Autor Thema: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard  (Gelesen 1887 mal)

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[RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« am: 19.04.2026 | 21:29 »
Akt I
- Zeit des Zorns -
Wretguard

Viele der Türen der Häuser die leer zu stehen scheinen, sind mit einem weißen X gekennzeichnet, welches über die ganze Tür gemalt wurde. Die Farbe ist alt, blättert ab, aber sie ist noch da und steht im Kontrast zum dunklen Holz.

Ihr biegt nach links ab und überquert einen Platz.

Ein kurzes Stück weiter entlang des Weges liegt ein Anwesen das aus einem Zweistöckigen Haupthaus besteht welches rechts und links von flacheren Bauten flankiert wird und ein "U" bildet. In der Mitte des Platzes zwischen den Gebäude befindet sich eine kleine Schmiede. Rund, mit einem Ofen in der Mitte. Das Dach besteht aus Kupfer und wird von Säulen getragen von denen Werkzeuge herabhängen. Werkbänke zwischen den Säulen bilden die Arbeitsfläche. Wo keine Bänke sind ist Platz für einen großen Amboss auf dem schon so manches Stück geschmiedet wurde.

Der Geruch nach Holzfeuer und Vieh liegt in der Luft. Hinter dem Haus der Hagtorns liegen Weideflächen und ein Bereich für Hühner, mit Stall und hoher Palisade, so dass man zwar das Gackern hören, die Tiere aber nicht sehen kann. Die Hagtornbullen jedoch sind nicht zu übersehen. Riesige, zottige Tiere mit breiten Schädeln welche in Ausladenden Hörnern enden. Das Fell ist pechschwarz und hängt lang herunter.

Der linke Flügel scheint Unterkunft der Sklaven und ein Stall zu sein. Sote deutet euch an eure Pferde dort abzustellen, man wird sich um sie kümmern. Gleiches gilt für den Wagen. Dann führt er euch zum Haupthaus.

Man blickt euch hinterher, aus den dunklen Fenstern, dem Schatten. Die Leute hier bekommen wohl nicht oft Fremde zu Gesicht. Anders als die Grimme Sklaven scheinen die Menschen hier distanzierter zu sein, die Frauen heben kaum die Köpfe, die Männer vermeiden direkte Blicke.

Kaum das ihr aus dem Sattel seit führt Sote euch schon zum Haupteingang, eine zweiflügelige Tür hinter der es weiter in das Haus geht. Alles ist robust, auch wenn man den ehemaligen Reichtum noch erahnen kann ist es bei weitem nicht so opulent oder extravagant wie bei Oktar. Dies ist eine Grenzlandsiedlung, sie ist funktionell und seit Jahren dem Niedergang geweiht. Wo bei Oktar Teppiche und Läufer lagen sind hier blanker Stein und Bohlen. Hinter der Tür liegt ein weiter, offener Bereich aus dem zwei Treppen rechts und links in das obere Stockwerk führen. Eine Feuerstelle in der Mitte spendet Licht und Wärme. Kerzen an den Wänden helfen die Schatten zu vertreiben.

Eiligen Schrittes folgt ihr Sote in einen weiteren Raum, hinter der Eingangshalle in dem eine lange Tafel steht. Eine große Feuerstelle in der Mitte ist jetzt kalt und nur ganz an den Enden glimmt etwas Holz. An der Stirnseite gibt es eine kleine Erhebung, dort steht ein einzelner aus Eichenholz geschnitzter Stuhl, leer. Tomus ist noch nicht eingetroffen. An der Seite des Stuhls steht eine einzelne Wache, in Rüstung den Zügen nach könnte es ein Bruder von Tomus sein.

Als Gylfi über die Schwelle der Halle tritt fällt sein Blick auf das Schwert welches über dem Stuhl an der Rückwand der Halle auf zwei Haken ruht. Das Feuer flankierender Fackeln spiegelt sich in dem Metall von Knauf und Parierstange. Der Griff ist mit feinem Leder umwickelt. Der alte Skwilde fühlt sich als würde er fallen, als hätte ein Vogel oder Fabelwesen, ein Greif der Mittlande vielleicht ihn hoch hinaufgetragen über die Wolken nur um ihn fallen zu lassen, seinen Körper am Boden zu zerschmettern.

Er sieht die Wolken und wie die Erde auf ihn zurast, Schwindel steigt in ihm auf. Er durchbricht die Wolken und unter ihm das weite Land. Eine einzelne Bergspitze sticht aus einer Reihe von Bergen hervor, ein wahrhaft mächtiger Berg, höher als alles um ihn herum. Der Name kommt den Skwilden in den Sinn auch wenn er nicht weiß woher er ihn kennt. Der große Eisenzahn, in grauer Vorzeit als das Geschlechte der Menschen noch keine wichtige Rolle in Trudvang spielte. Es ist die Zeit der Drachen, Zwerge und Elfen. Ein Krieg tobt dort unten. Trolle setzen den Zwergen arg zu, welche ihre Stadt tief in die Wurzeln des Gebirges gegraben hatten. Der Kampf steht auf der Schneide, die kleinste Veränderung kann das Glück zu Gunsten der Zwerge oder der Trolle kippen. Doch es ist ein wanderndes Volk der Menschen, die Hurs welche den Zwergen in ihrem Kampf mit den Trollen zur Seite stehen. Der Zwergenkönig Angor und sein Gefolge können die Trolle besiegen. Als Arkan Koraljon jedweden Lohn oder Schatz ablehnte dem ihn die Zwerge für seine Hilfe anboten und klar wurde das er rein aus Hilfsbereitschaft und Güte geholfen hatte schmiedete Angor persönlich ihm ein Schwert.

Man kann eintausend Jahre graben und doch keine Mithrakaader finden. Das Metall ist so selten wie es mächtig ist und nur Meisterschmiede können es bearbeiten. Der kleinste Fehler und es verdirbt, nur ganz wenige Feuer sind heiß genug dass es sich dem Willen eines Schmiedes unterwirft. So entstand Koraljons Herrscherklinge, eine Langschwert, vom Heft bis zur Spitze aus Mithraka gefertigt, geschmiedet von den Zwergen uralter Zeiten. Arkan beging noch viele Heldentaten bevor er das Schwert an seinen Erben übergab, das Blut des Königs fällt auf einen Stein und Gylfi kann sehen wie es in den Ritzen versickert, sich teilt. Gesichter erscheinen erst langsam, dann immer schneller, je weiter der Blutstropfen durch den Stein sickert, bis er am Ende ein Kind sieht.

Das vierte uneheliche Kind eines Dorfältesten, gehalten von einer Mutter die bereits in den Nebeln der Zeit verblasst. Es mag dünn sein, aber in den Adern dieses Kindes fliest das Blut von Arkan Koraljon, das Kind ist der letzte Erbe der Herrscherklinge welche die Hagtorns zu bewahren einst geschworen hatten.


Es dröhnt im Kopf des Skwilden, Stimmen brüllen auf ihn ein.

Be at peace,
have faith,
fate can be decided,
The Child of Light shall
Come
a son of man
our shepard

Dann Dinge die er nicht versteht bevor die Stimmen ein letztes mal klar werden.

Where the Copper Kingdoms
falls,
The Son of Light awaits,
the shepard meets the
Daughter of Fate.

Dann ist es vorbei, der Blick des Skwilden klärt sich wieder und er blickt auf den Fackelschein der sich im Schwertknauf spiegelt. Das Feuer tiefer Essen so unermesslich heiß, das Drachen selbst es gegeben haben müssen war nötig um das Schwert zu bearbeiten.
« Letzte Änderung: 19.04.2026 | 21:45 von Outsider »
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Offline Hinxe

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #1 am: 21.04.2026 | 16:04 »
Gylfi
In der Halle der Hagtorns in Wretguard


Gylfi sank auf die Knie, den Blick starr auf das Schwert des Arkan Koraljon gerichtet. Tränen liefen ihm über die Wangen, ein Lächeln umspielte seine Lippen. Ihn erfüllte eine sengende Hitze, die ihn nicht verbrannte. Eine Hitze, von der er wusste, dass sie ihm von den flowras gesandt wurde.

Jedoch waren es weder die wärmende Berührung der Magh noch der weißglühende Mut des Halawen, die durch seinen alten Körper fuhren. Es war eine gänzlich neue Ehrfahrung für den skwilden. Die Empfindung, das wusste er mit absoluter Sicherheit, stammte von Majne, dem ersten König Majnjords aus der Zeit der Altvorderen. Ihm war, als ginge die Hitze, die beim Schmieden des Schwerts gebunden worden war, auf Geheiß des sagenhaften Regenten auf ihn und seine Gefährten über.

Der königliche Majne steht für Kameradschaft und Schutz in der Gemeinschaft der Treuen. Er sicherte das Überleben der Seinen gegen Troll, Riese und Drache. Wie passend, dass er mir angesichts der Klinge eines Kriegers wider die Trolle erscheint!

Der Alte zückte sein Messer und entblößte den linken Arm. Es zierten schon zwei ältere Narben den schmächtigen Oberarm. Weiter auf das an der Wand hängende Schwert blickend erhob er sich. Nun wandte er sich Aeryn und Hírngar zu. Abwechselnd blickte er ihnen fest in die Augen, mit dem Waldläufer beginnend. Mit tragender und tiefer Stimme intonierte er: "Oh Majne, erster König von Majnjord, ich frohlocke angesichts Deiner Offenbarung an mich, einen unwürden bruid. Ich gelobe, dass ich mit meinen bescheidenen Kräften immer danach streben will, mich Deiner Ideale würdig zu erweisen. Die Treue der Gefährten, die einen von Dir gesegneten Trank teilen, soll mir heilig sein, niemals werde ich sie verraten. Wer mit mir von einem Becher trinkt, der Dir geweiht wurde, die sei mir Schwester, der sei mir Bruder. Man nenne mich Blutsverräter, sollte ich darin fehlen! Dein Zorn komme über mich! Aeryn Auli und Hírngar aus Ysholt sollen Zeugen sein, dass ich, Gylfi Strypatunga, diesen Schwur leiste."

Mit einer raschen Bewegung fügte sich Gylfi dann einen Schnitt zu, parallel zu den Narben, die ihn bereits schmücken. Er schien keinen Schmerz zu fühlen, sondern lächelte glücksselig seine beiden Gefährten an, während Blut an seinem Arm herablief und auf den Boden der Halle tropfte. Kurz musste er an den Blutstropfen in der Vision denken.

Schließlich richtete er das Wort an Elfe und Waldläufer: "Majne schickte mir eine Vision. Ich sah den ersten Träger jenes Schwertes." Er deutete auf die Waffe, welche an der Rückwand der Halle hing. "Ich sah Alle, die ihm folgten. Ich sah auch den letzten Träger, der es erst noch führen wird. Das Kind des Lichts wird kommen und mit Arkans Klinge gegen die schwarze Sonne kämpfen." Bei den letzten Worten schaute er nur noch Hírngar an.
« Letzte Änderung: 21.04.2026 | 21:13 von Hinxe »
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #2 am: 23.04.2026 | 11:37 »
Aeryn Aulí
In der Halle der Hagtorns in Wretguard


Als Aeryn merkte, dass Gylfi auf die Knie sank, wollte sie ihm schon helfen, bemerkte dann jedoch, dass er glücklich schien und Tränen seine Wangen herabliefen. Das hielt sie zurück und sie beobachtete den Skwilden - und Hírngar - weiter.

Nachdem Gylfi von seiner Vision und der enthaltenen Offenbarung gesprochen hatte, war Aeryn verunsichert. Nicht wegen des Schwurs, den Gylfi gegeben hatte. Sie würde den Becher mit ihm Trinken. Die Botschaft beschäftigte sie. Und ob sie mit dem Kind zwischen den Soldaten zusammenhing.

Aeryn schaute Gylfi fragend an. Erwartest du jetzt etwas von mir? Schwörende Worte? Dann entschied sich die Dyfir und schob eine Strähne ihres silberweißen Haares aus ihrem Blickfeld. Sie schaute Gylfi und Hírngar ernst und zuversichtlich an.

"Habt Dank für eure Worte. Zu eurem Schwur: Gerne werde ich den Becher mit Euch trinken, auch ich werde Euch nicht verraten, doch stets treu zur Seite stehen, mit Klinge und Kraft, mit Sinn und Verstand, mit ganzem Herzen. Was Eure Offenbarung betrifft: Könnt ihr uns mehr über das Kind des Lichts verraten? Hat es schwarze Haare? Trägt es ein weißes Kleid? Wirkt es unbefleckt trotz Armut? Ist es von bösem Geist verdorben oder gutem Geist erfüllt?"

Gerade bei den letzten Worten senkte Aeryn ihre Stimme, so dass bestenfalls nur ihre Gefährten sie verstehen konnten. Das Anwesen war groß, aber für die Verhältnisse einfach und eher ärmlich eingerichtet. Worte konnte hier weit getragen werden. Während sie mit ihren Gefährten sprach und ihrren Antworten lauschte, versuchte Aeryn stets auch die Umgebung im Blick zu behalten und ungebetene Lauscher auszumachen. Dabei wirbelten ihr viele Gedanken durch den Kopf.

Welche Rolle spielt Miri? Welche Hírngar? Wer ist das Kind des Lichts? Und welche Rollen sind Gylfi und mir zugedacht?
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Offline klatschi

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #3 am: 25.04.2026 | 07:20 »
Hírngar
In der Halle der Hagtorns in Wretguard


Ebenso wie Aeryn zuckte auch Hírngar, als Gylfi auf die Knie ging, was ist mit ihm? Tut ihm etwas weh? Aber dann sah er die Verzückung auf dem Gesicht des skwilden, sah seinen Blick auf das Schwert und zögerte. Der Rest war wie eine Trance, er schaute dem Ritual eines Mannes zu, der wusste was er tat, der - so deutete Hírngar die Narben - nicht das erste Mal von so einer Vision begleitet wurde. Hírngar verstand instinktiv, dass hier Geschehnisse am Werk waren, die Mächte beinhalteten, die er nicht einordnen konnte.
Was sah er? Was ist das für eine Reise?

Unwillkürlich begann er wieder, auf der Innenseite seiner Lippe zu kauen. Ja, einen Trank. Einen Schwur eines Bundes. Das kann ich. Aeryns Worte, dass sie den Becher mit Gylfi teilen wolle, bestätigte Hírngar nur mit einem entschlossenem Nicken. Ja, Gylfi Strypatunga, ich werde diesen Bund mit dir schließen, sollte es sagen.

Und dann blickte Gylfi ihn an.
Und in Hírngars Kopf gingen seine Worte um. Ich sah den ersten Träger jenes Schwertes. Ich sah Alle, die ihm folgten. Ich sah auch den letzten Träger, der es erst noch führen wird. Das Kind des Lichts wird kommen und mit Arkans Klinge gegen die schwarze Sonne kämpfen. Und endlich verstand Híngar. Und er nickte.
"Miri," sprach er lautlos aus, den Blick fest auf Gylfi gerichtet.
« Letzte Änderung: 1.05.2026 | 10:20 von klatschi »

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #4 am: 25.04.2026 | 14:58 »
Bevor Gylfi oder irgendjemand anders reagieren kann poltert die Wache los, welche sprachlos ob des Schauspiels mit immer größer werdenden Augen zugesehen, ihren Posten aber nicht verlassen hatte. Die Ringe seines Kettenhemdes klirren, der Fuß des Speers schlägt hart auf das Holz des Bodens. Dumpf dröhnt das Geräusch durch das Haus.

„Was für ein Ritual vollführt ihr in der Halle meines Bruders, welchen Zauber wirkt ihr!?“

Unverhohlenes Misstrauen schwingt in der Stimme mit, was man dem Mann aber nicht übelnehmen kann. Es passiert nicht jeden Tag das ein Fremder sich den Arm vor seinen Augen aufschneidet.
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Offline Hinxe

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #5 am: 1.05.2026 | 10:26 »
Gylfi
In der Halle der Hagtorns in Wretguard


Gylfi war ob der Reaktion seiner Gefährten gerührt. Er hatte nicht gezweifelt, dass sie den Weg weiter mit ihm gehen würden. Aber die Selbstverständlichkeit, mit der beide zusagten, den Becher zu teilen, somit einen Bund vor Majne einzugehen, erwärmte doch sein Herz. Diese Wärme werden wir brauchen, wenn an all den düsteren Vohersagen auch nur halbwegs etwas dran sein sollte.

Gerade wollte er Aeryns Fragen beantworten und auf Hírngars einfache Erwähnung von Oktars Tochter eingehen, als sie vom Bruder des Fylkjarls unterbrochen wurden. Gylfi blickte ihn zunächst empört an, machte sich dann aber bewusst, wie die ganze Situation aus dessen Augen aussehen musste.

"Verzeiht mir, Krieger, es muss für Euch sonderbar wirken. Es ist nur so, dass diese wundervolle Klinge etwas in mir zum klingen gebracht hat. Ich sah, welche große Rolle das Schwert in Vergangenheit und Zukunft spielt." Dann deutete der Alte auf seine neue Wunde, die sicher bald zu einer weiteren Narbe verheilen würde. "Und dies ist die Weise von uns Mittländern, uns einer unserer Flowras zu verschreiben. Es ist sonderbar, doch der Anblick Arkan Koraljons Waffe brachte mich König Majne nahe. Ich bin Euch als Stellvertreter für die ganzen Wildlande zu Dank verpflichtet. Ich werde diesen Augenblick und also auch das stolze Wretguard als Hüter der ruhmvollen Vergangenheit niemals vergessen." Jetzt lag ordentlich Pathos in der geübten Stimme des skwilden. "Ich möchte Euch einladen, dass ich Euch später über einem Ale mehr davon berichte."
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #6 am: 2.05.2026 | 10:56 »
Die Wache blickt den Skwilden finster an.

„Woher kennt ihr Arkan Koraljon Ausländer und was ist das für eine Mär von Vergangenheit und Zukunft das ihr hier gesehen haben wollt?“

Die Stimme des Wächters nimmt einen lauernden Tonfall an.

„Welche Zukunft habt ihr gesehen?“

Der Pathos und die Lobpreisungen von Wretguard scheinen an dem Mann abzuprallen als hätten Gylfis Worte etwas angestoßen, das bisher unter der Oberfläche verborgen war.
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Offline klatschi

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #7 am: 7.05.2026 | 23:48 »
Hírngar
In der Halle der Hagtorns in Wretguard


Das bedrohliche Auftreten des Wächters - des Bruders des Thane von Wretguard, denk dran! - sorgte dafür, dass sich jeder Muskel in Hírngar anspannte. Er wandte sich dem Wächter zu und nahm eine defensive Position ein, bereit, in den Weg zu springen, sollte die Wache den skwilden angreifen. Ein Fuß, langsam nach hinten, Gewicht verlagern. Weder der Söldner, noch der Holzfäller wussten was hier zu tun war. Doch Gylfis und Aeryns Einfluss machte sich bemerkbar, die gemeinsame Zeit hatte ihm das eine oder andere gelehrt. Hírngar provozierte nicht, bewusst nicht, aber er stand da, wie eine Katze vor dem Sprung, bereit, seine Freunde zu verteidigen.

Offline pharyon

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #8 am: 9.05.2026 | 19:48 »
Aeryn Aulí
In der Halle der Hagtorns in Wretguard


Mist! Das Offensichtliche... den Offensichtlichen habe ich nicht beachtet! Nun gut. Beruhige die Situation erstmal..." Aeryn versuchte eine entspannte Haltung einzunehmen, hob sehr langsam beide Arme und zeigte ihre offenen - unbewaffneten - Hände. "Wir verstehen, dass das hier Euch wie schlechter Zauber oder dunkles Wirken scheinen könnte. Seid versichert, dass wir Euch und Eurem Haus wohlgesonnen sind und keinen Schaden wünschen." Aeryn ließ die Worte kurz wirken. "Wie ihr vielleicht wisst, haben wir erst vor kurzem Bekanntschaft mit Eurem Bruder und Eurem ... Neffen ... gemacht. Wir wahren die Ehrengäste der Schwertjarls Oktar Grimme auf der Hochzeit seiner Tochter mit Eurem Neffen."

Aeryn wartete auf die Reaktion der Wache und versuchte dabei entspannt und beschwichtigend zu wirken. Jetzt nur nicht den Blickkontakt zu ihm verlieren. Hoffentlich halten die anderen das Umfeld im Blick. Gespannt wartete Aeryn auf das, was als näcjhstes kommen sollte.
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #9 am: 10.05.2026 | 12:50 »
Die Wache blickt von Hirngar der sich anspannt zu der Dyfir. „Schweigt still Weib, niemand hat euch gefragt!“ Die Rolle der Frau scheint in Wretguard nicht die gleiche zu sein wie sie es in Oktars Anwesen oder in Storhavn oder gar Hallwind ist.

„Wessen Gäste ihr wart oder ob ihr schon mit uns gespeist habt spielt keine Rolle, wenn Zauber in den Hallen der Hagtorns ausgeübt wird!“

Dann wendet er wieder den Blick zu dem Skwilden, erwartet eine Antwort.
« Letzte Änderung: 10.05.2026 | 12:52 von Outsider »
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Offline Hinxe

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #10 am: 12.05.2026 | 15:40 »
Gylfi
In der Halle der Hagtorns in Wretguard


Entschlossen erwiederte Gylfi den Blick des Mannes. In seiner Mimik lag nun Ernsthaftigkeit, jegliche Freundlichkeit ist aus seiner Stimme geschwunden. "Deine Worte sind schlecht gewählt. Auri ist kein Weib, dem Du den Mund verbieten könntest. Sie ist, wie Sote hier Dir bezeugen kann, ebenso Gesandte des Schwertjarls von Storhavn wie Hírngar oder ich."

Jetzt musterte der skwilde den Wächter von oben bis unten. Seine Miene hellte sich wieder etwas auf. "Du sprichst jetzt wiederholt von Zaubern, Mann. Ich aber rede von einer Vision, die mir zuteilwurde. Hier wurde kein Zauber gesprochen, kein Vitner gewebt. Du wurdest Zeuge, wie ein Diener der Flowras sein Gelübde erneuerte, wobei Blut fließen muss." Er hob den verwundeten Arm und deutet in Richtung Dorfeingang. "An den Grenzen Wretguards finden sich Blutsäulen, es sollte Dir also bewusst sein, dass die Götter...", dieses Wort sprache der Alte sonderbar aus, also ob er selbst es für unpassend hielt, "...das Blut als Zeichen unserer Ergebenheit fordern. Das ist in Mittland nicht anders als in den Sturmlanden."

Dann blickte Gylfi sich suchend im Raum um und sprach zu niemandem bestimmten: "Vielleicht warten wir mit Erklärungen, bis der Herr des Hauses eingetroffen ist..."
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« Antwort #11 am: 14.05.2026 | 11:25 »
Als wäre das sein Stichwort gewesen erscheint Tomus. Weniger fein gekleidet wie ihr ihn auf der Horchzeit kennen gelernt habt, dafür nüchtern. Einfaches Leinen, kein Zirat oder Schmuck. Hier wirkt er eher wie der Viehzüchter der er ist denn ein Jarl und Clansoberhaupt. Zwei weitere Wachen betreten mit ihm den Saal.

„Lass es gut sein Bruder…“ richtet er sein Wort an den Wachen „…diese Fremden sind unserer Gäste und im Namen Schwertjarl Oktar Grimme hier!“

Aus der Betonung der Worte könnt ihr nicht ganz entnehmen ob das letzte jetzt etwas Gutes oder Schlechtes ist. Was sich wie eine Erklärung anhört könnte auch als Vorwurf gemeint sein, die Einmischung Fremder in innere Angelegenheiten der Wildlande.

Der Wächter zieht sich daraufhin an seinen Platz zurück, ihr könnt aber sehen, dass er mit dem Ausgang nicht zufrieden ist.

„Nehmt Platz, ihr habt eine lange Reise hinter euch gebracht!“

Sote räuspert sich, nimmt Haltung an und spricht mit offizieller Stimme wie es seiner Stellung als Bote gebührt.

„Fylkjarl Tomus, hiermit Überbringe ich euch die Botschaft von Oktar Grimme aus Storhavn. Die Dame und die Herren in meiner Begleitung sind die Abgesandten des Hauses Grimme und sind als solche zu behandeln. Sie sind mit allen Vollmachten ausgestattet das Unglück um die Tochter des Hauses Miri Grimmi aufzuklären und wenn möglich ihren Verbleib zu klären.“

Sote leckt sich angespannt über die Lippen.

„Oktar Grimme möchte seine zu tiefst empfundene Trauer über den Verlust seiner Tochter ausdrücken welch ein eurer Obhut…“ Sote stockt kurz „…ein gar schreckliches Unglück erlitten haben mag. Schwertjarl…“ jetzt verwendet Sote den offiziellen Titel Oktars „…Oktar Grimme bittet euch…“ was nichts anderes heißt wie weist euch an „…im Namen der Freundschaft und der Verbundenheit der Clans Grimme und Hagtorn seinen Abgesandten alle Hilfe und Unterstützung bei der Aufklärung des Unglücks zukommen zu lassen!“

Tomus nickt bedächtig und setzt sich auf seinen Thron und wartet bis ihr ebenfalls Platz genommen habt.

„Ihr seid weit im Norden angekommen und hier gelten unsere Gesetze und Gebräuche! Ich würde es vorzeihen, wenn ihr mir vorher bescheid gebt, wenn ihr gedenkt euren Göttern zu huldigen oder meine Leute verunsichert und was das Weib angeht…“ Tomus blickt zu Aeryn hinüber „…sie mag in Storhavn eine freie Frau sein hier stehen die Dinge anders und meine Leute sind es nicht gewohnt, also verzeiht ihnen den einen oder anderen Fehlgriff! Sie werden nach heute Wissen das ihr abgesandte des ehemaligen Brautvaters seid und in seinen Angelegenheiten das Land bereist.“

Auch diese Worte hinterlassen einen merkwürdigen Beigeschmack, war es jetzt etwas Positives das alle wussten das ihr im Auftrage Oktars nach Wretguard gekommen seid oder ist es gar eine Warnung an seine Männer, dass ihr euch in deren Angelegenheiten einmischen würdet?
« Letzte Änderung: 14.05.2026 | 11:28 von Outsider »
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« Antwort #12 am: 15.05.2026 | 09:54 »
Aeryn Aulí
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Gut zu wissen. Hier haben wir - noch - keine Freunde. Ich hoffe, Gylfi ind Hírngar sind vorsichtig. Aeryn senkt den Blick. Hier ist ein Ort - wieder! - an dem Frauen weniger zu sagen haben, weniger Wert haben, als Männer. Lerne, die Umstände zu deinen Gunsten zu nutzen. Auch das war eine Lektion ihres Mentors. Auch wenn er selbst offen war und sich die Annahmen anderer Männer über ihre Überlegenheit kaum zu eigen gemacht hatte, kannte sie aus verschiedenen Stationen ihres Lebens, dass sie manchmal gleichauf war, noch nie übergeordnet, doch oft eine untergeordnete Rolle spielen musste. So wenig ihr das gefiel, sie würde es erdulden. Das Ziel war, Miris Verbleib und Schicksal aufzuklären. Da konnte Aeryn ihren Stolz, ihren Drang nach Selbstbestimmung, zurückhalten. Auf konstruktive Pfade bringen. Aeryn passte ihre Haltung an. Sie würde mit ihren Gefährten sprechen, damit sie als Gruppe nicht noch mehr als jetzt schon auffallen würden.

Wir finden da bestimmt einen Weg. Sie wartete auf die Reaktion ihrer Gefährten. Aus der neuen, schüchternen Körpersprache heraus versuchte sie sowohl Tomus als auch seinen Bruder näher zu betrachten. Wie wohl deren Verhältnis untereinander geprägt war?
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #13 am: 18.05.2026 | 16:39 »
Gylfi
In der Halle der Hagtorns in Wretguard


Gylfi hatte ungeduldig abgewartet, bis Sote seine Worte gesprochen hatte. Bei der Antwort Jarl Tomus' hörte er genau hin. Es gefällt ihm gar nicht, dass wir hier sind. Er wird uns auf die ein oder andere Art schnell loswerden wollen. Wir müssen vorsichtig sein.

Nachdem der Hausherr geendet hatte, erhob sich Gylfi wieder und verbeugte sich vor Tomus, wenn auch nicht sonderlich tief, wobei er einen stöhnenden Laut, wie ihn alte Männer bei der kleinsten körperlichen Anstrengung von sich zu geben pflegten, ausstieß. Seine Gefährten wussten, dass der Alte diese Bewegung aber noch durchaus ohne Gestöhne vollbringen konnte.

Dann ergriff der skwilde das Wort. "Ich danke, Fylkjarl Tomus, auch im Namen meiner Gefährten, für Eure Worte." Mit einer Geste seines rechten Armes deutete er auf Aeryn und Hírngar. "Ich entschuldige mich für mein Verhalten, ich wurde vom Eindruck der Klinge, die Euer Clan schon so lange Jahre hütet, überwältigt." Er blickte erneut zum Schwert, das hinter Tomus an der Wand hing.

"Bevor wir uns unserer von Schwertjarl Oktar aufgegebenen Aufgabe stellen, will ich meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass Euer Sohn und Erbe Huld noch unter den Lebenden weilt und sich auf dem Weg der Besserung befindet."

Du zeigst auf jeden Fall keine Anzeichen der Trauer, weder um Huld noch um Miri, denkt Gylfi bei sich. Die Mimik der Jarls genau betrachtend wartet er auf eine Antwort.
« Letzte Änderung: 19.05.2026 | 15:16 von Hinxe »
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #14 am: 19.05.2026 | 07:19 »
Hírngar
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Es schmeckt mir nicht, wie er auftritt. Was ist mit seinem Sohn, was mit Miri? Wir sind Störenfriede für ihn.
Sogar Hírngar konnte erkennen, wie wenig der Fylkjarl an ihrer Mission interessiert war. Und das machte ihn zornig, er spürte einen Schwall von Abscheu und Wut in ihm hochkochen.

Beruhige dich! schalt er sich. Lass Meister Gylfi und Aeryn sprechen! Alles andere wird sich geben.

Hírngar begann, auf der Innenseite seiner Lippe zu knabbern und presste die Fingernägel in den Handballen. Er musste irgendwo hin mit seiner Wut und der Ohnmacht, in diesem verdammten Wahnsinn gefangen zu sein.

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #15 am: 19.05.2026 | 16:03 »
Die Dyfir beobachtet Tomus und seinen Bruder genau wird aber nicht so richtig schlau aus dem was sie sieht. Tomus ist unangefochten der Fylkjarl des Clans und damit auch Herr über seinen Bruder, welcher in der Erb- und Familienfolge im Rang unter Tomus stehen muss.

Anders als der Bruder scheint Tomus aber keine tiefere Bedeutung in das Gebaren seines Untertan hineinzuinterpretieren. Er scheint sich der Spannung der Situation bewusst zu sein, aber für ihn ist es nur eine Störung des Protokolls und nichts was man weiter Verfolgen muss. Da hat sich einer nicht so benommen wir es erwartet wurde und man muss da nicht länger drauf herumreiten. Für den Bruder scheint die Angelegenheit aber noch nicht erledigt zu sein, auch wenn er sich äußerlich dem Befehl von Tomus beugt, die Blicke die er euch zuwirft drücken Misstrauen aus. Mehr Misstrauen als man es Fremden entgegenbringen würde die eigentlich keine echte Gefahr darstellen.

Bei Gylfis Worten wirft Tomus einen Blick auf das Schwert was an der Wand hängt und nickt. „Ja, diese Handwerkskunst und die Geschichte dahinter sind wahrlich beeindrucken!“ Der Ton von Tomus verrät, dass die Waffe und ihre Machart ihre Faszination für ihn verloren haben. So wie das immer ist wenn man etwas schon ein ganzes Leben besitzt. Vor seinem inneren Auge kann sich der alte Skwilde vorstellen wie Tomus große Kinderaugen Stundenlang jedes einzelne Detail der Herrscherklinge studiert haben, jetzt jedoch als Fylkjarl und Anführer seines Clans hat er nicht mehr die Zeit in alten Sagas und Geschichten zu schwelgen und die Waffe war schon immer da.

Trauer und Bekümmerung überziehen dann Tomus Gesicht.

„Habt dank für eure Nachfrage. Den Können unserer Heilerin ist es zu verdanken, dass Huld den Angriff des Bären, wenn auch nur knapp, überlebt hat. Ich…“ Tomus Worte stocken und er verliert ein wenig seiner Selbstsicherheit „…kann gar nicht sagen wie leid es mir tut, dass der Rest der Reisegesellschaft, meine Schwiegertochter eingeschlossen, den Angriff nicht überlebt hat. Es ist ein großes Unglück, das hier alle in eine Schockstarre versetzt hat. Als ich in Wretguard eintraf und erfuhr was passiert war und das es schon Wochen her war habe ich sofort einen Boten nach Storhavn geschickt um Oktar diese wahr schreckliche und traurige Nachricht zu überbringen!“

Tomus macht eine Pause.

„Ich fürchte für euch wird es hier wenig zu finden geben, aber ich respektiere Oktars Wunsch nach Aufklärung. Miri und ihre Wachen wurden von Haldur an Ort und Stelle des Angriffs begraben. Er erkannte nicht wen er vor sich hatte so schlimm waren die Verletzungen und er hätte selbst Huld begraben da er ihn für Tot hielt, wenn es nicht in letztem Augenblick ein Lebenszeichen gegeben hätte. Fast vier Wochen stand mein Sohn an der Schwelle zu Helgardh und wandelte in den Nebeln der Zwischenwelt.“ 

Miri tot und begraben, verscharrt von einem Schafrichter am Wegesrand. Die Erkenntnis brennt tief, seid ihr doch womöglich an dem Ort des flachen Grabes vorbeigeritten ohne ihn zu erkennen. Ein paar Tagesreisen zurück, am Rande des Dunkelwaldes.
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Offline Hinxe

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #16 am: 21.05.2026 | 22:33 »
Gylfi
In der Halle der Hagtorns in Wretguard


In aller Schnelle versuchte Gylfi, aus den von Tomus geäußerten Worten das Wichtigste herauszuklauben und seine Antwort zu formulieren. Denn er hatte das Gefühl, dass dieser Moment über den Erfolg ihres Vorhabens entscheiden könnte. Wenn es nach dem Bruder ginge, würden wir mit den paar Sätzen sofort wieder auf den Rückweg geschickt werden.

Nach kurzem Nachdenken räusperte sich der Alte und fuhr dann fort: "Ich freue mich, dass Huld noch am Leben ist, und preise die Flowras und die Künste der Heilerin. Auch danke ich für die Gastfreundschaft, die Ihr uns als Gesandte des Hauses Grimme erweist, und gelobe, sie nicht über Gebühr zu strapazieren." Er machte einen Schritt auf Tomus zu.

"Wir hatten zwar eine weitestgehend ereignislose Reise, wofür ich Sote ausdrücklich mein Lob aussprechen möchte, sind jedoch nichtsdestotrotz mehr...", Gylfi deutete auf sich, "...oder weniger...", diesmal wies er auf seine Reisegefährten, "...erschöpft. Hättet Ihr die Güte, Fylkjarl, uns eine Kammer oder Kemenate bereit zu stellen, auf dass wir uns erfrischen können. Sodann erbitte ich Eure Erlaubnis, mit Euren Leuten reden und auf Eurem Land Nachforschungen anstellen zu dürfen, um die Fragen des trauernden Brautvaters vollumfänglich beantworten zu können."

Der skwilde wartete gespannt, ob Tomus sie mit diesen ziemlich weit gefassten Vollmachten ausstatten würde. Und wenn nicht, ist es sicherlich sehr interessant, welche Einschränkungen er zu machen gedenkt.

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #17 am: 22.05.2026 | 14:33 »
„In dem Respekt vor dem Brautvater Oktar Grimme gewähre ich euch das Recht auf den Ländereien der Hagtorns Untersuchungen zu dem Tod von Miri Grimme anzustellen!“ Tomus Stimme ist fest und bestimmt.

„Ich erwarte aber das ihr mir regelmäßig berichtet und über mich den Fortschritt aufklärt!“

Tomus nickt seinem Bruder zu, der augenscheinlich widerwillig aber doch zustimmt.

„So soll es sein Fylkjarl!“ spricht die Wache seinen Bruder mit offiziellem Titel an.

„Eine Kammer kann ich euch nicht anbieten…“ fährt Tomus dann fort „…ich verfüge nicht über ein so ausgedehntes Anwesen wie Oktar, unsere Behausungen im Grenzland sind eher praktischer als prunkvoller Natur und wir haben nichts zu verschwenden. Aber ihr könnt eines der Leerstehenden Häuser beziehen, das Links am Eingang zur Stadt soll euer sein für die Dauer der Ermittlungen. Es sollte weitestgehend aufgeräumt sein, für Annehmlichkeiten müsst ihr selber sorgen. Zu diesem Zweck erlaube ich euch Wasser aus dem glitzernden See zu schöpfen und in meinen Wäldern Holz für ein Feuer zu hacken. Essen könnt ihr kaufen oder euch durch Fischen und Jagen euer Brät besorgen. Für heute Abend seid ihr meine Gäste und speist mit meiner Familie und ein paar Freunden. So könnt ihr einen ersten Blick auf die Menschen von Wretguard werfen!“
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #18 am: 26.05.2026 | 19:23 »
Gylfi
In der Halle der Hagtorns in Wretguard


Bei Tomus' Antwort nickte Gylfi langsam mit seinem Kopf. Mit seiner Antwort versucht er, Dankbarkeit durch seine Stimme zu vermitteln. "Die Bedingung scheint mir vernünftig und angemessen. Ein Haus mit einem intaktem Dach wird für unsere Bedürfnisse vollkommen ausreichend sein. Ich möchte dann um die Erlaubnis bitten, dass wir uns dahin zurückziehen, um uns kurz zu erholen, bevor wir am Abend Eurer Einladung folgen wollen."

Gylfi führte erneute eine recht knappe Verbeugung auf und wandte sich zum Gehen.
« Letzte Änderung: 30.05.2026 | 13:56 von Hinxe »
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« Antwort #19 am: 28.05.2026 | 10:35 »
Aeryn Aulí
In der Halle der Hagtorns in Wretguard


Gut gesprochen, Gylfi. Seitdem die Worte von Tomus und seinem Bruder ihr gezeigt haben, welche Stellung Frauen hier draußen haben, hielt sich Aeryn zurück. Mit kleinen Änderungen ihrer Haltung versuchte sie schüchterner, zurückhaltender, ja fast schon unterwürfiger zu wirken. Mal sehen, in welchem Zustand unser neues Obdach ist. Dann können wir frei planen.

Aeryn ahmt Gylfis Verbeugung nach, jedoch tiefer, und bleibt nun einen Schritt hinter ihm. Ungeachtet der Haltung versucht sie, die Umgebung im Blick zu behalten und mögliche Gefahren zu erkennen, auch wenn sie hier, heute, nicht von einem Hinterhalt ausgeht.
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #20 am: 29.05.2026 | 11:54 »
Aeryn kann keine Anzeichen für einen Hinterhalt erkennen, auch wenn die Stimmung hier bei weitem nicht so offen ist wie in Storhavn und ihr nicht so hofiert werdet wie von Oktar Grimme. Ihr seid Fremde und das lässt man euch spüren ihr bringt Unruhe in eine Gemeinschaft die sowieso im Zerfall begriffen ist.

Tomus gibt euch mit auf den Weg, das Sote euch abholen wird, wenn das Essen angerichtet ist und ihr seine Ankunft erwarten sollt.

Zurück geht ihr durch das Dorf, diesmal ohne Eskorte, ohne dass ihr das Mädchen mit dem weißen Kleid und den schwarzen Haaren seht. Die Bewohner die euch begegnen beäugen euch misstrauisch, sagen aber nichts. Sie wissen wohl das ihr Herr euch hier duldet und das ist es was für sie zählt.

Die Dämmerung hat eingesetzt und jetzt wo ihr mehr Zeit habt euch die Häuser und den Ort genauer anzusehen bekommt ihr einen kleinen Einblick davon wie es hier früher gewesen sein muss. Die Straßen voller Menschen, Händlern, Minenarbeitern und Handwerkern. Der ehemalige Reichtum des Ortes verbirgt sich unter einer Partina aus Verfall. Die Verzierungen und Schnitzereien an dem Fenster und Türrahmen, die Kupferverzierungen, etwas was in anderen Gegenden nur den reichen vorbehalten ist war hier jedem gegeben. Aber es ist auch zu erkennen was vom Reichtum bleibt, wenn er versiegt. Zerstörte Existenzen, leestehende Häuser, Verfall.

Das euch zugewiesene Haus ist das letzte an der Straße bevor man den Ort verlässt. Im Schatten der Blutsäule liegt es am Ortsausgang und seine Tür ziert ein verblassendes großes weißes Kreuz. Das Holz ist schwarz von Feuchtigkeit, aber es sieht gut in Schuss aus. Die alte Qualität der Bauten ist überragend. Es mag nur Holz sein, aber diese Häuser wurden für das harte Leben hier oben erbaut. Sie halten der Witterung genauso stand wie über einem Schritt hoher Neuschnee.

Die Tür ist nicht abgeschlossen und ihr kommt in ein Foyer. Hier können Waffen und Winterkleidung abgelegt und zum trocknen aufgehangen werden ohne die gute Stube zu verschmutzen. Die Tür hat einen Riegel und eine Vorrichtung sie mit einem Schloss zu sichern. Staub liegt über allem und Spinnenweben bedecken die Winkel. Es riecht muffig und es müsste mal durchgelüftet werden. Wie auch von außen sind die Pfeiler und Rahmen hier drinnen mit Schnitzereien versehen. Hinter dem Foyer liegt ein großer Hauptraum. Hier gibt es einen steinernen Kamin, eine Kochnische, ein großer Tisch steht in der Mitte des Raumes und ist der einzige echte Einrichtungsgegenstand. Ein Kronleuchter hängt von der Decke, aber es fehlen die Kerzen Rei um an den Wänden gibt es Fackelhalter. Unter dem Tisch liegt ausgebereitet das Fell eines der Hagtorn Bullen. Es ist so groß das alle die am Tisch sitzen ihre Füße in das weiche Fell betten können und nicht auf Schuhwerk angewiesen sind. Auch diesem Raum merkt man an, dass er für mindestens eine Dekade keine Menschen mehr beherbergt hat. Staub liegt auf allem und es ist einiges an Arbeit notwendig um ihn wohnlich zu gestalten. Zu eurem Glück ist noch etwas altes Holz neben dem Kamin gestapelt so dass ihr heute nicht mehr in den Wald müsstet um Holz zu fällen. Es wird aber nur noch für diese Nacht reichen. Von dem Hauptraum gehen drei Türen ab die in drei weitere Zimmer führen. Eines etwas größer, wahrscheinlich das Schlafzimmer der Hausherren liegt auf der anderen Seit des Kamins und bietet Platz für ein großes Bett und einen kupfernen Waschzuber der sich um Baden eignet, wenn man Wasser über der Feuerstelle erhitzen würde. An den Seiten liegen zwei kleinere Räume, die ehemals für Kinder oder Sklaven waren. Vom großen Raum führt noch eine Tür nach hinten raus auf ein kleines Stück Land, welches mit einer niedrigen, Steinmauer umgeben ist. Moos und alte Farne überwuchern die Steine dort steht ein völlig verfallenes Plumpsklo.

Willkommen in eurem Zuhause für die nächsten Tage, vielleicht Wochen.

Draußen geht die Dämmerung in die Nacht über und die Sonne ist schnell versunken. Aus dem grauen Zwielicht wird Dunkelheit. Nur vereinzelt könnt ihr im Ort die Lichter anderer Häuser sehen. Es ist kalt und klamm in dem Haus, aber immer noch besser als auf freiem Feld zu übernachten. Aufziehende Wolken kündigen Regen oder Schnee an. Der Wind welcher vom Gebirge herabweht ist eiskalt und euch steckt die Reise noch in den Knochen.
« Letzte Änderung: 29.05.2026 | 12:06 von Outsider »
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Offline Hinxe

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #21 am: 30.05.2026 | 14:21 »
Gylfi
In Wretguard


Gedankverloren ging Gylfi mit seinem Gefährten zu ihrer Unterkunft in Wretguard. Im Mark seiner Knochen fühlte er eine Kälte, von der nicht sicher war, ob sie nur durch die Witterung oder auch den Empfang in Wretguard verursacht wurde. Lautstark zog er den sich in seiner Nase bildenden Rotz hoch. Den ganzen Weg dachte er über die Worte des Fylkjarls nach. Er will regelmäßig informiert werden, er will den Überblick behalten. Nur was wird er mit dem Wissen anfangen?

Vor dem Haus stehend sprach er zu seinen Begleitern: "Ich danke Euch für Eure Unterstützung eben in der Halle der Hagtorns. Ich muss selbst noch über meine Vision nachdenken, finde jedoch, dass ich Euch bei nächste Gelegenheit, leider wohl erst morgen, genauer darüber berichten sollte. Es scheint uns alle anzugehen."

Im Haus angekommen war der Alte nicht gerade begeistert, machte sich aber klar, dass es nur für eine kurze Zeit seine Heimstatt sein würde. Ich muss nur auf darauf achten, mir hier nicht die Schwindsucht oder den kalten Hauch zu holen. Ich hoffe, dass der Kamin noch genug Wärme spenden kann.

Schließlich wandte der skwilde sich an Aeryn und Hírngar. "Hier werden wir also die nächste Zeit hausen. Wir sollten die Zeit bis zum Abend nutzen, zumindest einen am Kamin gelegenen Raum wohnlich herzurichten. Ich schlage vor, dass wir uns bis auf weiteres das Herrenzimmer teilen." Er ging zum Kamin hinüber und schätzte ab, wie lange das Holz reichen würde. "Heute müssen wir wohl noch kein Holz schlagen, aber ab morgen ist das Deine Aufgabe, Hírngar. Aeryn und ich kümmern uns um Wasser und Nahrung. Wir müssen nur darauf achten, dass wir genug Zeit für unsere Ermittlungen aufwenden. Ich würde vorschlagen, dass wir einen Teil der Barschaft, die wir von Oktar erhalten haben, darauf verwenden, uns bei den Einwohnern von Wretguard mit diesen Gütern zu versorgen und dabei mehr über den Ort und die Ereignisse vor ein paar Wochen herauszufinden."

Fragend blickte er seine Reisegenossen an. "Was haltet Ihr davon und insgesamt von unserem Empfang hier in Wretguard?"
« Letzte Änderung: 30.05.2026 | 15:56 von Hinxe »
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Offline klatschi

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #22 am: 31.05.2026 | 11:41 »
Hírngar
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Zorn. Wut. Verzweiflung. Hírngar konnte sich gar nicht entscheiden, welches dieser Gefühle ihn gerade übermannte.
Er hatte seit der Begegnung mit Tomus Hagtorn kein Wort gesprochen, war in Gedanken verloren und steigerte sich immer mehr in seinen Zorn. Sie gewähren uns, den Tod von Miri zu untersuchen. Gewähren? Diese Hundeficker, dummes Pack. Welch ein Glück dass dieser dumme Jüngling eines sich einscheißenden kleinen Weichbrots überlebt hat, damit ich...
Düstere Gedanken spukten durch Hírngars Kopf, immer wieder dieselben Wünsche, Tomus und seinem Sohn für die Leichtfertigkeit zahlen zu lassen. Huld war nicht einmal da. Wenn ich ihn heute Abend sehe... Und über allem schwebte noch die Vorstellung, ob Haldur Ouvar etwas damit zu tun hatte. Und Maria. Wir müssen Maria finden. Sie wird erkennen, ob es ein Bär war. Die Heilerin wird es bestätigen können.
In Hírngars Vorstellung gab es diesen Bären nicht. Es gab nur einen Scharfrichter der im Dienste der Familie Hagtorn die Reisegesellschaft angegriffen hatte. Es muss so sein! Es musste einfach so sein. Vielleicht die Onkel? Sie hatten Huld nie gemocht, so hatte es Sote berichtet.

Grausame Menschen, die an ihrer Grausamkeit ersticken werden. Dafür werde ich sorgen.

Das Haus überraschte Hírngar - es war größer und reicher ausgestattet als alles, in dem er je gelebt hatte. Doch die Kälte, der Staub, die verblassende Reichtum strahlte eine düstere Aura aus, die auf sein ohnehin schon angeschlagenes Gemüt drückte. Der Ganze Ort verfällt.

Als er Gylfis Worte hörte, brach es endlich aus ihm heraus, all der Zorn und die Wut und er sprach in scharfen Ton: "Der Empfang war noch beschissener als ich es je erwartet hätte. Das Schwein, das sich in der Halle vom Gelde der Grimmes fett frisst, wird alles dafür tun, das wir die Wahrheit nicht erfahren." Hírngar war selbst erstaunt über die Worte, schüttelte den Kopf und biss sich auf die Lippe. "Ich... verzeiht..." Du Schaf! Lass es nicht an den aus, die dich begleiten. Hírngar bemerkte, wie seine Wangen nass wurden. Verdammt!

Hírngar war froh, als er den kleinen Feuerstapel sah.
"Meister skwilde, Aeryn. Ihr solltet nicht meinen Frust erdulden müssen. Ich kann so dem Mahl heute Abend nicht beiwohnen, ich..." Den Rest lies er unausgesprochen. Wollte es sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn er Huld sah, so wie er sich fühlte. "Es wird Tage dauern, bis wir die Kälte aus dem Mauerwerk vertrieben haben. Das Holz reicht vielleicht noch die Nacht, wenn überhaupt."

Offline pharyon

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #23 am: 1.06.2026 | 20:22 »
Aeryn Aulí
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Aeryn war dankbar, als sie aus der "Gastfreundschaft" der Hagtorns entlassen wurden. Sie folgte ihren Gefährten, übte sich darin, eine Dienende zu spielen. Dabei fiel ihr auf, dass die Reise ihr auch körperlich zugesetzt hatte. Leichte Kopfschmerzen ärgerten sie und die Atmung fiel ihr geringfügig schwerer. Du bist das Klima nicht gewöhnt. Dein Körper braucht seine Zeit. Lass deinen Geist schneller sein.

Als sie am Haus angekommen waren, teilten sich Erleichterung und Bedauern die Vorherrschaft in Aeryns Empfinden. Bedauern über den Zustand des heruntergekommenen und dennoch - grundsätzlich - soliden Gebäudes. Erleichterung darüber, dass sie eigene vier Wände haben würden. Sie folgte ihren Gefährten nach innen. Auf dem Weg war ihr schon aufgefallen, dass beide Herren sehr in ihren Gedanken versunken waren. Es wird Zeit, dass wir reden. Dass wir die Kälte und den Trübsinn nicht allzuweit in unsere Herzen lassen.

Nachdem Gylfi sich erklärt und ihnen die Frage gestellt hatte, übte sich Aeryn zu warten. Nicht, weil sie keine Antworten hätte, sondern um sich die Geduld anzueignen, die sie in diesen Landen benötigen würde. Hírngars Ausbruch überraschte sie wenig, war doch inzwischen klar geworden, wie viel Miri gerade ihm bedeutete. Sie versuchte sanft und mit wenig Druck die Hand auf eine seiner Schultern zu legen.

"Du musst dich nicht entschuldigen. Wir empfinden so ähnlich wie du. Und was heute Abend betrifft... Wenn du wirklich nicht möchtest, werden wir einen Grund finden, weshalb du hierbleiben kannst. Nicht wahr, Meister Skwilde?" An ihn gewandt fuhr sie fort. "Nehmt euch die Zeit, die ihr braucht. Zunächst einmal das Zimmer zu teilen, erscheint mir weise. Morgen müssen wir unseren Verbleib, unsere Planung und unsere Vorsorge besprechen. Vielleicht kann Sote uns helfen? Jemand vertrauenswürdiges finden, der oder die uns hier zur Hand gehen kann, so dass wir uns auf die Aufgabe konzentrieren können, wegen der wir hier sind?"

Sie ließ die Worte etwas wirken und schaute sich ihre Gefährten an. "Ich weiß, die Reise hat uns allen zugesetzt, unseren Körpern, unserem Verstand und unseren Herzen. Lasst uns der Trostlosigkeit nicht nachgeben, uns nicht in Trauer und Sorgen ertränken. Es ist schwer, ein Licht in diesem Nebel, dieser Finsternis auszumachen - das ist klar. Umso wichtiger ist es, dass wir ein Funke sind. Ein Kerzenschimmer im Haus, ein Sternfunkeln in der Nacht - so dass wir uns an uns halten können, und vielleicht andere sich auch. Einverstanden?"
« Letzte Änderung: 1.06.2026 | 20:25 von pharyon »
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #24 am: 2.06.2026 | 17:32 »
Gylfi
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Gylfi war von Hírngars Ausbruch überrascht. In dem Jungen brodelt es, wahrscheinlich ist es wirklich klüger, ihn am Abend zurückzulassen. Es könnte aber als Beleidigung verstanden werden. Tomus wird sich aber wohl eher freuen, dass er ein hungriges Maul weniger stopfen muss.

Dann hörte er Aeryns Worten ebenfalls mit Verwunderung zu. Steckt in ihr das Zeug zur Verseschmiedin? Jedenfalls vernünftige Ansichten...

Schließlich antwortete der Alte nach kurzem Nachdenken: "Deine Worte berühre mich, Aeryn. Seitdem wir in Storhamn durch Sote von dem Unglück erfahren haben, scheint alles düster und hoffnungslos. Ich empfinde aber ebenso den Drang, dem nicht nachzugeben. Wir leben, wir können uns gegenseitig wärmen. Wir können Licht ins Dunkel bringen und werden bei dem, was wir sehen, nicht verzweifeln. Mögen uns die Flowras beistehen!"

Eindringlich blickte der skwilde dann den Waldläufer an. "Ich halte es zwar für unklug, wenn Du die Einladung des Fylkjarls ausschlägst, Hírngar, aber wenn Du solche Worte in seiner Gegenwart wiederholen würdest, schadete es unserer Sache. Wir könnten sagen, dass Du unpässlich bist, nicht wahr, Aeryn?" Ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr er fort. "Ich bin gespannt, wen wir an der Tafel der Hagtorns antreffen werden. Vielleicht die Heilerin oder den Henker. Jedenfalls könnten wir dann den morgigen Tag verwenden, das Haus herzurichten und Vorräte anzulegen. Dabei schauen wir zusätzlich , was sich hier in Wretguard herausfinden lässt. Und am Tag danach suchen wir den Ort des Überfalls auf, wer oder was auch immer ihn zu verantworten hat."

Um Zustimmung heischend blickte Gylfi in die Gesichter seiner Reisegefährten.
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« Antwort #25 am: 5.06.2026 | 09:39 »
Aeryn Aulí
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Gut gesprochen. Aeryn erkennt, dass in Gylfi zwar einiges noch im Nebel liegt, und sich vielleicht noch manche Widersprüche finden, merkt aber auch, dass sie ähnlich denken.

"So machen wird es. Du, Hírngar, kannst dann hierbleiben und unsere Stätte schon ein wenig herrichten. Bleibe aber bitte hier, und lass dich nicht weglocken. Wir brauchen einander. Komm ein wenig zur Ruhe. Morgen gibt es genug zu tun. Für uns alle."

Aeryn lächelt ihre Gefährten an. Es sieht doch gar nicht so schlecht aus. Mit dem Gedanken wird es in ihrem Herzen wieder etwas heller, wärmer und leichter.
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« Antwort #26 am: 7.06.2026 | 22:31 »
Hírngar
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Der Holzfäller war froh, das Verständnis seiner Gefährten zu spüren, zu hören und zu wissen, dass sein Ausbruch das Band, das sie zwischen sich gewoben hatten, nicht zerriss.
"Ich denke, dass es das Beste sein wird," nickte er. "Ich werde hier beim Haus bleiben. Vielleicht finde ich eine Möglichkeit, etwas Holz zu hacken, so dass wir durch die Nacht kommen." Und damit ich mich abreagieren kann.

Er nickte langsam. "Ja, ich denke, es wird dauern, bis wir die Kälte aus diesen Mauern vertrieben haben!" Wobei der Ort sowieso verloren scheint.

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« Antwort #27 am: 12.06.2026 | 10:06 »
Gylfi
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"Guter Mann!" Gylfi nickte Hírngar aufmunternd zu.

An Aeryn gewandt fuhr der Alte fort: "Hier in Wretguard scheinen sie sehr darauf bedacht zu sein, dass Frauen nichts zu sagen haben. Wenn nachher beim Essen die Heilerin zugegen sein sollte, versuche doch neben ihr einen Platz zu finden und verwickele sie in ein Gespräch, aber ohne direkt Hulds Verletzung und den Überfall anzusprechen. Das würde ich mir für ein diskreteres Gespräch unter vier Augen aufheben. Mache sie Dir gewogen, damit sie Dir später möglichst alles erzählt, was sie weiß." Er legte den Kopf schief und dachte kurz nach. "Ich hoffe darauf, dass der Henker sich die Ehre gibt. Ihn würde ich mir direkt vorknöpfen. Sotes Beschreibung nach dürfte das eine eher unangenehme Angelegenheit werden." Gylfis Miene verzog sich, als ob er plötzlich einen sauren Geschmack im Mund verspürte. "Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass er an den Brycker herankommt."

Der skwilde versuchte, dem unguten Gefühl im Magen damit zu begegnen, sich selbst etwas Mut zuzusprechen. Und mit dem bin ich auch fertig geworden!
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #28 am: 19.06.2026 | 14:37 »
So gut es geht fangt ihr aneuch einzurichten, aber der Tag war schon weit vorangeschritten und es dauert nicht lang als ihr ein Klopfen an der Eingangstür vernehmt. Die Zeit hat gerade mal gereicht ein wenig die Erschöpfung der Reise abzuschütteln und die Bettstatt für die Nacht herzurichten als Sote schon vor der Tür steht.

Anders als auf der Reise trägt er einfache Kleigung und bittet darum das ihr ihm Folgen sollt. Er selbst wird nicht an dem Abendbrot bei den Hagtorns teilnehmen. Ihr wurde nur aufgetragen euch zu holen und zur Schwelle zu geleiten.

Draußen hat ein eiskalter Nieselregen eingesetzt und so seid ihr froh das der Weg bis zur Halle der Hagtorns nicht weit ist. Hirngar bleibt alleine zurück mit sich und seinen Gedanken, sperrt die Dunkelheit und die Kälte aus und macht sich ans Werk den Rest des Hauses wohnlicher zu gestalten. Auch wenn es nur darum geht Feuerholz aufzuschichten und für die Nacht vorzubereiten. Am nächsten Tag muss welches gefällt werden.


Schon vom weiten könnt ihr den Geruch von gebratenem Fleisch wahrnhemen der euch entgegenschlägt und eure Mägen fangen an zu grummeln. Die Reiseverpflegung war gut, gut für die Tage im Feld, aber eine echte Mahlzeit ersetzt sie nicht. Hier sollte alles zu bekommen sein, gegrillter Ochse, nicht am Stück dafür wäre keine Zeit mehr gewesen aber sicherlich doch wird es Stücke aus dem Bestand des Gastgebers geben.

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #29 am: 12.09.2026 | 13:26 »
Wretguard Tag 1

Der nächste Morgen kommt viel zu schnell und ihr fühlt euch gerädert und kränklich. Die Reise steckt euch noch in den Knochen und das kalte Wetter tut sein Übriges. Das Frühstück ist eine karge Mahlzeit.

Draußen ist es windstill und ein dichter Nebel, welcher vom hohen Wasser in das Dorf gekrochen ist steht in den Straßen, so dass man kaum das andere Ende vom Dorf sehen kann. Gegacker und die Geräusche der Tiere sind zu vernehmen wie sie dumpf durch den Nebel hallen. Insbesondere die tiefen Rufe der Hagtorn Bullen auf ihren Feldern hat etwas urtümliches. Irgendjemand scheint in der Schmiede zu arbeiten und der klang von Eisen auf Eisen unterbricht immer wieder die Stille.

Das Feuer in eurem Kamin ist zu Asche geworden, in deren grauen Resten nur noch ein wenig Glut Wärme spendet.
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Offline pharyon

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #30 am: 13.09.2026 | 21:30 »
Aeryn Aulí
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Dröhnend pocht Aeryns Kopf, als langsam die Müdigkeit verschwindet, Wachheit aber zögerlich einfindet. Das Pochen in ihrem Kopf ist laut Dabei habe ich mich gestern doch zurückgehalten? Langsam öffnet sie die Augen. Das Dröhnen in ihrem Kopf vermischt sich mit einem Dröhnen, dass beim Schlagen von Eisen auf Eisen entspringt. Der Abend war leider nicht so ergiebig, wie erhofft. Sie fröstelte es. Vor dem Land, vor den Menschen hier. Und vor dem langen, steinigen Weg, der vor Ihnen lag. Sie erhob sich, trieb das Pochen in ihrem Kopf etwas zurück, nahm einen Schluck Wasser, setzte sich, nahm ihre Umgebung in den Fokus.

Der Kamin war heruntergebrannt, nur ein letzter Rest Wärme strahlte noch von ihm aus. Als wollte er sie erinnern, dass er wärmen kann. Wenn man ihn nur füttert. Aeryn wäscht sich grob, kleidet sich und wirft einen Blick auf ihre Gefährten. Sie scheinen nicht besser geschlafen zu haben als ich. Um sie nicht zu unsacht zu wecken - sofern sie denn überhaupt noch schlafen - senkt sie die Stimme und fragt vorsichtig. "Geht es euch gut?"
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Offline klatschi

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #31 am: 14.09.2026 | 14:38 »
Hírngar
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde



Ein grober Klumpen steckt in Hirngars Hals, kratzte und machte das Atmen schwer. Eine aufziehende Erkältung, die Mattheit der Glieder, die Kälte, die auch ein Berg von Decken nicht vertreiben konnte. Natürlich kannte er die Symptome, aber er konnte sie gerade nicht gebrauchen. Wenn wir hier krank werden, vergeht noch mehr Zeit bis wir die Spuren des Überfalls untersuchen könnten! Wenn es noch Spuren gab...

Das was seine Gefährten im gestern noch kurz und knapp vom Festmahl erzählt hatten, schien wenig ergiebig zu sein und befeuerte nur die Sorgen des Holzfällers. Und doch: Ein Gutes hatte das Ganze. Er hatte traumlos geschlafen, hatte keine schneeweißkahlen Mädchen oder totes Wesen gehen, keine Visionen von... von was eigentlich? Dem Ende der Welt? Der brennende Hass auf alles Lebende... fährt es ihm in den Sinn.

"Geht es euch gut?"
Die Frage von Aeryn bringt ihn aus den verschachtelten Wirkungen seiner Gedanken ins Hier und Jetzt des kalten nebligen Raums, er räuspert sich, verschluckt sich, hustet den Klumpen hoch. Schluckt ihn und nickt. "Ja," meint er kurz, "Aber es ist zu kalt! Euch?"
Unbewusst fängt er an, das Wiegenlied zu summen, das seine Mutter ihm immer vorgesungen hatte, und quält sich aus den Decken. Erst einmal muss das Feuer wieder laufen, dachte er.

Traumlose Nächte - ein Anfang. Hoffentlich finden wir nun Hinweise, die uns zu Miris Schicksal führen.

Offline Hinxe

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #32 am: 15.09.2026 | 21:54 »
Gylfi
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Gylfi erwachte, weil ein Hustenanfall ihn durchschüttelte. Ein trockener Husten, der sich wie Flammen in seinem Brustkorb anfühlte. Aeryns Frage konnte er erst nach einer Weile beantworten, denn jeder rasselnde Atemzug stach erneut in seine Lunge. Nur langsam kam er zu Atem und der Schmerz verblasste zu einem erträglichen Brennen.

"Mir geht es schlecht, aber wie ich sehe, hat die Nacht auch Euch nicht gut getan. Wir müssen das Feuer wieder entzünden und uns aufwärmen. Sonst gefriert unser Innerstes und niemand stellt hier noch unangenehme Fragen..."

Der Alte erhob sich von seiner Schlafstatt und versuchte sich hüpfend aufzuwärmen. Er machte einen kläglichen Eindruck. "Vielleicht suchen wir zuerst diese Heilerin. Wenn sie so kunstfertig in den Heilkünsten ist, wie es hier allgemein heisst, kann sie uns sicher helfen."

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Offline klatschi

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #33 am: 24.09.2026 | 11:52 »
Hírngar
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Während Hírngar die Holzscheite neu aufschichtete, beobachtete er den Alten, wie er hüpfend versuchte, sich aufzuwärmen. Er ist alt, das Wetter macht ihm stark zu schaffen, dachte er. Wir müssen aufpassen, dass der Ort hier ihn nicht zu sehr mitnimmt.
"Ich mache mich an das Feuer und setze Tee und Suppe auf. Danach erst gehen wir zur Heilerin." Dabei nickte er auf das Bett. "Nehmt euch die Decken, Meister skwilde, ihr hört euch nicht gut an!"

Nachdem die ersten Funken knackten, fing er an, Wasser und Kessel vorzubereiten.

Offline pharyon

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #34 am: 24.09.2026 | 14:48 »
Aeryn Aulí
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Aeryn beobachtete ihre gefährten, wie sie sich aus ihrem Nachtlager herauskämpften.

Uns geht es nicht gut.

Sie schwang sich, so gut es ging, aus ihrer Schlafstätte, machte in paar Aufwärmübungen, die sie seit langer zeit verinnerlicht hatte, und dehnte sich kurz, um ihre Glieder zu wärmen und zu entspannen. Danach ging sie Hírngar zur Hand. "Warte ich helfe dir."

Während sie sich die Arbeit teilten, kam ihr eine Frage in den Sinn, die sie bislang noch nicht stellen konnte.

"Ist euch bei unserem Einreiten in die Stadt eigentlich auch dieses eigentümliche Mädchen in Weiß aufgefallen?"

Als ob sie nach einer Nichtigkeit gefragt hätte, fuhr Aeryn mit ihrer Arbeit fort, während sie auf die Antworten ihrer Gefährten wartete.
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #35 am: 26.09.2026 | 13:29 »
Hírngar
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Der Holzfäller erstarrt, als Aeryn das weiße Mädchen ansprach. Ich habe es fast vergessen… sie hatte es also auch gesehen.
„Ja,“ hauchte er, und fügte dann mit festerer Stimme hinzu: „Ich dachte schon, es wäre eine Einbildung gewesen. Ein Fetzen meines Traums aus Nord Hall, der uns auf dem Kupferweg nach Norden verfolgt hat.“

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #36 am: 27.09.2026 | 10:26 »
Das Gegacker der Tiere verklingt und der letzte Hammerschlag, Eisen auf Eisen rollte über das Dorf, dann herrscht auch hier Stille.

Die kleine Flamme welche gerade anfing sich gelb und knacken vom frischen Holz zu nähren erlischt, ohne dass es einen Windhauch gegeben hat.

Als die Dyfir das weiße Mädchen erwähnt und Hirngar an die Ankunft in Wretguard am gestrigen Tage denken muss tritt die Welt in den Hintergrund.

An die Stelle ihrer Geräusche liegt etwas anderes in der Luft, etwas das im leisen Rauschen des Hohen Wassers mitschwingt, in dem Wind welcher in den Spitzen der Fichten tanzt. Etwas sanftes, versprechendes, lockendes wie der Klang fallenden Neuschnees. Ihr könnt keine Worte verstehen, aber ihr wisst tief in euch drin, wenn ihr nur genauer hinhört, dann vielleicht.

Euer Atem kondensiert in der Luft.
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Offline Hinxe

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #37 am: 1.10.2026 | 18:51 »
Gylfi
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Hírngars Hinweis folgend war Gylfi hinüber zu den Decken gegangen, die noch einen Rest der Körperwärme seiner Gefährten bewahrt hatten. Er legte sie um sich und lauschte dann dem Gespräch zwischen Elfe und Holzfäller.

Mir ist gar kein Mädchen aufgefallen., denkt er bei sich, als Aeryn ihre Frage stellte. Schon bei Hírngars Antwort lief ihm ein Schauer über den Rücken, als seine Gedanken zu jene Nacht in Hallwind wanderten. Gerade wollte der skwilde genauer nachfragen, da wandelte sich die Welt. Sein Atem kondensierte und ihm kam es so vor, als kippte die Kammer, in der sie sich befanden, hinüber in den Nebel, in dem sich die Götter vor den Blicken der Menschen verbargen.

Der Alte versuchte, seinen Geist gegen die Stimme, die er nur erahnen, aber nicht verstehen konnte, zu wappnen. Mit weit aufgerissenen Augen blickte er zu den Anderen. Er schrie ein Gebet heraus, dessen Worte aber seine Lippen nicht verließ: "Ihr Flowras steht uns bei, wir werden versucht! Gebt uns die Kraft und den Willen zu widerstehen!"
« Letzte Änderung: 10.10.2026 | 20:33 von Hinxe »
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #38 am: 2.10.2026 | 20:02 »
Aeryn Aulí
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


"Ihr spürt das auch?" Aeryn blickt ihre Gefährten an. Hírngar hatte es also auch gesehen. Gerade noch wollte sie ihm antworten, als die Welt in einen Schleier getaucht wurde, den man kaum sehen oder vernehmen konnte. Aeryn hatte keinerlei Erfahrung hiermit. Das Einzige, woran sie sich halten konnte, war etwas, dass ihr Mentor ihr mitgegeben hatte. Wenn du mit etwas Unbekanntem konfrontiert wirst, hast du zwei Wege: Konzentriere dich auf das Andere, erforsche es. Vielleicht findest du dann einen Weg, oder einen Irrweg. Konzentriere dich auf dich. Dann bleibst du bei dir, kommst aber vielleicht nicht weiter. Und dann erinnerte sie sich dunkel an etwas, was ihr ihr Vater mitgegeben hatte "Schönheit verbirgt manchmal Hässliches, Klang manchmal Disharmonie, Süßes eine saure Wahrheit. Bleib beim Wahren, dann werden die Götter bei dir bleiben." Sie hatte seine Worte damals nicht verstanden, jetzt hatte sie kurz das Gefühl einen Sinn daraus bilden zu können.

Aeryn konzentrierte sich auf ihren Atem. Und suchte den Blickkontakt zu ihren Gefährten.
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #39 am: 4.10.2026 | 13:00 »
Die Worte des Skwilden hallen in dem Raum wider, als wäre das Zimmer in dem ihr euch befindet viel Größer als es eigentlich sein dürfte, dann ertönt ein donnernder Schlag, Metall auf Metall.

Es ist als hätte der Augenblick der Versuchung nur die Zeit zwischen zwei Hammerschlägen in der Schmiede gedauert, auch wenn es euch viel länger vorkam.

Die Flamme im Kamin flacker wieder auf und die Hühner sind wieder zu hören, die Wärme kehrt in das Haus zurück aber nicht in eure Körper.

Ihr erinnert euch an das was Miri Hirngar empfahl: sucht in den Schriften ebenfalls nach einer Aufzeichnung zu den ungezähmten Jahren.

Vor Hinrgars inneren Auge ist er für den Bruchteil einer Sekunde wieder auf der Hochzeit und Miri, die traurige Braut, sitzt vor ihm, verabschiedet sich um ihrem Gemahl nach Wretguard zu folgen.

Es gibt Zeiten, in denen die Realität zerbricht und auseinanderfällt.

Das Flüstern einer Königin und einige große Blöcke aus schwarzem Eis, die von Frostriesen aus dem Norden gebracht worden waren, reichten aus, um die Anhänger dazu zu bringen, alles zu töten, was ihnen im Weg stand.

Sie flüsterte ihnen düstere Lügen ins Ohr.

Es war das Omen, das das Ende der Welt voraussagte; die Toten waren zahlreicher als die Lebenden, und ihr Flüstern war von viel zu vielen gehört worden.

Die Welt sollte in Dunkelheit versinken. Der Winter würde herrschen und die Kälte würde Königin sein.
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #40 am: 5.10.2026 | 11:25 »
Aeryn Aulí
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"Was war das? Meister Skwilde, ..., Gylfi, hast du eine Ahnung, was wir da gerade erlebt haben? Oder du, Hírngar?" Aeryn legte einen Scheit Holz nach, um die Wärme im Raum etwas zu erhöhen. Dann schenkte sie ihren Gefährten und sich etwas Wasser in die Holzbecher und stellte diese auf den Tisch. Dann setzte sie sich und wartete auf ihre Gefährten. Die Erinnerung an die Kälte, die Leichen auf dem Weg und des grimme Gebaren der hiesigen Gastgeber schauerten sie. Nichtsdestotrotz wollte sie dem nicht nachgeben. Mag sein, dass es schwer wird und wir noch viel Leid erfahren werden. Nun sind wir einmal hier und werden unserer Aufgabe nachgehen.

Sie schaute noch einmal zu ihren Gefährten und wartete auf deren Reaktion.
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« Antwort #41 am: 5.10.2026 | 21:50 »
Hírngar
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Hírngar war ein, zwei langsame Schritte nach hinten gegangen, als die Welt gefror. So langsam, dass es kaum sichtbar war, er wollte die Geister, die sich in den Schatten der Welt versteckten, das Mädchen, die Wesen aus seinem Traum, nicht vorwarnen. Er wollte nur an die Axt kommen, sie gegen alles Schmettern, was um sie herum geschah.

Und dann saß er an der Tafel. Mit Mírí. Mit der traurigen Braut, die nun tot war, zerfetzt von einem Bären. Und ihre Worte hallten in seinem Kopf, er sprach sie flüsternd mit, stand einfach nur da, erstarrt in der Mitte des Raums, als wäre die Wärme nie zurückgekehrt.

"Es gibt Zeiten, in denen die Realität zerbricht und auseinanderfällt." Sein Tonfall entspricht nicht dem des Mädchens, er flüstert es tonlos, der Mund ist trocken, die angetauten Lippen rissig, blutend. Hírngar müsste sich die Lippen befeuchten, er steht einfach nur still da, die Augen glasig, in die Ferne gerückt. "Das Flüstern einer Königin und einige große Blöcke aus schwarzem Eis, die von Frostriesen aus dem Norden gebracht worden waren, reichten aus, um die Anhänger dazu zu bringen, alles zu töten, was ihnen im Weg stand. Sie flüsterte ihnen düstere Lügen ins Ohr. Es war das Omen, das das Ende der Welt voraussagte; die Toten waren zahlreicher als die Lebenden, und ihr Flüstern war von viel zu vielen gehört worden. Die Welt sollte in Dunkelheit versinken."

Endlich konnte er sich losreißen und blickte seine Gefährten an.

"Der Winter würde herrschen und die Kälte würde Königin sein!"

Von einem zum anderen huschte der Blick, von Aeryn zum skwilden, zwei so gescheite Gefährten. Und doch waren sie im Augenblick alle klein. Hilflos. All der Verstand, all die Lieder, sie halfen nichts, wenn die Kälte kam.
Denn die Kälte findet immer einen Weg.

"Meister skwilde, was wisst ihr über die ungezähmten Jahre?"

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #42 am: 10.10.2026 | 21:41 »
Gylfi
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Gylfi dankte den Flowras stumm dafür, dem eiskalten Hauch der verführerischen Stimme widerstanden zu haben. Auch die Gefährten schienen zwar verunsichert, aber nicht verändert.

Mit langsamen Schritten ging der Alte zum Tisch hinüber, setzte sich, rührte aber das Wasser nicht an. Mir ist schon kalt genug, der Frost ist mir in Mark und Bein gekrochen. Dann begann Hírngar mit tonloser Stimme schaurige Worte zu zitieren, die von den Schrecken der Vergangenheit der Wildlande kündeten. Sie verfehlten die Wirkung auf Gylfi nicht.

Wie vor den Kopf geschlagen saß Gylfi da, bestimmt eine Minute, bevor er sich zu einer Antwort aufraffen konnte. Er sagt mit kraftloser Stimme: "Ihr spracht gerade von diesem Mädchen, das Dir, Hírngar, schon in Hallwind erschien und uns nun auch hier heimsucht. Anscheinend hat schon die Erwähnung ausgelöst, dass der Nebel zwischen den Welten uns für kurze Zeit umfing. Was das aber bedeutet, entzieht sich gerade meiner Kenntnis." Er schüttelt frustriert den Kopf. An Hírngar gerichtet fährt er fort: "Ich fürchte, ich weiß nicht mehr, als Du, als wir alle. In diesem Buch, das ich in Storhavn fand, stand eine Abhandlung über diese finstere Zeit. Mehr Wissen habe ich nicht, die Sagas der Wildlande kenne ich nicht gut genug..." Am Ende schien der alte Mann sich fast entschuldigen zu wollen.
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