Autor Thema: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!  (Gelesen 983 mal)

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Offline Grey

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Heute mal eine Frage zur Charakterdarstellung. Gelegentlich komme ich ja in die Verlegenheit, NSCs zu spielen, die sich um Macht reißen. Das können Antagonisten sein (der klassische machtgeile Eroberer, Schwarzmagier o.ä.), aber auch Verbündete und sogar Sympathieträger, etwa der ehrgeizige Höfling, der auf deiner Seite steht.

Und bei der Verkörperung solcher NSCs stoße ich an eine Grenze: In Charaktere, die Macht um der Macht willen wollen, kann ich mich nicht hineinfühlen.

Wenn mir im realen Leben auch nur z.B. eine Projektleitung in meinem Bürojob angetragen wurde, war mein einziger Impuls ein mulmiges Gefühl angesichts der Verantwortung. Bestenfalls war ich widerwillig dazu bereit, ein Team zu führen, aber hinterher war ich froh, wenn es vorbei war. Die Vorstellung, regelrecht daran aufzublühen, wenn andere auf mein Kommando hören, ist mir völlig fremd.

Ich kann mir vorstellen, Macht als Mittel zum Zweck anzustreben; etwa, um mich wehren zu können und niemandem ausgeliefert zu sein; oder um damit etwas Konkretes zu bewirken. Zentralen NSCs in entsprechenden Funktionen gebe ich immer ein solches Motiv mit, um mich in sie hineinfühlen zu können.

Rein rational ist mir bewusst, dass es Menschen gibt, die anders ticken: denen es wirklich ein gutes Gefühl bereitet, wenn andere ihren Befehlen gehorchen.

Und jetzt meine Frage an diejenigen, die dieses Gefühl verstehen: Was macht den Reiz daran aus?
Seit ich das kleine, gelbe Plüschentchen habe, geht es mir schon viel besser.
--
Lust auf ein gutes Buch oder ein packendes Rollenspiel? Schaut mal rein! ;)

Offline Hotzenplot

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #1 am: Gestern um 08:37 »
Puh, schwierige Frage, die vermutlich Psychologen am besten beantworten können - da haben wir hier im Forum ja ein paar.

Meine (küchenpsychologischen) Idee ist, dass das Streben nach Macht nicht aus dem Nichts kommt. Es gibt Gründe dafür, die in der Persönlichkeit und dem Umfeld liegen könnten.
Persönlichkeit: Bedürfnisse nach größtmöglicher Freiheit, Kontrolle, Sicherheit und sowas. Außerdem Angst vor dem Verlust von Wirksamkeit; Steigerung des Selbstwertgefühls etc.
Umfeld: Man will halt der Babo unter den Chabos sein  ;D; ich meine damit aber auch so familiäre und soziale Themen, da fehlen mir Fachbegriffe. Ich denke mal, dass manche Leute auch mehr oder weniger dazu "erzogen" werden, ein Machtbedürfnis zu entwickeln (Paternalismus, Patriachat).

Also:
Der NSC ist nicht einfach so machtgeil. Sein Aspekt ist nicht: Will die Macht (von Greyskull!!!), sondern darunter verbirgt sich noch etwas anderes, die eigentliche Motivation. "Es soll sicher sein in meiner Baronie, deshalb wende ich Gedankenmagie an!"

Offline Philipp.Baas

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #2 am: Gestern um 08:48 »
So richtige Machtmenschen (so richtig die ekeligen Typen), egal ob Politik, Wissenschaft oder Wirtschaft, haben ja zwei Grundeigenschaften:

1. Der Glaube an die eigene Unfehlbarkeit, was heißt, dass sie sich allen anderen wenigstens in Teilen für Überlegen halten.
2. Mangel an Empathie. Sie verstehen die Gefühle anderer nicht oder sie sind ihnen egal. Hingegen besitzen viele die Fähigkeit, zu durchschauen, was das Gegenüber will und von einem erwartet.

Wenn du dich für unfehlbar hältst und alle anderen für Idioten und dir außerdem die Gefühle anderer egal sind, ergibt sich daraus, dass du logischerweise an der Spitze stehen musst (egal von was). Es ist logisch, dass du den ganzen Idioten überlegen bist und eigentlich weißt du ja sowieso am besten, wie Dinge sein sollten. Außerdem was beschweren die sich immer, du machst das gut, wenn nicht perfekt. SIE sind das Problem und selbst schuld. Du bist so geil, dass du das Recht hast, dir zu nehmen, was du willst und dafür brauchst du Geld, Macht etc. Deine Bedürfnisse stehen im Vordergrund. Sollen die anderen doch selbst sehen, wo sie bleiben. Wenn sie das nicht hinbekommen, zeigt es erneut, wie geil du bist! Und weiter gedacht gibt es auch dann nur zwei Extreme: "Für mich" oder "Gegen mich".

Das skaliert natürlich und kann im Extrem (hier fallen mir vor allem die Techbros und ein paar aktuelle Politiker ein) bis zu Gottkomplex und Soziopathie gehen. Machtmensch ist meist schon eher ne Diagnose als ein Adjektiv.

Edit: Von daher kann ich das dir wahrscheinlich gar nicht schmackhaft machen. Spiel sie einfach wie Leute, die du kennst, die so sind und leg einfach noch ein Schippe drauf. Wenn du an der Uni unterwegs warst oder mal in der Lokalpolitik: Mehr als die Hälfte der Leute (Professoren, Stadt- und Landräte), die ich da getroffen habe, hatten Ansätze davon. Das überspitze ich dann: Aus süffisant wird herablassend; aus an der Umwelt desinteressiert wird ablehnend; aus spitzfindig wird intrigant ... und immer der Glaube, der Geilste zu sein!
« Letzte Änderung: Gestern um 09:00 von Philipp.Baas »

Offline Zed

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #3 am: Gestern um 09:09 »
Absoluter Machtwille schert sich nicht um das Problem der Verantwortung. Wieso auch?

Machtwille als Selbstzweck: Das Befriedigende der absoluten Macht kennst Du auch, sei es, wenn Du mit/in Lego oder Minecraft oder Civilization eine ganze Welt geschaffen hast und Du Architekt, Förderer, Richter, Zerstörer in einem bist. Du bist Gott, und Deine Erfolge geben Dir Recht.

Machtwille aus Gerechtigkeit heraus: Du hast das Gefühl, dass Du etwas verdienst, das Dir zusteht, Dir jedoch vorenthalten wird? Dann wird jeder kleine Erfolg, den Du einfährst, Dich bestärken, dass Du um Dein Recht kämpfst, und Ethik und andere Bedenken Dich nur behindern auf dem Weg zu Deinem Recht.

Machtwille aus Mission: Es geht Dir gar nicht um die eigene Macht. Du bist aber leider als Einziger ausgestattet mit der Erkenntnis, was sich verändern muss, damit göttliche Ordnung hergestellt oder schlicht „das Große und Ganze“ korrekt umgesetzt wird. Alle Teilerfolge geben Deiner Erleuchtung recht. Alle Hindernisse sind des Teufels, der Deine göttliche Mission verhindern will. Skrupel sind fehl am Platz, Du bist nur Werkzeug von etwas Höherem.

Machtwille aus Angst: Niemand schützt Dich. Jede Person/Gruppe/Entität, die mächtiger ist als Du, kann Dir und denen, die Du verantwortest, jederzeit alles nehmen. Einzige Lösung: Du musst mächtiger sein als alle potentiellen Widersacher. Dummerweise tauchen immer neue Widersacher auf, wenn Du Machtlevel für Machtlevel aufsteigst. Dagegen hilft nur: Noch mächtiger werden.

Machtwille aus Kompensation: Dir wurde schon als Kind eingetrichtert, dass Du es nie zu etwas bringen wirst? Denen zeigst Du es, aber richtig. Solange es noch jemanden gibt, der Dir das Gefühl von Achtung/Respekt verweigert, machst Du weiter. Diese Leute treiben Dich an, Du selbst würdest ja längst Ruhe geben, wenn  a l l e  Dich achten würden.

In der Realität wie auch in der Fiktion ist es natürlich meistens eine Melange aus Gründen, und man könnte bei nach Macht strebenden Figuren trefflich streiten, was ihr Hauptantrieb ist:

• Der Graf von Monte Christo
• Die Corleones (Vater und Sohn aus Der Pate 1)
• L. Ron Hubbard
• Heinrich Kramer
• Martin Luther
• Carl Peters
• Citizen Kane
• Joseph Chamberlain
• Rodrigo Borgia
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Offline Waldviech

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #4 am: Gestern um 09:17 »
Wenn es in irgend einem feudalen oder absolutistischen Umfeld stattfindet, dann geht vielleicht auch Machtwille aus Notwendigkeit bzw. Verantwortung heraus. Da der entsprechende Charakter bereits adelig ist, HAT er innerhalb des vorherrschenden Systems schlicht als Machtmensch zu agieren. Täte er es nicht, würde er Schaden anrichten.
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Offline tartex

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #5 am: Gestern um 09:23 »
Stell dir vor deine Verwandschaft, die noch nie ein Rollenspiel geleitet hat, beschließt jetzt mit D&D oder dem System deiner Wahl anzufangen, und tun so als hätten sie voll die Ahnung. Reden alle rum, als wären sie volle Experten, dabei kennst du dich sicher 1000x besser aus. Sie erzählen ihre Pläne und das beweist, dass sie alles in kürzester Zeit in den Sand setzen werden - zumindest im Vergleich zu dir. Also willst du übernehmen. - Als nächstes kriegst du dafür viel Beifall. (Auch wenn du ein paar Mal die Würfel gedreht hast.) Leute fragen dich, ob du nochmals so für sie und ihre Freunde so toll leiten willst.

Jetzt ersetze im Satz oben "ein Rollenspiel" durch "eine Nation" oder "einen Konzern". Alles eine Frage des Selbstbewußteins.

« Letzte Änderung: Gestern um 09:37 von tartex »
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Offline Luxferre

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #6 am: Gestern um 09:30 »
Ich würde mal den Rat aussprechen, dass hier lieber nicht über-pathologisiert werden sollte.
 
Psychologische Evidenz:
3% aller Menschen haben eine Pathologie der "Dunklen Triade".
6% aller Menschen in Führungspositionen haben diese Pathologie.
94% aller Menschen in Führungspositionen sind keine "ekligen" Machtmenschen.

Das mal vorweg.

Dann, lieber Grey -und mit aller Wertschätzung!-, wäre es für Dich als jemanden, der keine Ambition in irgendeine Machtposition hat (und ich würde Macht noch dringend von Verantwortung trennen!), wahrscheinlich sinnvoll, solche Charaktere in Rollenspielen einfach ganz sachlich und vielleicht mit etwas Küchentischpsychologie aufzubauen (schaue Dir den verlinkten Wikipedia Beitrag mal an, falls das böse Machtmenschen sein sollen) und zu leiten. Als Spielleiter.
Als Spieler würde ich Dir schlicht davon abraten, Machtpositionen zu ergreifen ... solange es Dich stresst. Hier vielleicht eher auf implizite Macht gehen, und explizite Macht ablehnen. Also eher der Vorbild-Paladin, als der klerikale Kult-Anführer/Missionar. Die Graue Eminez statt den Adeligen.


Dass hier Macht so negativ konnotiert wird, finde ich übrigens sehr (!) bedauerlich.
« Letzte Änderung: Gestern um 09:36 von Luxferre »
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Offline KhornedBeef

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #7 am: Gestern um 09:40 »
Ich habe das eher so verstanden, dass bestimmt Figuren im bestimmten Genres die bösen Machtmenschen sind, nicht alle und nicht in der realen Welt.
Es geht ja nicht um eklig, sondern bloß um etwas, was Grey nicht empfindet. Und die bisherigen Erklärungen decken viel ab.
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Ich vergeige, also bin ich.

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Offline Luxferre

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #8 am: Gestern um 09:44 »
Die Brücke ins reale Leben schlägt Grey doch schon selbst im Eröffnungs-Beitrag ...
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Online Sashael

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #9 am: Gestern um 09:50 »
Dass hier Macht so negativ konnotiert wird, finde ich übrigens sehr (!) bedauerlich.
Wir sind alle nicht in Positionen, in denen wir nachhaltig etwas beeinflussen können.
In den letzten Jahrzehnten wurde durch die Macht(!) der Medien vor allem gezeigt, wie Macht missbraucht wird.
Die derzeitige Weltlage steht auf Krise an allen Fronten und die Leute mit Macht bringen Öltanker zum Brandherd.

Also abgesehen davon, dass es dich traurig stimmt, findest du es denn wirklich überraschend oder verwunderlich, wenn hier Macht vor allem mit Korruption und Missbrauch assoziiert wird?

Zum Thema gehört hier ja auch, dass der Wille zum Ergreifen von Macht eine entscheidende Motivation für die NSCs sein soll und an der Stelle muss das nicht mal ein Psycho- oder Soziopath sein, um eine grundlegende Persönlichkeit zu haben, die problematisch wird, sobald echte Verantwortung ins Spiel kommt.

Man braucht für Machthunger schon eine ziemlich egoistische Ader und das beisst sich ja auch mit dem Thema "Verantwortung für Andere übernehmen" und Grey sucht ja nach Erklärungen für Machthunger.
Ich übernehme z.B. gerne Verantwortung, aber in Konkurrenz mit jemandem, der Macht will, würde ich gnadenlos untergehen.
"Ja natürlich ist das Realitätsflucht. Was soll daran schlecht sein? Haben Sie sich die Realität in letzter Zeit mal angesehen? Sie ist grauenhaft!"


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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #10 am: Gestern um 10:09 »
Ich würde einfach versuchen, die Brücke zur eigenen Erfahrungswelt zu schlagen. Wenn du zu "Macht um der Macht willen" einfach gar keinen Anknüpfungspunkt finden kannst, dann hast du m.E. zwei gute Möglichkeiten:

1. Lass es bleiben. Finde einen Grund, warum der NSC macht will/braucht, wie du sie ja schon angesprochen hat: Sicherheit; fehlgeleitetes Verantwortungsgefühl (jemanden schützen?); Verzweiflung.

2. Mach ein Abziehbild aus dem NSC. Das ist doch auch ab und zu mal okay. Spiel ihn nur von außen und nutze oberflächliche Klischees: Lass ihn hämisch Lachen, sich die Hände reiben, Sachen sagen wie: "Sie werden vor mir knien! Alle werden sie vor mir Knien und um Gnade winseln!"

Alles andere erscheint mir illusorisch. Ich mach's tendenziell genauso: Entweder, Antagonisten, die Macht wollen, haben nachvollziehbare Primärmotive dafür, es fehlt ihnen aber der moralische Kompass, um die mit den eingesetzten Mitteln abzuwägen (oder ihre Ziele laufen denen der SC schlicht und einfach zuwider); oder sie sind halt einfach der Imperator.
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Meine Veröffentlichungen:
Season of the Snail für Troika!: https://www.drivethrurpg.com/de/product/524068/season-of-the-snail
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Offline Ildfus Mahler

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #11 am: Gestern um 10:20 »
Sehr interessantes Thema.

Ich würde in eine ähnliche Richtung gehen wie Swanosaurus: was ist denn eigentlich der Kern Deines Anliegens? Ist es eher so "aus generellem Interesse" für Dich oder wie Du das konkret im Rollenspiel umsetzt. Wenn ersteres, sind die vielen konkreten Hilfestellungen und Antworten auf die verschiedenen Aspekte von Macht und die weiterführenden Lesetipps, die die Mitkommentator*innen hier gebracht haben, denke ich, super hilfreich.

Wenn es aber v.a. die Spieltisch-Perspektive ist, frage ich mich, ob es einen großen Unterschied für das Spielen selbst macht, was der Grund für den Machtwunsch des NSC ist. Wichtig ist ja v.a. die Handlung, die daraus entsteht: also wie versucht diese Person ihre Macht zu mehren und wie nutzt die Person die Macht, die sie hat. Das *kann* unterschiedlich sein je nachdem, wofür sie die Macht will; aber muss es ja nicht.

Daher vlt eine leicht tangentielle Nachfrage: hast Du konkret einen NSC im Kopf und wenn ja, könntest Du uns ein bisschen mehr Kontext dazu geben?

Liebe Grüße!


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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #12 am: Gestern um 10:22 »
Wobei's ja auch (zumindest in der Fiktion...) Leute gibt, die Macht haben, ohne davon gleich korrumpiert zu werden -- die neigen dann allerdings auch genau dazu, nicht ständig nach noch mehr davon zu streben. Ein Bruce Wayne beispielsweise ist Multimilliardär mit einer Reihe von Firmen und Angestellten, die er bei allem scheinbarem Playboyleben durchaus anständig behandelt...daß er nebenbei auch noch insgeheim gerne ein Fledermauskostüm anzieht und Verbrecher einschüchtert bzw. vermöbelt, geht dabei fast schon als Spleen durch!

Persönlich geht's mir, denke ich, ein bißchen ähnlich wie Grey. Ich weiß, daß es Leute gibt, die einfach nur nach der Macht um ihrer selber willen geiern (oder zumindest ohne recht gründliches Nachhaken erst mal so scheinen, das "echte" Motiv mag ja potentiell sonstwo im Unterbewußtsein vergraben sein, wo sie es selbst so schnell nicht finden), aber wenn ich mir die so betrachte, ist mein erster Impuls auch erst mal "Wir müssen irgendwie unterschiedlich verdrahtet sein". Für von mir selbst ausgedachte Charaktere kann ich mir wenigstens noch Gründe dafür frei aus den Fingern saugen -- der hier meint, nur er könne die Welt kompetent regieren (und liegt vielleicht nicht mal unbedingt falsch), der nächste braucht die Macht zur Selbstbestätigung, um seine Komplexe dieser oder jener genaueren Art im Griff zu behalten, wieder ein anderer will unbedingt, daß die Dinge so bleiben, wie sie sind (meistens "zufällig" zu seinen Gunsten), und wenn er dazu mehr Zuckerbrot und Peitsche braucht, dann holt er sie sich eben einigermaßen bedenkenlos...

Ein Punkt mag auch einfach sein, daß Menschen mit Macht welcher Art auch immer leicht in ihre eigene Blase abrutschen, in der sie mit "gewöhlichen Leuten" und deren Wünschen und Sorgen kaum noch in Kontakt kommen. Das entfremdet einerseits praktisch schon automatisch, kann aber seinerseits auch schon wieder attraktiv für Leute sein, die diese Art von Status nicht genießen, es aber gerne täten, um ihre Probleme einfach hinter sich zu lassen...in dieser Hinsicht mögen Macht, Einfluß, Reichtum und dergleichen also auch schlicht eine gewisse regelrecht drogenähnliche Wirkung haben.

Offline Philipp.Baas

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #13 am: Gestern um 10:23 »
Ich würde mal den Rat aussprechen, dass hier lieber nicht über-pathologisiert werden sollte.
 
Psychologische Evidenz:
3% aller Menschen haben eine Pathologie der "Dunklen Triade".
6% aller Menschen in Führungspositionen haben diese Pathologie.
94% aller Menschen in Führungspositionen sind keine "ekligen" Machtmenschen.

Das mal vorweg.


Da hast du einfach hart unrecht. Das ist wissenschaftlich erforscht. Jede Untersuchung hat alleine bei Narzissmus einen 3 mal höheren Anteil unter "Chefs" gefunden, was krasse 12% sind. Bei Psychopaten ist es der Faktor 6, was immer noch herbe 6-12 % sind. Dabei sind die Grauzonen und Randbereiche, die noch nicht pathologisch sind, aber zu einem missbräuchlichen oder toxischen Führungsverhalten führen, bei den Studien rausgeflogen. Und ich schrieb von Überspitzung...

https://www.psychologie-aktuell.com/news/aktuelle-news-psychologie/news-lesen/wirtschaftspsychologie-in-den-chefetagen-sind-psychopathen-und-narzissten-haeufig.html
https://www.wissenschaft.de/gesellschaft-psychologie/viele-manager-leiden-unter-einer-persoenlichkeitsstoerung/
https://journal-bmp.de/wp-content/uploads/Sure_Dunkle-Triade.pdf

In einer Demokratie ist Macht immer negativ konnotiert, denn alle Macht geht vom Volke und der Gemeinschaft aus. Es muss Hierarchien geben und Entscheidungsträger, die sich aber eben hinterfragen lassen müssen und im Sinne des Gemeinwohls handeln müssen. Ich bin ehrlich: Ich sehe das oft nicht mehr. Gesellschaftliche Verantwortung wird auf allen Ebenen klein geschrieben.

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #14 am: Gestern um 10:23 »
"Ich muss alles besitzen, oder ich werde nichts besitzen!"  - Skeletor

Macht zu haben ist die Möglichkeit etwas zu tun oder zu bestimmen. Oft auch ohne die (unmittelbaren) Konsequenzen daraus erleiden zu müssen. Macht ist relativ, aber im Prinzip "Freiheit". Wird deine Macht bedroht, weil z.B. jemand mächtiger ist oder werden könnte, ist auch deine Freiheit bedroht, weil du fürchten musst, dass sie dir jemand wegnimmt oder beschneidet. Das ist auch das was Skeletor meint.



Und bei der Verkörperung solcher NSCs stoße ich an eine Grenze: In Charaktere, die Macht um der Macht willen wollen, kann ich mich nicht hineinfühlen.
Skeletor ist ein hervorragender Lehrmeister: Link 1 und Link 2


Wenn mir im realen Leben auch nur z.B. eine Projektleitung in meinem Bürojob angetragen wurde, war mein einziger Impuls ein mulmiges Gefühl angesichts der Verantwortung. Bestenfalls war ich widerwillig dazu bereit, ein Team zu führen, aber hinterher war ich froh, wenn es vorbei war. Die Vorstellung, regelrecht daran aufzublühen, wenn andere auf mein Kommando hören, ist mir völlig fremd.
Weil du keine echte Macht hattest. Du bist von einer "mächtigen Person" in ein "Amt" eingesetzt worden und musstest Resultate bringen. Wenn diese deinem Chef nicht genügen, bekommst du es ab. Er muss das nicht fürchten, weil er die echte Macht hat. Machtlosigkeit ist Angst. Du hattest nicht wirklich die volle Kontrolle/Macht, daher auch das Gefühl.


Und jetzt meine Frage an diejenigen, die dieses Gefühl verstehen: Was macht den Reiz daran aus?
Das ist eine Ego-Sache. Ich hatte mal eine Vorgesetzte, die liebte es in ihrem Büro zu sitzen, und per Telefon Leute herbeizuzitieren, um die nächsten "Befehle" zu geben. War das für mich und andere schön? Nein. War es für sie schön? Ja. War ihr das bewußt? Ja und bestimmt hat sie es genossen. Sie hatte die Macht und konnte das und mehr tun. War sie dafür beliebt? Nein. War ihr das egal? Ja, weil niemand über ihr im Haus stand und sie damit die Macht hatte, auch mich oder andere loszuwerden und über den Inhalt des Arbeitszeugnisses zu bestimmen. 
Mit einem 7er-Set, stehen ganze Universen offen.

Offline gilborn

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #15 am: Gestern um 10:25 »
Ich würde es wie folgt herunterbrechen:

Macht will jemand, der etwas verändern will.

Hat derjenige ein gut entwickeltes Herz und will somit den anderen Dienen, ist alles gut.

Ist derjenige keinen Gemeinschaftssinn (und da muss man in der Politik leider nicht lange suchen), dann hast du den negativen Machtanspruch.
Da wäre dann der Veränderungswille entweder da, um persönliche Ohnmachtsgefühle auszuwetzen oder um Hedonismus zu fröhnen - und da wäre man dann nicht mehr weit weg von Macht um der Macht willen, denn:

Es macht Spaß, tun und lassen zu können, was man will, über andere zu bestimmen. Man fühlt sich lebendig, kraftvoll, omnipotent, überlegen, unverwundbar!
Ein geiles Gefühl!
Und es macht Süchtig.

Offline rillenmanni

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #16 am: Gestern um 10:25 »
Oha! Hier wird doch sicherlich gleich wieder gestritten so von wegen Machtbegriff oder so. :)

Ich finde das initiale Beispiel mit der Projektleitung (auch) nicht sonderlich passend, wenn es darum geht, machtgetriebene/machtschmachtende NSC in Rollenspielen zu verkörpern. (Ich würde auch sagen, dass es vielen Projektleitern nicht um Macht geht bzw um das Gefühl, anderen Weisungen erteilen zu können.) Aber reiten wir nicht darauf herum.

Natürlich ist es möglich, das Machtstreben eines NSC zu psychologisieren. Kann man machen. Aber vielleicht lässt es sich auch auf eine durch den NSC zitierbare Formel herunterbrechen: "Warum ich Macht haben will? Warum ich tue, was ich tue? Weil ich es kann!" Das ist eine mächtige Formel, wenn man so will. :) Hoffentlich wirkt das Folgende nicht zu esoterisch: Wenn Dir solche Leute fremd sind, Grey, und Du Dich da nicht reinfühlen kannst, dann lasse so einen NSC gar nicht an Dich heran. Stelle ihn neben Dich und dann öffne die Schleusen. Lasse den NSC einfach mal Machtdemonstrationen durchführen, einfach, weil er es kann. (Dazu braucht es dann gar keine großartigen emotionalen Anzeichen wie zB hämisches Lachen. Häme ist Bösartigkeit und damit schon ein spezieller Zustand.) Nicht weil Grey das verstehen muss. Das musst Du als Grey dann auch nicht rechtfertigen.
Während die Opfer sich umkrempeln und der Professor nicht zu erreichen ist, reißt Rillen-Manni voller Wut eine Waffe an sich ...

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #17 am: Gestern um 10:40 »
Ein bißchen könnte man -- ausdrücklich, ohne jemandem nahe treten zu wollen, zumal ich mich wenigstens ein Stück weit selbst mit zur angesprochenen Gruppe zähle -- vielleicht auch aus der Richtung "Okay, wieso eigentlich streben viele, wenn nicht sogar die meisten Rollenspieler nach Macht im Spiel?" an die Sache herangehen. Also alle die von uns, denen ohne Aufstieg und andere Powerups (bessere Ausrüstung im Lauf der Zeit und dergleichen) früher oder später einfach was an unserem Hobby fehlen würde...sooo besonders fremd kann zumindest dieser Gruppe die angesprochene Verlockung ja eigentlich gar nicht sein. :)

Offline gilborn

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #18 am: Gestern um 10:55 »
Ich würde es wie folgt herunterbrechen:

Macht will jemand, der etwas verändern will.

Hat derjenige ein gut entwickeltes Herz und will somit den anderen Dienen, ist alles gut.

Ist derjenige keinen Gemeinschaftssinn (und da muss man in der Politik leider nicht lange suchen), dann hast du den negativen Machtanspruch.
Da wäre dann der Veränderungswille entweder da, um persönliche Ohnmachtsgefühle auszuwetzen oder um Hedonismus zu fröhnen - und da wäre man dann nicht mehr weit weg von Macht um der Macht willen, denn:

Es macht Spaß, tun und lassen zu können, was man will, über andere zu bestimmen. Man fühlt sich lebendig, kraftvoll, omnipotent, überlegen, unverwundbar!
Ein geiles Gefühl!
Und es macht Süchtig.

Ich würde noch etwas zu meinen Ausführungen hinzufügen:

Da es Suchtcharakter hat, muss die Dosis immer höher werden.
Es bringt keinen Dopaminkick mehr, 10 Leute unter sich zu haben. Es sollten 100 sein.
Oder es reicht nicht, dass ich Befehlsgewalt über sie habe - ich sollte sie auch entlassen können etc..


EDIT:
Ein sehr schönes Thema btw :d
« Letzte Änderung: Gestern um 10:58 von gilborn »

Offline Luxferre

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #19 am: Gestern um 10:57 »
Da hast du einfach hart unrecht. Das ist wissenschaftlich erforscht. Jede Untersuchung hat alleine bei Narzissmus einen 3 mal höheren Anteil unter "Chefs" gefunden, was krasse 12% sind. Bei Psychopaten ist es der Faktor 6, was immer noch herbe 6-12 % sind. Dabei sind die Grauzonen und Randbereiche, die noch nicht pathologisch sind, aber zu einem missbräuchlichen oder toxischen Führungsverhalten führen, bei den Studien rausgeflogen. Und ich schrieb von Überspitzung...

https://www.psychologie-aktuell.com/news/aktuelle-news-psychologie/news-lesen/wirtschaftspsychologie-in-den-chefetagen-sind-psychopathen-und-narzissten-haeufig.html
https://www.wissenschaft.de/gesellschaft-psychologie/viele-manager-leiden-unter-einer-persoenlichkeitsstoerung/
https://journal-bmp.de/wp-content/uploads/Sure_Dunkle-Triade.pdf

In einer Demokratie ist Macht immer negativ konnotiert, denn alle Macht geht vom Volke und der Gemeinschaft aus. Es muss Hierarchien geben und Entscheidungsträger, die sich aber eben hinterfragen lassen müssen und im Sinne des Gemeinwohls handeln müssen. Ich bin ehrlich: Ich sehe das oft nicht mehr. Gesellschaftliche Verantwortung wird auf allen Ebenen klein geschrieben.

Mal ab, dass Du hier mit den 3 flott zusammengesuchten Links und Deiner Wahrnehmung "hart unrecht hast" ... selbst 9% oder 12% der Führungsetage, die dann laut Deinen "Forschungen" EINES der 3 Persönlichkeitsmerkmale auf klinisch relevantem Niveau auffällig ausgeprägt haben, wäre das noch immer eine Minderheit. Eine kleine Minderheit, die auf keinen Fall für eine Verallgemeinerung taugt.

Da ich auf dem Sprung in ein langes Wochenende bin, kann ich (bedarfsweise) erst kommende Woche die echten Evidenzen nachweisen. Es sei nur so viel gesagt, dass ich diese direkt und ohne Umwege von einem führenden (hehe  >;D ) Prof auf diesem Feld in D habe.
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Offline rillenmanni

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #20 am: Gestern um 11:00 »
Dann einigt euch doch jetzt auf "zwischenzeitliches Unentschieden (und eigtl habe ich Recht)", damit wir bei Grey bleiben. :)
Während die Opfer sich umkrempeln und der Professor nicht zu erreichen ist, reißt Rillen-Manni voller Wut eine Waffe an sich ...

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Offline Luxferre

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #21 am: Gestern um 11:04 »
Gute Idee.
Frei nach dem Motto: Willst du Recht haben oder glücklich sein, fahre ich jetzt glücklich in ein Wochenende mit Freunden  :headbang:
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Offline Maarzan

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #22 am: Gestern um 11:18 »
Ein bißchen könnte man -- ausdrücklich, ohne jemandem nahe treten zu wollen, zumal ich mich wenigstens ein Stück weit selbst mit zur angesprochenen Gruppe zähle -- vielleicht auch aus der Richtung "Okay, wieso eigentlich streben viele, wenn nicht sogar die meisten Rollenspieler nach Macht im Spiel?" an die Sache herangehen. Also alle die von uns, denen ohne Aufstieg und andere Powerups (bessere Ausrüstung im Lauf der Zeit und dergleichen) früher oder später einfach was an unserem Hobby fehlen würde...sooo besonders fremd kann zumindest dieser Gruppe die angesprochene Verlockung ja eigentlich gar nicht sein. :)

Was kommt als nächstes?  Wissen ist Macht, wer Abi macht ist ein machtgeiler Psychopath?  ::)





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Offline Grey

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #23 am: Gestern um 11:25 »
Hui! Hier geht's ja richtig ab! Und das im positivsten Sinne! :)

Ich kann gar nicht allen einzeln danken, die mir hier schon tolle Denkanstöße und wertvolle Links geliefert haben. Also erst mal ein dickes DANKE in die Runde! ^-^

Zu meiner eigenen Motivation: Die Evil Overlords, deren Machtstreben in blinde, zerstörerische Machtgier umgeschlagen ist, kriege ich dank etlicher Vorbilder aus Film und Literatur ganz gut hin. ;) (Wobei ich die neuen Facetten an Skeletor, die Prisma mir eröffnet hat, so noch nie gesehen hatte, danke!) Die konkreten Charaktere, für die ich Anregungen suche, sind eher die "kleinen", die zwar eine Neigung zum Machtmenschen mitbringen, aber noch nicht von der Macht gekostet haben.

Stellt euch mal als Beispielsituation eine Abenteurergruppe auf Queste vor. Die Charaktere haben ein gemeinsames Ziel und vertrauen einander. Dann tritt ein Gegner an deinen Char heran und bietet ihm, wenn er von der Queste ablässt, ein eigenes Stück Land komplett mit Untertanen, um darüber zu herrschen.

Wärst du in Versuchung? Und wenn ja, wie fühlt sie sich an?
Seit ich das kleine, gelbe Plüschentchen habe, geht es mir schon viel besser.
--
Lust auf ein gutes Buch oder ein packendes Rollenspiel? Schaut mal rein! ;)

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Re: Macht mir die Verlockung der Macht begreiflich!
« Antwort #24 am: Gestern um 11:31 »
Was kommt als nächstes?  Wissen ist Macht, wer Abi macht ist ein machtgeiler Psychopath?  ::)
Das gabs vor langer Zeit mal bei dieser Domian Sendung. Da war ein Jurastudent, der eine WoW Gilde leitete, weil er es geil fand die Leute herumzukommandieren. Im Gespräch kam dann heraus, dass der nur Jura studierte um Richter zu werden - weil er dann lebensverändernde Macht über andere Menschen ausüben konnte. Das war sein Ziel. Hat der auch zugegeben, iirc. Inwieweit das Fake war, sei mal dahingestellt, aber gruselig ist das schon, weil es so etwas bestimmt nicht nur einmal gibt. Genau so eine Person sollte keinerlei Macht über andere haben, weil der Mißbrauch derselben vorprogrammiert ist. 
Mit einem 7er-Set, stehen ganze Universen offen.