Gaslands z.B. ist auch ein Wargame. Ohne Zinnfiguren, kann lineare(!) Rennen beinhalten. Erfordert null Material und Vorbereitung von den Spielern, es reicht wenn nur ein Spieler eine Handvoll (Hot Wheels, Matchbox, Siku etc) Autos direkt aus der Packung, selbst ausgeschnittene Karton Templates und Würfel ( zur Not reichen W6, auch wenn es dann etwas mühsam ist) hat.
So Tabletop ist vielleicht der bessere Begriff für Definitionsdiskssionen?
Das ist in einigen Punkten nicht richtig:
1) "Zinnfiguren" im engeren Sinne natürlich nicht, aber es ist ja schon lange klar, dass die Figuren auch z.B. aus Plastik sein dürfen, oder gar aus Holz geschnitzt oder aus Papier gefaltet; und dass es auch Dinosaurier oder Plastiksoldaten aus dem 100er-Pack vom Kiosk sein dürfen (sofern man letztere noch findet, ist sehr selten geworden).
2) Die Realität von
Gaslands ist leider eben nicht das kreative DIY mit Autos und Sachen, die man noch rumliegen hat, sondern der gezielte Kauf von Autos und deren Modifkation mit Teilen aus dem 3D-Drucker oder von Herstellern - gezielt für
Gaslands.
3) Das eigentlich entscheidende:
Gaslands ist in den meisten Formaten eher ein Rennspiel. Und jedenfalls tatsächlich ein Spiel, bei dem die Zugehörigkeit zu "wargames" eher zweifelhaft ist. Man kann das allerdings argumentieren, gerade für die Kampf-bis-zum-Tod-Szenarien.
Ich schreibe das nicht, weil ich kontrovers sein möchte oder Lust am Widerspruch empfinde, sondern weil ich einerseits glaube, dass es komplizierter ist und andererseits, weil ich wenigstens Punkte 1 und 2 wichtig finde.
Dazu kommt, dass für praktisch jedes frei bewegliche Zinnfigurenspiel ("miniature wargame") gilt, dass man mit praktisch beliebigem Material spielen kann. "Proxen" wird im deutschsprachigen Bereich gern für diese Art der Darstellung von Spielfiguren mit anderen Mitteln verwendet. Abgeleitet von engl. "proxy" - "Ersatz". Jedenfalls ist auch das keine Besonderheit von
Gaslands.
(Und ja, mir geht ein wenig auf den Keks, dass
Gaslands als ach so "kreativ", ach so "punk", ach so "DIY" bejubelt wird. Es ist einfach nicht wahr. Ebensowenig wie bei diesen seltsamen
Trench-Crusade-Sachen.)
Und ob Wargames eher Combat as War oder eher Combat as Sport gleichen hängt davon ab welche Wargames man betrachtet.
Ja, auf jeden Fall.
Bei "miniature wargames" hat sich (leider) durchgesetzt, dass man mittels Punktesystemen und dergleichen eine Art Waffengleichheit herstellen möchte. Funktioniert nicht gut. Das Ziel ist aber eindeutig Combat as Sport.
Spielt man hingegen historische Schlachten, oder meinetwegen auch welche aus Film- oder Buchvorlagen, nach, dann kann das viel mehr in Richtung Combat as War gehen, wo dann das Kräfteverhältnis sehr ungleich verteilt sein kann. (Macht, finde ich, erheblich mehr Spaß).