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Solarpunk - what do the Characters do?

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Boba Fett:

--- Zitat von: WeepingElf am 29.03.2026 | 16:23 ---@Feuersänger: Das siehst Du durchaus richtig. Ein blutiger Umsturz ist meiner Meinung nach nicht der Weg, die Welt zu retten, das geht nur mittels demokratisch legitimer Mittel - aber dazu müssen wir alle demokratisch legitimen Mittel nutzen, denn die Sache ist dringend. Und daraus kann man, denke ich, durchaus ein spannendes Rollenspiel machen, in dem die SCs Umweltaktivisten, Whistleblower oder investigative Journalisten sind.
--- Ende Zitat ---

Aber das ist doch dann kein Solarpunk sondern prä-Solarpunk. Das beschäftigt sich doch mit der Frage "Wie kommen wir dahin" und nicht "Wie lebt es sich darin"...
Das kann immer noch furchtbar spannend sein, keine Frage. Aber das ist dann mehr von der "Dystopie in die Utopie Bewegung" mit der Frage "wie gelingt das".
Es ist weniger die Frage "So jetzt sind wir da, welche Probleme stellen sich uns hier?"

Und ganz nebenbei: Ganz viele Fragen sind in den SF Medien auch ganz vage behandelt, weil eben die einen nichts damit anfangen können und die anderen (die Nerds) deine Thesen sofort zerlegen. Deswegen haben Raumschiffe "irgendeinen Antrieb" und der Autor vermeidet die technischen Details, um nicht von der Leuten, die wissen, dass es so nicht geht, nicht hinterfragt zu werden. Und das ist auch okay, denn das soll ja ein Unterhaltungsmedium sein und keine technische abhandlung.

Eismann:
Das ist halt ein wenig das Problem mit Utopien. Wenn alles cool ist, gibts wenig, wogegen man kämpfen muss.
Star Trek hat es, wie ja schonmal erwähnt, durch die Exploration gelöst. Vielleicht wäre das ein Ansatz. Eine kleine Solarpunk-Gemeinde auf (oder in) einer fremden Welt. Wobei man sich dann wieder die Frage stellen muss, ob das bloß dazu führt, dass man den Solarpunk-Anteil damit zur Seite schiebt zugunsten der Exploration einer Welt, die eben nicht Solarpunk ist.

Ich habe persönlich etwas den Eindruck, dass ähnlich wie bei Steampunk zwar die Ästhetik ganz schnieke ist, aber das Setting aus sich heraus wenig liefert.

caranfang:

--- Zitat von: Eismann am 29.03.2026 | 18:21 ---Ich habe persönlich etwas den Eindruck, dass ähnlich wie bei Steampunk zwar die Ästhetik ganz schnieke ist, aber das Setting aus sich heraus wenig liefert.
--- Ende Zitat ---
Das kommt ganz auf das spezielle Setting an. Es gibt wirklich gute und auch spielbare Steampunk-Settings. Wieso sollte es nicht auch ähnlcihes für Solarpunk geben?

WeepingElf:

--- Zitat von: caranfang am 29.03.2026 | 16:35 ---Nach der gängisten Definition sind sie es auch nicht.
Ist es auch nicht. Dir geht es eindeutig um den Weg zu einer von Solarpunk beschriebenen Zukunft, aber Solarpunk beschreibt nicht den Weg sondern nur das Ziel.
Die Definition von Solarpunk bei Wkipedia ist folgende: "Solarpunk beschreibt eine Zukunft, in der Klimakatastrophe und Umweltverschmutzung zumindest teilweise überwunden oder weitgreifend abgemildert sind und Inklusion und Diversität das Zusammenleben prägen. Solarpunk wird von Gruppen weltweit in diversen Sprachen über eine Vielzahl von Medien in Literatur, Kunst, Architektur, Mode, Musik und Computerspielen transportiert. Es wird meist eine ökologische Zukunft beschrieben, die durch vorhandene Technologien und politische Bewegungen tatsächlich erreichbar scheint und eine positive Zukunft für die Menschheit darstellt."

--- Ende Zitat ---

Dann wäre für Dich beispielsweise auch ein Roman, der von einer sozialistischen Revolution handelt, keine sozialistische Literatur? Ich habe nie verstanden, warum ein Text, der schildert, wie eine solche positive Zukunft erkämpft wird, kein Solarpunk sein soll, im Gegensatz etwa zu einem, in dem der Autor das handwedelt und nur das Ergebnis des handgewedelten historischen Prozesses schildert. Den erstgenannten Text fände ich viel interessanter und vor allem auch relevanter. Es gibt doch viele Leute, die sich fragen, wie wir das hinbekommen können, und da ist "irgendwie" eben keine befriedigende Antwort (eine Story, in der uns Gott, freundliche Aliens oder eine unerwartete Supererfindung aus der Patsche helfen, natürlich auch nicht).

Aber letzten Endes ist das nur eine "Begriffsmarke", und in dem anderen Thema habe ich ja schon meine Gründe genannt, warum die mir nicht so recht gefällt, und wichtiger ist mir, was drin ist und weniger, was draufsteht ;) Der Tenor dieser Diskussion ist doch, dass eine Welt, in der die ökologisch-ökonomisch-sozial nachhaltige, lebenswerte Zukunft bereits erreicht ist, kaum originären Stoff für Abenteuer liefert, sondern nur "Colour" für solche Geschichten bietet, die in jeder Welt denkbar sind, so dass ein solches Rollenspiel eher witzlos wäre (aber ich in durchaus der Meinung, dass die "Colour" schon einen Einfluss darauf hat, ob einem das Spiel Spaß macht oder nicht, und eine Solarpunk-Colour würde mich schon ansprechen). Dagegen würde mir doch wahrscheinlich niemand hier widersprechen, dass man aus den Konflikten, die auf dem Weg zu einer solchen Zukunft liegen, durchaus eine spannende Kampagne basteln kann, oder? Wie ich schon gesagt habe, die SCs könnten beispielsweise Umweltaktivisten, Whistleblower oder investigative Journalisten sein.

Boba Fett:

--- Zitat von: WeepingElf am 29.03.2026 | 18:29 ---Dann wäre für Dich beispielsweise auch ein Roman, der von einer sozialistischen Revolution handelt, keine sozialistische Literatur?
--- Ende Zitat ---

genau genommen: Nein, wäre es nicht. Es wäre Literatur, die sich mit Revolution beschäftigt.
Sie beschäftigt sich nicht mit dem Leben im Sozialismus.


--- Zitat ---Ich habe nie verstanden, warum ein Text, der schildert, wie eine solche positive Zukunft erkämpft wird, kein Solarpunk sein soll, im Gegensatz etwa zu einem, in dem der Autor das handwedelt und nur das Ergebnis des handgewedelten historischen Prozesses schildert.
--- Ende Zitat ---

Ganz einfach: Stell Dir vor, Isaac hätte seinen Foundation Zyklus "das Leben in einer futuristischen Utopie" genannt... Oder noch besser:
Du gehst zur Schule und musst einen Deutschaufsatz über das Leben im Sozialismus schreiben. Du schreibst über die sozialistische Revolution und wie man dahinkommt. Der Lehrer bewertet das mit 5 - Thema verfehlt.

Und dabei geht es nicht um:


--- Zitat --- Den erstgenannten Text fände ich viel interessanter und vor allem auch relevanter.
--- Ende Zitat ---

Wenn Du ein Rollenspiel schreiben möchtest, dass sich damit beschäftigt, wie Aktivisten von unserer dystopischen Abwärtsspirale das System bekämpfen und es drehen, dass am Ende eine Utopie entsteht, dann nenn es bitte auch so und nicht "Rollenspiel über das Leben in einer Utopie", denn das ist es nicht.
Leute die das kaufen wären zu Recht enttäuscht - nicht weils nicht interessant sein muss, sondern weil es nicht das enthält, was draussen drauf steht.

Der Lehrer oben fand deinen Text vielleicht auch mega, musste aber so bewerten, weil es nun mal am Thema vorbei ist.
Du möchtest doch, dass die Leute es kaufen, die das auch spielen wollen, was Du zum Inhalt machst.

Und vor allem: Bei einem Rollenspiel, dass sich um den Kampf von Leuten um etwas wichtiges handelt, steht das Ergebnis nicht fest.
Darf es nicht, weil ansonsten ist die Spannung ja raus. Die Spieler von Aktivisten sollten einem "ja, in 10 Jahren steht dann die Solarpunk Utopie" eben NICHT wissen, sondern dass darum geht, das zu erkämpfen, aber dass es eben auch schief gehen kann, wenn man sich nicht genug engagiert.
Creating Suspense... Insofern darfst Du nicht das Ende vorwegnehmen, sondern musst es sogar in Frage stellen.

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