Ich habe jetzt in kurzer Folge Secrets of Salamonis von Steve Jackson und Shadow of the Giants von Ian Livingstone gespielt.
Secrets of Salamonis:
Hier startet man ausnahmsweise als frischgebackener Abenteurer mit minimalwerten und kann dann durch XP besser werden. Man trifft auf einem Flusskahn in der Stadt Salamonis ein, versucht zu Geld zu kommen und seinen verlorenen Rucksack wiederzufinden, lernt neue Fähigkeiten (da gibt es relativ viel Auswahl an Lehrmeistern) und wird schließlich in das große Finalabenteuer gegen untote fliegende Fasche (ja, wirklich!) gestürzt.
An sich ist das Konzept nett, aber ich denke, andere Spielbücher haben das schon besser gemacht. Ich hab's auch ein bisschen vermasselt - es gibt ein Wochentagsrad, auf dem man vorrücken muss, wenn man dazu angewiesen wird, und durch das unter anderem irgendwann das Hauptabenteuer ausgelöst wird ... ich bin da auch immer vorgerückt, wenn ein Tag vergangen ist, nicht nur, wenn ich ganz oberexplizit dazu aufgefordert wurde, was glaube ich dazu geführt habe, dass ich viel zu früh in den Showdown reingestolpert bin und keine Chance hatte, vorher die benötigten Informationen und Gegenstände zu sammeln. Ein paar Sachen habe ich mir dann noch im Nachgang angesehen ... aber insgesamt erscheint mir das Wochentagssystem unnötig kompliziert und fehleranfällig, verstehe nicht, warum da nicht einfach eine lineare Tagesabfolge gewählt wurde, die weitertickt. Es wäre auch schlau gewesen, das Tage-Weiterticken wenigstens fett gedruckt oder auch als Anweisung oben am Absatzanfang anzubringen.
Die Figuren sind leider auch nicht so "quirky", wie ich es von den klassischen FF-Büchern gewöhnt bin, und außerdem zieht sich ständig der Witz durch, dass die Abenteurer alles Männer sind, die ihr Geld in der Kneipe versaufen, während die Frauen zuhause warten, um ihnen dann den Kopf zu waschen ... war beim ersten Mal noch ganz lustig, aber irgendwann hatte ich die Nase voll und habe mich gefragt, warum das Buch sich anscheinend regelrecht Mühe gibt, vage sexistisch zu sein. Ist mir bei den anderen FF-Büchern nicht so aufgefallen.
Insgesamt eher schwach und holperig, wobei man positiv hervorheben muss, dass es schon viel Entscheidungsfreiheit und Möglichkeiten, die Welt zu erforschen, gibt.
Shadow of the Giants:
Ein bisschen das Gegenteil: Ziemlich linear, es ist leicht, sich 5-10 Abschnittnummern mit größeren Abzweigungen zu notieren und dann alles abzuklappern und herauszufinden, welche wichtigen Gegenstände es wo gibt. Auch nicht so wahnsinnig episch. ABER, der große Bonus: Viele schräge Gestalten und Entscheidungen, bei denen es vor allem darum geht, ob und wie man mit ihnen kommuniziert oder kämpft (besonders mochte ich die Trolle, die keinen Ärger wollen, sie wollen dich nur ausrauben, weil es eben ihr Job ist). Insgesamt eher einfach (ohne Schummeln wäre ich nicht durchgekomme, aber am Ende musste ich nur drei kleine Umwege nachträglich erforschen, um alles zu finden, was ich brauchte). Gefiel mir weitaus besser als Secrets of Salamonis, auch wenn es jetzt kein absolutes Highlight der Reihe war. Für mich etwa auf einer Stufe mit den Höhlen der Schneehexe - gut mit Längen.