Autor Thema: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?  (Gelesen 1949 mal)

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Offline unicum

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Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« am: 30.06.2026 | 13:31 »
Meine Frage stellt sich hauptsächlich an Leute welche die Midgard Welt genauer kennen.

Was ist Einzigartig auf der Welt in deren Geschichte? (Von der Landkarte mal abgesehen)

Also als Gegenbeispiel: Waeland ist nicht ikonisch, Wikingerähnliche Kuluren gibt es in DSA und vielen anderen Rollenspielen auch. Selbst Alba mit seinem Schottischen Wurzeln ist imho auch nicht weil es gibt ja Schottland mit Clanstrukturen.

Die Seemeister? hm ich erinnere mich an die Red Wizards of Thay aus D&D und bezüglich der Zuchtlinien aus denen die Seemeister entstanden sind steche ich mit den Bene Gesserit aus Dune.

Die Urmächte des Chaos? - Ist so plakativ das ich Call of Chuthulu kaum zu nennen brauche. Zugestanden das einer der Urmächte (der gelbe Herr) plötzlich zum guten stilisiert wird - da fällt mir nichts ein das ich schon kenne.
Der Anarch, der Verführer der Elfen, der blaue Herr - ei sorry da klingelt Tolkien bei mir mit Annatar dem Herrn der Geschenke

Die Nachtmahre sind aber der beschreibung nach klar abgekupfert aus einem alten Fantasyfilm. (beastmaster?)

Das einzige was ich bis jetzt so von nirgends anderst kenne sind: die Arracht.
Hat jemand noch mehr?


EDIT:
So, nachdem es nach einer Seite schon anfängt zu entgleisen (muss an der Antiphatie hier gegen Railrading liegen) hier der Grund:
Ich bin dabei eine Substitutionswelt zu erstellen, die nahe genug am Orginal sein soll um Abenteuer spielen zu können und zumindest für mich das Flair der Welt noch enthält. Ich habe dabei den Anspruch keine IP Rechte zu verletzen wenn nicht deutlich ist das die nicht tragbar sind. In dem Sinne: Ja es gibt auf der Welt ein "Fantasy-Schottland" und "Wikinger". Beides halte ich in juristischer Naivität für recht sicher, im gegensatz dazu wenn ich ein Land "Alba einfach Cut&Paste kopieren könnte.

Genausowenig wie ich etwa Beholder einsetzen würde weil die eben "einzigartig" für D&D sind.
« Letzte Änderung: 3.07.2026 | 14:59 von unicum »

Online KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #1 am: 30.06.2026 | 13:35 »
Die Seemeister fand ich schon recht originell - denn praktisch gesehen ist das Konzept bei dieser Kultur "Was wäre, wenn die Karthager dank magischer Kräfte die punischen Kriege gewonnen hätten?".
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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #2 am: 30.06.2026 | 14:18 »
Die Nachtmahre sind aber der beschreibung nach klar abgekupfert aus einem alten Fantasyfilm. (beastmaster?)

Definitiv Beastmaster -- die Ähnlichkeit ist mir nach dem ersten Sehen auch aufgefallen.

Was die Arracht angeht, weiß ich im Moment auch nicht recht, wo die Inspiration hergekommen sein mag. Außer beim Namen...denn eine kurze Netzrecherche legt offen, daß der seinerseits wohl einfach ein irisches Wort für "Monster" darstellt. Ob das so viel weiterhilft oder ob da einfach nur jemand einen coolen Namen, den er schon immer mal verwenden wollte, an die nächsten Wesen getackert hat, die halt noch einen brauchten, könnte ich allerdings nicht sagen.

Online Eleazar

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #3 am: 30.06.2026 | 15:25 »
Außer den Arracht fällt mir auch nichts Weltbewengendes ein.
Wie auch? Midgard entlehnt sich der irdischen Kulturen und weitgehend der klassischen Tolkien-Fantasy. Und insgesamt wirkt alles recht bodenständig. Alles, was damit zusammenhängt, kennt man von irgendwo her. Gerade deshalb ist Vieles aber auch ikonisch.

Das Besondere von Midgard ist meiner Meinung nach, wie mit diesen bekannten Zutaten gekocht wurde. Und dass mit Alba eine schottische Kultur der Nabel der Welt ist.

Wenn ich davon ab so richtig kracherinnovativ sein wollte, könnte ich mir so was wie Meerschweinchenmenschen ausdenken. Und rausfinden, dass man die überhaupt nicht braucht. Originell ist manchmal auch einfach nur das nette Wort für überkandidelt.

Offline Zocat

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #4 am: 30.06.2026 | 15:59 »
Arracht haben ihre Vorlage in The Shunned Ones, Empire of the Petal Throne

Offline caranfang

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #5 am: 30.06.2026 | 16:13 »
Man sollte nicht vergessen, wann die Welt Migard entwickelt wurde und woraus sie entwickelt wurde. Midgard ist eigentlich ein überarbeitetes Magira, welches in den späten 1960ern entstand. Vieles aus Midgard lässt sich schon so bei Magira finden. So gibt es den Nachtmahr mindestens schon seit M1, was 1981 veröffentlicht wurde, also ein Jahr vor The Beastmaster. Auch haben die Urmächte des Chaos nichts mit dem Cthulhu-Mythos zu tun, sondern basieren auf verschiedenen irdischen Mythologien. Hinter dem Grünen Herrn steckt z.B. niemand anderses als der alte irische Fruchtbarkeitsgott Crom Cruach, hinter dem Gelben Herrn sowohl der mythische chinesische Kaiser Huáng Dì als auch die alt-ägyptische Göttin der Ordnung Maàt.

Das schöne an der Welt von Midgard war, dass man nicht jede Mode mitgemacht hat und dass die Welt doch irgendwie aus einem Guss war. Die Klimazonen waren z.B. stimmig, da JEF Professorenkollegen gefragt hat, wie sie bei der gegebenen weltkarte aussehen würden. Die Kulturen waren nicht zu exotisch und auch ohne zusätzliche Quellenbücher spielbar, da auch immer angegeben wurde, welche irdischen Kulturen als Vorbild dienten. ja, die Welt ist in diser Form erst Ende der 1980er entstanden, wurde aber, wie ich oben schon schrieb aus dem wesentlich älteren Magira entwickelt. Und so einige Kulturen Midgards wurden unverändert von Magira übernommen, darunter z.B. Alba.

Ich stimme übrigens Eleazar voll und ganz zu. Midgard hat nie versucht, eine originelle oder innovative Fantasy-Welt zu sein. Midgard wollte, wie ihr Vorgänger Magira, einfach nur eine spielbare klassische Fantasywelt sein, wie sie damals noch populär waren.


Offline Zocat

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #6 am: 30.06.2026 | 23:14 »
Die Klimazonen waren z.B. stimmig, da JEF Professorenkollegen gefragt hat, wie sie bei der gegebenen weltkarte aussehen würden.

Klimazonen stammen von Manfred Roth, nicht von JEF.

Offline Boba Fett

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #7 am: 1.07.2026 | 07:44 »
Die Spielwelt von Midgard ist durchaus etwas besonderes, aber nicht einzigartig.
Für mich persönlich ist Midgard das Skyrim unter den Pen & Paper Rollenspielen.
Die Spielwelt (insbesondere der nördliche Teil) verströmt für mich die Atmosphäre, die ich damals beim Schauen der TV Serie "Robin Hood" (mit Michael Pread) in den 80er Jahren hatte,
die mich wiedergefunden hat, als ich die Herr der Ringe Filmtrilogie gesehen hab und die mich erneut traf, als ich Skyrim auf dem PC und der PS spielte.
Und ja, Skyrim ist manchmal klunky zu spielen und eckt an einigen Stellen auch an. Aber es ist für mich die einzige Fantasy-Spielwelt, die mich jemals wirklich beim PC Gamen gepackt hat.
Und so ist Midgard irgendwie auch.

Dazu kommt noch, dass sie das frühe Mittelalter repräsentiert. Die Leute tragen keine weißen Hemden mit gestärkten Kragen und schrillbunten Kleidungsstücken, wie bei DSA, D&D oder Pathfinder.
Rüstungen glänzen nicht, als wären sie aus Chrom gemacht. Es wehen keine lustig bunten Banner von den Turmspitzen.
Die Midgard-Welt ist erdig, manchmal dreckig, Metall ist stumpf, wer bunt und glänzend will, segelt in die Küstenstaaten oder in den fernen Osten.
Die Midgard-Welt riecht nach Wald, nach Rauch und nach Torf.

Einzigartig ist diese Welt nicht - Harnworld mag ähnliches bieten, ist aber nicht so leicht zugänglich.
Midgard ist störrisch - die Welt bleibt, wie sie ist. Während Aventurien inzwischen längst im Spätmittelalter oder sogar in der Renaissance angekommen ist und alles quietschbunt ist, bleibt Midgard bei erdigen Farbtönen.
Und in sofern kann man die Thorwaler mit den Waeländern auch nur insoweit vergleichen, wie die Zeichentrickserie Wickie mit der Serie Vikings vergleichbar wäre.

Midgard ist bodenständig. Auf dieser Welt wird nicht jedes halbe Jahr eine neue weltvernichtende Bedrohung durchs Dorf getrieben, damit die Helden mal wieder die Welt retten können.
In Midgard streiten sich zwei Clanlords oder man findet ein Überbleibsel der Seemeister und das wird dann zum Abenteuer.
Die Leute helfen den Bewohnern eines Dorfes und bezwingen nicht den hypermagischen Overlord aus der Schnitzel-Fritzel-Dimension.
Weltrettung verkommt hier nicht zum daily standard.

Und deswegen bin auch betrübt, dass diese Welt demnächst offiziell zur Akte gelegt wird.
Denn der Nachfolger wird eben quietschebunt und mit Tourismus-Wikingern werden. Zahm und leicht verdaulich.
Midgard ist herzhafte Kost, die manchmal schwer im Magen liegt.
Midgard ist der Urlaub in Schweden, Schottland oder Irland oder der Segeltörn auf einem hundert Jahre alten Plattbodenschiff in den Niederlanden.

Ende der Liebeserklärung
« Letzte Änderung: 1.07.2026 | 08:47 von Boba Fett »
Kopfgeldjäger? Diesen Abschaum brauchen wir hier nicht!

Online Eleazar

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #8 am: 1.07.2026 | 08:27 »
"Liebeserklärung" habe ich schon ab der Mitte des Textes gedacht!  :D

Und zwar eine sehr gut gelungene Liebeserklärung.

Midgard ist besonders wegen des Weglassens von Schnickschnack.

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #9 am: 1.07.2026 | 08:53 »
Midgard ist besonders wegen des Weglassens von Schnickschnack.

Na ja..."Midgard ist besonders, weil ich es dafür halte!" mag zwar das ehrlichste Argument sein, das wir kriegen werden ("Alles, was Midgard nicht hat, ist bloß Schnickschnack" ist ja grundsätzlich nur dasselbe in grün), aber ich weiß nicht, inwieweit es Spieler und SL überzeugt, die nicht schon selbst seit Jahren und Jahrzehnten eben in der Midgardblase unterwegs sind.

Und die Langzeitfans wiederum müssen vermutlich nicht mehr groß überzeugt werden. :)

Persönlich war ich in Midgard-als-Setting nie besonders tief drin, soll heißen: über die Karte und Länderkurzbeschreibungen im Grundregelwerk (und das war damals noch M2) bin ich gar nicht erst hinausgekommen. Insofern ist Magira/Midgard für mich primär auch nur eine andere Ausführung desselben Wir-setzen-einfach-nur-Erdkulturen-nebeneinander-Tricks, den schon ein gewisser Robert Ervin Howard für sein hyborisches Zeitalter verwendet hat und der sich heute in Parodien wie der "einzigen Fantasy-Weltkarte, die Du jemals brauchen wirst" nierderschlägt -- man kann das konkrete Einzelergebnis mögen, aber als Alleinstellungsmerkmal im Marketingsprechsinne taugt es nicht viel.

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #10 am: 1.07.2026 | 09:20 »
Boba, sehr schön gesagt.

Aber wir müssen mal dringend an deiner Wahrnehmung des Frühmittelalters arbeiten, besonders was das Klischee der Unfarbigkeit angeht!  ~;D

Aber ich hab Midgard auch immer so gelesen, insgesamt unsere Welt um das Jahr 1100 mit fantastischen Anflanschungen.
Ich hab sogar das Reich der Küstenstädte nie als Renaissance-Italien dargestellt, wie im Hintergrund gesagt, sondern  wie das Oberitalien des Lombardenbundes zur Zeit Barbarossas, und Chryseia ist bei mir eher Byzanz um 1100 als klassisches Griechenland. Auf die Weise ist alles harmonischer.
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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #11 am: 1.07.2026 | 09:25 »
Ich war ja nur zu M2-Zeiten halbwegs tief drin, aber ich denke, so viel hat sich seither nicht geändert ... damals war die Midgard-Welt für mich diejenige, die am ehesten den Geist von Ronja Räubertochter, Krabat, Taran und auch von Alanna von Trebond geatmet hat, die Welt, die sich wie meine Jugendliteratur anfühlte. Das ist für mein Gefühl durchaus was Besonderes!

Vor etwa zwei Jahren habe ich ja noch mal einen Lektüreversuch mit den M5-Quellenbüchern gewagt, bin aber bei Alba und Aran jeweils recht schnell aus der Kurve geflogen bzw. eher mit leerem Tank liegengeblieben ... ich fand die Texte auf eine Art langatmig und dröge, die mir früher nichts ausgemacht hat, bei mir jetzt aber nur noch Ungeduld erzeugt.

Deshalb bin ich auch inzwischen etwas zwiegespalten über das Schicksal von M5 - einerseits finde ich es gut, dass es als "Endstand" der Welt erhalten bleibt und niemand mehr daran rumdoktort, weil es so rund wirkt ... andererseits denke ich manchmal doch: Würde man die Welt einfach noch mal neu beschreiben, knapper und mehr auf den Punkt hin, dann wäre das wieder was für mich.

Andererseits wäre wohl ohnehin nie geschehen ...
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Meine Veröffentlichungen:
Season of the Snail für Troika!: https://www.drivethrurpg.com/de/product/524068/season-of-the-snail
Lover's Gaze für Cloud Empress: https://www.drivethrurpg.com/de/product/515643/lover-s-gaze-for-cloud-empress
Hidden Depths für Ashen Stars: https://www.drivethrurpg.com/de/product/300541/hidden-depths

Offline unicum

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #12 am: 1.07.2026 | 09:26 »
Arracht haben ihre Vorlage in The Shunned Ones, Empire of the Petal Throne

Ah okay,... (hardcover 86.72€ wäre mir jetzt aber fürs blose Nachschauen zu teuer)

DAS ist im übrigen genau das was ich in der Fragestellung erreichen wollte.
Das es dann doch recht wenig wirklich Einzigartiges gibt war mir soweit schon klar.


Online Wyndor

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #13 am: 1.07.2026 | 09:30 »
Ende der Liebeserklärung

Das hätte ich trefflicher kaum beschreiben können. Daher habe ich mich für den Moment auch entschieden vorerst noch meiner M5 Sammlung zu fröhnen. Für mich ist es das beste klassische Fantasy Setting und System, ob es nun fortgesetzt wird oder nicht.

Online Eleazar

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #14 am: 1.07.2026 | 14:54 »
@nobody@home: Damit hast du natürlich einen Punkt, wobei ich eigentlich kein Fanboy der Spielwelt Midgard bin. Dafür habe ich zu selten darauf gespielt und so gut wie noch nie darauf gespielleitert.

Mir könnte die Welt noch einen Ticken fantastischer und magischer sein und mir wird auch ein bisschen zu viel im alten Britannien differenziert. Was dem einen sein bodenständig, das ist dem anderen sein bieder oder dröge.

Außerdem ist die Ausgangsfrage eigentlich eine Zumutung: Was ist im Bereich der Fantasy denn überhaupt noch einzigartig oder originell? Der markttechnisch beackerbare Raum ist bereits vollumfänglich beackert, aufgewärmt, modifiziert, leicht verändert und noch mal veröffentlicht worden. Midgard hätte aufgrund seines Alters einen Vorteil, hier und da zuerst da gewesen zu sein. Aber einzigartig? Schon schwer.

Es gibt so eine Satire von Ephrahim Kishon, wo er eine ganz neue Kinderbuchserie schreiben will. Am Ende kommt Timmi, der Tiefseeschwamm, dabei heraus, weil alle anderen coolen Tiere schon weg sind. Lustigerweise haut Timmi von zu Hause ab, erlebt eine Menge Abenteuer und kehrt am Ende in einem Militär-Jeep nach Hause zurück. Wie alle anderen Kinderbuchtiere zuvor auch schon.

Tiefseeschwämme sind Schnickschnack, wenn die Story und der Inhalt nichts substantiell Neues bringen.

Ansonsten kann man das Exotik- oder Fantasy-Niveau in jedem Setting nach Geschmack kallibrieren.

Online KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #15 am: 1.07.2026 | 15:03 »
Es gibt so eine Satire von Ephrahim Kishon, wo er eine ganz neue Kinderbuchserie schreiben will. Am Ende kommt Timmi, der Tiefseeschwamm, dabei heraus...

BLASPHEMIE! Das heisst immer noch: Theobald der Tiefseeschwamm!  :headbang:
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Offline Boba Fett

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #16 am: 1.07.2026 | 15:05 »
Aber wir müssen mal dringend an deiner Wahrnehmung des Frühmittelalters arbeiten, besonders was das Klischee der Unfarbigkeit angeht!  ~;D

Sommertreffen...
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Offline felixs

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #17 am: 1.07.2026 | 15:08 »
Schließe mich dem an: Midgard ist nicht originell und das muss auch so. Das schöne an der Midgardwelt (M3-M5) ist (für mich), dass sie eng an realirdische Kulturen angelehnt ist und dass entsprechend wenig Plausibilitätslücken sichtbar sind. Außerdem hat man durch diese Anlehnung einerseits schon eine ungefähre Vorstellung und jede Menge Material zur Verfügung, andererseits motiviert es zur Weiterbildung in (realirdischer) Geschichte. Gefällt mir beides.

Wirklich aus einem Guss war die Darstellung der Welt nie. Jürgen Franke hat ein anderes Alba beschrieben als Gerd Hupperich. Mir gefällt das von J(E)F erheblich besser, aber grundsätzlich finde ich die abgebildete Bandbreite gut.

Der Verzicht auf "abgefahrene" Elemente ist mir auch sehr recht. Mir ist die Midgard-Welt teilweise schon ein bisschen zu bunt und zu aufgeklärt. Aber immer noch im Rahmen und weit unterhalb der Neuzeit-mit-FDGO bei DSA und dem marvelisierten D&D.

Bin jedenfalls froh, einen Großteil der Midgard-Publikationen im Regal oder auf der Festplatte zu haben. Würde ich wieder Fantasy-Rollenspiel spielen (sehr gern!), dann wäre es Midgard (falls ich das entscheiden darf).
« Letzte Änderung: 1.07.2026 | 15:12 von felixs »
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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #18 am: 1.07.2026 | 15:47 »
Es gibt so eine Satire von Ephrahim Kishon, wo er eine ganz neue Kinderbuchserie schreiben will. Am Ende kommt Timmi, der Tiefseeschwamm, dabei heraus, weil alle anderen coolen Tiere schon weg sind. Lustigerweise haut Timmi von zu Hause ab, erlebt eine Menge Abenteuer und kehrt am Ende in einem Militär-Jeep nach Hause zurück. Wie alle anderen Kinderbuchtiere zuvor auch schon.

Das könnte theoretisch erklären, woher die Inspiration für Spongebob kam. ~;D

Was jetzt "Einzigartigkeit" in der Fantasy angeht, könnte man darüber sicher noch ein Stück weit diskutieren -- da geht mMn schon noch einiges mehr als bloß primär pseudohistorisch-eurozentrisches EDO (oder vielleicht HEDO, weil ja diese komischen Menschen meistens irgendwie auch noch ein bißchen mitspielen?), aber das geht als Thema dann auch wieder deutlich über speziell Midgard hinaus.

Offline caranfang

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #19 am: 1.07.2026 | 16:10 »
Midgard ist für mich eine bodenständige, klassische Fantasywelt des Goldenen Zeitalters der Rollenspiel, wie es Aventurien mal war, wie es die Forgotten Realms mal waren. Es war eine Welt, wo man es nicht versucht hat, es jedem irgendwie recht zumachen, wo exotische Spielercharaktere eigentlich überhaupt nicht vorkamen, wo nicht jedes Abenteuer bedeutete, dass man die Welt retten musste. Man hatte Freiheiten, weil halt die Welt nicht bis ins kleinste Detail beschrieben wurde.
Ja, es gab Regionen, für die es immer wieder Quellenbücher gab, aber die Welt als ganzes wurde erst dann in Detail beschrieben, als schon längst bekannt wurde, dass M6 kommen wird und die Welt Midgard dann nicht mehr weiter entwickelt werden wird.
Ja, Midgard hat einen wilden Kulturenmix, aber das wurde nicht gemacht, damit man die unterschiedlichsten Abenteuer mit den gleichen Charakteren erleben kann, so wie es REH damals mit Conan gemacht hat, sondern weil dies ein Überbleibsel von Magira ist, wo halt jedes Mitglied von FoLLoW seine eigene Lieblingskultur/-epoche untergebracht hat.
Und einen Vorteil hatte Midgard in gegensatz zu so ziemlich allen anderen Fantasywelten. Die Frankes haben nie die Kontrolle über ihre Welt abgegeben und niemand hat sie gezwungen bestimmte Sachen zu machen, weil diese gerade mal populär waren.
Ich stimme Eleazar zu, dass die Ausgangsfrage eine Zumutung ist, denn muss jede Fantasywelt irgendwie einzigartig sein? Muss jede Fantasywelt irgenein exotisches Element besitzen? Muss jede Fantasywelt jeden modernen Trend folgen? Ich glaube, dass die Einzigartigkeit von Midgard genau darin besteht, dies alles nicht mit gemacht zu haben. Hier wurden nbie irgendwelche Kulturbeschreibungen verändert, damit sie dem neuesten Zeitgeist entsprechen (dies ist z.B. das Problem von DSA). Hier wurde noch nie das exotische zur Normalität erklärt (dies ist z.B. das Problem von D&D).

Offline Issi

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #20 am: 1.07.2026 | 16:44 »
Würde sagen: Eine sehr europäische Sicht auf Märchen und Fantasy.
Die finde ich jetzt etwas, wie sagt man? „geerdeter?“, bzw. verwurzelter als die D&D Sicht.
Viele der Märchen, Sagen und Geschichten stammen ursprünglich von hier, und mussten nie übers große Wasser.
Davon ab, lebt die Geschichte hier immer noch weiter.
 Burgen und Schlösser, wohin man schaut. (Ist was anderes als die auf Google zu suchen :-)Man kann sich wunderbar in fantastische Abenteuer spinnen, auf einem Spaziergang um die Ecke.

Und das merkt(e) man dieser Welt an.

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #21 am: 1.07.2026 | 17:06 »
Ich stimme Eleazar zu, dass die Ausgangsfrage eine Zumutung ist, denn muss jede Fantasywelt irgendwie einzigartig sein?

Wenn man Geld dafür nehmen und halbwegs erwarten können will, daß Spieler und SL die "offizielle" Welt auch benutzen sollen, anstatt sich kurzerhand in bester Rollenspieltradition selbst was aus den Rippen zu leiern und dann dieses ihr persönliches Eigenbau-Setting einfach mit denselben Regeln zu bespielen? :think:

Also, in dem Fall würde ich schon sagen: ja, muß sie. Wir können uns allemal über die gewünschte Art ihrer Einzigartigkeit streiten, aber nicht wirklich darüber, daß sie irgendwie schon mehr bieten sollte als bloß das, was eine x-beliebige Gruppe in derselben Zeit, die sie zum Einlesen in die Welt ohnehin braucht, genausogut auch selber auf die Beine stellen könnte. ;)

Offline unicum

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #22 am: 1.07.2026 | 17:44 »
Ich stimme Eleazar zu, dass die Ausgangsfrage eine Zumutung ist, denn muss jede Fantasywelt irgendwie einzigartig sein?

Das ist nicht die Frage hier. bleibt doch mal beim Thema!

Offline caranfang

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #23 am: 1.07.2026 | 18:37 »
Ich habe jetzt erst bemerkt, dass Du die Geschichte der Welt meinst, und nicht die Welt an sich.

Das ist nicht so einfach. Man sollte nicht vergessen, wann die Welt und damit auch die Geschichte dieser Welt, entstanden ist. Die Welt von Midgard wurde zwar erst in der M3-Regelbox, die 1989 erschien, zum ersten Mal vorgestellt, aber so einige Elemente der Geschichte der Welt wurden mehr oder weniger verändert aus Magira übernommen und stammen daher noch aus den 1970ern, wenn nicht sogar noch aus den 1960ern.

Online Eleazar

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Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
« Antwort #24 am: 1.07.2026 | 23:08 »
Bevor das jemand in den falschen Hals kriegt: Viele Dinge sind supergut, aber überhaupt nicht einzigartig. Oder besonders.
Ich liebe Jeans und Vanilleeis.

Wenn nach "gut" oder "einzigartig" gefragt wird, sind das zwei Paar Schuh.

Ich finde die Welt Midgard gut (siehe Bobas Beitrag), aber Einzigartiges fällt mir nicht viel ein.