Midgard ist für mich eine bodenständige, klassische Fantasywelt des Goldenen Zeitalters der Rollenspiel, wie es Aventurien mal war, wie es die Forgotten Realms mal waren. Es war eine Welt, wo man es nicht versucht hat, es jedem irgendwie recht zumachen, wo exotische Spielercharaktere eigentlich überhaupt nicht vorkamen, wo nicht jedes Abenteuer bedeutete, dass man die Welt retten musste. Man hatte Freiheiten, weil halt die Welt nicht bis ins kleinste Detail beschrieben wurde.
Ja, es gab Regionen, für die es immer wieder Quellenbücher gab, aber die Welt als ganzes wurde erst dann in Detail beschrieben, als schon längst bekannt wurde, dass M6 kommen wird und die Welt Midgard dann nicht mehr weiter entwickelt werden wird.
Ja, Midgard hat einen wilden Kulturenmix, aber das wurde nicht gemacht, damit man die unterschiedlichsten Abenteuer mit den gleichen Charakteren erleben kann, so wie es REH damals mit Conan gemacht hat, sondern weil dies ein Überbleibsel von Magira ist, wo halt jedes Mitglied von FoLLoW seine eigene Lieblingskultur/-epoche untergebracht hat.
Und einen Vorteil hatte Midgard in gegensatz zu so ziemlich allen anderen Fantasywelten. Die Frankes haben nie die Kontrolle über ihre Welt abgegeben und niemand hat sie gezwungen bestimmte Sachen zu machen, weil diese gerade mal populär waren.
Ich stimme Eleazar zu, dass die Ausgangsfrage eine Zumutung ist, denn muss jede Fantasywelt irgendwie einzigartig sein? Muss jede Fantasywelt irgenein exotisches Element besitzen? Muss jede Fantasywelt jeden modernen Trend folgen? Ich glaube, dass die Einzigartigkeit von Midgard genau darin besteht, dies alles nicht mit gemacht zu haben. Hier wurden nbie irgendwelche Kulturbeschreibungen verändert, damit sie dem neuesten Zeitgeist entsprechen (dies ist z.B. das Problem von DSA). Hier wurde noch nie das exotische zur Normalität erklärt (dies ist z.B. das Problem von D&D).