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[Tag 2] Raumstation Bazaar

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Enkidi Li Halan (N.A.):
Itaru senkte die Augen und nickte nur.

Azzu:
Arion verneigte sich respektvoll in Richtung des jungen Li Halan, als dessen Blick auf ihn viel, und lachte leise in seinen ergrauten Bart, als die Geste nicht erwidert wurde. Ich würde hier auch nicht gesehen werden wollen, wenn ich noch einen Ruf zu verlieren hätte. Auch den Priester bedachte er mit einer Verbeugung - es handelte sich immerhin um einen Mann der Kirche, mochten seine Lehren auch noch so verquer und fehlgeleitet sein. Der Eskatonier ging zielstrebig auf den jungen Li Halan zu und bekräftigte damit Arions Vermutungen: Der Junge musste zu Lord Enkidis Gefolge gehören! Zumindest hatte Taurus erwähnt, dass der Baron versucht hatte, Kontakt mit einem Eskatonier an Bord aufzunehmen.

Nachdem er keine Möglichkeit sah, das Gespräch unauffällig zu belauschen - obwohl er ignoriert wurde, war er doch gesehen worden - hätte er diesen unseeligen Ort gerne sofort wieder verlassen. Es widersprach jedoch seinen Prinzipien, eine Kirche zu betreten, nur um diese zu besichtigen - eine Unart, die so mancher Angehöriger des Adels zu pflegen schien, insbesondere außerhalb des Hauses Li Halan. Er würde also einen Teil seiner Gebete hier sprechen müssen, so sehr es ihm auch widerstrebte. Etwas zögerlich bewegte er sich auf den Altar zu.

Megan:
Das hatte gesessen. Megan verkniff sich ein Grinsen. Sternfahrer erwischte man immernoch am besten mit einem guten Schiff.

"Fein, Hawkins, dann lassen Sie das Ding in der Tasche und holen es nicht wieder raus, ehe wir einen Preis haben, der Ihnen zusagt? Ehrlich Jack, Sie sollten dieses Teil wirklich geheim halten, sonst kommen Sie in Teufels Küche."

Ein ehrlich besorgter Ausdruck huschte über ihre Züge und ihr Tonfall war ungewöhnlich ernst geworden. Eigentlich hatte sie gar nicht so stark reagieren wollen, aber er durfte diese Sache auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. Erstaunlich - dass er es bis hierher geschafft hatte grenzte fast an ein Wunder. Andererseits war er wohl die Person, bei der man einen solchen Gegenstand am wenigsten erwartete.

Sie schrak fast zusammen, als der Diener - Jakob - sie plötzlich ansprach, und ein ungutes Gefühl machte sich in ihr breit aufgrund der Art, wie er die Botschaft überbrachte. Allein die Tatsache, dass er in Darius und nicht in Enkidis Namen kam war ließ sie aufhorchen, aber vor Jack wollte sie nicht weiter nachfragen, das hätte sich nicht gut gemacht.

"Ja, ich komme."

Jack erntete einen entschuldigenden Blick.

"Na immerhin haben wir es bis zum Drink geschafft." Bedauernd betrachtete sie ihren noch halbvollen Dead Symbiont und nahm einen letzten tiefen Zug, was mehr an ein "Mut antrinken" erinnerte. Dann bedeutete sie dem Wirt, dass sie zahlen wolle.

"Wir sehen uns, Jack. Wo kann ich sie treffen?"

Sie tauschten Unterkunftnummern aus, dann folgte Megan mit hängenden Schultern aber eiligen Schrittes, dem unterdrückt ungeduldig an der Tür wartenden Diener in Richtung der Quartiere.


» Ortswechsel zu Sektor B

Enkidi Li Halan (N.A.):
Quartier von Baron Enkidi Li Halan

Er hatte sich größte Mühe gegeben, alles in Ordnung zu bringen. Die Räume lagen nun still und unberührt da, als hätte sie nie ein Mensch betreten. Der Besuch, den er erwartete, sollte nicht sofort Verdacht schöpfen.
Das Mädchen war noch immer ein Problem. Er hatte sie nicht fortschaffen können, weil sie noch immer nicht bei Besinnung war. Sie von den Quartieren durch die halbe Station tragen zu lassen, war unmöglich– zu viele Blicke, zu viele Fragen. Sie musste schon selbst laufen können, also hatte er das Zimmer, in dem sie lag abgesperrt. Nicht ohne sich vorher noch einmal über ihren Zustand zu vergewissern. Aber sie würde wohl noch einige Stunden brauchen. Keine Störung zu erwarten.

Nun ging Darius langsam im Quartier auf und ab und wartete, quälende Minuten, die nur widerwillig verstrichen. Immer wieder viel sein Blick auf die Tür, die unüberwindbar zwischen ihm und seinem Herrn lag. Was würden sie dahinter vorfinden?

Das Zischen des Schotts erlöste ihn aus seinen Gedanken und sein Gesicht erhellte sich. Commander Lindsey betrat hinter Jakob das Quartier und ihrem Gesichtsausdruck nach erwartete sie nichts gutes. Darius gab Jakob ein Zeichen und er zog sich zurück. 

"Commander." Darius verbeugte sich rasch und legte seine Hand auf ihren Arm, zog sie sanft, aber bestimmt in Richtung des versiegelten Schotts.
"Der Baron hat sich...eingeschlossen. Ich habe mehrmals versucht, ihn zu rufen, aber er reagierte nicht." Sein graues Gesicht zeigte noch mehr Falten als sonst.

Darius Stimme senkte sich zu einem Flüstern.
"Etwas geht hier nicht mit rechten Dingen zu, Commander. Ich habe... nach Vater Valentinian geschickt. Er wird in wenigen Minuten hier sein. Bis dahin würde ich Sie bitten das Schott... Sie wissen schon – zu überbrücken." Seine dunklen Augen musterten sie entschlossen.
 

Denize Noy:
Ein tiefer Seufzer entrang sich ihrer Kehle, als Denize am frühen Abend endlich mit dem Strom von  Bauern und Handwerkern aus dem Pilgerschiff gespült wurde. Die metallisch schmeckende Stationsluft kam ihr nach der Stickigkeit des Schiffsbauches beinahe vor wie Planetenluft nach einem  Frühlingsregen. Zumindest redete sie sich das ein.

Mit einem  Sprung von der Seite der Rampe befreite sie sich aus dem Gedränge. Dicht hinter ihr landete ein drahtiger Ukar in  verwaschenem Schwarz, der daraufhin einen abschätzigen Blick über die ersten Ausläufer Bazaars warf. Einladende Stahlträger und der heimelige Staub aus Partikeln abgeblätterter Farbe und feinem Flugrost, der die Atemluft mit wertvollem Eisen anreicherte, begrüßten ihn.
Denize  war dieser Anblick entweder so vertraut, dass sie ihn nicht wahrnahm oder er musste ihr trotz aller Trostlosigkeit gewisse Heimatgefühle entlocken, so freudig, wie sie ihren Alien-Kumpanen anlächelte.

"Monn, willkommen auf Bazaar." Mit einer allumfassenden, theatralischen Geste deutete die Scraverin eine Verbeugung an.  "Hier, auf diesem wundervollen Gebilde aus Metall und Mut, Geschäftsgeist und Größenwahn bin ich aufgewachsen. Alles, was du an mir hassen oder lieben magst, hat mit Sicherheit hier seinen Ursprung. Darf ich dich auf einen Drink einladen? Die Kneipen sind die mit Abstand wichtigste Sehenswürdigkeit hier."  Die skeptisch hochgezogene Augenbraue des Ukar ignorierte sie nach Kräften.

Schon seit vielen Monaten hatte Monn seine Begleiterin nicht mehr so gutgelaunt erlebt. Für gewöhnlich war sie ihm an Schweigsamkeit ebenbürtig und ganz allgemein wesentlich bedächtiger als er.  Da er weder etwas gegen Alkohol einzuwenden hatte, noch ihre Stimmung trüben mochte, nickte er knapp und deutete mit schiefem Grinsen an, dass sie als Ortskundige vorgehen möge.

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