Autor Thema: Wargames vs. Brettspiele  (Gelesen 3583 mal)

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #25 am: 22.03.2026 | 18:01 »
Naja, "Wargames" sind ja kein monolithischer Block. Es gibt ja nunmal die Kategorie Board Wargames.
Der moderne Trend bei Brettspielen (das was im Ausland als "German Games" bezeichnet wird) ist in der Tat recht weit weg von Wargames, aber das gilt halt nicht für Brettspiele allgemein.
Ich verstehe da immer noch nicht, wieso das als Argument funktionieren soll, dass Wargames eine Unterkategorie von Brettspiele sein soll. Du sagst ja selber dass Wargames verschiedene Spielarten sein können.
Ergo: Wargames sind keine Unterkategorie von Brettspielen.
Zitat
Das trifft zu, aber das ist halt kein wesentlicher Unterschied im Sinne der Spieltheorie. Und auch hier kommt es darauf an welche Wargames genau man meint. Realistisch ist bei Chainmal(Fantasy) oder Warhammer so ne Sache. Und dort haben Figuren Punktewerte mit der typischen Annahme das zwei gleichwertige Armeen aufeinandertreffen.
Für fiktive Situationen, die in der Realität so nicht vorkommen (Magie, Fiktive Welten, Superkärfte usw.) gibt es den Begriff "Verisimilitude". Ich wollte den Begriff hier extra raushalten, aber okay. Ersetze bei fiktiven Welten das Wort Realismus durch Verisimilitude.
Zitat
Wenn es hingegen um die möglichst realistische Simulation vergangener oder zukünftiger Konflikte geht ist das natürlich etwas anderes, aber dann ist es fraglich ob man das Spiel im herkömlichen Sinne bezeichnen sollte. Es ist eben dann in erster Linie eine Simulation (auch wenn der Sprachgebrauch das nicht sauber trennt).
Also Freizeitbeschäftigung, ist die Simulation nur das Werkzeug um Spass zu haben, a ka Spiel.
« Letzte Änderung: 22.03.2026 | 18:39 von 6 »
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Joseph Joubert (1754 - 1824), französischer Moralist

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #26 am: 22.03.2026 | 18:33 »
Klar ist monopoly ein racing game. Racing game heißt einfach nur, man bewegt sich im Kreis oder von einem Ende zum anderen. Das habe ich mir nicht ausgedacht. Da gibt's auch wenig zu diskutieren. Das sind einfach Ergebnisse der Spieleforschung. Klar, kann man alles ignorieren, aber dann kann man auch sagen, Pluto ist ein Planet.

Bist Du sicher? Die Definition würde ich gern mal sehen.
Ich würde meinen, ein Racing Game ist eines, bei dem es darum geht, zuerst ein Ziel zu erreichen (ggf. mit mehr als einer Figur).
Bei Monopoly ist das Herumlaufen im Kreis ja nur Mittel zum Zweck und das Spielende wird anders eingeläutet.
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #27 am: 22.03.2026 | 18:36 »
Wie kommst Du denn auf den Trichter? Das habe ich nie so gesagt, und schon gar nicht so gemeint.
Dann hat sich Dein Argument zur Abstraktion um die Soldatenebene (dass ja Wargames auch genauso oder ähnlich abstrakt wären wie andere Spiele) erledigt.
Gut. :)
Zitat
Inzwischen habe ich in der englischen Wikipedia nachgeschaut, was Chainmail für ein Spiel ist. Das ist anscheinend ein Tabletop, mit einer Spielfläche ohne Felderraster, also nach der hier anscheinend vorherrschenden Definion kein Brettspiel.
Aber gleichzeitig ein Wargame (steht ja sogar in der englischen Wiki).
Ergo: Wargames sind keine Unterkategorie von Brettspielen. Es gibt Wargames, die sich auf einem Brett abspielen, aber eben nicht nur. Ergo ist Deine Definition vom Anfang falsch, oder Du ziehst sie weiter. Dann sind Rollenspiele eben auch Brettspiele. Ich weiss allerdings nicht, ob diese weiter gezogene Definition hier im Thread irgendwie hilfreich ist.
« Letzte Änderung: 22.03.2026 | 18:41 von 6 »
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #28 am: 22.03.2026 | 20:40 »
Ergo: Wargames sind keine Unterkategorie von Brettspielen. Es gibt Wargames, die sich auf einem Brett abspielen, aber eben nicht nur. Ergo ist Deine Definition vom Anfang falsch, oder Du ziehst sie weiter. Dann sind Rollenspiele eben auch Brettspiele. Ich weiss allerdings nicht, ob diese weiter gezogene Definition hier im Thread irgendwie hilfreich ist.

OK. Von der Definition, die auch stets nur vorläufig war, bin ich abgerückt, weil sie zu nichts führt und nicht dem allgemeinen Usus entspricht. Wargames und Brettspiele haben eine Schnittmenge, aber es gibt nicht nur Brettspiele, die keine Wargames sind, sondern auch Wargames, die keine Brettspiele sind. So viel habe ich verstanden; ich bin da durchaus lernfähig, und habe in dieser Diskussion viel gelernt und werde sicher noch einiges lernen - was ja auch der Grund ist, warum ich dieses Thema eröffnet habe: ich wollte diese Frage geklärt haben.

Im Übrigen ist das Wort Tabletop im Deutschen anscheinend ein Stück weit ein Scheinanglizismus, so ähnlich wie "Handy" oder "Bodybag", wenngleich nicht so krass. Es leitet sich vom englischen tabletop wargame, wörtlich 'Tischplatten-Kriegsspiel', ab, was, wenn ich das richtig sehe, ein Wargame bezeichnet, das auf einer Tischplatte gespielt wird, ob mit oder ohne diskrete Felder, im Unterschied etwa zu einem Sandkastenspiel oder einem Wargame im Computer. Sehe ich das richtig? Im Deutschen wird das Wort Tabletop, so wie es mir erscheint, hauptsächlich für solche Wargames verwendet, die auf einer Spielfläche ohne diskrete Felder gespielt werden, also im strengen Sinne keine Brettspiele sind, aber der Sprachgebrauch scheint da nicht ganz einheitlich und konsistent zu sein. Sollte ich doch noch was falsch verstanden haben, korrigiert mich bitte (aber bitte in höflichem Ton); ich lerne hier noch dazu.
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Offline felixs

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #29 am: 22.03.2026 | 21:58 »
Im Übrigen ist das Wort Tabletop im Deutschen anscheinend ein Stück weit ein Scheinanglizismus, so ähnlich wie "Handy" oder "Bodybag", wenngleich nicht so krass. Es leitet sich vom englischen tabletop wargame, wörtlich 'Tischplatten-Kriegsspiel', ab, was, wenn ich das richtig sehe, ein Wargame bezeichnet, das auf einer Tischplatte gespielt wird, ob mit oder ohne diskrete Felder, im Unterschied etwa zu einem Sandkastenspiel oder einem Wargame im Computer. Sehe ich das richtig? Im Deutschen wird das Wort Tabletop, so wie es mir erscheint, hauptsächlich für solche Wargames verwendet, die auf einer Spielfläche ohne diskrete Felder gespielt werden, also im strengen Sinne keine Brettspiele sind, aber der Sprachgebrauch scheint da nicht ganz einheitlich und konsistent zu sein. Sollte ich doch noch was falsch verstanden haben, korrigiert mich bitte (aber bitte in höflichem Ton); ich lerne hier noch dazu.

Ja, das stimmt. "Tabletop" ist Denglisch. Auf Englisch müsste man von "tabletop wargames" sprechen, welche aber eben z.B. auch den ganzen Bereich "hex and counter" umfassen.
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #30 am: 23.03.2026 | 04:06 »
Tabletop ist im Englischen alles was auf einem Tisch gespielt wird. Die handelsüblichen Rollenspiele werden dort auch gerne als Tabletop Roleplaying Game oder TTRPG genannt im Gegensatz zu Computer Roleplaying Game. Ich stolpere da selber immer wieder über den Begriff, weil ich dann immer in die Details des Produktes gehen muss, um mich zu vergewissern, das das Teil, das ich mir anschaue auch wirklich ein Rollenspiel ist. Schade dass sich da nicht Pen&Paper durchgesetzt hat.
EDIT: Hier der englische Wikipedia-Beitrag für "Rollenspiel": https://en.wikipedia.org/wiki/Tabletop_role-playing_game
« Letzte Änderung: 23.03.2026 | 04:15 von 6 »
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Offline Galatea

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #31 am: 23.03.2026 | 06:31 »
Tabletop ist im Englischen alles was auf einem Tisch gespielt wird.
Jopp, und es braucht dafür noch nicht mal ne Battlemap.
Prinzipiell ist sogar Poker ein Tabletop game, weil es auf dem top eines tables gespielt wird.
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Offline tarinyon

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #32 am: 23.03.2026 | 06:41 »
*lol* Nein. Ein Race game ist ein Spiel bei dem die Spieler versuchen ihre Spielsteine ins Ziel zu bekommen. Monopoly ist definitiv KEIN Race Game.

Naja, schau dir mal das Spielbrett an. Das ist einfach nur die Weiterentwicklung von Pachisi. Es gibt ja auch sehr wohl ein Zielfeld. Man läuft halt danach nur sinnlos im Kreis rum, bis man pleite ist. Macht also null Spaß, genauso wie Pachisi. Dass Monopoly keinen Sinn gibt, liegt wohl daran, dass es auf einem satirischen Spiel basiert. Du hast sicher nen Punkt, dass es kein reines race game ist. Aber es steht klar in der Tradition. Ist halt zugleich sowas wie das erste moderne Brettspiel.

Nicht von ungefähr sind Monopoly und Pachisi / Mensch ärgere dich nicht unter den beliebtesten Brettspiele der Moderne. Es ist das selbe Prinzip, dass es schon seit Jahrtausende gibt. Man würfelt und bewegt seine Figur im Kreis bzw im Zickzack in eine Richtung. Dass es noch irgendwelche Sonderregeln gibt, also von wegen gehe zurück zum Start, gehe hier ins Ziel, ziehe dort ne Karte oder Geld. Geschenkt. Über die frühen race games wissen wir ja nix, dh vielleicht gabs da auch super krasse Sonderregeln (zb bei Senet war das wahrscheinlich so). Oder Mehen, wo man vielleicht gar nicht gewürfelt hat.

Man sieht also, dass Kategorisierungen, die versuchen, zwischen abstrakten und komplexen Brettspielen zu Unterscheiden, zu kurz greifen. Alle Spiele sind immer in einem soziokulturellen Kontext verortet. Wir schauen da mit der nerd Brille drauf. Aber die Familie, die Mensch ärgere dich nicht Spiel, spielt evtl gar nicht casual, sondern ultra kompetitiv. Oder die Adligen, die im Mittelalter Schach spielen, spielen das nicht kompetitiv, wenn sie zb den Bauern in eine nach damaligen Regeln superschlechte Dame umwandeln, die nix kann, außer halt die höfischen Kultur zu verkörpern.

Es ist doch aber genau dieser Kontext, der Rollenspiele zu etwas besonderem macht. Ohne die milieuspezifische Aufladung mit Bedeutung ist es für Außenstehende nur irgendein komisches Brettspiel mit viel Regeln. Das selbe gilt für wargames.

PS dmathematische Lernspiele wie Rithmomachie die sowohl so spiele wie Monopoly als auch moderne wargames beeinflusst haben, sind auch so ein Hybrid (einerseits Lernspiel, andererseits Kriegsspiel).
« Letzte Änderung: 23.03.2026 | 06:58 von tarinyon »

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #33 am: 23.03.2026 | 07:10 »
Naja, schau dir mal das Spielbrett an. Das ist einfach nur die Weiterentwicklung von Pachisi. Es gibt ja auch sehr wohl ein Zielfeld. Man läuft halt danach nur sinnlos im Kreis rum, bis man pleite ist. Macht also null Spaß, genauso wie Pachisi. Dass Monopoly keinen Sinn gibt, liegt wohl daran, dass es auf einem satirischen Spiel basiert. Du hast sicher nen Punkt, dass es kein reines race game ist. Aber es steht klar in der Tradition. Ist halt zugleich sowas wie das erste moderne Brettspiel.
Vor allem wird Monopoly nicht nach den Regeln gespielt, wodurch einiges an Spielspassmöglichkeit aus dem Spiel rausgenommen wird und unnötig das Spiel verlängert wird. Der satirische Ansatz war auch meiner Meinung nach bereits raus, als es als Monopoly rausgekommen ist. Danach war es ein normales Brettspiel.
Und natürlich ist Monopoly immer noch kein Race Game.
Zitat
Nicht von ungefähr sind Monopoly und Pachisi / Mensch ärgere dich nicht unter den beliebtesten Brettspiele der Moderne. Es ist das selbe Prinzip, dass es schon seit Jahrtausende gibt. Man würfelt und bewegt seine Figur im Kreis bzw im Zickzack in eine Richtung. Dass es noch irgendwelche Sonderregeln gibt, also von wegen gehe zurück zum Start, gehe hier ins Ziel, ziehe dort ne Karte oder Geld. Geschenkt. Über die frühen race games wissen wir ja nix, dh vielleicht gabs da auch super krasse Sonderregeln (zb bei Senet war das wahrscheinlich so). Oder Mehen, wo man vielleicht gar nicht gewürfelt hat.
Ich denke auch Du hast Monopoly nicht nach den Regeln gespielt haben. Macht nichts. Wie oben beschrieben. Die Meisten haben Monopoly nicht nach den Originalregeln gespielt.
Unabhängig davon würde Deine verallgemeinernde Argumentation Rollenspiele mit Würfeln zu Würfelspiele wie Kniffel machen. Wenn Du keine Probleme mit der Verbindung hast, dann bitte. Ich würde da doch etwas genauer hinschauen wollen. Besonders wenn man wie Du versucht etwas Besonderes in Rollenspielen zu beschreiben.
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Offline tarinyon

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #34 am: 23.03.2026 | 07:34 »
Also wenn ich mir Moderne Rollenspiele anschaue, dann ist das von Kniffel nicht weit entfernt. Und dein letzter Satz widerspricht meiner Aussage nicht. Das Besondere muss nicht aus den Regeln kommen. Siehe wiederum moderne Rollenspiele, wo die Regeln oft keinen Sinn ergeben oder gar nicht vorhanden sind. Da sitzen die Leute am Tisch und würfeln halt.

Offline Managarmr

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #35 am: 23.03.2026 | 07:54 »
Wie schon oben geschrieben, macht das hier den Eindruck, dass die Definitionsersteller nicht wirklich die Vielfalt da draussen kennen, oder ihre Definitionen zu eng fassen:

Gaslands z.B. ist auch ein Wargame. Ohne Zinnfiguren, kann lineare(!) Rennen beinhalten. Erfordert null Material und Vorbereitung von den Spielern, es reicht wenn nur ein Spieler eine Handvoll (Hot Wheels, Matchbox, Siku etc) Autos direkt aus der Packung, selbst ausgeschnittene Karton Templates und Würfel ( zur Not reichen W6, auch wenn es dann etwas mühsam ist) hat.
So Tabletop ist vielleicht der bessere Begriff für Definitionsdiskssionen?

Dann wird oben auf die freie Bewegung bei Wargames gepocht. Viele der frühen Wargames hatten Hexfelder (z.B. Battletech) und klare Objectives.

Brettspiele wie hier bisher genannt sind auch zu eng definiert. Was ist mit all den Worker placements,  Mosaik-legespielchen, Deck-Builderelemente, Social deductions (u.a. Werewolf), Exit-Spiele, Sachen wie Pitch Car und Klask?

"Meine angenehmsten Ratgeber sind Bücher; denn weder Furcht noch Hoffnung hindern sie daran mir zu sagen, was ich tun soll"
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #36 am: 23.03.2026 | 08:06 »
Also wenn ich mir Moderne Rollenspiele anschaue, dann ist das von Kniffel nicht weit entfernt. Und dein letzter Satz widerspricht meiner Aussage nicht. Das Besondere muss nicht aus den Regeln kommen. Siehe wiederum moderne Rollenspiele, wo die Regeln oft keinen Sinn ergeben oder gar nicht vorhanden sind. Da sitzen die Leute am Tisch und würfeln halt.
Und hast Du Dir schon die Regeln von Monopoly angeschaut?
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #37 am: 23.03.2026 | 08:10 »
Brettspiele wie hier bisher genannt sind auch zu eng definiert. Was ist mit all den Worker placements,  Mosaik-legespielchen, Deck-Builderelemente, Social deductions (u.a. Werewolf), Exit-Spiele, Sachen wie Pitch Car und Klask?

Deswegen ist der Begriff "Gesellschaftsspiel" meiner Meinung nach besser (auch wenn ich da selber im normalen Sprachgebrauch immer noch "Brettspiel" verwende).
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Offline felixs

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #38 am: 23.03.2026 | 10:37 »
Unbestritten ist, dass die Bewegung im Rondell bei Monopoly von typischen Rennspielen inspiriert ist. Allerdings geht Monopoly weit darüber hinaus und der Fokus verschiebt sich völlig - die Kernmechanik ist eine andere. Die ursprüngliche Version The Landlord's Game hatte sogar schon Regeln für kooperatives Spiel. Falls man eine Kategorie "Lernspiele" annimmt, gehören vermutlich beide (Monopoly und Landlord's Game) da rein. Allerdings ist das dann eine Kategorie, die sich nach der Zielsetzung, nicht nach der Spielmechanik definiert. Kommt mir auch nicht sauber vor.

Ich finde übrigens auch nirgends was zur Eingruppierung von Monopoly als "Rennspiel" oder "racing game". Ist aber auch blöd zu suchen, weil es von Monopoly ja wirklich zu jedem Thema eine Ausgabe gibt, darunter mehrere zum Thema Autorennen.

Allerdings muss man sagen, dass es auch den "Spezialisten" nicht leicht fällt, Spiele sinnvoll zu kategorisieren:

https://www.ludologie.de/fileadmin/user_upload/PDFs/211126_Kategorisierung_von_Spielen_Puzzles_und_Spielwaren.pdf

Das ist Kraut und Rüben, wirft lustig diverse Kategorien durcheinander.

Insgesamt funktioniert die Zuordnung zu "Familien" von Spielen zueinander wohl ganz gut; also Spiele, die genealogisch miteinander verwandt sind. Es gibt aber dann immer wieder Spiele, die das durchbrechen (Monopoly gehört, meine ich, dazu) und eine neue Linie aufmachen. Bei der Vielfalt der Monopoly-Ausgaben könnte man fast überlegen, ob "Monopoly" eine eigene Spielefamilie sein sollte.

Ansonsten wäre ich bei Monopoly noch eher bei "Würfelspiel", aber auch das trifft es eigentlich nicht so recht.

Insgesamt lassen sich alte Spiele besser kategorisieren als neuere (20. JH und später). Für Schach, Weiqi, Mühle, Puff Tric-Trac etc. ist es recht einfach. Ebenso bei traditionellen Kartenspielen (wobei es einige recht kleine Familien gibt, die auch eher darauf hindeuten, dass man hier einen Ausrutscher hat.
In den letzten Jahren ist es sehr schwierig geworden, weil Mechanismen sehr bunt gemischt werden. Auch die Grenze zwischen "eurogame" und "ameritrash" ist verschwommen. "German style board games" in Reinform gibt es auch nicht mehr viele.

Deswegen ist der Begriff "Gesellschaftsspiel" meiner Meinung nach besser (auch wenn ich da selber im normalen Sprachgebrauch immer noch "Brettspiel" verwende).

Der hat aber wieder den Nachteil, dass er Solo-Spiele nicht so recht erfasst.
Ich habe keinen besseren Vorschlag, aber jede Menge Probleme anzubieten  :)
« Letzte Änderung: 23.03.2026 | 10:46 von felixs »
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #39 am: 23.03.2026 | 10:49 »
@felixs: Hm. Ja. Stimmt. Die Solospiele hatten mittlerweile auch einen gewissen Boom und benötigen auch keine Gesellschaft.
Schwierig.
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Offline WeepingElf

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #40 am: 23.03.2026 | 11:47 »
Wo ist das gängige Praxis? Mir ist noch nie jemand begegnet, der ein Kartenspiel - das nicht auch ein Spielbrett hat - als Brettspiel bezeichnet hat.

Mir auch nicht ;)
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Offline Galatea

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #41 am: 23.03.2026 | 17:53 »
Ist Blue Moon dann ein Kartenspiel oder ein Brettspiel?
Es hat ein Spielbrett aber prinzipiell gesehen braucht man das überhaupt nicht, wenn man die Regeln halbwegs drauf hat.
Die Hälfte meiner BM-Spiele war ohne Brett, Karten und Tisch reicht völlig, eigentlich ist das Brett aber vorgesehen.


« Letzte Änderung: 23.03.2026 | 17:59 von Galatea »
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Offline Varkung

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #42 am: 24.03.2026 | 11:33 »
Wo ist das gängige Praxis? Mir ist noch nie jemand begegnet, der ein Kartenspiel - das nicht auch ein Spielbrett hat - als Brettspiel bezeichnet hat.
Vielleicht nicht, wenn über ein konkretes Spiel gesprochen wird - aber als Sammelbegriff wird es durchaus mitunter mitgemeint.
Ulisses hat bspw. kürzlich das Sublabel "Ottavio" gegründet, das sie als ihren "Ableger für Brettspiele" bezeichnen, und dort veröffentlichen sie jetzt auch Kartenspiele, auch solche ohne Brett.
Ich würde auch erwarten, in einem "Fachgeschäft für Brettspiele" Kartenspiele zu bekommen. Mit Wargames oder Rollenspielen würde ich dagegen nicht rechnen.

Daraus würde ich schließen, dass es eine Tendenz gibt, den Begriff "Brettspiele" (auch) in einer der folgenden Bedeutungen zu verwenden (bin mir selbst nicht sicher, welche wohl am ehesten gemeint ist)

a) "In Boxen verpackte Spiele, die man aufmachen kann, und es ist alles drin, was man braucht" (die Distinktion klang ja weiter oben schon mal an) oder auch
b) "Spiele, die sich nicht explizit an Nerds richten" (denn meiner Erfahrung nach gibt es in der Realität zwei Grobkategorien: Jene Spiele, die genealogisch auf die frühen Wargames zurückgehen - das sind im heutigen Sprachgebrauchs die Tabletops und die Rollenspiele - , und alles andere, wobei die zweite Kategorie all solche Spiele umfasst, an die ein durchschnittlicher Mensch denkt, wenn man ihn/sie zum "Spieleabend" einlädt).
TCGs sind ein spannender Sonderfall und hüpfen je nach Definition wild durch die Kategorien.
Ein weiterer Sonderfall, der zwischen den Brettspielen und den Wargameahnen changiert, sind Dungeoncrawler ála Heroquest. Die erfüllen wirklich alle äußeren strukturellen Merkmale eines Brettspiels, aber sie kommen aus dem Wargame und werden auch insbesondere in diesen Kreisen rezipiert.
« Letzte Änderung: 24.03.2026 | 11:38 von Varkung »

Offline WeepingElf

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #43 am: 24.03.2026 | 14:50 »
Dadurch, dass es in einem Fahrradgeschäft auch Roller gibt, wird ein Roller nicht zum Fahrrad.

Ja. Das Fahrradgeschäft heißt nicht Fahrradgeschäft, weil es da nur Fahrräder gibt, sondern weil Fahrräder und Fahrradzubehör den Hauptteil des Warensortiments ausmachen. Das schließt nicht aus, dass es dort auch andere, zumindest Fahrrädern ähnliche, Produkte zu kaufen gibt, wie z. B. die von Dir genannten Roller. Genauso kann ein Brettspielgeschäft auch andere Spiele neben Brettspielen anbieten, die dadurch noch nicht zu Brettspielen werden.
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Offline Ainor

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #44 am: 28.03.2026 | 11:04 »
Ich verstehe da immer noch nicht, wieso das als Argument funktionieren soll, dass Wargames eine Unterkategorie von Brettspiele sein soll. Du sagst ja selber dass Wargames verschiedene Spielarten sein können.
Ergo: Wargames sind keine Unterkategorie von Brettspielen.

Das ist richtig, aber ich habe auch nichts gegenteiliges behauptet. Das muss ein Missverständniss sein. Aber es gibt Wargames die am Brett gespielt werden und somit als Brettspiele bezeichnet werden.  Tabletop-Spiele/Miniature wargames sind natürlich keine Brettspiele. Aber worum es mir geht ist das das Brett kein wesentliches Element ist. Wesentlich ist der Spielmodus, und das ist bei Chainmail/W40K etc. normalerweise kompetitives 2-Spieler Spiel mit festen Regeln.

Für fiktive Situationen, die in der Realität so nicht vorkommen (Magie, Fiktive Welten, Superkärfte usw.) gibt es den Begriff "Verisimilitude". Ich wollte den Begriff hier extra raushalten, aber okay. Ersetze bei fiktiven Welten das Wort Realismus durch Verisimilitude.

Es ist aber nicht dasselbe weil es für Magie kein reales Vorbild gibt das man durch Regeln abbilden will. Eine weise Stimme hier im Forum hat mal gesagt:

Jupp. Sind sie. Sie haben einen anderen Ansatz als Brettspiele. Schach hat völlig abstrahierte und auf Spielbarkeit getrimmte Regeln, während in Wargames die realistische Simulation der jeweiligen Begebenheit den Fokus hat. In Chainmal kann es keinen "Läufer" geben, der sich nur diagonal über die Felder bewegt.

Das ist richtig solange wir von normalen Truppen reden. Aber Magier (oder zaubernde Priester) könnten z.B. entlang von Kraftlinien teleportieren. Ob sowas in einem Fantasy Wargame vorkommt ist eine reine Designentscheidung und ja, Spielbarkeit spielt da meistens eine wesentliche Rolle. Selbst wenn man ein literarisches Vorbild hat ("Magie wie bei Tolkien") ist das bei weitem ungenauer als ein realistisches Vorbild ("Kannonen des 19. Jahrhunderts.")

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Es gibt halt auch Freizeitbeschäftigungen die keine Spiele sind. Aber mir geht es hier um den Unterschied zwischen "recreational wargaming" und "professional wargaming" https://en.wikipedia.org/wiki/Professional_wargaming Insbesondere: "Professional wargames tend to have looser rules and simpler models than recreational wargames, with an umpire arbitrating situations based on personal knowledge."

Wenn man das unter Wargaming versteht ist man natürlich sehr nah am Rollenspiel mit SL, aber recht weit weg von Chainmail/W40K (zumindest typischerweise). Interessanterweise ist diese Unterscheidung recht nah an Combat as War/Combat as Sport.
Und ob Wargames eher Combat as War oder eher Combat as Sport gleichen hängt davon ab welche Wargames man betrachtet.
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
Im Rollenspiel ist auch hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie zu unterscheiden.
Meine 5E Birthright Kampagne: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,122998.0.html

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #45 am: 28.03.2026 | 12:18 »
Das ist richtig, aber ich habe auch nichts gegenteiliges behauptet.
Lies nochmal nach. Du hast meine entsprechende These relativiert.(Einfach weiter hoch gucken worauf Du vorher geantwortet hast.
In der Zwischenzeit hatten wir aber eh schon im Thread etabliert, dass Wargames keine Unterkategorie von Brettspielen sind.
Zitat
Es ist aber nicht dasselbe weil es für Magie kein reales Vorbild gibt das man durch Regeln abbilden will.
Deswegen ja auch der Begriff. Du versuchst so plausibel wie möglich die Situation für diese fiktive Spielwelt nachzubilden.
Wenn in Deiner fiktiven Welt Magie existiert, dann versuchst Du diese Magie so plausibel wie möglich in Regeln zu verpacken. Das ist Versimilitude. Genau dafür wird in fiktiven Geschichten der Begriff Versimilitude statt Realismus verwendet.
Der Rest ist aus meiner Sicht völlig egal für die Diskussion zwischen uns Beiden.
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #46 am: 29.03.2026 | 12:02 »
Warum Fragen stellen, die man selber beantwortet?

Ist Schach auch kein Brettspiel, weil man das im Kopf spielen kann, wenn man ausreichend fit ist?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Blue Moon "for all intents and purposes" als Kartenspiel gesehen wird, egal ob man es mit Spielbrett spielt oder ohne.
Nur weil ein Spiel ein Spielbrett hat macht es das noch nicht zu einem Brettspiel (siehe Battletech).


Das ist richtig solange wir von normalen Truppen reden. Aber Magier (oder zaubernde Priester) könnten z.B. entlang von Kraftlinien teleportieren. Ob sowas in einem Fantasy Wargame vorkommt ist eine reine Designentscheidung und ja, Spielbarkeit spielt da meistens eine wesentliche Rolle.
Da kann ich sogar mindestens drei Beispiele für sowas in Wargames nennen, die Buglöcher im Starship Troopers Tabletop, die Tunneleingänge der Tyraniden in Epic40k und die Wurmlöcher der Koralons in Urban War.
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #47 am: 29.03.2026 | 13:08 »
Die Buglöcher waren bereits im Film gewesen. Du meinst die wurden bereits in den Film eingebaut, damit Du damit im Tabletop 8 Jahre später eine bessere Spielbarkeit erreichen kannst?
EDIT: Sorry, aber das traue ich gerade dem Verhoeven nicht zu...
« Letzte Änderung: 29.03.2026 | 13:10 von 6 »
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #48 am: 29.03.2026 | 15:20 »
Ich versuchs mal:
-Ein Wargame ist teilweise ein Brettspiel und teilweise nicht. Ein Wargame ist ein Spieltyp/Genre, ein Brettspiel ist das Format.
-In einem Wargame gehts meist um bewaffneten Krieg zwischen zwei Seiten, bei dem strategische und taktische Entscheidungen fokussiert werden. Der Krieg steh meist im Zentrum, simulationistische Aspekte werden meist zumindest teilweise eingebaut.

Trennscharf wird es durch weiterentwicklungen, verschiedenen Definitionen usw nie werden. Denkt dran: Es geht um Spiele, auch wenn manche Wargamer die Spiele und deren simulationistische Aspekte als sehr wichtig erachten. Seid trotzdem konstruktiv und as always respektvoll ;)
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #49 am: 29.03.2026 | 15:38 »
-Ein Wargame ist teilweise ein Brettspiel und teilweise nicht. Ein Wargame ist ein Spieltyp/Genre, ein Brettspiel ist das Format.
Dem Teil kann ich voll zustimmen. :d
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