Da stellt sich nur die Frage: wie oft muss man die Fertigkeit anwenden, um sie steigern zu dürfen, also wie oft wird da gewürfelt oder einfach der Wert erhöht?
Wenn es von den Zahlenwerten her aufgeht: alle [Fertigkeitshöhe] Anwendungen.
Passt es nicht, muss man noch einen Umrechnungsfaktor einfügen. Wichtiger wird regelmäßig aber eine Begrenzung sein (wohl in der Form "nur einmal pro Sitzung" o.Ä.), sonst steigen die im Vergleich zu allem anderen hochfrequent genutzten Kampffertigkeiten recht extrem.
Oder man macht es direkt wie z.B.
The One Ring und behandelt Kampffertigkeiten lernmäßig anders als die "normalen" Fertigkeiten. Das passt auch vor der Überlegung, dass das Steigern von Kampffertigkeiten eher als bei anderen Fertigkeiten eine Frage von Training* anstelle von praktischer Anwendung ist.
Eine Alternative wäre analog zu ERPS ein - ebenfalls auf einmal (oder x-mal) pro Sitzung begrenzter - Lernwurf, also ein Fertigkeitswurf, den man für eine Steigerung
nicht schaffen darf. Dann muss man nicht zig Anwendungen mitzählen, sondern kann einfach die erfolgreiche Anwendung markieren, die einen Lernwurf erlaubt und hat eine langsamere Steigerung, je höher der Fertigkeitswert bereits ist. Da muss man sich nur ggf. überlegen, ob man einen Schwellenwert für eine automatische Steigerung nach X Versuchen setzt, sonst kommt je nach Würfelmethode in der Praxis keine Steigerung mehr zustande, obwohl das System an sich noch Luft nach oben böte.
*Ganz allgemein sollte man sich überlegen, wie man praktische Anwendung im Abenteuerverlauf und das, was zwischen den Abenteuern passiert, zueinander gewichtet. Auch da sind Lernwürfe ganz sympathisch, weil man damit einfach je nach Länge der Downtime etc. freie Lernwürfe vergeben kann. Also solche, die eben keine erfolgreiche Anwendung im Abenteuer voraussetzen.
Das ganze verursacht zwei Probleme.
1. Spieler werden würfeln wollen, auch in Situationen, in denen es nicht wirklich Sinn macht.
2. Spieler sind sowieso schon geneigt, Probleme durch den Tunnel ihres Charakterbogens zu betrachten, ein LbyD-System wird das Problem nur noch verstärken.
Und Nummer drei: Es ist je nach Methode teils ein deutlicher Verwaltungsaufwand.
Eine einzelne Markierung pro Fertigkeit für eine Steigerungsmöglichkeit oder einen Lernwurf ist noch ok, solange es nicht zu viele Fertigkeiten gibt.
Aber wie bei Cyberpunk 2020 die sog.
improvement points für eine ganze Latte an Fertigkeiten nachhalten, wenn man für die nächste Stufe das Zehnfache (!) der aktuellen Fertigkeitsstufe an IP braucht und pro Sitzung IP im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich bekommt...das müllt das Charakterblatt zu und nervt allgemein.