Und wenn die Sanduhren der Zeitweiligkeit zum stehen kommen, die Geräusche des täglichen Lebens verklungen sind, wenn alles um dich herum still ist, wie in der Ewigkeit, dann fragt die Ewigkeit dich und jedes dieser Millionen und Abermillionen Lebewesen nur das eine: Lebtest du in Hoffnungslosigkeit oder nicht?"
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Offline Waldviech

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Re: [Elseworld-Szenarien] Isekai nach Aventurien
« Antwort #7 am: Heute um 15:59 »
Ja, einige der populäreren Animes folgen da bestimmten Mustern  ~;D
Ich verstehe Isekai hier auch eher als Oberbegriff für "Kontakt zwischen Fantasywelt und Gegenwartserde" im ganz Allgemeinen. Ich dachte, das macht es im Betreff griffiger.
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Re: [Elseworld-Szenarien] Isekai nach Aventurien
« Antwort #8 am: Heute um 16:06 »
Es ist sicherlich eine witzige Idee, die aber mehr für GATE-Szenarien einlädt als echtes Isekai.
Echtes Isekai wäre ja eher:

Als er erneut nach einer 120-Stunde-Arbeitwoche
wäre illegal

Welche Fertigkeiten könnte ein Dichtungsingenieur haben
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Re: [Elseworld-Szenarien] Isekai nach Aventurien
« Antwort #9 am: Heute um 16:09 »
Er hätte mitunter handwerkliche Fähigkeiten, die nicht schlecht wären - und mathematische sowie physikalische Grundkenntnisse über Dinge, die in Aventurien noch nicht bekannt sind. Das macht ihn noch nicht zum wissenschaftlichen Überflieger, aber eventuell interessant.
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Re: [Elseworld-Szenarien] Isekai nach Aventurien
« Antwort #10 am: Heute um 16:17 »
Natürlich sind 120-Arbeitsstunden-Wochen illegal. Leider sind sie in Isekai-Land Standard.  :q
Aber, ich dachte mir, Helmut bricht wie so oft mit allen Regeln, also kriegt er Fähigkeiten, die auf Dauer interessante Probleme erzeugen, weil DSA interessante Probleme verdient. Ich dachte an sowas wie parasitäre Magie. Helmut kommt ja von der Erde, hat also keine Astralenergie. Aber Helmut kann trotzdem zaubern. Weil Helmut, das weiß er logischerweise nicht, wenn er "zaubert" eigentlich in entropischer Reaktion seiner Umgebung Wärme entzieht und dadurch Energie "ballt" und damit zauberähnliche Effekte ohne Astralfluss auslöst. Mit anderen Worten: Während er zaubert, erfrieren die Hühner in der Umgebung und in der prallen Sonne 40°C Sonne bekommt man Erfrierungen in Al'Anfa.

Die absurde Arbeitsmoral und die wissenschaftlichen Grundfähigkeiten wären ja der Bonus, vor allem angesichts der Tatsache, dass Helmut sicherlich so einige Alarmglocken auf Aventurien auslösen müsste, weil "woher kommt der komische Vogel"  ~;D
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Re: [Elseworld-Szenarien] Isekai nach Aventurien
« Antwort #11 am: Heute um 16:27 »
Wozu tählen eigentlich Dray Prescot und die Hüter der Flamme
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Re: [Elseworld-Szenarien] Isekai nach Aventurien
« Antwort #12 am: Heute um 17:07 »
Also, um das Isekai-Konzept als solches kann man sich sicher streiten. Genau genommen müßten ja eigentlich schon spätestens Peter Pan, der Zauberer von Oz, und/oder Narnia dazuzählen, und die sind allesamt ein Stückchen älter als der Begriff im modernen Sinne überhaupt... ;)

Eine der ersten Fragen wäre in diesem speziellen Fall sicher, wer wie schnell den ersten Schritt in die andere Welt überhaupt macht. Von Akademikern auf dieser Seite würde ich einigermaßen erwarten, daß die erst mal mit Instrumenten und Proben erkunden würden wollen, wie sicher es auf der anderen Seite für Lebewesen von dieser überhaupt ist; auf Dere dagegen, wo die Leute komische Magie einigermaßen gewohnt sind und zumindest einige der potentiellen Risiken (wie beispielsweise Kontakt mit unbekannten Mikroorganismen) oft erst gar nicht groß verstehen dürften, rechne ich irgendwie damit, daß sie weniger zögerlich vorgehen.